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Ameraucana

Grüneierleger, aggresiv, kälteunempfindlich, quirlig

Ameraucana HühnerK Steve Cope / shutterstock.com

Steckbrief: Ameraucana

Herkunftsland

Amerika

Eigenschaften

Grüneierleger, aggresiv, kälteunempfindlich, quirlig

Farbschläge

schwarz, blau, weiß, braun, grausilber

Eier

65 g

Farbe der Eier: Blau

Mindestgewicht für Bruteier

65 g

Legeleistung

180 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: < 2,5 kg, Hahn: < 3 kg

Brutlust

10 %

Flugfähigkeit

50 %

Platzbedarf

70 %

Hinweis

Die Hühnerrasse Ameraucana ist in Deutschland oder vielen anderen europäischen Ländern nicht anerkannt. Sie gilt als „neu“ beziehungsweise selten.

Ameraucana Hühner stammen aus den USA und haben dieselben Ursprünge wie Araucana Hühner. Sie wurden und werden in den USA als Araucanas oder Easter Egger vermarktet. Es handelt sich häufig nicht um reinrassige Hühner, sondern um Zuchtsorten oder F1-Hybride, die sich mit diesem Marketing besser verkaufen.

Unser Tipp

Ja nachdem mit welchen Rassen die Ameraucana gekreuzt werden variiert auch die Eifarbe von blau, über verschiedene Grüntöne bis in türkise Farbverläufe.

Haltung

Hühnerstall

Der Hühnerstall soll für Ameraucana Hühner wie auch für andere gängige Hühnerrassen eingerichtet sein: Schutz vor Wind und Wetter mit Platz zum Scharren, einer Futterstelle, Legenestern und einer Hühnerstange über einem Kotbunker oder einem Kotbrett.

Blaulegerhühner im StallK Steve Cope / shutterstock.com

Unser Tipp

Sollte im Freien nicht durchgehend ein Sandbad vorhanden sein, wäre dieses ebenfalls im Hühnerstall unterzubringen.

Auslauf

Beim Freilauf sollen die Ameraucana etwas mehr Grundfläche als viele andere Hühnerrassen vorfinden. Wer sie nicht frei laufen lässt, soll einen hohen Zaun oder einen mit einem Netz überspannten Hühnerfreilauf einrichten. Die Hühner sind eigentlich schwer, können aber dank ihrer kräftigen Flügel Hindernisse oder kurze Strecken überflattern.

Außerdem soll der Freilauf gut strukturiert sein und neben grüner Wiese und Deckung weitere Abwechslung bieten. Ameraucana sind neugierig, beweglich und wollen im Freien suchen und scharren.

Blaueierleger CharakterAnna Hoychuk / shutterstock.com

Charakter

Viele Züchter berichten, dass die Hühner sehr friedlich sind, die Hähne jedoch gegenüber Hennen und Haltern aggressiv werden. Junghähne sind für die Mast ohnehin etwas anders zu füttern und sollen direkt mit einem Althahn als Hahnengruppe heranreifen.

Unser Tipp

Wenn ein guter Zuchthahn zu aggressiv wird, soll er nur während der Paarungszeit zu den Hennen. Es kann zudem helfen, eine Henne mehr pro Hahn in den Zuchtstamm zu geben, auch wenn die Befruchtungsrate etwas leidet.

Die Junghühner wachsen schnell, Ameraucana Hennen legen fleißig – die Fütterung muss den Nährstoffbedarf decken, damit es zu keinen Mangelerscheinungen kommt. Neben dem proteinhaltigen Kraftfutter sollen die Hühner immer etwas Grünfutter oder Gemüse erhalten. Werden die Hühner im Sommer fündig, reicht eine reduzierte Fütterung.

Ameraucana überstehen die Kälte im Winter und die Hitze im Sommer und gelten als robust gegen typische Hühnererkrankungen. Der Halter muss seinen Fokus daher nur auf die Parasitenbekämpfung legen. Das alles macht Ameraucana zu sehr guten Wirtschftshühnern, die als Zwiehühner Eier und Fleisch liefern. Es kommt jedoch auf die Hähne an, ob diese Blauleger als Familienhühner taugen.

