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Barnevelder

winterleger, anfängerfreundlich, zutraulich, friedlich, robust

Barnevelder Hühner© Eric Isselée – stock.adobe.com

Steckbrief: Barnevelder

Eier

65 g

Farbe der Eier: Braun

Mindestgewicht für Bruteier

65 g

Legeleistung

180 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2,5 - 2,7 kg, Hahn: 3 - 3,5 kg

Brutlust

30 %

Flugfähigkeit

30 %

Platzbedarf

60 %

Verwechslungsgefahr

Laien verwechseln häufig einen Typ der braunen Legehybriden mit den Barneveldern. Es handelt sich dabei jedoch nicht um die Hühnerrasse Barnevelder, sondern um Hybriden aus zwei Rassen, die für eine Generation stabil sind, für die nächste Generation in ihren Eigenschaften jedoch wieder aus einander fallen.

Haltung

Das mittelschwere Barnevelder fliegt nur ungerne, kann allerdings gut hüpfen und springen. Ein mittelhoher Zaun genügt bereits, um einen Freilauf einzugrenzen. Dieser soll nicht zu klein sein, muss aber nicht extrem groß sein. Barnevelder können auch einfach frei über das Gelände laufen, wenn dieses sicher genug ist.

Es handelt sich zudem um sehr friedliche Hühner, die mit etwas Zuwendung bei der Aufzucht schnell zutraulich werden. Damit wären es sehr gute Hühner für Familien mit kleinen Kindern oder für Personen, die sich mit ihren Haustieren viel befassen. Weiterhin sind Barnevelder sehr robust, scharren gerne und brauchen damit in der warmen Jahreszeit in der Freihaltung weniger Futter. Barnevelder gelten als gute Futterverwerter.

Diese Hühnerrasse hat jedoch eine erhöhte Anfälligkeit gegen die Mareksche Lähme. Diese sehr ansteckende virale Hühnerkrankheit führt zu hohen Verlusten. Deswegen sollen Küken schon am ersten Tag geimpft werden. Auch die Zuchttiere sollen sich in bester Gesundheit befinden und vorsorglich geimpft werden.

Eine weitere Eigenschaft dieser Hühnerrasse ist ihr sanftes Wesen. Werden junge Barnevelder zusammen mit anderen Hühnern gehalten, sind sie in der Hackordnung schnell unten. Wer junge Barnevelder mit anderen Hühnern gruppieren möchte, der sollte hier bereits auf sehr friedliche Rassen achten und die Gruppe dennoch gut beobachten.

Eier und Legeleistung

Wer sich große und zugleich satt braune Eier wünscht, der wird sich über Barnevelder sehr freuen. Diese legen im Jahr rund 180 braune Eier mit einem Gewicht von 60 bis 70 Gramm.

Bruteier sollen wenigstens 65 Gramm wiegen.

Die Hennen legen auch ein paar Eier im Winter. Wenn mit der warmen Jahreszeit jedoch die Legesaison los geht, sind die schweren Eier in den ersten Wochen noch dunkelbraun und werden mit der Zeit heller. Auch bei älteren Hennen werden die Eier heller.

Den satt braunen Farbton der Eier können praktisch nur noch Marans Hühner übertreffen. Zugleich haben die Eier eine dicke Schale, womit sie sich für die Kunstbrut eignen.

Küken

Die Hennen können brütig werden, das passiert jedoch nur selten.

Bei den Küken bilden die Hähne ihr Federkleid etwas langsamer aus. Weiterhin sind die Küken mit weißer Brust Hähne, mit grauer Brust Hennen.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge

  • schwarz
  • weiß
  • blau
  • dunkelbraun
  • rebhuhnfarbig
  • braun-blau-doppelgesäumt
  • braun-schwarz-doppeltgesäumt

Von den einfarbigen Farbschlägen sind nur die weißen Barnevelder wirklich einfarbig. Ansonsten können der Hals und die Flügel bei Hahn und Henne oder die Schwanzfedern beim Hahn schwarz oder schwärzlich wirken. Bei den braun-schwarz-doppeltgesäumten können jedoch Stellen vom Flügel braun wirken, wobei das Braun ansonsten nur auf den doppelt gesäumten Federn vorkommt.

