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Marans

robust, friedlich, quirlig, anfängerfreundlich, gute Futtersucher

Marans Hühner

Steckbrief: Marans

Eier

65 g

Farbe der Eier: Braun

Mindestgewicht für Bruteier

65 g

Legeleistung

170 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2,6 - 3,2 kg, Hahn: 3,5 - 6 kg

Brutlust

20 %

Flugfähigkeit

70 %

Platzbedarf

50 %

Hinweis

Es wird beobachtet, dass die schönsten Marans-Hennen im Schnitt mit den schlechtesten Ergebnissen in Masse und Farbqualität legen. Es gibt jedoch Legestämme der Marans, die mit einer sehr guten Legeleistung aufwarten, deren Hennen und auch Hähne jedoch beim Wettkampf einen schlechteren Eindruck machen würden.

Haltung

Als Hühnerrasse sind die Marans sehr lebendig und laufen gerne im Freien, um ihr Futter zum Großteil selber zu suchen. Bei guten Haltungsbedingungen sind Marans robust. Die Füße der französischen Linie sind nur mittelstark mit Federn bewachsen, auch Schmuddelwetter macht ihnen deswegen nichts.

Marans sind neugierige und friedliche Hühner, die durchaus ihre Halter kennen und auf diese zu kommen. Sie lassen sich jedoch nicht gerne anfassen und sind damit auch keine perfekten Familienhühner. Es sind jedoch gute Hühner, wenn diese einfach herumlaufen und sich selber versorgen können. Sie sind auch dann geeignet, wenn sie im Garten laufen sollen und man sie in Ruhe lässt.

Marans können zudem im Freigehege gehalten werden. Da sie für Hühner sehr gut fliegen können, muss die Einfriedung entsprechend höher geplant werden. Selbst bei einer Freilaufhaltung sollen Marans etwas gefüttert werden.

Marans Hühner im Freilauf

Eier und Legeleistung

Unter den Legehühnern haben Marans einen Alleinstellungswert, da sie große extrem dunkelbraune Eier legen, die auch Schokoeier genannt werden. Das gilt zumindest für junge Legehennen zu Beginn der Legesaison. Nach einigen Wochen und im Alter werden die Eier generell heller.

Hühnereier der Maran Hühner

Wenn diese noch eine rotbraune, rostbraune, kastanienbraune, schokoladenbraune oder dunkelbraune Färbung aufweisen, dann gibt es neben den gleichmäßigen auch viele Marans-Eier mit ganz vielen dunkleren gesprenkelten oder unregelmäßig gefleckten Punkten. Wenn die Eier jedoch schon heller werden, dann sind es weniger dieser dunkleren Stellen.

Maran Ei mit sprenkeln

Marans legen rund 180 Eier im Jahr, die ein Gewicht zwischen 60 und 75 Gramm aufweisen. Die Schale ist sehr dick, womit es kaum zu Bruch- oder Knickeiern kommt. Weiterhin ist die Schale sehr feinporig, sowie die Eihaut undurchlässiger als bei anderen Legerassen. Das französische Landwirtschaftsministerium erklärt sogar, dass Maranseier salmonellenfrei sind. Diese Bakterien kommen einfach nicht durch die Schale oder die Eihaut. Aber auch die Verdunstung aus den Eiern nach Außen ist sehr gering.

Das führt zugleich dazu, dass sich Maranseier sich sehr lange halten und selbst nach Monaten noch verzehrt werden können. Auch das sind sehr positive Eigenschaften, wenn man sich lange bis in den Winter hinein Eier wünscht oder diese über weite Strecken handeln möchte.

Küken

Wer gerne gute Glucken hätte, der wird mit den Marans enttäuscht sein. Diese Hühner werden nur selten brütig. Aber wenn, dann sind sie auch sehr zuverlässig und führen die Küken hervorragend.

Farbschläge

Bekannte Farbschläge, die jedoch nicht in jedem Land, in dem Marans als Rasse bekannt sind, auch anerkannt werden, sind folgende:

  • schwarz-kupfer
  • schwarz-silber
  • gold/weizenfarbig
  • gesperbert
  • weiß-kupfer
  • blau-kupfer
  • schwarz
  • columbia
  • weiß

