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Malaien

kälteempfindlich, werden schnell zutraulich, aggresiv

Malaien Hühner

Steckbrief: Malaien

Eier

60 g

Farbe der Eier: Braun

Mindestgewicht für Bruteier

60 g

Legeleistung

100 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2,5 - 3,5 kg, Hahn: 4,5 - 5,5 kg

Brutlust

70 %

Flugfähigkeit

20 %

Platzbedarf

100 %

Hinweis

Die sehr alte Hühnerrasse Malaien wird zu den Urhühnern gerechnet – diese hat es bereits gegeben, der Mensch hat sie höchstens weitergezüchtet. Malaien sind als eine der ältesten bekannten Hühnerrassen Kampfhühner. Die Domestizierung der Haushühner geht schließlich darauf zurück, dass Hahnenkämpfe als Unterhaltung dienten.

Malaien haben eine weitere Besonderheit: Sie stammen eventuell nicht vom Bankivahuhn, sondern vom ausgestorbenen Riesenhuhn Gallus giganteus ab. Zumindest sind diese uralten Kampfhühner sehr bedeutsame Genreserven für die jetzige und kommende Hühnerzucht. In Kreuzungen bringen sie den sogenannten Heterosiseffekt ein: Die entstehende Hühnerrasse hat tendenziell stärkere Leistungsmerkmale. Deswegen gehören Malaien bereits zu den Ausgangsrassen vieler Wirtschaftsrassen wie Rhodeländer, Wyandotten und New Hampshire.

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Haltung

Aufgrund ihrer eindrucksvollen Erscheinung mag oder hasst man Malaien. Es sind definitiv keine Anfänger-Hühner, es handelt sich um eine Herausforderung.

Erscheinung der Hühnerrasse Malaien

Diese sehr großen und selbstsicheren Kampfhühner sind gegenüber ihren Haltern und Kontaktpersonen friedlich und können sehr zahm, aber nicht zutraulich werden. Zu anderen Tieren bleiben diese Urhühner auf Abstand, mit anderen Hühnern geht es jedoch sehr schnell in den Kampf. Es wird empfohlen, nur einen Hahn mit ein bis zwei Hennen zu halten.

Auch die Hennen neigen zu Aggressionen, vor allem, wenn sie einander noch kennenlernen müssen. Es gibt dennoch Berichte von Züchtern, dass mit einem genügend großen Auflauf auch ein Hahn mit bis zu zehn Hennen gut gehalten werden kann. Althähne dürfen jedoch nie aufeinander treffen, da sie im Hahnenkampf bis zum bitteren Ende kämpfen. Malaien sind nicht nur wegen ihrer Größe sehr langsame Kämpfer, dennoch endet der Abnutzungskampf für wenigstens einen Hahn tödlich.

Hühnerstall und Auslauf

Der Malaien-Halter muss also einen großen Hühnerstall und einen sehr großen Auslauf mitbringen. Diese Urhühner gelten als robust, sie benötigen lediglich einen trockenen und windgeschützten Unterstand für die Nacht. Einige Halter erklären hingegen, dass diese Hühner wegen des knappen Federkleids auch im Freien einen Windschutz benötigen. Die Wiese soll also mit Sträuchern geschützte Stellen bieten.

Spezielle Stalleinrichtung

Die schweren und hochgestellten Hühner können nicht gut in die Tiefe springen, Knochenbrüche könnten die Folge sein. Die Sitzstangen dürfen deswegen bei maximal einem Meter Höhe angebracht werden.

Ernährung der Malaien

Die Wassertränke und Futterspender sollen auf 45 cm Höhe angebracht werden.

Futter und Ernährung

Malaien sind nicht nur groß, sondern auch muskulös. Sie benötigen deswegen ihre energiehaltige Futtermischung. Tierisches Eiweiß darf hierbei nicht fehlen. Einige Züchter empfehlen, ein Hundefutter ohne Geflügelanteil zu verwenden.

Die Malaien erhalten zwei oder drei Futterbrocken am Tag. Ansonsten sind pelletiertes Legekorn und Gerste in getrennten Futterspendern eine gute Basis. Am Abend soll etwas Mais gefüttert werden. Zudem wollen auch diese schweren Hühner frisches Grün oder anderes geeignetes Frischfutter und etwas Muschelgrit erhalten.

