Ja – es gibt mehrere Hühnerrassen, die blaue Eier legen, ebenso wie Kreuzungen und Mixe, bei denen diese Eigenschaft gezielt oder zufällig auftritt.
Wichtig ist dabei: „Blauleger“ bezeichnet keine eigene Hühnerrasse, sondern ausschließlich die Eifarbe.
In der Praxis meint der Begriff Hühner, die genetisch bedingt blaue bis türkisfarbene Eier legen – unabhängig davon, ob es sich um eine anerkannte Rasse oder einen Mix handelt. Genau das sorgt häufig für Verwirrung, vor allem beim Kauf von Bruteiern oder Junghennen.
Unser Tipp aus der Praxis
Achte weniger auf die Bezeichnung „Blauleger“ und mehr auf die nachweisliche Eifarbe der Elterntiere.
Gerade bei Mixen ist das der einzige verlässliche Hinweis darauf, welche Eifarbe später wirklich zu erwarten ist.
Diese Rassen sind Blauleger Hühner
Ameraucana
Das Ameraucana Huhn stammt ursprünglich aus den USA, ist inzwischen aber auch bei deutschen Züchtern sehr beliebt. Hennen dieser Rasse wiegen zwischen 2,5 Kilo, während Hähne zwischen 2,5 bis 2,9 Kilo schwer sind.
Ameraucana legen blaue Eier in verschiedenen Farbtönen.
English Cream Legbar
Auch diese Rasse legt hellblaue Eier, die jedem Eierkorb den besonderen Kick verleihen werden. Diese Rasse eignet sich jedoch nur bedingt für die Zucht, da sie nahezu keinerlei Bruttrieb hat.
Unsere Empfehlung:
Was genau sind blaue Eier?
Blaue Eier gehen immer auf eine genetische Grundlage zurück, die ursprünglich aus südamerikanischen Linien stammt. Heute findet man diese Eigenschaft sowohl bei ursprünglichen Rassen als auch bei modernen Zuchtformen.
Typisch für Blauleger-Hühner:
- Die Eifarbe ist vererbbar, aber nicht immer stabil
- Kreuzungen können grüne oder türkisfarbene Eier legen
- Die Farbintensität kann sich mit dem Alter leicht verändern
Aus eigener Erfahrung:
Selbst innerhalb einer kleinen Gruppe Blauleger kann es deutliche Unterschiede geben. Manche Hennen legen konstant kräftig blaue Eier, andere eher zurückhaltend gefärbte. Das ist kein Fehler, sondern genetisch völlig normal.
Achtung bei Nachzuchten
Wer selbst nachzieht oder Eier aus unbekannter Herkunft kauft, sollte wissen:
- Nicht jedes Küken aus einem Blauleger-Elterntier legt später blaue Eier
- Besonders bei Kreuzungen ist die Eifarbe nicht garantiert
Warum sind blaue Eier bei Hühnerhaltern so beliebt?
Der Hauptgrund ist ganz klar: Optik und Abwechslung.
Ein Eierkorb mit weißen, braunen und blauen Eiern ist:
- ein echter Hingucker
- perfekt für Familien mit Kindern
- ideal für Selbstversorger, die Vielfalt schätzen
Aus meiner Sicht spielt auch der emotionale Faktor eine große Rolle. Blaue Eier fühlen sich einfach „besonders“ an – selbst dann, wenn man weiß, dass sie ernährungsphysiologisch keinen Unterschied machen.
Typische Reaktionen aus dem Alltag:
- „Sind die echt?“
- „Das kann doch nicht natürlich sein!“
- „Die würde ich gar nicht verkaufen, die sind zu schön.“
Gerade für Halter, die Eier direkt abgeben oder verschenken, sind Blauleger ein echter Gesprächsstarter.
Häufige Irrtümer rund um Blauleger
„Blaue Eier sind gesünder“
Nein. Farbe allein sagt nichts über Nährwerte aus. Geschmack, Vitamine und Inhaltsstoffe hängen von Haltung, Fütterung und Frische ab – nicht von der Schalenfarbe.
„Mit speziellem Futter werden Eier blau“
Falsch.
Die Eifarbe ist rein genetisch. Futter kann die Schalenqualität beeinflussen, aber niemals die Grundfarbe.
„Alle Blauleger legen gleich blaue Eier“
Auch das stimmt nicht. Unterschiede in:
- Farbintensität
- Grünton
- Gleichmäßigkeit
sind völlig normal.
„Die Farbe verblasst mit der Zeit“
Ein frisches Ei kann etwas kräftiger wirken, aber die Farbe selbst bleibt erhalten – auch nach Tagen im Kühlschrank.
Fazit: Gibt es Blauleger-Hühner – und lohnen sie sich?
Ja, es gibt Hühner, die blaue Eier legen.
Und ja, sie können eine echte Bereicherung für den eigenen Bestand sein.
Aus meiner Sicht lohnen sich Blauleger besonders für Halter:innen, die:
- Freude an Vielfalt im Eierkorb haben
- Wert auf natürliche Besonderheiten legen
- ihren Stall nicht nur nach Leistung, sondern auch nach Charakter und Optik zusammenstellen
Wer ausschließlich maximale Legeleistung sucht, wird woanders fündig.
Wer aber Individualität, Gesprächsstoff und einfach schöne Eier schätzt, wird an Blaulegern lange Freude haben.
Wussten Sie, …
dass es viele weitere Eierfarben gibt? So legen das Annaberger Haubenstrupphuhn und der Kraienkopp beispielsweise gelbliche Eier. Die Eier der Orpington Hühner sind gelb.
Die Altsteirer legen Eier in Elfenbeinfarbe, während das Schwedische Schwarzhuhn hellbraune Eier legt. Dunkelbraune Eier wiederum bekommen Sie, wenn Sie Barnevelder oder Welsumer halten.
Geben Sie dem Amrock Huhn oder dem Niederrheiner ein Zuhause, dürfen Sie sich auf gelbbraune Eier freuen und wenn Sie Marans halten, profitieren Sie von rotbraunen Eiern.
Das sind längst nicht alle Eierfarben, die im Hühnerstall möglich sind.
Übrigens können Sie die Farbe der Eier nicht beeinflussen, indem Sie den Hühnern entsprechendes Futter anbieten. Welche Eifarbe entsteht, richtet sich nach den Genen der jeweiligen Rasse. Jedoch können Sie die Farbe der Eier anhand der Ohrenscheibe der Hühner erkennen. Dies ist jedoch nur bei Hühnern möglich, die braune oder weiße Eier legen.
