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Brahma

brütet gerne, Federfüße, robust, anfängerfreundlich, zutraulich

Brahma Hühner

Steckbrief: Brahma

Eier

53 g

Farbe der Eier: Gelb-Rot

Mindestgewicht für Bruteier

53 g

Legeleistung

140 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 3 - 4 kg, Hahn: 3,5 - 5 kg

Brutlust

90 %

Flugfähigkeit

10 %

Platzbedarf

20 %

Verhalten bei Gefahr

Eigentlich jedes Haushuhn setzt bei Gefahr auf Flucht. Brahma Hühner bleiben an Ort und Stelle, recken sich und schauen dem Feind entgegen. Aufgrund ihrer beeindruckenden Körpergröße können sie so machen verwirrten Räuber in die Flucht schlagen.

Haltung

In der Hühnerhaltung sind Brahmas unkompliziert, wenn ein paar Details beachtet werden. Sie vertragen beispielsweise keinen Stress. Damit soll der Hühnerstall samt Freilauf ruhig gelegen sein.

Es soll keine tobenden Hunde oder Kinder im Garten geben. Es soll auch nicht plötzlich lärmen. Brahma Hähne selber sind nicht krähfreudig und krähen leise. Zudem schlafen die schweren Hühner nicht in den Bäumen oder auf Stangen, sondern verharren am Boden. Sie können jedoch extrem schnell in den Stand hoch fahren, um auf eine Gefahrensituation zu reagieren. Im Freilauf oder im Freien soll es einige Versteckmöglichkeiten geben.

Auch wenn die Brahmas groß sind, brauchen sie nicht sehr viel Platz, neigen bei Überfütterung dann jedoch zur Verfettung. Besser ist es auch bei passender Fütterung, wenn sie einen großen Freilauf haben. Dann suchen sie emsig Futter und müssen weniger intensiv zu gefüttert werden. Ohne zusätzliches Futter wird es in den meisten Situationen dennoch nicht gehen. Hierbei brauchen die Brahmas einen höheren Proteinanteil sowie auch Kalk. Die schweren Hühner müssen immerhin auch ihre Knochen aufbauen. Damit eignen sich Brahma Hühner nicht für jeden Ort oder Halter.

Diese Hühner gewinnen schnell Vertrauen zu ihren Haltern. In ihrem Wesen sind Brahmas ruhig aber dennoch aktiv, wenn es um die Futtersuche geht. Sie sind friedlich, werden schnell zahm und lassen sich dann sogar anfassen. Adulte Hähne sollen dennoch genug Raum haben, um einander aus dem Weg zu gehen, dann können sie sich miteinander vertragen. Zusammen mit anderen Hühnerrassen können sie jedoch wegen ihrem friedlichen Wesen schnell den kürzeren ziehen.

Brahma Hühner haben Federfüße. An den Federn bleibt schnell nasser Schmutz oder auch Kot kleben. Deswegen ist es sehr wichtig, dass im Hühnerstall oder Freilauf auf die Hygiene geachtet wird. Weiterhin sollen die Brahmas nicht ständig auf regennassen Matschgrund oder durch den Regen laufen. Allgemein sind sie jedoch sehr Wetterhart, da sie ein dichtes, wenn auch lockeres und teils flaumiges Federkleid ausprägen. Weiterhin brauchen sie das Sandbaden und Sonnen zur Federpflege.

Eier und Legeleistung

Für ihre Körpermasse legen Brahmas sehr kleine Eier. Es handelt sich immerhin um Riesenhühner, die nur mittelgroße Eier legen. Diese wiegen ca. 53 Gramm und sollen gelbrot erscheinen. Häufig sind sie jedoch gelbbraun. Es gibt auch cremeweiße Eier.

Das Mindestgewicht für Bruteier liegt bei 53 Gramm.

Bereits im zweiten Jahr legen die Hennen deutlich weniger Eier. Sind es im ersten Jahr ca. 140, so sind es im zweiten Legejahr noch ca. 100 Eier.

Wer befruchtete Eier wünscht, der soll pro Hahn nicht mehr als zwei oder drei Hennen wählen, da die Befruchtungsrate ansonsten leidet. Die schweren Hennen können beim Brüten einige Eier zerbrechen.

