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Deutsches Langschan

kälteunemfindlich, frühreif, robust, zutraulich

Deutsches Langschan© Ruckszio - stock.adobe.com

Steckbrief: Deutsches Langschan

Eier

55 g

Farbe der Eier: Gelb-Braun

Mindestgewicht für Bruteier

55 g

Legeleistung

180 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2,5 - 3,5 kg, Hahn: 3 - 4,5 kg

Brutlust

60 %

Flugfähigkeit

20 %

Platzbedarf

60 %

Hinweis

Wegen ihres besonders hohen Stands wirken Deutsche Langschan mitunter wie eine asiatische Kämpfer-Rasse. Der Schein trügt, es handelt sich um friedliche Zwiehühner, deren Ursprungsrasse in der nordchinesischen Region Langshan vorgefunden wurde.

Haltung

Stall und Auslauf

Deutsche Langschan gehören zu den schweren Hühnern, die wegen ihres Gewichts kaum noch vom Boden abheben. Sie könnten es, sind jedoch zu bequem, weswegen ein einfaches Hühnernetz mit 1,4 Metern Höhe an ein paar Zaunpfosten reicht, um sie im Freilauf einzugrenzen.

Deutsche Langschan suchen fleißig nach Futter, sind wetterfest und stellen keine hohen Ansprüche an den Hühnerstall. Sie lassen sich selbst im Gehege aufziehen, freuen sich jedoch über ihren Freilauf.

Haltung der Deutschen Langschans© Ruckszio – stock.adobe.com

Die großen Hühner brauchen im gut strukturierten Hühnerstall wenigstens 1 m² auf drei Exemplare, sonst mehr. Auch mit knappem Freilauf sollte der Hühnerstall größer bemessen werden.

Ernährung und Futter

Die schweren Hühner ließen sich gut mästen. Hennen neigen zur Verfettung, wodurch ihre Legeleistung schwinden würde.

Aufwachsende Hähne würden vom Mastfutter schneller Masse als Knochen aufbauen. Deswegen soll auf Mastfutter verzichtet werden und Legehennen mit wenig Auslauf sollen knapp gefüttert werden. Ein paar Körner im Scharrraum oder Freilauf verhelfen den Hühnern zu mehr Bewegung.

Charakter und Eigenschaften

Deutsche Langschan sind sehr friedlich, bleiben ruhig und werden nicht nur zutraulich, sie sind auch gelehrig.

Häufig lassen junge oder gestresste Deutsche Langschan die Flügel hängen und neigen sich zu stark nach vorne. Sie würden die erwünschte aufrechte Haltungsform nicht annehmen, wenn sie nicht dazu angehalten werden. Auf Ausstellungen ist diese gewünschte Haltung für eine gute Bewertung förderlich, weswegen Aussteller mit ihren Hühnern arbeiten. Teils nehmen die Hühner Anweisungen entgegen und präsentieren sich von ihrer besten Seite.

Doch die Aussteller klagen über ein anderes Problem: Während die Hühner nach rund 6 Monaten legereif sind und sich für Ausstellungen eignen, brauchen Hähne etwa 10 bis 12 Monate. Damit die Knochen sich genügend entwickeln, darf der Züchter nicht zu energiehaltig füttern, sondern muss vor allem den Hähnen ihre Zeit gewähren.

Wer Hennen und Hähne ausstellen möchte, müsste also zweimal die Brutmaschine anwerfen.

Eier und Legeleistung

Es gibt bei den Deutschen Langschan Zweige, die auf 180 Eier im ersten Legejahr kommen, doch andere schaffen nur 150. Im zweiten Jahr ist die Legeleistung um 20 bis 30% geringer.

Legen die Hennen auffallend wenige Eier, kann es daran liegen, dass sie verfetten. Eine einmal verfettete Henne wieder zur guten Legehenne zu trimmen, ist eine Herausforderung sowie die Hühner mit dem Alter ohnehin nachlassen.

Die strohfarbenen bis gelbbraunen Eier wiegen rund 55 Gramm.

Küken

Die Hähne der Deutschen Langschan sind vital und erreichen selbst bei 8 Hennen noch gute Befruchtungsraten. Letztere werden auch brütig und sind anschließend gute Glucken.

Doch wegen des hohen Stands zerdrücken sie gelegentlich Eier, wenn sie sich auf das Nest setzen. Die ganze Brut wäre dahin. Außerdem werden die Hühner erst zu einem Zeitpunkt brütig, der den meisten Züchtern zu spät im Jahr liegt. Deswegen werden Deutsche Langschan meist im Brutapparat ausgebrütet, Leihhennen wären eine weitere Option.

Küken der Deutschen Langschan Hühner© Ruckszio – stock.adobe.com

Die Küken können mit normalem Kükenfutter aufgezogen werden und sind vital.