Bei den doppelt gesäumten Farbschlägen ist die zweit genannte Farbe der Grundton. Die erst genannte Farbe ist das doppelt gesäumte Farbspiel auf den vielen Federn vom Deckgefieder, welches bei den Schwanzfedern, den Federn zu den Schenkeln, zum Hinterteil oder auch beim dunkleren Halsbehang etwas oder ganz unter gehen.

Gut zu wissen

  • Neben der Großrasse gibt es auch die Zwerg-Barnevelder. Alle Farbschläge der Großrasse gibt es auch für die Zwergrasse.

Die Hühnerrasse Barnevelder

Ursprünge der Barnevelder

Barnevelder Hühner wurden nach dem Ort in den Niederlanden benannt, in dem sie entstanden. Ab 1850 wurden lediglich dort lebende Landhühnern mit anderen Hühnern gekreuzt, um die wirtschaftlichen Eigenschaften zu verbessern. Der erste Züchter war nach Überlieferung der Niederländer van Esveld. Dabei ging es nicht um das Erscheinungsbild, sondern vor allem um die dunkelbraunen und schweren Eier, für die einst in England viel Geld bezahlt wurde. Es wurde dabei sogar in Kauf genommen, dass die Legeleistung in der Stückzahl ein wenig litt.

Mit der gezielten Linienzucht ab 1920 wuchs die Aufmerksamkeit für diese Hühner, die nicht mehr nur in den Niederlanden rund um Barneveld gezüchtet wurden. Diese gelangten auch nach Deutschland und England und von dort in weitere Länder.

Entwicklung der Rasse Barnevelder

Um 1850 gab es in Barneveld zum einen die dort seit langem lebenden Landhühner. Zum anderen gelangten über den Fernhandel auch andere Hühnerrassen nach Holland, womit in Barneveld die ?Zufallszucht? der Barnevelder begann. Welche Rassen oder wie stark diese in die Barnevelder eingekreuzt wurden, ist nicht mehr exakt bekannt. Schwere asiatische Rassen bilden dabei einen Schwerpunkt. Es ging mit Cochins, Langschans und Brahmas los. Später wurden auch Goldwyandotten, Rhodeländer, gelbe Orpington, Marans, Malaien und sogar die Indischen Kämpfer eingekreuzt. Letztere haben jedoch kaum Gewicht in den friedlichen und in der Rangordnung schnell unterlegenen Barnevelder.

Auch weitere Hühnerrassen sind eingekreuzt worden, kommen jedoch höchstens minimal zur Geltung. In der Zeit von 1850 bis 1920 wurde ?nach Lust und Laune? einfach alles in die Barnevelder eingekreuzt, was die wirtschaftlichen Aspekte dieser Hühner möglicherweise verbessern könnte. Diese guten Eigenschaften als Legehuhn mit schweren braunen Eiern und als Tafelhuhn mit viel Fleisch, das zugleich hochwertig ist, gehen zu guten Teilen auf die Landhühner und Langschans zurück.

Ab 1920 gründete sich in den Niederlanden ein Verein, der sich zum Ziel setze, in die Barnevelder eine einheitliche Linie zu bringen. Es gab zu dem Zeitpunkt sehr viele Farbschläge, von denen viele nicht stabil waren. Diese Farbschläge waren allesamt rein zufällig entstanden. Ab 1920 wurden die Barnevelder nicht nur auf Form gezüchtet, sondern auch auf einige wenige Farbschläge reduziert. Ab diesem Zeitpunkt kann von einer stabilen Rasse gesprochen werden. Damit stieg das Interesse an den Barnevelder Hühnern, die in den Jahren um 1920 nach Deutschland sowie nach England exportiert wurden. Von England ging es dann weiter in andere Länder.