Eier und Legeleistung

Blaue Eier

Während Araucana grünliche bis blaugrünliche Eier legen sollen, müssen diese bei Ameraucana Hühnern immer blau sein. Das Ideal ist ein mittleres pastellblau.

Blaue Eier der Ameraucana HühnerDeborah Lee Rossiter / shutterstock.com

Legeleistung

180 bis 200 Eier von mittlerem bis schwerem Eigewicht bleiben für Ameraucana Hennen realistisch.

Hinweis

Teilweise wird die Eizahl wird mit 210 bis 250 blauen Eiern mit rund 65 Gramm angegeben. Noch immer halten viele Autoren die beiden Hühnerrassen und deren Kreuzungen nicht auseinander. Diese Leistung geht damit entweder auf Hybriden, eine sehr gute Zuchtlinie oder optimale Haltungsbedingungen zurück. Andere Quellen berichten von über 150 schweren Eiern pro Jahr.

Sobald es kälter wird, gehen die Hühner in die Mauser und legen für drei Monate weniger oder garnicht. Es ist auf eine ausreichende Proteinquelle zu achten. Nach der Mauser legen sie wieder blaue Eier, doch mit dem Alter weniger. Ab dem fünften Jahr wird von einem rapiden Leistungseinbruch berichtet. Doch spätestens im dritten Jahr wird dieser sich bereits ankündigen.

Küken

Naturbrut und Brutlust

Ameraucana Hennen kommen nur sehr selten in Brutstimmung und eine Naturbrut wäre deswegen nur mit einer Leihhenne realistisch. Die meisten Küken stammen aus dem Inkubator und können ganz normal wie auch andere vitale Hühnerküken in einer Kükenbox aufgezogen werden.

Ameraucana KükenVezzani Photography / shutterstock.com

Araucana haben eine sogenannte „Allele“ in der Genetik, die mit der Ohrkrause verbunden ist. Dieser Gendefekt mündet in eine sehr hohe Kükensterblichkeit. Ameraucana dürfen diese Ohrkrause auch deswegen nicht haben, wodurch zugleich die Küken deutlich bessere Überlebenschancen haben. Dennoch sind diese zuerst auf ihren geschützten Bereich mit Wärmelampe, Hygiene und Kükenstarter angewiesen. Mit zu wenig Futter werden die Küken aggressiv.

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Sobald die Küken ein paar Wochen alt sind, sollen sie auch etwas Grünfutter oder Gemüse erhalten und ein paar Kartonrollen oder Steinchen zum Spielen. Wenn die Küken rund um die Uhr wenigstens etwas Licht haben, fressen sie durchgehend und entwickeln sich schneller.

Die Hennen legen mit rund 6 Monaten Eier, die Hähne könnten bereits mit 4 bis 5 Monaten zum leichten Tafelhuhn werden. Die eigentliche Geschlechtsreife ist ab dem 6. Monat zu erwarten.

Ameraucana kaufen

In Deutschland hat man etwas Mühe, wenn man Ameraucana Hühner kaufen möchte. Denn viele Züchter dieser Hühner gibt es in Deutschland nicht. Allerdings sind es die blauen Eier, die dafür sorgen, dass diese Hühnerrasse auf immer mehr Interesse stößt. Nicht nur bei reinen Züchtern, auch für vielen Hobbyhalter sind einige blaue Eier im Legenest eine nette Bereicherung.

Möchte man Ameraucana kaufen, ist der Weg über den Kauf von Bruteiern meist einfacher. Bruteier kann man für wenig Geld über Kleinanzeigenprotale oder Züchtervorstellungen im Internet kaufen. Entweder man brütet die Eier mit einer Leihenne oder einer Brutmaschine selbst aus. Traut man sich dies nicht zu, so übernehmen die örtlichen Kleintierzuchtvereine häufig für wenige Euro das Ausbrüten der Küken.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge:

  • black – 1984
  • blue – 1984
  • blue wheaten – 1984
  • brown red – 1984
  • buff – 1984
  • self blue – 2020
  • silver – 1984
  • wheaten – 1984
  • white – 1984

Anerkannt durch die American Poultry Association (APA) in den USA, in Deutschland durch den BDRG nicht anerkannt.