Hähne schützen

Malaien gehören nicht zu den Fliegern und lassen sich bereits mit einem mittelhohen Zaun sehr gut eingrenzen. Der Halter könnte jedoch ein anderes Problem haben: Leider gibt es fast überall auf der Welt Hahnenkämpfe oder eben vereinzelte illegale Hahnenkämpfe. Es werden hohe Summen gewettet, viele Hähne sterben. Teils werden Haltern von Kampfhühnern die Hähne aus dem Freilauf oder Stall geraubt.

Eier und Legeleistung

Die Hennen legen rund 100 bräunliche Eier im Jahr, die 55 bis 65 Gramm wiegen. Wie bei anderen Rassen legen Althennen die schwereren Eier. Diese eignen sich für die Kunstbrut.

Weil die Malaien-Hennen regelmäßig brütig werden, ist auch die Naturbrut aussichtsreich. Als Legenester eignen sich Katzentoiletten aus Kunststoff, die eine Wanne und Oberteil haben. Die Hennen bilden Gelege von 15 bis 30 Eiern, wenn der Halter sie lässt. Bei passenden Bedingungen beginnen die Hennen mit der Brut. Die Legenester sollen in einem Meter Höhe platziert werden und erreichbar sein.

Küken der Malaien Hühner

Im Gegensatz zu vielen anderen Rassen legen Malaien ihre Eier meist am Nachmittag. Die ersten Eier werden bereits im ersten Lebensjahr gelegt. Die Junghennen können nach den Ausstellungen mit der Brut beginnen. Sie sollen jedoch schwere Althennen-Eier ausbrüten, damit kräftige Küken schlüpfen.

Küken

Der Halter muss mit oder ohne Glucke beachten, dass die Küken sehr langsam wachsen, Hahnenküken sind erst mit 10 Monaten geschlechtsreif. Das Problem liegt hierbei in der langsamen und spärlichen Befiederung der Junghühner, die auf die asiatische Gefiederbremse zurückgeht.

Diese benötigen deswegen nicht nur in den ersten Wochen, sondern in den ersten Monaten eine geschützte Kükenbox mit passend starker Wärmequelle. Die Glucke würde bei Naturbrut wegen der knappen Federn und der wachsenden Küken nicht lange genug als Wärmequelle genügen. Es können Wärmeplatten mit rund 100 Watt verwendet werden, die mit der Zeit mehr Fläche aus größerer Höhe wärmen sollen.

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Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Küken-Fütterung dieser schweren Hühnerrasse. Im Anfang wird Kükenstarter gegeben, welches ab der zweiten Woche bereits mit Legekorn ergänzt wird. Mit der Zeit wird die Fütterung auf Kükenfutter umgestellt, welches wiederum bis zur siebenten Woche auf 0 reduziert wird, um mit Legekorn und Gerste zu füttern und am Abend etwas Mais zu geben. In den ersten Wochen müssen Gerste und Mais geschrotet sein.

Im Futter muss tierisches Eiweiß enthalten sein. Etwas grob geschrotetes Hundefutter ohne Geflügelanteil erfüllt bereits ab der zweiten Woche diesen Zweck. Außerdem benötigen die Küken ab der zweiten Woche grobkörnigen Maurersand als Verdauungshilfe. Zudem wünschen die Küken Frischfutter und müssen spielen, damit Federpicken und Kannibalismus vorgebeugt wird. Salatreste, etwas Wiesengras, Zweige oder ähnliches Material liefert die Beschäftigung.

Am einfachsten werden die Küken ohne Glucke in einer kleinen Kükenbox aufgezogen, die mehrfach vergrößert wird. Die Junghühner können ab drei Monaten in den Aufzuchtstall und bei Windstille in einen windgeschützten Auslauf, wenn es warm genug ist. Sie könnten laut einiger Züchter selbst in den Auslauf der Alttiere, wenn dieser groß genug ist. Die adulten Malaien werden heranwachsende Nachkommen meist problemlos annehmen, zumindest im Anfang.

Die Junghühner sollen mit sechs bis sieben Monaten nach Geschlechtern getrennt werden, damit die Junghennen in Ruhe heranwachsen können. Damit die Junghähne sich nicht direkt in Kämpfe verwickeln, soll ein Althahn für Ruhe sorgen. Sobald es mit den Kämpfen doch losgeht, müssen die Junghähne separiert werden. Der Züchter muss also genug Platz für Einzelparzellen mitbringen. Es soll direkter Sichtkontakt unter den Hähnen vermieden werden, wenn die Parzellen aneinander liegen.

