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Australorp

anfängerfreundlich, zutraulich, friedlich, robust, kälteunemfindlich

Australorps© Eric Isselée – stock.adobe.com

Steckbrief: Australorp

Eier

55 g

Farbe der Eier: Braun

Mindestgewicht für Bruteier

55 g

Legeleistung

200 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2 - 2,5 kg, Hahn: 3 - 3,5 kg

Brutlust

40 %

Flugfähigkeit

30 %

Platzbedarf

30 %

Als Familienhuhn wird das Australorps auch Kindern gegenüber friedlich bleiben und sich weiterhin mit anderen Hühnern gut vertragen.

Auch Hähne sind friedlich

Wenn die Junghähne sich von Anfang an kennen, können sie sehr gut zusammen oder gemeinsam in einer Gruppe aufgezogen werden. Mit genug Platz und genügend Hennen vertragen sich selbst adulte Hähne.

Haltung

Vom Wesen sind Australorps friedlich und gewöhnen sich schnell an den Menschen. Australorps lassen sich schnell zähmen lassen sich auch gerne anfassen. Diese Hühner haben ein angenehmes Temperament und sind sanftmütig. Sie sind im Alltag dennoch lebendig und aktiv.

Adulte Australorps können wegen ihrem Gewicht nicht gut fliegen, ein Zaun von 1,3 Metern Höhe würde für das Hühnergehege schon reichen. Bei den Heranwachsenden käme das eine oder andere Australorp-Huhn vielleicht doch noch über diese Höhe.

Die Tiere können im Stall gehalten werden, wenn dieser nicht zu klein ist. Wenn sie wenigstens etwas Auslauf haben, wäre ihnen das jedoch lieber. Im Freien sollen sie nur gehalten werden, wenn keine Gefahren drohen. Australorps sind sehr dankbar, wenn sie etwas Boden zum Scharren unter den Füßen haben.

Die guten Futterverwerter setzen schnell Gewicht an. Bei reiner Stallhaltung neigen die Hennen jedoch zur Verfettung.

Eier und Legeleistung

Als Zwiehuhn sind die Australorps Hühner fleißige Eierleger. Sie schaffen rund 200 bräunliche Eier im Jahr, die rund 55 Gramm schwer werden.

Als Mindestgewicht für die Brut sollen die Eier der Australorps wenigstens 55 Gramm schwer sein.

Küken

Australorps gehen nicht gerne zum Brüten über. Fangen sie einmal an, dann brüten sie jedoch sehr zuverlässig und ziehen ihre Küken gewissenhaft auf.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge

  • schwarz mit grünem Glanz
  • weiß
  • blaugesäumt

Abgesehen der Farbschläge schwarz mit Grünschimmer, weiß und blaugesäumt sollen die Australorps gleich erscheinen und gleiche Eigenschaften aufweisen. Dabei erscheinen die Hähne und Hennen im gleichen Federkleid und unterscheiden sich nur bei den typischen Merkmalen zueinander.

Die meisten Australorps sind schwarz mit Grünschimmer. Dabei soll wirklich das ganze Huhn schwarz sein. Ausnahmen bilden nur der mittelgroße, aufrecht stehende einfache und gleichmäßig vier bis sechsfach gezackte Kamm, die mittelgroßen Kinn- und Ohrlappen sowie das Gesicht. Diese Bereiche sollen kräftig rot sein. Weiterhin sind nur die Fußsohlen weiß. Alles andere vom Huhn, auch der Schnabel, sollen schwarz sein sowie es beim straff anliegendem und dichten Gefieder auf den grünen Käferglanz ankommt. Weiße Schnabelspitzen beim Hahn wären noch kein grober Fehler.

Weiße Australorps

Bei den weißen Australorps wird ein gelber Hauch im Schmuckgefieder toleriert. Die nackten Füße sollen blau sein. Der Schnabel soll ebenfalls bläulich sein, darf aber hellhornfarben wirken. Ansonsten gilt abgesehen vom Kamm, Kehllappen, Ohrlappen und Gesicht weiß als vorausgesetzter Grundton.

Blaugesäumte Australorps

Die blaugesäumten Australorps sollen in einem gleichmäßigem Taubenblau erscheinen. Die Federn haben alle einen schwärzlich blauen Saum aufzuweisen. Hals- und Sattelbehang, der Rücken und die Flügeldecken sind schwarzblau, der Schwanz dunkelblau. Hähne erscheinen etwas dunkler als die Hennen.

