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Cochin

Federfüße, robust, zutraulich, friedlich, anfängerfreundlich

Cochin Hühner

Steckbrief: Cochin

Eier

54 g

Farbe der Eier: Gelb-Braun

Mindestgewicht für Bruteier

54 g

Legeleistung

120 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 3 - 4,5 kg, Hahn: 3,5 - 5,5 kg

Brutlust

90 %

Flugfähigkeit

10 %

Platzbedarf

20 %

Zahme Anfängerhühner

Wer den direkten Kontakt zu seinen Tieren mag, der wird an Cochin Hühnern viel Freude haben. Diese werden zu ihren Haltern sehr schnell zahm und zutraulich.

Haltung

Es sind absolut ruhige und friedliche Hühner, die gegen die Witterung sehr robust sind. Für Regentage ist jedoch ein Unterstand gut, da ihre buschigen Federn sich sonst voll saugen können. Weiterhin sollen sie nicht durch Matsch oder nasse Wiesen laufen. Sie sind jedoch mit wenig Platz bereits sehr glücklich und stellen keine hohen Ansprüche an den Hühnerstall oder Hühnerauslauf.

Die Sitzstangen dürfen jedoch nicht hoch angebracht werden, da die schweren Hühner sonst kaum auf diese kommen oder beim runter springen ihr eigenes Gewicht nicht tragen können. Wer einfach eine Stelle im Garten einzäunt, die bei Regen schnell abtrocknet und neben dem Hühnerstall für einen Unterstand, eine sonnige Stelle mit Sandbad und für Wasser und Futter sorgt, der wird gewiss glückliche Hühner haben. Cochins haben den Ruf, sehr zufriedene Hühner zu sein.

Cochin Henne im Freilauf

Wegen der Federfüße muss im Freien und auch im Stall auf die Hygiene geachtet werden. Dort, wo die Hühner koten, muss also regelmäßig für frisches Streu gesorgt werden oder draußen doch gelegentlich alles fort spülen.

Möchte der Halter ruhige Hühner, trifft er mit den Cochins ebenfalls eine gute Wahl. Wer in den Hühnerstall kommt, der wird sie nicht flatternd und kaum gackernd vorfinden. Die schweren Cochin Hühner haben allerdings auch Nachteile. Sie sind zwar durchaus sehr robust gegen das Wetter oder gegen Krankheiten, jedoch sind sie aufgrund ihres Gewichtes anfällig gegen Verfettung und Herzproblemen. Daran können sie sogar sterben. Sie werden bei guter Pflege allerdings bis über zehn Jahre alt. Wer es auf die Eier oder das Fleisch abgesehen hat, soll jedoch nicht auf alternde Hühner setzen, sondern wenigstens auf junge Hennen achten.

Die Hühner gelegentlich zu wiegen und vielleicht das Futter zu reduzieren, vereitelt die Verfettung und die Hennen legen besser.

Auch wenn diese Hühner schnell zahm und zutraulich werden, bedarf es bei guten Haltungsbedingungen kaum einer intensiven Fürsorge, womit sie auch für faule Hühnerhalter interessant werden.

Eier und Legeleistung

Neben dem guten Fleisch und den weichen Federn liefern Cochins viele Eier von mittlerem Gewicht. Wegen dem Fleisch und der Eier werden sie deswegen als Zwiehuhn angesehen, der Schwerpunkt liegt jedoch beim Fleisch.

Dennoch nehmen Selbstversorger die 120 Eier gerne mit, die gute Hennen im ersten Legejahr legen. Diese gelb-braunen Eier wiegen rund 55 Gramm.

Das Mindestgewicht für Bruteier liegt bei 54 Gramm.

Wenn die Cochin Hennen zu viel Freilauf haben, legen sie genau wie bei Verfettung schlechter.