Ein Züchtertipp lautet, dass die Einstreu von gesunden Alttieren als Basis für die Einstreu der Küken verwendet wird. Diese nehmen gesunde Bakterien auf und entwickeln sich besser. Etwas ECOSANA würde diesen Effekt ebenfalls erfüllen. Aussteller müssen mit der Nachzucht früh genug beginnen oder eben die älteren Jungvögel ausstellen.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge:

  • gold-weizenfarbig
  • blau-weizenfarbig
  • rotgesattelt
  • fasanenbraun
  • gesperbert
  • wildfarbig
  • weiß
  • schwarz
  • braun-porzellanfarbig
  • gelb mit schwarzen Schaftstreifen

Malaien Hühner kaufen

Hat man genügend Erfahrung in der Hühnerhaltung bei gewöhnlichen Hühnerrassen gesammelt kann man sich an die Malaien wagen. Gerade Hühnerhaltern ohne Kampfhuhnerfahrung empfehlen wir sich regelmäßig mit anderen Züchtern auszutauschen und so die Grundlagen der Kampfhuhnhaltung zu erlernen. In Vereinen wie dem „Sonderverein Deutscher Malaien-Züchter e.V.“ kann man die ersten Kontakte knüpfen und vielleicht sogar einen Züchter in der Nähe finden.

Gerade die Malaien-Züchter wissen wie schwer es anfangs ist mit dieser Hühnerrasse zurecht zu kommen, daher sind sie meist besonders offen und hilfsbereit. Nicht selten findet man Züchter, die nicht nur Tipps geben, sondern den Anfänger gleich voll in ihre Zucht anbeziehen und mit Tieren und Mater