Bei den dunklen Farbschlägen können die Jungtiere noch weiße Federn aufweisen, die ab einem gewissen Punkt durch die Mauser jedoch verschwinden.

Gut zu wissen

  • Obwohl die Australorps in dem heißen Australien erzüchtet wurden, scheinen sie sich auch in kühleren Regionen wie der deutschen oder englischen Klimalage mit regenreichen Zeiten wohl zu fühlen.
  • Als Hühnerrasse handelt es sich nicht lediglich um ein Zwiehuhn, es ist zugleich ein Allrounder in vielen Belangen.
  • In Südafrika gibt es noch goldene Australorps.
  • Neben der Großrasse gibt es auch die Zwerg- Australorps. Diese Zwerge kommen abgesehen der Größe und des Gewichtes der Großrasse sehr nahe.

Die Hühnerrasse Australorp

Die Ursprünge der Australorps

Dem Namen nach stammt das Australorps Huhn aus Australien und findet die Orpington Hühner in seinen Ahnen. Weitere Hühnerrassen wurden vermutlich nur eingekreuzt, um die wirtschaftlichen Eigenschaften vom Australorps noch zu verbessern.

Das Australorps wurde in historischen Schriften hoch gelobt, eine Henne hätte auf 365 Tagen 364 Eier gelegt. Das wird eher nicht stimmen, hat aber vermutlich zur Verbreitung dieser um 1920 erzüchteten Hühnerrasse in Australien beigetragen. Von Australien gelangten die Australorps zuerst in die USA, dann nach Europa und werden heute in sehr vielen Ländern oder Regionen gerne gehalten.

Die Australorps gab es zuerst nur als schwarzen Farbschlag. Die Hühner haben eine weiße Haut und werden auch deswegen gerne als Tafelhuhn verwendet. Das Zwiehuhn glänzt noch heute mit den Eigenschaften, für die es erzüchtet wurde: Das schöne Huhn legt viele schwere Eier und bringt viel hochwertiges Fleisch.

Entwicklung der Rasse Australorps

Die Hühnerrasse Australorps wurde gezielt erzüchtet, um die wirtschaftlichen Eigenschaften der Orpington Hühner zu verbessern. Möglicherweise sollte das Orpington Huhn auch auf die anderen klimatischen Verhältnisse heran gezüchtet werden.

In der einstigen Zeit um 1920 legten die Züchter außerdem noch auf die positive Erscheinung der Wirtschaftshühner wert. Aber auch damals ging es zumindest in Australien um die wirtschaftlichen Aspekte, zu denen die Eier und das Fleisch gehören.

Die Orpington Hühner scheinen die Basis der Australorps zu sein, in die andere Rassen nur eingekreuzt wurden. Hier lässt sich nicht mehr genau klären, um welche Rassen es sich handelt. Vermutlich wurden amerikanische Croad-Langschan eingekreuzt.

Die 1920 erzüchteten Australorps erreichten bereits 1925 die USA, wurden hier bereits 1929 im Standard of Perfection aufgenommen und in ihren Eigenschaften gezielt gefestigt. Erste Aufzeichnungen über die Australorps finden sich in Deutschland bereits 1930, erst 1950 wurde es importiert und 1952 als formulierter Rassestandard durch den BZA zugelassen. Es handelte sich bei den ersten Importen meist um Bruteier aus Hochleistungshaltungen und damit um Rohmaterial. Im Raum der Niederlande und Deutschland wurden Rheinländer und dann in Deutschland dunkle Barneveldern eingekreuzt. Viele Siegertiere gehen aus dieser Linie hervor. Auch Deutsche Langschan und New Hampshire wurden eingekreuzt. Aus England wurden zudem Exemplare mit einem grünen Käferglanz auf den schwarzen Federn importiert. Aus diesem ?Rohmaterial? wurden die heutigen deutschen Australorps erzüchtet.

Diese Inforamtionen sind deswegen interessant, da die Australorps in vielen Ländern noch eigenen Zuchtstandards gezüchtet werden und sich hier einige Unterschiede finden. Die seltenen weißen Australorps haben in Deutschland beispielsweise schieferblaue Füße zu haben, in den Niederlanden jedoch fleischfarbene.

Heutige Bedeutung der Australorps

Das einst wirtschaftliche Australorps kommt als Zwiehuhn mit rund 200 Eiern und dem Schlachtkörper bei heutigen Hybrieden nicht mehr mit. Dennoch handelt es sich noch immer um ein sehr schönes Zwiehuhn, welches zugleich ein sehr sanftes Gemüt hat, sich leicht zähmen und gerne anfassen lässt. Es handelt sich also um richtige Familienhühner für Selbstversorger und kleine Betriebe. Wer die Flächen und auch das Futter hat, der kann diese Hühner sehr gut im Stall, im Freigehege oder auch im Freien halten, wenn keine Gefahren drohen.

