Hühnereier

Legeprozess
Abnorme Eiformen, Legestörungen und Besonderheiten

Mehrfachdotter

Eine in der Regel sehr harmlose Laune der Natur sind Mehrfach- oder Doppeldotter. Sie entstehen durch zwei gleichzeitig gelöste Dotteranlagen und entsprechen Zwillingen beim Menschen. Die Eier sind zumeist etwas größer als durchschnittliche Eier der Henne und eignen sich nicht zum Bebrüten, da man nicht davon ausgehen kann, dass beide Küken überleben. Allein die beengten Platzverhältnisse dürften zum Absterben eines der Embryonen führen. Angeblich geligt es zuweilen, Zwillingsküken auszubrüten, diese sind aber meist so schwach, dass sie kurz nach dem Schlupf versterben. Von Experimenten diesbezüglich sollte aus Gründen des Tierschutzes also abgesehen werden.

Kommt es vermehrt zu Ablagen von Eiern mit Doppel- oder Mehrfachdotter, muss man als Halter auch an einen späteren Legedarmvorfall denken.

Kein Dotter: Spareier

Auch, dass ein Ei lediglich aus Eiweiss besteht, kommt vor. Ein Ei ohne Dotter ist weder schlecht noch nicht essbar. Dass es zu solchen Varianten kommt, kann verschiedene Gründe haben. Zum einen kann eine Eiproduktion ohne Dotter bei jungen Hennen vorkommen, die in die erste Legeperiode gehen. Anscheinend kommt es auch bei älteren Tieren zuweilen bei neu einsetzendem Legen nach der Legepause zu Spareiern.

Außerdem wird gemutmaßt, dass im Eileiter hochwandernde Fremdkörper (wie beispielsweise ein Sandkorn), die beim Tretakt in den Legedarm und dann in den Eileiter wandern, dem Körper einen Eisprung signalisieren, woraufhin dieser die Umhüllung des vermeintlichen Follikels beginnt.

Kalkmangel – Windeier

Sogenannte Windeier begegnen wohl nahezu jedem Hühnerhalter. Bei ihnen handelt es sich um Eier, die im letzten Abschnitt die Calcifizierung nicht vollständig durchlaufen haben. Windeier bestehen aus einem Dotter, Eiklar und der Eihaut – die harte Schale fehlt. Man findet sie nicht nur im Nest, sondern auch auf dem Kotbrett unter der Sitzstange, da sie mangels hartem Widerstand in der entspannten Hockhaltung des Huhns aus dem Legedarm gleiten.

Windeier können, sofern sie aus hygienischen Gründen komplett und gut durcherhitzt wurden, problemlos gegessen werden, dies sollte aber am Tag des Fundes geschehen, da die Eihaut natürlicherweise durchlässig ist und auch Keime in das Ei-Innere gelangen können. Wer auf Nummer sicher gehen will, verfüttert das Ei gegart an die Hühner.

Windeier deuten, sofern sie häufiger oder bei mehreren Hühnern auftauchen, auf einen Kalkmangel hin. Dieser kann mit Muschelgrit und Futterkalk behoben werden. Futterkalk wird hierbei schnell vom Huhn aufgenommen und resorbiert, Muschelgrit hingegen sichert eine eher langfristigere Versorgung des Hühnerkörpers mit Kalk.

Verweilt ein Ei hingegen zu lange im Bereich des sogenannten Eihalters, in dem die Calzifizierung stattfindet, oder produzieren die Kalkdrüsen zu viel Kalk, kann es zu übermäßigen Kalkanlagerungen auf der Schale kommen.

Schichteier

Wenn ein Dotter nach dem Zerplatzen des Follikels fehlgeleitet wird und nicht in den zum Eileiter führenden Wimperntrichter gelangt, gerät er in die Bauchhöhle des Huhns, wo er sich zu einem entzündlichen Gebilde, einem Schichtei, entwickeln kann. Wenn es, zum Beispiel aus Altersgründen, aus Stress oder wegen einer unausgewogenen Erährung mit zu viel Eiweiß, häufiger zu derartigen Vorfällen kommt und die Eier vom Körper nicht resorbiert werden, können Fäulnisprozesse in der Bauchhöhle entstehen, die tödlich enden können.

Bluteinschlüsse im Eidotter

Eine im Vergleich hierzu völlig harmlose Besonderheit sind im Ei eingeschlossene kleine Blutgefäße. Sie erscheinen als kleine Blutflecken im Dotter und entstehen, wenn während des Tretaktes oder dem Abstoßen des Follikels ein Blutgefäß platzt. Die kleine Blutung wird dann in den Dotter eingeschlossen und häufig fälschlicherweise für das erste Anzeichen eines sich entwickelnden Embryos gehalten. Eier mit kleinen Gerinnseln sind uneingeschränkt genießbar.