Küken

Cochins sind zudem sehr gute und erfolgreiche Glucken. Sie brüten häufig sogar mehrfach im Jahr, haben noch Platz für einige fremde Eier und führen die Küken zuverlässig.

Sie übernehmen mit etwas Glück sogar geschlüpfte Küken anderer Hennen. Diese schwere Hühnerrasse wächst jedoch nur langsam heran. Bis Hähne ausgewachsen sind, vergehen ca. 18 Monate und auch Hennen fangen erst spät mit dem Legen an.

Die Küken sind allerdings von Anfang an robust, unkompliziert und frohwüchsig.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge

  • silber (auf schwarz quer gebändert)
  • gold (auf schwarz quer gebändert)
  • gelb weiß gebändert (chamois)
  • blau
  • schwarz
  • weiß
  • weißgeblümt

Bei den einfarbigen Farbschlägen sollen Hahn und Henne im Federkleid sehr gleich gefärbt sein. Die gesperberten Cochins sollen für jede Feder einen mehrfachen Wechsel von schwarz zu blaugrau aufweisen. Beim Hahn sind die beiden Farben gleich breit, bei der Henne sind die dunkleren Töne breiter im Muster. Die schwarz-weiß-gescheckten haben bei den Hennen grün-schwarz glänzende Federn mit weißem Fleck. Beim Hahn oder den Jungtieren überwiegen das Schwarz.

Bei den rebhuhnffarbig gebänderten Cochins hat der Hahn einen goldbraunen Hals- und Stattelbehang. Die Schultern und der Rücken sind Dunkelbraun, die Armschwingen braun. Die Brust, der Bauch, die Schenkel und Federn an den Füßen sind schwarz mit schmaler Säumung in braun. Der schwarze Schwanz hat einen Grünglanz. Die Hennen haben hingegen eine goldbraune Grundfarbe, bei der jede Feder für sich mehrfach dunkel gebändert ist. Der Halsbehang ist ebenfalls goldfarbig, der Schwanz schwarzbraun, die Federn an den Läufen sind braun.

Gut zu wissen

  • Als schwere Hühnerrasse wurden die Cochin Hühner in viele andere schwere Fleischrassen eingekreuzt oder wurden maßgeblich für deren Erzüchtung benötigt. Einige Fachleute sind sogar davon überzeugt, dass Cochin Hühner die gesamte moderne Hühnerhaltung oder heutige Hühnerschauen beeinflusst haben.
  • Cochins sind eine der größten und schwersten Hühnerrassen überhaupt. Der Bund deutscher Rassegeflügelzüchter ernannte die Cochin Hühner 2002 zur Rasse des Jahres.
  • Weil die Fußfedern auf schmutzigem oder nassem Grund schnell selber schmutzig werden, halten Aussteller ihre Cochin auf trockenem und sauberen Grund. Da der gelbe Farbschlag bei zu viel Sonne ausbleicht, bei zusätzlichem Regen sogar noch schneller ausbleicht, wird er von Ausstellern meist in einem überdachten Stall ohne direktes Sonnenlicht gehalten.
  • Die Zwerg-Cochin-Hühner sind nicht mit der Großrasse verwand, sehen dieser jedoch sehr ähnlich und wurden deswegen nach dieser benannt. Diese Zwerg-Cochin-Hühner gehören damit zu den reinen Zwerghuhn-Rassen.

Die Hühnerrasse Cochin

Die Ursprünge der Cochin

Die Region von Vietnam und Kambodscha wurde einst ?Cochinchina? genannt. Von hier stammen die Cochin Hühner und haben damit ihren Namen, der sich ?Kotschin? ausspricht. Als sie 1842 durch den Seefahrer Edward Belcher der britischen Königin Victoria übergeben wurden, fand sie direkt Gefallen in diesen ungewöhnlichen Hühnern und wurde zu der ersten europäischen Cochin Züchterin. In der alten Welt waren derart große und zugleich auch friedliche Hühner bis dahin gänzlich unbekannt. Königin Victoria war zu diesem Zeitpunkt bereits erfahren in der Hühnerzucht. Sie ließ einen Hühnerstall und Hühnergarten einrichten und pflegen, um von Anfang an sehr erfolgreich Cochin Hühner in Britannien zu züchten. Diese verteilte sie an andere Adelige, stellte sie auf Ausstellungen aus und machte das Cochin Huhn damit publik. Daraufhin rieten Zeitungen und Züchter schon ab 1844 zum Einkreuzen der Cochin Hühner für schwere Fleischrassen.