Wer keine kommerzielle Hühnerhaltung betreibt, sondern nur für sich selber zur eigenen Freude und zur eigenen Versorgung Hühner halten möchte, der findet mit dem Australorps einen genügsamen Allrounder, der auch kalten Nächsten standhält.

Weiterhin geht es in der Erhaltungszucht immer auch um den Erhalt der Gene, die vielleicht irgendwann noch einmal für die Erzüchtung neuer Rassen wichtig werden können.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Die Australorps sind unter Hobbyzüchtern in weiten Regionen der Welt sehr beliebte Hühner. Sie sind sehr robust und können deswegen in vielen klimatischen Gegebenheiten gehalten werden. Zudem sind es gute Hühner für die Ausstellung, die zugleich aber auch viele Eier und viel gutes Fleisch bringen.

Diese noch junge Hühnerrasse gelangte erst 1950 nach Deutschland, wurde 1952 zugelassen und bereits in diesem Jahr gründete sich am 30.11.1952 zur LV-Schau Rheinland-Pfalz in Mainz-Finten der Sonderverein für Australorps und Zwerg-Australorps. Mit diesem Sonderverein wird eine professionelle und gezielte Zucht betrieben. Zum einen werden hier neue Varianten der Australorps erzüchtet, zum anderen aber auch durch kontinuierliche Zucht erhalten. Somit wurden Zwerg-Australorps im Jahr 1960 erzüchtet und bereits 1956 in Hannover vorgestellt. Große weiße Australorps wurden in Deutschland 1981 und die großen blaugesäumten Australorps 1988 anerkannt. Das gilt für Westdeutschland, da es in Ostdeutschland einen unabhängigen Verein gab. Beide Vereine wurden im Jahr 1991 zusammen geführt.

Im deutschen Sonderverein wird sorgsam gezüchtet, um Inzucht zu vermeiden und wirklich die gewünschten Eigenschaften der Australorps hervor zu bringen. Auch in anderen Ländern erfreuen sich viele Züchter an den Australorps.

Körperbau und andere Merkmale

Beim Körperbau wird auf einen breiten, nicht zu langen und fast waagerecht getragenen Rumpf geachtet. Der mittellange Hals wird vom Hahn mit vollem Behang getragen. Der mäßig lange Rücken soll gleichmäßig breit sein und leicht abfallen, um vom Sattel zum Schwanz anzusteigen. Die Flügel sollen gut anliegen und breite Hand- und Armschwingen aufweisen. Der Schwanz vom Hahn ist mittellang und breit. Die gebogenen Deckfedern und Nebensicheln verdecken fast die unteren Steuerfedern. Die Hauptsicheln sind breit und gebogen. Bei der Henne kommen die geraden Steuerfedern zur Geltung, die breit gefächert getragen werden. Damit haben die Hennen einen gerade wirkenden, nach oben gewinkelten Schwanz. Der ebenfalls erst nach oben gewinkelte längere Schwanz der Hähne fällt mit den Deckfedern jedoch wieder ab.

Bei Hahn und Henne soll die breite Brust vorgewölbt sein. Der volle Bauch soll vor allem bei der Henne gut entwickelt sein. Die kräftigen Schenkel sind mäßig lang. Die mittellangen Läufe bleiben Federfrei. Das gesamte Gefieder soll breite Federn aufweisen und fest anliegen. Die Hennen haben  eine ausgeprägtere Hinterpartie als die Hähne.  Die Brust und der Sattel sollen die gleiche breite aufweisen.

Australorps haben einen mittelgroßen Kopf mit kräftigem, kurzem und gebogenem Schnabel. Die Augen sind dunkelbraun, beim weißen Farbschlag rotbraun.

Weiterhin wird auf einen schnellen Wuchs, gute Legeleistung und frühe Reife geachtet. Die Hennen  sollen bereits mit knapp sechs Wochen zu legen beginnen. Das lebhafte und kräftige Zwiehuhn mit mittlerem Gewicht wird weiterhin darauf gezüchtet, dass es mit robustem Wesen auch schwierigem Wetter trotzen kann.

Außerdem wird in der Zucht der Australorps darauf geachtet, dass die Hühner friedlich bleiben und nicht zu einem aggressiven Verhalten neigen. Sie sollen jedoch lebhaft und aktiv sein.