Küken

Die Hennen werden schnell brütig und führen die Küken zuverlässig. Diese wachsen jedoch nur langsam heran, womit sich ihr Federkleid erst spät ausprägt. Deswegen soll eine Brut im zeitigen Frühjahr gefördert werden, wohingegen eine Brut im späteren Jahr nicht zielführend ist.

Farbschläge

In Deutschland anerkannte Farbschläge:

  • weiß-schwarzcolumbia
  • gelb-schwarzcolumbia
  • silberfarbig-gebändert
  • gelb-blaucolumbia
  • rebhuhnfarbig-gebändert
  • blau rebhuhnfarbig-gebändert
  • blau silberfarbig-gebändert mit Orangerücken
  • schwarz
  • blau

Gut zu wissen

  • Trotzdessen, dass Brahmas langsam wachsen und deswegen letztendlich mehr Futter als andere Hühner auf das gleiche Fleischgewicht verschlingen, waren sie in den USA und auch Europa zwischenzeitlich sehr beliebt. Von 1850 bis 1930 waren diese Hühner in den USA der gängige Fleischlieferant oder lieferten sogar das meiste Fleisch im Direktvergleich zu anderen Fleischtieren.
  • Viele Zuchtstämme der eigentlich robusten Brahma Hühner scheinen in den letzten Jahren im Kükenalter anfällig für die Marekschen Krankheit zu werden. Es wird eine zeitige Impfung der Küken empfohlen.
  • Als Riesenhühner können die Brahmas größere Tierchen verschlingen und werden damit auch bei der Jagd nach Mäusen und kleinen Vögeln beobachtet. Sie erlegen die Beutetiere nach dem Angriff direkt und verschlucken diese häufig als ganzes. Diese Hühner sind dabei sehr geschickt und schnell. Auch, dass sie trotz ihrer Größe schnell zum Sprint übergehen können und dabei sehr schnell werden, würde man den schweren Brahma Hühnern kaum zutrauen.
  • Neben der Großform gibt es auch die Zwerg-Brahma-Hühner, die mit rund einem Kilo deutlich kleiner und leichter sind. Deren Farbschläge entsprechen den Großformen.

Die Hühnerrasse Brahma

Die Ursprünge der Brahma

Der Ursprung der Brahma Hühnerrasse liegt um 1850 weit in der Vergangenheit. Als sehr sicher gilt, dass sie aus Cochin und Malaien gekreuzt wurden und auch Chittagong Hühner einflossen. Damit können Brahmas als Riesenhühner zu den asiatischen Hühnern gerechnet werden.

Bereits 1846 wurden diese Hühner, vermutlich vom Bangladescher Hafen Lakkipur ausgehend, in die USA eingeführt. Einige Quellen geben an, dass sie hier lediglich stabilisiert wurden, jedoch im heutigen Indien aus der Region des Brahmaputra Flusses stammen, der in den Ganges mündet. Diese Region befindet sich nordöstlich von Bangladesch. Andere Quellen erklären, dass die Brahma Hühner erst in den USA erzüchtet wurden.

Es gibt weiterhin Berichte, dass ?Chamberlain? 1846 in New York einigen Matrosen drei Paare Riesenhühner abgekauft hat, ohne deren Herkunft zu kennen. Diese ?Riesenhühner? könnten damit die ersten ?Brahma Hühner? in Nordamerika gewesen sein. Sie wurden zuerst auf Fleischleistung für den Hühnermarkt in Boston gezüchtet.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit stammen die Vorläufer der Brahmas also aus Indien vom Brahmaputra Fluss. In Nordamerika wurden sie zur heutigen Rasse stabilisiert.

In jedem Fall sind Brahmas nach dem indischen Fluss Brahmaputra benannt, es gibt zugleich die hinduistische Gottheit Brahma, die mit dem Huhn gewiss nichts zu tun hat. Die Gottheit Brahma ist immerhin ein Mann mit vier Köpfen und vier Armen.