Königen Victoria hat damit möglicherweise den Boom für exotische Hühner ausgelöst, der mit dem niederländischen Tulpenboom in der zweiten Hälfte vom 16ten Jahrhundert vergleichbar ist. Ein exotisches Huhn wurde in den USA teils hundertmal höher als ein einheimisches Zuchthuhn berechnet. Da Hühner sich schnell mehren, dauerte diese ?The Fancy? genannte Epoche nur von 1845 bis 1855.

Entwicklung der Rasse Cochin

In seiner Heimatregion waren die Cochin Hühner wegen ihrer üppigen Befiederung sehr gefragt. Die weichen Daunen eignen sich sehr gut für Kissen-Füllungen. In Europa fanden die Bürger vor allem am zarten Fleisch gefallen. Deswegen wurden für die Cochin im Vergleich zu den Ausgangshühnern modifizierte Rassestandards festgelegt und die Hühner als Rasse anerkannt. Außerdem wurden über die Jahre hinweg mehrere Farbschläge erzüchtet.

Historisch betrachtet ging es 1842 mit der Einfuhr der Cochins nach England und Übergabe an Königin Victoria los. 1847 wurden weitere Cochin Hühner nach England über Shanghai importiert. Ab 1850 wurde das Cochin Huhn deswegen auch als Shanghai Huhn bezeichnet. Schon im Jahr 1860 konnten die Rassestandards aufgestellt werden, die im wesentlichen bis heute gelten.

Unabhängig zu England wurden die Cochins im Jahr 1848 direkt aus Asien in die USA und nach Frankreich gebracht. In Deutschland konnten die ersten Exemplare ab 1850 im Berliner Zoo bewundert werden und auch hier begann die Cochin Zucht.

Heutige Bedeutung der Cochin Hühner

Professionelle Cochin Züchter werden heute weniger auf Fleisch, Eier und Federn als auf die Wirkung der ?Federknäule? züchten, da für die moderne Hühnerhaltung keine Rasse an Hybridhühner heran kommt. Für die Federknäulwirkung sind die Fleischmasse sowie auch die Federn weiterhin entscheidende Kriterien. Die Legeleistung hat hingegen in den letzten Jahrzehnten nach gelassen.

Weiterhin haben Cochins nicht allein den Ruf, dass sie zum Halter sehr zutraulich werden. Es sind aufgrund ihrer Masse zugleich sehr ruhige und bewegungsarme Riesenhühner, die damit auch nur wenig Raum benötigen. Eine niedrige Einzäunung von nur 60 cm Höhe genügt für adulte Cochins, um nicht darüber hinweg zu gelangen.

Cochins sind heute also gefragte Hühner für Aussteller, für private Hühnerhalter, Selbstversorger oder Familien. Nicht nur bei Ausstellungen wecken Cochins immer das Interesse der Leute, da es wirklich ?flauschige Federwürfel? sind.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

In Deutschland hat sich der bereits 1912 gegründete ?Sonderverein der Züchter des Cochin-, Brahma- und Zwerg-Brahma-Huhnes e.V.? der Cochin Hühner angenommen. Auch wenn Cochins sehr schöne Hühner sind, so schwindet das Interesse professioneller deutscher Züchter an deren Erhaltungszucht. In anderen Ländern gibt es ebenfalls professionelle Züchter.