Gut zu wissen

  • Bereits am Ei lässt sich erkennen, ob ein Ameraucana reinrassig ist: John W. Blehm erklärt im Backyard Poultry Magazine die Unterschiede der Araucana, Ameraucana und Easter Egger. Blau und weiß sind die einzig echten Eifarben, wobei blau gegenüber weiß dominant ist. Demnach sind braune Eischalen eigentlich weiße, die außen braun oder komplett getönt sind und grüne sind eigentlich blaue, die außen grün oder komplett getönt sind. Echte weiße oder blaue Eier sind dieses auch auf der Innenseite. Reinrassige Ameraucana haben eine blaue Eischale, die vom Innern bis nach Außen pastellblau ist.
  • John W. Blehm erklärt, dass nicht die Araucana oder Ameraucana zuerst da waren. Es waren die „Easter Egger“. Diesen nicht homogenen Hühnern sind lediglich die Vorfahren aus Chile und das Gen für blauschalige Eier gemeinsam. Aus diesen gehen die Araucana und Ameraucana hervor, aus denen wieder die beliebten Easter Egger gekreuzt werden, die mit jeder Henne andersfarbig legen.
  • Während ein Araucana keinen Bart und Schwanz, sondern krause Federn zu den Ohren haben muss, sind diese bei Ameraucana auf Ausstellungen ein direkter Ausschluss. Auf dem Gen, welches für die krausen Federn an den Ohren zuständig ist, liegt auch die „Allele“, welche zu einer sehr hohen Kükensterblichkeit führt.
  • Ameraucana müssen blaue Eier legen und sollen auch deswegen einen Erbsenkamm haben, weil ein direkter genetischer Zusammenhang festgestellt wird. Beide Erbanlagen liegen zu dicht beieinander, um richtige Blauleger ohne Erbsenkamm zu erzüchten.
  • Zwischenzeitlich sank ein chilenischer Frachter, wodurch auf den Western Isles of Scotland einige „Araucana“ an Land gingen. Die überlebenden Hühner bilden den Ursprung der Britischen und Australischen Araucana. Diese ähneln den Ameraucana und unterscheiden sich damit z.B. zu den deutschen Araucanern oder denen der USA.
  • Die American Bantam Association (ABA) erkennt nur Zwergformen (ab 1980), die American Poultry Association (APA) Zwerg- und Großformen und damit Zwerg-Ameraucana (ab 1984) und Ameraucana (ab 1984) an.
  • Selbst nach der Anerkennung der Ameraucana gab es weiterhin Feindseligkeiten gegen diese junge Hühnerrasse, die verbal als „Bastards der Araucana“ entwertet wurden.
  • Es wird beobachtet, dass Ameraucanas unter guten Haltungsbedingungen bis über 10 Jahre alt werden können.
  • Viele Hühnerkenner und Wissenschaftler haben sich bereits mit den chilenischen Hühnern und deswegen mit den Vorläufern der Araucaner beziehungsweise Ameraucaner befasst. Etliche Merkmale deuten auf einen asiatischen Ursprung hin. Es gibt zumindest Funde von Hühnerfossilen in Südamerika, die auf die Zeit vor Christoph Columbus zurückgehen, obwohl Hühner eigentlich keine ursprünglichen Tiere der neuen Welt sind.
  • Der Farbschlag „self blue“ ist falsch gewählt, da es „lavender“ heißen müsste, die APA das jedoch ablehnt. Dieser Farbschlag beruht auf das 1972 durch Geflügelwissenschaftler identifizierte Lavendel-Gen, welches sie als „Lav“ abkürzen. Durch dieses Wissen entstehen seitdem lavendel-farbige Hühnerfarbschläge.
  • Vor den Ameraucana waren die Zwerg Ameraucana in den USA anerkannt. Die Hähne erreichen 850, die Hennen 740 Gramm und sind ein Ebenbild der Großform.
  • Für die Zwerg Ameraucana sind die ursprünglichen acht Farbschläge wie bei der Großform anerkannt, für die inzwischen auch „Self Blue“ anerkannt wurde.