Heutige Bedeutung der Barnevelder

Ging es bei der Haltung der Barnevelder einst um die schweren braunen Eier und das Tafelhuhn, so kam auch diese Hühnerrasse ab 1950 nicht mehr bei den modernen Hybridhühnern mit. Der Bestand ging damit deutlich zurück, womit diese Hühnerrasse durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in der ?Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen 2013? mit der Gefährdungsklasse V aufgenommen wurde. Damit ist diese Hühnerrasse unter Beobachtung, gilt jedoch noch nicht als gefährdet. Es gibt noch genug Züchter, die Barnevelder züchten. Hierbei geht es auch um die Eier und Tafelhühner. Wichtiger als das sind vielen jedoch die doppelt gesäumten Farbschläge. Die Federn sind nicht lediglich einmal, sondern direkt zweimal gesäumt. Weiterhin sind Barnevelder robuste und friedliche Hühner, die mit etwas Zuwendung schnell zutraulich werden. Es handelt sich also um gute Hühner für Familien oder Menschen, die gerne Kontakt zu ihren Haustieren aufbauen.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Die gezielte Zucht der Barnevelder ging um 1920 in den Niederlanden mit der Vereinsgründung einiger Hühnerzüchter los. Bereits 1923 gründete sich in Deutschland ein Sonderverein, der sich bis heute den Erhalt der Barnevelder und Zwerg-Barnevelder zur Aufgabe gemacht hat. Dieser Verein hat derzeit rund 600 Mitglieder, die sich auf ganz Deutschland verteilen. Deswegen gibt es mehrere Regionen innerhalb vom Verein.

Im deutschen Sonderverein wird eine professionelle Erhaltungszucht betrieben. Die Farbschläge schwarz, weiß, braun blau-doppelgesäumt sowie braun-schwarz-doppeltgesäumt werden in vielen Ländern, wie auch in Deutschland, anerkannt. Hier werden zudem auch das blaue und das dunkelbraune Barnevelder als Farbschlag anerkannt. Das rebhuhnfarbige Barnevelder gilt hingegen nur in England als offizieller Farbschlag.

Der deutsche Sonderverein hält neben den regionalen Veranstaltungen auch einmal im Jahr ein Treffen ab, bei dem zwischen 700 bis 1000 Barnevelder und Zwerg-Barnevelder ausgestellt und bewertet werden. Es gibt natürlich nicht nur professionelle Züchter, die Barnevelder halten. Viele Halter kaufen diese beliebten Hühner bei den Züchtern, um sich an diesen und ihren Eiern zu erfreuen.

Zuchtziele der Barnevelder Hühner

Das Barnevelder ist ein lebhaftes und zugleich friedliches frühreifes Zwiehuhn. Bei mittelhohem breitem Stand und stolzer Haltung bringt es einen geräumigen Körper mit. Die tiefste Stelle am leicht aufsteigenden Rücken ist optisch direkt hinter dem Hals. Nur der kleine Federschwanz, der nie ganz gespreizt getragen wird, steigt noch etwas steiler als der Rücken. Er wird auf mittlerer Höhe getragen.

Bei der Henne bleiben die Schwanzfedern in gerade Linie, bei dem Hahn bilden sich die Sicheln und Nebensicheln stark hervor, die mit der endenden Hälfte nach unten abfallen. Da der Schwanz vom Hahn nur mittlere Größe erreicht, bleiben selbst die längsten Sichelenden noch weit über dem Boden.

Der Rumpf bildet ein Verhältnis Länge zur Tiefe 3:2. Die waagerecht getragenen Flügel liegen geschlossen und dicht an. Der Kopf der Barnevelder ist von mittlerer Größe, dafür aber breit. Der Hahn soll möglichst vier Zacken im einfachen Stehkamm haben, es werden aber auch bis zu sechs akzeptiert. Die Iris der Barnevelder ist rotbraun. Der mittelgroße Kamm, die mittellangen gerundeten Kehllappen und die mittelgroßen Ohrlappen sind im kräftigen Rot. Bei der Henne sind diese Merkmale deutlich kleiner und auch etwas blasser.

Barnevelder haben einen kurzen, kräftigen, gebogenen, gelben Schnabel, der zur Spitze hornfarbig wird und einen dunkleren Schnabelfirst ausprägt. Bei dem weißen Farbschlag bleibt der Schnabel gelb. Die feinknochigen mittellangen nackten gelben Läufe bilden einen breiten Stand. Die mittellangen Zehen werden gespreizt.

Die breite und tiefe Brust wird vorgewölbt, der Bauch ist breit und entwickelt. Das Gefieder mit weicher Feder liegt beim Barnefelder straff an. Es sollten möglichst breite und glänzende Federn sein. Die Hennen sind etwas kleiner, gedrungener und rundlicher als die Hähne.