Gut zu wissen

  • Die Malaien gehören zu den größten Hühnerrassen weltweit, es sind die Riesen unter den Kampfhühnern.
  • Der Name der Malaien geht vermutlich auf einen Zufall zurück. Kampfhühner hatten einst aufgrund der Hahnenkämpfe einen besonderen Stellenwert. Philippinische Seefahrer der Ostindien-Companie brachten Malaien nach England. Auf die Frage der Herkunft antworteten sie „Malayo“, welches „von weit weg“ heißt. Sie konnten Malaien für horrende Summen verkaufen und wollten ihren Bezugsort nicht näher preisgeben. Der entstandene Name Malaien baut die Wortbrücke deswegen eher zu Malaysia als nach Indien.
  • Einige Züchter erklären Malaien und Malaienartige als eine eigene Linie im Vergleich zu allen anderen Haushühnern, die aus Bankivahühnern entsprangen. Während letztere einen einfachen Stehkamm tragen und weiße Eier legen, haben Malaien einen Walnusskamm und legen braune Eier. Sie wären damit in allen Rassen eingeflossen, die braune Eier legen und gelbe Läufe sowie rote Ohrlappen haben. Auch die Eigenschaft der Winterleger soll auf Malaien zurückgehen.
  • Bislang gilt es als nicht gesichert: Malaien könnten direkte Nachkommen der ausgestorbenen Riesenhühner sein. Das würde erklären, weswegen bei der Kreuzung mit anderen Haushuhnrassen der starke Heterosiseffekt auftritt: Es werden nicht allein zwei Hühnerrassen, sondern zwei Rasselinien gekreuzt, wodurch die Nachkommen enorm profitieren.
  • Es gibt noch vier existierende Wildhuhnformen, zu denen die Bankivahühner gehören, die in Indien und Südostasien heimisch sind. Diese Linien lassen sich miteinander kreuzen, wobei einige Konstellationen mit ihren Nachkommen kaum noch fruchtbar sind. Dieses ließe die Möglichkeit offen, dass neben Malaien und Bankivahühnern auch andere Urhühner oder Wildformen in unsere heutigen Wirtschaftshühner einflossen.
  • Malaien sind mit ihrer Genlinie eine der ältesten und bedeutendsten Hühnerrassen überhaupt. Sie selber sind heute ein reines Ausstellungshuhn. In Kreuzungen geben sie jedoch wichtige Impulse für Wirtschaftsrassen.
  • Malaien sind eine wichtige Rasse für die Entwicklung von Fleischrassen. Sie bringen einen rahmigen Körperbau und hohen Fleischansatz in die Linie. Sie wurden aber auch in legebetonte Mittelmeerrassen eingekreuzt, um die Legesaison bis in die Wintermonate zu verlängern.
  • Die Eier der Malaien sind genießbar. Das gilt genauso für das Fleisch, welches schmackhaft, aber nur von Junghühnern auch genügend zart ist.
  • Malaien sind eigentlich keine optimalen Kampfhühner für Hahnenkämpfe, da sie sehr langsam kämpfen. Sie bringen jedoch die Größe ein, andere Kämpfer hingegen die Geschwindigkeit. Dadurch entstanden auch der nordindische Asil oder einige Shamo in Japan.
  • Um 1834 wurden Malaien nach Deutschland, England und in die Niederlande importiert. Doch das Bild „Küchenstück mit der Hochzeit von Kana“, welches um 1570 von Ludger tom Ring der Jüngere in Frankfurt gemalt wurde, zeigt eindeutig eine weizenfarbige junge Malaien-Henne. Die Darstellung ist sehr präzise und zeigt zugleich einen Jagdfasan, der ursprünglich in der Mongolei und Indien lebt. Dieses belegt eindeutig die frühe Handelsbeziehung mit Segelschiffen nach Indien, da der Landweg zu langwierig gewesen wäre.
  • 1498 entdeckte Vasco da Gama unter portugiesischer Flagge den Seeweg nach Indien. Erste Handelsniederlassungen entstanden zwischen 1505 und 1515. Der Import von Malaien nach Europa über den Seeweg wäre ab dieser Zeit plausibel. Das 1570 dargestellte Malaien-Huhn wurde möglicherweise von Malakka aus Malaysia importiert.
  • Wie sich vorherige Importe der Malaien auf deutsche Hühner auswirkte, ist bislang ungeklärt. Im 18. und 19. Jahrhundert kam die Hühnerzucht in Mode und die neuimportierten Malaien wurden in deutsche Landhühner eingekreuzt. Es entstanden in dieser Zeit bedeutende Wirtschaftsrassen, deren Leistung und Vitalität die der einstigen Landhühner deutlich übertrifft.
  • Die Geflügel-Börse hat im November 1897 eine Musterbeschreibung der Malaien veröffentlicht. Der heutige Sonderverein züchtet nach dieser historischen Vorlage. Malaien sollen dadurch so erhalten bleiben, wie sie seit Jahrtausenden in Indien gezüchtet werden.
  • Unter den Farbschlägen sind gold-weizenfarbene und inzwischen auch rotgesattelte Malaien in Deutschland sehr gut durchgezüchtet. Die erneut erzüchteten Porzellanfarbenen sind eher selten und damit eine besondere Herausforderung. Auch Fasanenbraune gingen zwischenzeitlich unter und wurden neu erzüchtet. Die Weißen sind feingliedriger, haben schmalere Köpfe, weichere Federn und verfehlen damit die gewünschte Zuchtlinie. Blau-weizenfarbige Malaien sind ein neuerer Farbschlag.
  • Der Züchter Mehlsbach kreuzte einst Malaien und Indische Kämpfer und entwickelte die bereits wieder ausgestorbenen Melsbachschen Kämpfer.
  • Es existiert eine Zwergform der Malaien. Die Hennen liegen bei einem guten kg, die Hähne erreichen bis 1,4 kg.

Die Hühnerrasse Malaien

Ursprünge der Malaien

Seit über 4500 Jahren werden Malaien von Menschen gezüchtet, in der Anfangszeit wohl ausschließlich wegen der beliebten Hahnenkämpfe. Das war einst wie heute eher ein Männersport. Doch die Frauen freuten sich ebenfalls an der Hühnerzucht, die immerhin Eier und die Verliererhähne abwarf.

Die Ursprungsregion der Malaien ist wahrscheinlich Nordindien. Malaien haben vermutlich sehr früh bereits das Malaiische Archipel erreicht, welches ebenfalls als Heimatregion genannt wird.

Entwicklung der Rasse Malaien

Bislang gelten Malaien als sogenannte Urhühner, die bereits ohne menschliche Einflüsse vorhanden waren. Möglicherweise sind Malaien direkte Nachfolger der bereits ausgestorbenen Riesenhühner. Deren Knochen wurden bei Ausgrabungen in Nordindien beim Fluss Indus gefunden. Die Fundstücke sind 4000 Jahre alt. Zu dieser Zeit existierte hier die Indus-Zivilisation. Dieses würde der These Darwins widersprechen, dass unsere heutigen Haushühner allein auf das Bankivahuhn zurückgehen.