Für Junghühner soll auf Mastfutter verzichtet werden. Die robusten Küken wollen auch bald in einen kleinen Freilauf, doch bei Schlechtwetter bleiben sie besser drinnen.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge:

  • schwarz
  • weiß
  • blau-gesäumt
  • braunbrüstig
Langschan Hahn im Auslauf© Ruckszio – stock.adobe.com

Deutsche Langschan Hühner kaufen

Leider sind die Bestände der Deutschen Langschans inzwischen sehr gering geworden, inzwischen existieren nichtmal mehr 400 Exemplare insgesamt. Gerade vom Farbschlag blau-gesäumt gab es im Jahr 2016 nur noch 31 Tiere. Die „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V.“ hat diese Rasse aus diesem Grund als extrem gefährdet eingestuft.

Hat man gefallen an den Deutschen Langschan Hühnern gefunden, so empfehlen wir jedem Interessierten Hobbyhalter sich an den „SV der Langschanzüchter von 1895 e.V.“ zu wenden und einen Beitrag zu Rasseerhalt zu leisten. Selbst wenn man kein Interesse an Hühnerausstellungen hat kann man durch die Haltung einiger Tiere und den gelegentlichen Austausch der Hähne mit anderen Züchtern zur Erhaltung der Deutschen Langschans beitragen.

Gut zu wissen

  • Einstige Langschan und Cochin Hühner sahen sich ähnlich, weswegen in Deutschland erst diskutiert wurde, ob es sinnvoll wäre, diese neuen Hühner überhaupt zu erhalten. Es bildete sich bereist sehr früh der erste Langschan-Züchterclub, der sich durchsetzte und zur Festigung und Verbreitung der neuen Hühnerrasse beitrug.
  • Braunbrüstige Deutsche Langschan sind weit von einer einheitlichen Linie entfernt. Die Nachzuchten zerfallen in verschiedene Linien, auch in Weizenfarbene. Nur der Zufall entscheidet, ob gute Ausstellungshühner dabei sind. Weiterhin sind optisch gut geratene Braunbrüstige im Regelfall zu klein und leicht.
  • Bei den schwarzen und weißen Deutschen Langschan liegt die Veranlagung zur Farbe auf den geschlechtsspezifischen Genen. Bei Vögeln handelt es sich nicht um XX für Weibchen und XY für Männchen, sondern um ZZ für Hähne und WZ für Hennen. Die Eigenschaft der Farbe liegt auf Z, womit nur Hähne Reinerbig weiß oder schwarz sein können. Wenn Exemplare nicht reinerbig sind, dominiert immer schwarz, weiß ist also rezessiv. Ist der schwarze Hahn nicht reinerbig, können bei den Nachkommen auch weiße Exemplare in der F1 oder F2 Generation hervorkommen.
  • 1921 werden rehbraune, gestreifte und gelbe Deutsche Langschan erwähnt, die zwischenzeitlich auch anerkannt waren. Weiterhin gab es weizenfarbige, die jedoch in Deutschland nie offiziell anerkannt wurden. Die in jüngerer Zeit anerkannten braunbrüstigen gab es bereits.
  • Bei der Ausgangsrasse Croad Langschan werden wie bei den Deutschen Langschan schwarze, weiße und blau-gesäumte, nicht aber braunbrüstige anerkannt.
  • Deutsche Langschan setzen ordentlich Fleisch an und ergeben gute Tafelhühner mit Schlachtkörpern von 1,7 bis 3,5 kg.
  • Neben der Großform gibt es noch das Deutsche Zwerg-Langschan in diversen Farbschlägen, die erstmals 1910 ausgestellt wurden. Hähne kommen auf 1000, Hennen auf 900 Gramm. Es werden bis 160 Eier mit rund 35 Gramm im ersten vollen Legejahr gelegt. Die GEH führt Deutsche Zwerg-Langschan in Kategorie II, stark gefährdet.

Die Hühnerrasse Deutsches Langschan

Ursprünge der Deutschen Langschan

Im Jahr 1872 gelangten erste Langschan Hühner aus dem chinesischen Distrikt Langshan nach England und wurden dem Major A. C. Croad übergeben. In Langshan waren es nur gewöhnliche Hühner, die jedoch ihre Besonderheiten haben und damit vom Major gezüchtet wurden. Sieben Jahre später gelangten sie nach Deutschland, wo sie nicht erhalten, sondern etwas umgezüchtet wurden. Aus den raubeinigen Hühnern wurden glattbeinige mit aufsteigender gerader Rückenlinie, die sich schnell einer großen Beliebtheit erfreuten.

Im Jahr 1881 gab es sogar Direktimporte aus China nach Kiel und Hamburg. Bereits 1895 waren Deutsche Langschan die typischen Langschan-Hühner.

Entwicklung der Rasse Deutsches Langschan

Die importierte Urform der Langschan gefiel den deutschen Züchtern nicht. Ab der Ankunft in Deutschland im Jahr 1879 kreuzten sie schwarze Minorka, schwarze Plymouth Rocks und Sumatra ein, um ein hochgestelltes glattfüßiges schweres Huhn mit guten Legeeigenschaften zu erzüchten. Bereits 1880 wurden weiße Orpington und weiße Wyandotten eingekreuzt, um einen weißen Farbschlag zu erzüchten. Damit entstand neben dem Croad Langschan das Deutsche Langschan, welches schnell zur dominierenden Langschan-Zuchtform wurde. Diese wird seit 1904 mit glatten Beinen und gerader aufsteigender Rückenlinie gezüchtet, womit es sich von den Croad Langschan deutlich unterscheidet.