In Deutschland zählt die ?Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland? für das Jahr 2016 644 Hennen und 201 Hähne als Zuchttiere von 123 Züchtern. Im Jahr 2005 waren es immerhin 959 Hennen und 260 Hähne. Diese Bestände verteilen sich zudem auf neun Farbschläge, von denen einige auf unter 30 Zuchttiere kommen. Die Farbschläge gelb und schwarz sind am häufigsten, dann folgen weiß, rebhuhnfarbig gebändert, blau, gesperbert und schwarz weiss gescheckt. Silber schwarzgesäumt und gold schwarzgesäumt bilden 2016 den Schluss. In anderen Ländern kann es weitere anerkannte Farbschläge geben.

Cochin Hühner entwickeln nicht nur wegen der üppigen, flaumigen und daunenreichen Befiederung einen sehr großen, breiten und runden Körper, der einem Federball gleich kommt. Dieser Körper wird zudem tief mit breitem Stand getragen. Die Federfüße sind so dicht befiedert, dass man die gelben bis weidengrünen Beine nicht mehr sehen kann. Dabei sind nur die Mittel- und Außenzehe befiedert, die damit die Latschen bilden.

Cochin Hahn

Hahn der Cochin

Cochin Henne

Henne der Cochin

Unterschiede zwischen Cochin-Hahn und Henne

Die Hähne sind mit 3,5 bis 5,5 Kilo größer als die Hennen, die auf 3 bis 4,5 Kilo kommen. Die Hennen haben einen kurzen Schwanzansatz. Beim Hahn sind die leicht abfallenden Sicheln und Nebensicheln üppiger entwickelt, womit der Schwanz etwas an Größe gewinnt und höher getragen wird. Dennoch ist der Hahnenschwanz im Vergleich zu anderen Rassen eher kurz.

Weiterhin sind auch der rote Kamm, die roten Ohr- und Kehllappen der Henne deutlich kleiner als beim Hahn. Dieser hat einen kleinen bis mittelgroßen, gleichmäßig gezackten Einfachkamm und mittelgroße Ohr- und Kehllappen in ebenfalls leuchtendem Rot. Die Köpfe sind beim Cochin im Vergleich zur Körpermasse eher klein. In diesen Punkten unterscheiden sich Hahn und Henne von den Proportionen. Das Federkleid kann in den einzelnen Farbschläge weitere Unterschiede aufweisen.

Gemeinsamkeiten von Cochin-Hahn und Henne

Der Hals mit dem reichlichen Behang ist kurz, der Rücken ist kurz, breit und die Kruppe ist stark nach oben gewölbt, womit der Sattel voll zur Geltung kommt. Die breiten, kurzen und oben anliegenden Flügel werden praktisch im Sattel eingebettet und heben sich aus dem ?Federball? nicht gesondert ab. Die Brust ist ebenfalls breit sowie rund, der Bauch ist durch die Daunen sehr voll in der Wirkung.

Vom Federkleid sind die Cochin von Kopf über Rücken und Brust mit den Deckfedern weniger flauschig als zu den Schenkeln, dem Bauch und Hinterteil. Diese flauschigeren, unteren Bereichen setzen sich bei einigen Farbschlägen gesondert oder heller ab. Die Federn sind alle kurz, breit, weich sowie viele Daunen das Cochin noch mehr aufplustern.

Die orangen roten Augen liegen tief im Gesicht, womit sie kaum zur Geltung kommen. Der Schnabel ist kurz, solide sowie gelb oder bis dunkel hornfarben. Cochin Hennen haben Federchen im Gesicht, die bei Hähnen kaum zur Geltung kommen.

Grobe Fehler für Zucht- oder Ausstellungstiere wären eine schmale Gestalt, eine flache Brust, ein langer Schwanz, schwach befiederte Läufe oder weiße Ohrlappen. Cochins sollen rundliche Federknäule sein.