Gut zu wissen

  • Es wird beobachtet, dass die schönsten Marans-Hennen im Schnitt mit den schlechtesten Ergebnissen in Masse und Farbqualität legen. Es gibt jedoch Legestämme der Marans, die mit einer sehr guten Legeleistung aufwarten, deren Hennen und auch Hähne jedoch beim Wettkampf einen schlechteren Eindruck machen würden. Auch in einigen Phasen der Erzüchtung wurden für die gute Legeleistung mit den schweren braunen Eiern an anderen Stellen Abstriche gemacht, da sich die schweren braunen Marans- Eier mit der Schönheit dieser Vögel schneiden. Hier gibt es das eine, das andere oder einen Kompromiss, aber nicht alles in eins.
  • Weiterhin sind die Farbschläge blau-silber oder blau-kupfer der Marans Spalterbig. Das bedeutet, dass ca. eine Hälfte der Küken wie die Eltern erscheinen wird. Ein viertel wird jedoch mit einem schwarzen Körper und ein viertel der Küken als splash erscheinen. Splash sind weiße Hühner mit etwas blau oder schwarz. In diesen Beispielen sind die erst genannten Farben der Grundton, die zweitgenannten gelten für den Hals mit Behang, den Sattel und beim Hahn die Nebensicheln. Wer diese spalterbigen Farbschläge züchtet, hat bei den Küken also drei Farbschläge.
  • Als Hühnerrasse sind diese Tiere sehr gefragt. Schon einige haben ihre Hennen bei dubiosen Anbietern erworben und waren wegen der hellen Eier enttäuscht. Es gilt, sich einen seriösen Händler zu suchen, der seinen Ruf nicht riskieren wird. Dieser kann beim Kauf bereits erklären, welche Eigenschaften die Tiere mit hoher Wahrscheinlichkeit mitbringen. Dass in der Gruppe einzelne Exemplare der Gesamtlinie nicht gerecht werden, sollte jedem bewusst sein.
  • Marans wurden unter anderem in Barnevelder eingekreuzt, um deren schweren Eier einen dunkleren Braunton zu geben.
  • Neben der Großrasse gibt es auch noch die Zwerg-Marans.

Die Hühnerrasse Marans

Ursprünge der Marans

In der Nähe von der französischen Hafenstadt La Rochelle liegt das beschauliche Fischerdorf Marans. In diesem kleinen Ort sowie der Umgebung entstand das Marans Huhn, welches auch federfüßiger Braunleger genannt wird. Vorläufer der Zucht sollen bereits in der Zeit zwischen dem 12ten und 14ten Jahrhundert stattgefunden haben, als die Region zu England gehörte. Die Schiffe landeten in La Rochelle. Auf diesen waren Hahnenkämpfe beliebt und die überlebenden Hähne wurden an Land gegeben, da sie für die nächsten Kämpfe geschwächt waren. Damit kam es zu Kreuzungen, mit den einstigen Landhühner, die bereits braune Eier legten.

Der zweite Entwicklungssprung fand in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts statt, als wiederum mit der Seefahrt viele Rassen um die halbe Welt befördert wurden. Rund um Marans wurden verschiedene Rassen, vor allem schwere asiatische Hühner in die dortigen Landhühner eingekreuzt.

Entwicklung der Rasse Marans

Von einer gezielten Zucht kann frühestens ab dem Jahr 1876 die Rede sein, als Geoffrey Saint Hilaire und Foucault Croad-Langschan-Hühner in die Region importierten, die von den hiesigen Haltern schnell angenommen wurden. Diese Croad-Langschans kreuzten sich mit den heimischen Landhühnern. Weiterhin wurden Faverolles, Mechelner, Amrocks, Barred Rocks, Brakeln, Gatinaise und weitere Hühnerrassen wenigstens flüchtig in die Marans eingekreuzt. Auch wenn der Durchbruch später kam, bemerkte man diese Hühner in der Gegend um Marans bereits und erkannte ihre Qualitäten.

Erst 1914 wurden die ersten Marans als ?Huhn aus der Gegend? auf einer Ausstellung vorgestellt. Wichtiger war die Vorstellung gesperberter Marans im Jahre 1921 durch Frau Rousseau in La Rochelle. Hier war der Chefredakteur ?der französischen Geflügelzüchter? Zeitung anwesend, der am Farbschlag Gefallen fand und in den folgenden Jahren immer wieder Artikel über die Marans herausbrachte.

Daraufhin wurde im Auniser und Saintonger Geflügelzüchterverein im Jahr 1929 erst eine Marans Abteilung und im September des gleichen Jahres ein Verein gegründet. Die Rassehühner wurden für regionale Geflügelausstellungen zu gelassen. Es begann eine professionelle Zucht dieser Hühnerrasse, die in ihren Eigenschaften gefestigt werden sollten.

Zugleich wurden im Jahr 1929 schwarze, weiße, hermelinhalsige und gesperberte Marans durch Lord Greenway nach England gebracht und als englische Linie weiter gezüchtet. Lord Greenway fand an den gesperberten Gefallen und züchtete nur diese in den Farbschlägen dunkelhalsig, silberhalsig und goldhalsig. Nach 15 Jahren waren diese Hühner etwas kleiner, hatten nackte Füße, legten aber 200 braune Eier im Jahr.

Ab dem Jahr 1930 wurden in Frankreich 100 Höfe besucht, um die dortigen Marans zu begutachten. Bereits im Jahr 1931 konnte für die SCAF, den zentralen Geflügelzüchterverein Frankreichs, ein Rassestandard aufgenommen werden. Mit diesem Schritt verbreiteten sich die Marans in ganz Frankreich und über dessen Grenzen hinaus.

Der zweite Weltkrieg war für die Maranszucht ein herber Rückschlag, mit dem die Zuchterfolge bis zum Stand von 1929 verloren gingen. Es gab jedoch genügend Züchter, die sich der Marans annahmen. Dabei musste jedoch um einige Farbschläge gekämpft werden, nicht jeder Zuchtversuch gelang.