Entwicklung der Rasse Brahma

Bereits 1846 wurden die Vorläufer der Brahma Hühner nach Nordamerika importiert und hier als Rasse stabilisiert und auch ab 1850 offiziell als Rasse erfasst. Die Zuchtziele lagen beim Fleischansatz, sowie auch die Eier und Federn gerne mit genommen wurden. Zugleich muss das Brahma Huhn robust sein, da Hühner einst im Freilauf gehalten wurden. Je nach Region kann das Wetter in Nordamerika sehr unterschiedlich sein.

Weiterhin legen die leicht zu zähmenden Brahma Hennen rund 140 Eier im ersten, rund 100 Eier im zweiten Jahr. Damit kann von einem Zwiehuhn mit Schwerpunkt auf das Tafelhuhn gesprochen werden.

Ab 1852 erreichten erste Zuchtstämme der Brahma Hühner die alte Welt. Es ist ein früher Kükentransport bekannt. 1852 wurden der englischen Königen Victoria vom Hühnerzüchter Mr. Burnham zwei Hähne und sieben Hennen der Brahma Hühner übergeben, die begeistert von diesen Tieren war. Diese wurden am Hof bewundert sowie Zeitungen berichteten. Konsul Geisse führte die Brahma Hühner ebenfalls 1852 nach Nürnberg ein. Sein Vater schickte ihm diese aus Philadelphia. Als erstes gelangten weiß-schwarzcolumbia und silberfarbige gebänderte Brahmas nach Deutschland. Das Interesse namhafter Persönlichkeiten an den Brahmas förderte das allgemeine Interesse an deren Zucht. Unter den Hühnern waren Brahmas für eine ganze Zeit die Modehühner in weiten Teilen Europas. Noch heute sind Brahmas die größten Hühner im europäischen Rassestandard.

Heutige Bedeutung der Brahma Hühner

Derzeit haben Brahma Hühner für die Produktion von Eiern, Fleisch oder Federn keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung. Das liegt nicht allein daran, dass sie langsam heran wachsen und dadurch letztendlich deutlich mehr Futter für das Fleisch benötigen. Es liegt daran, dass sie genau wie alle anderen Hühnerrassen nicht an die Leistung der modernen Hybridhühner heran kommen.

Damit sind Brahma Hühner als Liebhaberei für Halter, Züchter und Aussteller zu betrachten. Sie können auch dem Selbstversorger einige Eier und einen guten Hühnerbraten liefern. Da die Hennen schnell brütig werden und die Küken gut führen, wäre nicht einmal der Brutkasten für die Kunstbrut notwendig.

Die Brahma Hühner verschwanden zumindest in Deutschland während der Weltkriege weitgehend, da sie als langsam wachsende Riesenhühner viel Futter verschlingen. Derzeit werden sie wieder entdeckt.

Einst wurden Brahma gerne zur Erzüchtung neuer Hühnerrassen oder neuer Farbschläge bestehender Großrassen verwendet. Auch dafür wären Brahma Hühner heute noch interessant.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

In Deutschland werden Brahma Hühner in den Rassestandards vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter mit derzeit neun Farbschlägen aufgenommen. Bereits 1912 hat sich ein Sonderverein gegründet, der heute den Namen ?Sonderverein der Züchter des Cochin-, Brahma- und Zwerg-Brahma-Huhnes e.V.? trägt. In diesem Verein bemühen sich die Züchter, die Brahma Hühner anhand der Rassestandards weiter zu züchten und ihre Eigenschaften zu verbessern.

Brahma Hühner sind wirtschaftlich nicht mehr bedeutend, womit vielfach auf schöne Showhühner gezüchtet wird. Die Legeleistung hat dadurch im Schnitt etwas nachgelassen.

Auch in anderen Ländern gibt es Brahma Züchter, die eine Erhaltungszucht betreiben und Bruteier oder Zuchttiere tauschen. Da die Brahma Hühner ein typisch amerikanisches Huhn waren und sind, gibt es sie hier häufiger, als in anderen Regionen der Welt.