Bereits auf der 13. Nationalen Rassegeflügelschau in Hamburg im Jahr 1909 waren ganze 167 Deutsche Langschan zu sehen. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war die Rasse gefragt, erlitt dann aber ihren Niedergang. Erst ab 1982 konnte der Sonderverein der Langschanzüchter von 1895 e.V. dieser Entwicklung gegensteuern.

Deutsche Langschan sind zwar selten, aber in ganz Deutschland verbreitet. Neben den heutigen Farbschlägen gab es weitere. Bereits 1904 wurde ein erster Rassestandard für die Deutschen Langschan festgelegt. Dieser ist die letzten Jahrzehnte kaum angepasst worden.

Heutige Bedeutung der Deutschen Langschan

Die einst wirtschaftlichen Zwiehühner sind wegen der heutigen Hybridzuchten nur noch selten gewordene Liebhaberhühner. Hobbyhalter, Züchter, Aussteller und auch Selbstversorger erfreuen sich an den schönen Hühnern, die wegen ihrer aufrechten Haltung umso neugieriger wirken. Im Vergleich zu anderen wirtschaftlichen Rassehühnern können Deutsche Langschan nicht immer mithalten, es ging bereits einstigen Züchtern um die Schönheit dieser hochgestellten Hühner.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Schon 1895 gründete sich der Club Deutscher Langschan-Züchter, der entscheidend zur Verbreitung dieser Hühnerrasse beitrug und später zum Sonderverein der Langschanzüchter von 1895 e.V. wurde. Doch mit dem Zweiten Weltkrieg ging es stetig bergab. Erst 1982 konnte der Sonderverein dem entgegensteuern. Dennoch landeten Deutsche Langschan auf der Roten Liste der GEH in Kategorie I, extrem gefährdet. Um die Ausgangsrasse der Croad Langschan steht es nicht besser.

Im Jahr 2016 hat die GEH noch 275 Hennen und 75 Hähne als Zuchttiere der Deutschen Langschan in Deutschland gezählt. Davon entfallen 214 Zuchttiere auf den schwarzen, 75 auf den weißen, 31 auf den blau-gesäumten und nur 30 auf den braunbrüstigen Farbschlag. Auch der BDRG führt Deutsche Langschan auf seiner roten Liste.

Zuchtziele der Deutschen Langschan

Die schweren Hühner mit lang gestrecktem Körper und einer leicht nach vorne geneigten Haltung sollen mit langen Ober- und Unterschenkeln besonders hochgestellt sein und eine vom Halsende gerade ansteigende Rückenlinie aufweisen, die fließend in den Schwanz übergeht. Da der relativ lange Hals sich etwas nach hinten krümmt, wird der Effekt vom Übergang des abfallenden Halses in die aufsteigende Rückenlinie vor allem bei Hennen noch verstärkt, es bildet sich schon fast ein rechter Winkel. Der hohe Stand und die gerade ansteigende Rückenlinie sind die beiden rassetypischen Merkmale.

Deutsche Langschan haben einen kleinen Kopf mit kleinen Kopfpunkten, die sie jedoch in einem leuchtenden Rot ausprägen. Die Augen erscheinen dunkelbraun, der Schnabel hell oder dunkel hornfarben. Der einfache Stehkamm soll fünf breite Zacken bilden. Das rote Gesicht weist einige kleine Federchen auf.

Der Rumpf der hochgestellten Hühner ist kräftig und auf ganzer Länge breit ausgebildet. Die großen Hühner bilden eine tiefe, breite und gewölbte Brust mit flaumreicher Befiederung. Auch die Schenkel sind gut befiedert. Das Federkleid liegt an, die Hühner sind hochgestellt, die anliegenden Flügel fallen kaum auf, weswegen die schweren Deutschen Langschan optisch weniger massig wirken. Die nackten Läufe sind meist schwarz, sonst schieferblau.

Da der Rumpf mit seiner aufsteigenden Rückenlinie fließend in den relativ hoch getragenen Schwanz ausläuft, bildet das Hinterteil eine Dreiecksform. Der Hennenschwanz bleibt übersichtlich, auch der Hahnenschwanz wirkt nicht groß. Hennen tragen ihren Schwanz stark gespreizt. Die weichen und breiten Sichel- und Deckfedern hüllen die Steuerfedern des Hahnes ein. Hahn und Henne unterscheiden sich abgesehen der Größe und Kopfpunkte anhand der Schwanzfedern.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele:

  • hoher Stand
  • aufsteigende Rückenlinie
  • aufrechte Haltung
  • Erhalt der Leistungsmerkmale
  • Erhalt von Vitalität und Wesen