Bei der gezielten Züchtung der Marans ging und geht es in Frankreich vordergründig immer um die schweren, satt braunen Eier. Alle anderen Merkmale wurden und werden untergeordnet. Diese schweren braunen Eier waren zwischenzeitlich gerade in England sehr gefragt und wurden sogar von Frankreich nach England verschifft.

Heutige Bedeutung der Marans

Als junges Rassehuhn legen Marans ca. 180 schwere und satt braune oder auch rötlich braune Eier. Die Hennen eignen sich zudem hervorragend als Tafelhuhn und sind gute Futterverwerter. Bei modernen Hybriden kommen sie natürlich nicht mit. Für den Selbstversorger oder kleinen Hobbyzüchter sind Marans jedoch sehr geeignete Hühner. Sie scharren gerne in der Freihaltung und kommen auch neugierig auf die Menschen zu, lassen sich jedoch nicht anfassen.

Es sind also Selbstversorger, Liebhaber und Erhaltungszüchter, die sich noch heute für die Marans interessieren. Diese Hühnerrasse kann immerhin für die Erzüchtung neuer Hühnerrassen noch interessant werden, wenn diese wiederum schwere braune Eier legen sollen.

Zuchtziele der Marans

Die Heimatländer der Marans sind zuerst Frankreich, danach England. Es werden zwei Linien gezüchtet, die sich nur in einigen Details wie den Federfüßen oder Farbschlägen unterscheiden.

In Deutschland wurde als Sonderverein der Marans Club am 05.09.1988 gegründet. Nicht nur seine Namensgebung lehnt an den Mutterverein in Frankreich an. Genau wie in Frankreich wird auch in Deutschland zuerst einmal auf eine gute Legeleistung und rotbraune oder dunkelbraune schwere Eier gezüchtet. Erst danach werden die weiteren Merkmale der Marans berücksichtigt. Hatte der Verein bei seiner Gründung nur 24 Mitglieder, so sind es um das Jahr 2016 herum rund 100 Marans-Züchter. Im Jahr 2016 sind in Deutschland bei der Großform sechs und bei den Zwergen zwei Farbschläge anerkannt, für die in Deutschland eine Erhaltungszucht betrieben wird.

Als Hühnerrasse wurden Marans in Deutschland erst 1979 anerkannt. Meist werden in Deutschland die Farbschläge schwarz-kupfer und gold-gesperbert gehalten.

Zuchtziele und Erscheinung

Diese französischen Landhühner sind eine robuste und kräftige Rasse mit lang gestrecktem Körper. Der Rumpf ist breit, tief, gut abgerundet und nicht plump. Marans bilden eine leicht abfallende Haltung aus. Der Rücken bildet keine Polster, die breiten Schultern sind hoch angesetzt und ebenfalls gerundet. Bei den französischen Marans sind die Läufe und Außenzehen leicht befiedert. Die englischen Rassevertreter sind etwas gedrungener und haben nackte Läufe. Die Läufe sind häufig matt grau, sollen jedoch fleischfarben erscheinen.

Der Hahn soll 3,5 bis 4, die Henne 2,6 bis 3,2 Kilo wiegen. Das Gefieder liegt straff an. Die Tiere können gut fliegen, selbst wenn ihnen die Schwungfedern etwas gestutzt werden.

Die Gesichter dieser Hühner sind je nach Farbschlag oder Geschlecht rot, glatt oder mit kleinen Federn besetzt. Marans Hähne bilden einen großen Kamm, große Kehl- und Ohrlappen in satt roter Farbe aus. Der Einfachkamm soll möglichst nur viermal gezackt sein, bis sechs Zacken ist jedoch normal. Bei den Hennen sind diese Merkmale deutlich kleiner ausgebildet. Weiterhin zeichnen die Hähne gerade am Hals und dem Sattel die Zeichnung deutlicher. Die Hennen haben einen halbhoch getragenen geraden Schwanz, bei den Hähnen ist dieser im Volumen kaum größer, die Sicheln biegen sich zu den Enden jedoch ein wenig runter.

Das waren jetzt die äußerlichen Merkmale, die erst an zweiter Stelle in der Zucht kommen. Marans sollen als frühreifes Huhn rasch wachsen und schnell mit dem Legen beginnen. Entscheidender als die Jahresleistung oder das Gewicht vom Tafelhuhn ist jedoch die Farbe der möglichst schweren Eier. Diese und die Legeleistung stehen in der Zucht an erster Stelle. Die schweren Eier mit dicker Schale haben möglichst dunkel zu wirken. Je nach Zuchtlinie sind die Eier dabei rotbraun, kastanienbraun, rostbraun, dunkel braun oder schokoladenbraun und leider zum Ende der Legesaison oder bei älteren Hennen auch hell braun. Diese Eier sind das entscheidende Merkmal dieser Hühner, wegen dem sie sich einst bei vielen Züchtern durchsetzten und noch heute beliebt sind.