Zuchtziele der Brahma

Das Brahma Huhn, welches als Riesenhuhn auch ?Der König unter den Hühnern? genannt wird, soll von stattlicher Statur sein. Es ist eines der schwersten Hühner der Welt. Der massige und würfelförmige Rumpf wird waagerecht getragen. Wenn Brahma Hühner sich strecken, wirkt es jedoch wie eine aufrechte Körperhaltung, mit der Brahma Hähne durchaus 75 cm groß werden.

Brahma Hühner sind dabei nur ca. 50 cm beim Hahn, ca. 40 cm bei der Henne lang. Es soll sogar Brahma Hähne geben, die bis über acht Kilo wiegen. In der Statur haben Brahmas einen niedrigen Stand, Hennen noch etwas niedriger, womit diese gedrungener wirken. Die tiefe Brust, die bauschigen Partien von Sattel und Schenkel und der kurze Schwanz signalisieren bereits eine gute Glucke.

Insgesamt wirken Brahma Hühner sehr kraftvoll, da sie zu ihrem großen Rumpf mit kurzem Hals ein üppiges, weiches und flaumiges Federkleid entwickeln. Neben dem üppigen Sattel sind die Schwanzfedern etwas länger als beim Cochin. Dennoch ist der Schwanz bei Hahn und Henne kurz. Die gut entwickelten Sicheln spreizen oben etwas auseinander und hängen beim Hahn etwas runter, bei der Henne nicht. Von hinten betrachtet bilden die Schwanzfedern damit eine nach unten offene Hufeisenform.

Reinrassige Brahma können von Bastarden leicht unterschieden werden, da reinrassige Brahma auch an der Mittelzehe Federn ausprägen, die sehr ähnlich wirkenden Bastarde jedoch nicht. Aufgrund der Federfüße neigen Brahma Hühner dazu, die Füße beim Laufen hoch zu heben, wodurch sie einen schreitenden und damit eleganten Gang entwickeln. Die innere Zehe ist im Übrigen nicht befiedert, die anderen Fußfedern ragen nach außen weg.

Brahma Hühner haben neben dem großen und breiten Rumpf eine volle und gerundete Brust. Auf dem kleinen breiten Kopf mit kaum, oder gar nicht befiedertem roten Gesicht befindet sich ein dreireihiger Erbsenkamm ohne Dorn sowie Ohr- und Kehllappen von kleiner bis mittlerer Größe – Bei den Hennen entsprechend kleiner als beim Hahn. Der Schnabel ist kurz und kräftig. Der Erbsenkamm soll bei Hahn und Henne nur schwach ausgeprägt sein, womit die Adlerform vom Kopf besser zur Geltung kommt. Die Augen sind orangerot und leuchtend, die Augenbrauen heben sich sichtbar ab. Je nach Farbschlag sind die Läufe kräftig gelb oder hornfarben.

Da die schweren Brahma kaum vom Boden abheben, nutzen sie ihre Flügel praktisch nicht. Damit ist deren Muskulatur verkümmert, die Flügel sind klein und liegen eng an, werden sogar vom üppigen Sattel noch verdeckt.

Vom Wesen sollen Brahma Hühner einen ruhigen Charakter ausprägen. Leider reagieren sie sehr empfindlich auf Stress und fallen im schlimmsten Fall wegen einem Herzstillstand tot um. Ein weiterer Makel ist, dass sie sehr langsam wachsen und damit auf die erzeugte Masse von Eiern oder Fleisch viel Futter verschlingen. Hähne sind erst mit 18 Monaten ausgewachsen, Hennen fangen frühestens nach sechs oder sieben Monaten mit dem Legen an. Aufgrund ihrer Körpermasse müssen sie allerdings selbst im Freilauf zugefüttert werden. Ansonsten sind Brahmas sehr robust sowie wetterhart und ertragen auch harten Frost oder heiße Sommertage.

Grobe Fehler wären zu kleine oder niedrige Hühner, eine schmale Brust oder weiße Ohrlappen. Weiterhin unterscheiden sich Hahn und Henne in den einzelnen Farbschlägen etwas oder sogar deutlich. Bei den ?Columbia? oder einfarbigen Farbschlägen sind die Unterschiede gering, bei den gebänderten Farbschlägen deutlich. Die Hennen zeichnen die Bänderung unter dem Halsbehang aus, die Hähne nicht.