Die Hühnerrasse Ameraucana

Ursprünge der Ameraucanas

Die Ursprünge der Ameraucanas liegen bereits in der Namensgebung: Araucanas aus Amerika, beziehungsweise den USA. Doch die eigentlichen Ursprünge liegen noch weiter zurück und befinden sich in der Region des südlichen Chile. Demnach berichtet Richard A. Orr, dass die einstigen Mapuche-Indigenen zwei Hühnerrassen züchteten. Die Collonca waren klein, hatten einen kleinen Stehkamm, wirkten zerknittert und legten blaue Eier. Die Quetro oder Quetero wurden nach ihrem eigentümlich stotternden Krählaut benannt. Diese etwas größeren Braunleger hatten einen Erbsenkamm und einen fließenden Schwanz. Weil diese Rassen in verschiedenen Regionen lebten, kam es nur selten zu Kreuzungen. Diese legten jedoch blaue Eier, weil sich blau dominant vererbt.

Die Spanier nannten die Kreuzung „Collonca de Aretes“. Im Jahr 1556 kämpften die Spanier gegen die Mapuche-Indianer und Alonso de Ericilla schrieb das Gedicht „La Araucana“, dessen Name sich vom Golf von Arauco ableitet. Der Begriff „Araucana“ wurde anschließend mit den Indigenen, dann mit ihren Hühnern assoziiert.

Erst später erzüchtete der chilenische Hühnerexperte Dr. Rueben Bustos aus beiden Hühnerrassen „Araucana“ und erwähnte diese im Jahr 1914. Salvador Castello berichtete 1921 auf dem „Ersten Weltkongress für Geflügel“ in Den Haag von diesen Hühnern und löste ein internationales Interesse aus. Seitdem gelten Araucana als ursprüngliche chilenische Hühnerrasse, obwohl es nur eine „jüngere“ Erzüchtung war. So der Bericht des Richard A. Orr.

Zumindest waren einstige Araucana alles andere als homogen und erreichten in dieser Zeit aus Süd-Chile die USA. Bereits 1923 veröffentlichte John Robinson eine erste Beschreibung der Araucanas im „Reliable Poultry“. Eine kleine Hühnerherde lebte in dieser Zeit auf der „Experimental Farm in Pennsylvania“, über diese berichtete Mr. Keller im Jahr 1925. Bis zu diesem Zeitpunkt gelangten überwiegend zwei Formen der Araucana die USA. Nun folgten weitere und diese nicht anerkannte Rasse war um so unterschiedlicher.

Währenddessen setzte in den USA ein „Araucana-Fieber“ ein, welches bewusst mit Falschaussagen angefacht wurde. Demnach sollen die blauen Eier weniger Cholesterin, aber mehr Nährwert enthalten und gesünder sein. Das aromatische Fleisch schmecke fast wie das deutlich teurere Wachtelfleisch.

Zumindest war „Araucaner“ einst ein Begriff für jedes Huhn, welches blaue beziehungsweise grünblaue Eier legt. Einige Kreuzungen führten dazu, dass Schwester-Hennen verschiedene Eifarben hervorbringen. Schon wurden und werden diese Hühner als „Araucana“, „Easter Egger“ und inzwischen auch als „Ameraucana“ angepriesen.

Entwicklung der Rasse Ameraucana

Für die Erzüchtung der Ameraucana werden die 1970er Jahre angegeben. Doch eigentlich erreichten diese um 1925 die USA und wurden durch viele Züchter in verschiedenen Zuchtlinien stabilisiert und Araucana genannt.

Im Jahre 1975 lud die American Poultry Association (APA) Araucana-Züchter ein, die ihren Fall schildern sollten. Ziel war es, einen Rassestandard für Araucana aufzustellen, doch die Züchter präsentierten vier verschiedene Standards, von denen der APA nicht einer zusagte. Deswegen folgten die Richter der einzigen akzeptablen Beschreibung, die auf Herrn Robinson aus dem Jahre 1924 zurückgeht. Anhand dessen entwickelte das „APA Standards Revision Committee“ einen Standard, der im Jahre 1976 durch die APA akzeptiert wurde. Damit war ab 1976 eine schwanzlose Zuchtrichtung als Araucana anerkannt, alle anderen jedoch disqualifiziert.