Eine andere Theorie lautet, dass die vier Wildhuhnformen, die noch heute existieren, gezielt und geschickt gekreuzt wurden, wodurch Malaien und malaienartige Hühner entstanden. Auch für diese These gibt es bislang keine Belege sowie sich die Frage stellt, ob die Züchter dieses vor über 4500 Jahren geschafft hätten.

Die Menschen haben die Malaien wahrscheinlich in ihrer Urform domestiziert, für Hahnenkämpfe verwendet und damit gezielt auf das Kampfhuhn optimiert. Es konnten sich immerhin nur die Gewinner noch fortpflanzen. Wenn die Hähne mit den besseren Kämpfereigenschaften überleben, geben sie diese an ihre Nachkommen weiter. Ganz ohne Zuchtkenntnisse verfeinerte sich im Laufe der Jahrhunderte das Malaiische Kampfhuhn, welches zwar langsam, aber ausdauernd kämpft. Einst gingen die Kampfhähne wie noch heute im türkischen oder indischen Hahnenkampf ohne Stahlsporen in den Ring und kämpften über Stunden bis zur tödlichen Ermüdung.

Mit der Einfuhr um 1834 nach Deutschland, England und in die Niederlande begann in diesen Ländern zugleich die gezielte Zucht der Malaien. In Großbritannien wurde die erste Geflügelschau 1845 abgehalten, Malaien waren bereits dabei. 1865 wurden erste Farbschläge im neu definiertem Standard zugelassen.

Die genauen Details, wie Malaien Deutschland erreichten, sind heute nicht mehr bekannt. Malaien waren bereits so durchgezüchtet, dass sie im Jahr 1850 ausgestellt werden konnten und durch den damaligen „Bundeszuchtausschuss anerkannter Rassegeflügel“ zur ersten anerkannten deutschen Hühnerrasse wurden. Sie sind damit seit 1897 auch das erste anerkannte Rassegeflügel vom BDRG. Zu dieser Zeit kam die Hühnerzucht in Mode und Rassestandards wurden erstellt und durch Sondervereine eingehalten. Doch andere in Deutschland heimische Hühnerrassen mussten für eine Anerkennung erst noch optimiert werden.

Heutige Bedeutung der Malaien

Hahnenkämpfe sind in Europa praktisch komplett verboten, in England bereits ab 1835. Sicherlich gibt es auch illegale Hahnenkämpfe, doch das Verbot und das negative Image der Kämpfe wirken. Damit sind Malaien in Europa als reine Ausstellungshühner oder Liebhaberhühner zu betrachten. Malaien an sich legen zwar Eier und Junghühner liefern auch schmackhaftes Fleisch, sie haben ohne Wetten auf Hahnenkämpfe jedoch keine direkte wirtschaftliche Bedeutung. Sie haben dennoch eine indirekte wirtschaftliche Bedeutung. Werden sie mit anderen Hühnerrassen gekreuzt, geben sie den Heterosisfaktor weiter: Die Hybridhühner oder die entstehende Hühnerrasse prägt stärkere Leistungsmerkmale als die Elternrassen aus.

Malaien flossen bereits in viele Wirtschaftsrassen ein und sind ein sehr wichtiger Genpool. Sie werden auch zum Auffrischen bestehender Hühnerrassen verwendet. Anhänger der Malaien erklären, dass unsere heutigen Wirtschaftshühner ohne Malaien so nicht existieren würden.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

In Indien, dem Malaiischem Archipel oder Südostasien im Allgemeinen sind Hahnenkämpfe in großen Regionen erlaubt und gehören zur Tradition. Hier werden Malaien weiterhin als Kampfhühner gezüchtet.

Anders sieht das inzwischen in Europa und anderen Erdteilen aus. Das Interesse an Malaien ist aber in vielen Ländern, wie auch in Deutschland, weiterhin groß. Der heutige Sonderverein Deutscher Malaienzüchter gründete sich 1966 und erfreut sich an vielen aktiven Züchtern. Der Sonderverein berichtet, dass dank der Website Züchter aus den USA, Australien, Südamerika, der Türkei und selbst aus den Heimatregionen Indien und Malaysia den Kontakt suchen und um Bruteier bitten. Züchter aus den USA und Australien präsentieren, dass ihre Malaien den deutschen Exemplaren in nichts nachstehen.

Das belegt die Zuchtbemühungen rund um den Globus und verdeutlicht zugleich die Bedeutung deutscher Zuchtbemühungen. Das war um die Jahrtausendwende. Inzwischen zählt die Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland für das Jahr 2016 nur noch 365 Zuchthennen und 119 Zuchthähne bei 59 Züchtern. Im Jahr 2005 waren es noch mehr als doppelt so viele. Zudem entfielen 2016 mehr als die Hälfte der gezählten Zuchttiere auf die gold-weizenfarbigen Malaien. Danach folgten die Weißen mit 78, die Rotgesattelten mit 49 und die blau-weizenfarbigen Malaien mit 24 Zuchttieren. Von den Fasanenbraunen konnten nur zwei gezählt werden, von den Porzellanfarbenen oder Gelben mit schwarzen Schaftstreifen kein einziges Zuchttier.

Zuchtziele der Malaien Hühner

Ein Rassetypisches Merkmal der Malaien, welches sich gerade bei Hähnen deutlich ausprägen muss, ist die Dreibogenlinie. Der lange und dicke Hals ist S-Förmig und direkt hinter dem Kopf etwas dicker. Er bildet damit zum Rücken einen Bogen. Dieser bildet mit der Wirbelsäule und den Flügeln, deren Spitzen auf dem Sattel aufliegen, einen zweiten Bogen. Der hängend getragene schmale und maximal mittellange Hahnenschwanz bildet mit den kaum gebogenen Sicheln einen dritten Bogen. Hennen bilden einen kurzen und stumpf endenden leicht nach oben weisenden Schwanz, der diesen dritten Bogen nicht ausprägt.

Ebenfalls rassetypisch sind der sehr aufrechte und zugleich sehr hohe Stand, der ohne lange Schenkel und die gelben Läufe nicht auskommt. Die Schenkel müssen deutlich hervortreten, die Läufe dürfen zwar nicht zu knochig, aber auch nicht grazil wirken. Hennen neigen bei den Läufen zu einem hellen Grünton, der bis zu einem gewissen Grad akzeptiert wird. Dieses gilt auch für Hähne im schwarzen oder wildfarbigen Farbschlag.

Malaien-Hähne erreichen eine Höhe von bis zu 90 cm, sollen aber eher bei 75 bis 85 cm bleiben. Diese erreichen sie mit 5 bis 6 kg Gewicht häufig bereits im ersten Lebensjahr. Hennen werden vereinzelt über 70 cm groß, sollen aber eher bei 60 cm bleiben. Zugleich haben diese Hühner einen massigen Rumpf mit eckig vorstehenden hochgezogenen Schultern und sind sehr muskulös. Die Brust ist nur schwach gewölbt, aber breit ausgebildet und bei einigen Exemplaren tritt das nackte Brustbein leicht hervor. Der Bauch der Malaien ist wenig entwickelt.

Wie auch bei anderen Kampfhühnern ist das Gefieder der Malaien abgesehen vom weißen Farbschlag sehr hart. Es soll sich zugleich kurz und knapp ausprägen, weswegen stellenweise die Haut durchschimmert. Weiterhin bilden Malaien als Kampfhühner einen mäßig langen, aber breiten und insgesamt kräftigen Kopf aus, der wenig Angriffsfläche bietet. Der auf dem Schnabel und Stirn sitzende Walnusskamm und die Kehllappen sowie Ohrscheiben sind leuchtend rot vorhanden, aber nur klein ausgebildet. Das unbefiederte Gesicht ist ebenfalls leuchtend rot und bildet zum Hals eine Kehlwamme. Die gelblichen bis perlgrauen Augen liegen unter einem Wulst, der vor Schnabel- oder Krallenhieben schützt. Die Kopflinie geht über den flachen Walnusskamm sehr fließend in den kräftigen nach unten laufenden Schnabel über. Dieser ist gelb oder hornfarben. Malaien prägen wie auch andere Kampfhühner einen finsteren Raubvogelblick aus.

Der züchterische Fokus liegt auf Vitalität sowie Form und erst dann Farbschlag. Dieser soll allerdings deutlich genug erkennbar bleiben. Dem Trend immer höherer Malaien wird mit Selektion auf stämmige Zuchttiere entgegengewirkt. Die Hennen sind kleiner und weniger aufrecht als die Hähne. Sie unterscheiden sich nur durch weitere geschlechtsspezifische Merkmale zu diesen.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele:

  • Erhalt der Dreibogenlinie
  • Festigung der fast senkrechten Haltung
  • Stabilisierung von Größe und Gewicht
  • Verbesserung der Vitalität
  • Erhalt vom Gesamtwesen
  • Sicherung der bedeutsamen Genreserve für die Hühnerzucht