Zu dieser Zeit hatte die Erzüchtung der heutigen Ameraucana bereits begonnen und die Züchter der bärtigen Blauleger mit Schwanz und Erbsenkamm hätten ihre Arbeit verwerfen müssen. Die entscheidenden Züchter waren Don Cable aus Kalifornien und Mike Gilbert aus Iowa. Beide arbeiteten an verzwergten Hühnern und Mike hatte bereits seine Weizenfarbigen als „American Araucana“ im Jahr 1978 auf der „Eastern Iowa Poultry Association Show“ vorgestellt.

In dieser Zeit gab es mehrere „Araucana-Clubs“, die ausnahmslos zerbrachen. Durch den Rassestandard der APA war die Zuchtarbeit vieler guter Züchter wertlos, die ihrem Frust häufig freien Lauf ließen und einander anfeindeten. Diese Situation erschwerte die Arbeit von Don und Mike, die dennoch einige interessierte Züchter der bärtigen Variante aus den zerbrochenen Clubs für sich gewinnen konnten. Es entstand dadurch bereits im Jahr 1978 der vorerst Namenlose „Ameraucana Bantam Club“, der inzwischen als „Ameraucana Breeders Club“ bekannt ist.

1979 haben die 28 Mitglieder des Ameraucana Bantam Clubs aus elf Bundesstaaten demokratisch über einen einheitlichen Rassestandard abgestimmt und einander Bruteier und Zuchttiere geschickt. Weil es zuerst um die Erzüchtung der Zwerg Ameraucana ging, auch Bantam Ameraucana genannt, wurde vordergründig um die Anerkennung der American Bantam Association (ABA) gekämpft.

Bereits im Jahr 1979 waren die weizenfarbenen Zwerg-Ameraucanas in Kalifornien so zahlreich und durchgezüchtet, dass die ABA um ein „Qualifying Meet“ gebeten wurde. Der ABA-Direktor Jack Bulette und Bill Holland gaben grünes Licht und im Mai 1980 stimmte der Verwaltungsrat für die Anerkennung. Damit waren weizenfarbige und weiße Zwerge anerkannt. Die Musterbeschreibungen wurden 1981 im Standard der ABA veröffentlicht.

Sechs weitere Farbschläge waren in der Vorbereitung und wurden bis auf „buff“ im Jahr 1983 auf der bis dahin größten Geflügelmesse der USA, der „APA/ABA Nation Meet“ präsentiert. Alle Hühner waren in ihrer Form bereits so homogen und herausgezüchtet, dass die ABA auf einem Qualifikationstreffen selbst für die abwesenden „buff“ Hühner eine Zusage für Anerkennung erteilte.

In diesen Zeiten wurde bereits an der Großform gearbeitet. Demnach hat Tom Lippencott aus Ohio für den „Araucana Boosters Club“ seine Hühner unter anderem Namen mit etwas anderem Rasseporträt vorgestellt. Im Zuge der Arbeit des einstigen „Ameraucana Bantam Club“ wurden diese Hühner ebenfalls als „Ameraucanas“ anerkannt. Die APA führt sie in der Kategorie „All Other Combs Clean Legged“ (AOCCL). Der Zuchtstandard der Zwergform galt als Blaupause für die Großform. Damit wurde der „Ameraucana Bantam Club“ in „Ameraucana Breeders Club“ umbenannt und existiert neben der „Ameraucana Alliance“ bis heute.

Viele einstige Züchter wollten lieber die unterschiedlichen Zuchtrichtungen als „Araucana“ anerkennen. Damit, dass nur eine einheitliche Zuchtrichtung anerkannt wurde, ist eine der anderen Zuchtrichtungen heute als Ameraucana anerkannt.

Heutige Bedeutung der Ameraucanas

Das Kernland der Ameraucanas sind weiterhin die USA, doch in vielen Ländern wie auch Deutschland gibt es sie bereits. Leider handelt es sich häufig nicht um reinerbige Ameraucanas, sondern um Kreuzungen. Diese Problematik geht auf Unwissenheit und Marketing in den USA zurück. Bei Kreuzungen aus Araucana, Ameraucana und eventuell auch anderen Rassen legt jede Henne andersfarbige Eier. Wer mehrere Hennen hält, hat also „Ostereier“. Deswegen sind diese Kreuzungen beliebt und werden als „Easter Egger“, Araucana oder Ameraucana vermarktet.

Wer reine Zuchttiere wünscht, kauft bei einem seriösen Züchter. Geht es nur um Eier und Fleisch, können auch die Kreuzungen alle Wünsche erfüllen. Ameraucana gelten als gute Futterverwerter, die viele Eier und ein sehr gut schmeckendes Fleisch liefern. Sie werden deswegen von Farmern, Selbstversorgern oder Hobbyhaltern mit etwas Freilauf gehalten.

Wegen der gehäuft aggressiven Hähne sind Ameraucana kein gutes Familienhuhn. Mit ihren pastellblauen Eiern hat die Rasse dennoch Potenzial, um in Europa zum Modehuhn zu werden, wie es die Araucana bereits geschafft haben.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Ameraucana sind in Deutschland bislang nicht durch den BDRG anerkannt. Auch in anderen europäischen Ländern müssen sich die Züchter erst finden und eigene Rassestandards definieren. Diese Züchter müssen zugleich sehr auf ihr Quellen für Bruteier und Zuchttiere achten. Es ist bereits in den USA ein großes Problem, dass ein Großteil der vermarkteten Hühner sich eigentlich nicht mehr für die Erhaltungszucht eignet.

Zumindest haben sich in den USA im Jahr 1978 „The Ameraucana Alliance“ und der „Ameraucana Breeders Club“ gegründet, die bis heute aktiv an der Erhaltungszucht der Ameraucana arbeiten. In anderen Ländern scheint es solche Züchter-Vereinigungen noch nicht zu geben.

Zuchtziele der Ameraucana

Ameraucana Hühner müssen sich klar zu Araucanas unterschieden: Sie haben keine krausen Federn an den Ohren, sondern einen Bart und Schwanz. Sie bilden Erbsenkämme und müssen schieferblaue Ständer sowie kleine rote Ohrläppchen ausbilden, die bei Hennen blasser erscheinen.

Das Gesicht der Ameraucana wird zum Großteil durch den Bart und Backenbärte überdeckt. Der mittelgroße Kopf geht optisch wegen der Bärte und dem üppigen Halsbehang in den Federn unter. Der Schnabel ist gut gebogen, der knubellige Erbsenkamm hebt sich beim Hahn deutlich ab. Die lebendig Augen der Ameraucana sind rötlich braun.

Der Hals ist gewölbt und geht in den mittellangen Rücken über, der in den bis 45° angewinkelten Schwanz mündet. Dieser ist bei Hahn und Henne eher von kleiner bis mittlerer Größe. Hähne bilden jedoch gut gebogene Sicheln, zahlreiche Nebensicheln und am Sattel einen nicht zu üppigen mittellangen Behang. Der Halsbehang ist insgesamt üppiger, wodurch der klein wirkende Kopf bei den Hähnen in einen breit ansetzenden Hals übergeht, der bei Hennen schmaler, aber nicht schlank wirkt.

Die kräftigen und etwas gedrungenen Ameraucana bilden kräftige Flügel, deren Spitzen über dem Sprunggelenk münden. Die mittellangen Läufe münden in Füße mit vier Zehen. Wenn Hähne bereits eine breite Brust, breite Schultern, einen breiten Rücken und damit einen gedrungenen Rumpf bilden, so ist bei den Hennen noch der Legebauch betont. Zudem neigen Schenkel und das untere Hinterteil der Hennen zur Polsterbildung. Sie tragen den Rücken waagerecht und bilden von Brust und Schwanz zu den Schenkeln eine leichte Dreiecksform. Hähne tragen den Rücken leicht abfallend.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele:

  • Pastellblaue Eischale
  • keine krausen Federn zu den Ohren
  • keine erhöhte Kükensterblichkeit wie bei Araucanas
  • Erbsenkamm und Bart mit Backenbärten
  • gute Legeleistung, guter Fleischansatz
  • beständig gegen Kälte und Hitze
  • Resistenz gegen typische Hühnerkrankheiten
  • Lebendiges und vitales Wesen