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Bankivahuhn

brütet gerne, scheue Hühner

Bankivahuhn - gallus gallusSupaporn Chaikla / shutterstock.com

Steckbrief: Bankivahuhn

Herkunftsland

Süd-Asien

Eigenschaften

brütet gerne, scheue Hühner

Farbschläge

wildfarbig

Eier

25 g

Farbe der Eier: Weiß

Mindestgewicht für Bruteier

25 g

Legeleistung

20 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 0,5 - 1,05 kg, Hahn: 0,65 - 1,45 kg

Brutlust

100 %

Flugfähigkeit

100 %

Platzbedarf

100 %

Hinweis

Das Bankivahuhn gilt als Urahn heutiger Haushühner. Es bildet fünf Unterarten, gehört zu den Kammhühnern und lebt in Bambuswäldern, lichten Waldregionen und Flächen mit Deckung bis in 2000 Metern Höhe.

Sie siedeln gerne in der Nähe zu Farmland, bevorzugen Regionen mit Wanderfeldbau oder bewohnen offene Siedlungsgebiete. Das wird ihnen leider zum Verhängnis, da sie sich mit heutigen Haushühnern kreuzen. Langfristig werden ursprüngliche Bankivahühner vermutlich verloren gehen, da sie kaum noch genügend große unberührte Landstriche vorfinden.

Bankivahühner - Henne in der WildnisSunil_Sharma_ab / shutterstock.com

Haltung

Bankivahühner lassen sich am ehesten wie Fasane halten. Sie brauchen etwas mehr Eiweiß, dieses kann dem Fasanenfutter ergänzt werden.

Auslauf und Hühnergehege

Der Zaun des Auslaufs muss insgesamt größer als für Haushühner sein. Bankivahühner haben als Wildhühner sehr starke Instinkte und werden bei Freilandhaltung eventuell abwandern, obwohl sie standorttreu sind. Diese leichten Hühner können hohe Hindernisse überflattern.

Unser Tipp

Wer einen großen Freilauf einzäunt, muss einen hohen Zaun wählen. In dessen Nähe darf kein Baum stehen, da Bankivahühner von diesem ausgehend den Zaun überwinden können.

Dennoch brauchen die Hühner Bäume, Sträucher und andere Deckung im Freilauf. Perfekt wäre also ein hoher, mit einem Netz überspannter, Zaun.

Die Problematik der aufwendigen Einzäunung führt dazu, dass Bankivahühner eher in Zoos oder Tierparks anzutreffen sind. Auch dort handelt es sich häufig um versteckte Kreuzungen mit heutigen Haushühnern. Wer dennoch Bankivahühner halten möchte, soll versuchen, reinerbige Exemplare zu erhalten, um sich am Bestandserhalt zu beteiligen.

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Hühnerstall

Bankivahühner werden ihren Hühnerstall durchaus aufsuchen, aber dennoch lieber auf Bäumen in etwa zwei Metern Höhe nächtigen und auch ansonsten ihren Instinkten folgen. Der Hühnerstall soll dennoch wie für andere Hühnerrassen eingerichtet werden und wenn möglich etwas mehr Platz pro Huhn bieten. Außerdem müssen die winterlichen Tiefsttemperaturen über 10° Celsius bleiben, damit die Tropenbewohner alles unbeschadet überstehen.

Monogame oder polygame Haltung?

Zu beachten bleibt, dass Bankivahühner in der Natur zum Teil monogam leben – das aber nur während der Paarungszeit. Außerhalb der Paarungszeit bilden sich Hühnerherden mit bis über 40 Hennen und mehreren Hähnen. Diese verlieren nach der Paarungszeit ihr Schmuckgefieder, haben dadurch schwarz Hälse und wirken unscheinbar. Nach einigen Monaten wächst das Schmuckgefieder langsam nach.

In Gefangenschaft lassen sich die natürlichen Lebensbedingungen schlecht nachstellen, weswegen oft nur ein Hahn mit maximal zwei Hennen gehalten wird. Ansonsten müsste der Halter die Herde bei Streit schnell unterteilen können.

Es lässt sich nicht sagen, ob ein Hahn mehrere Hennen akzeptiert oder ob sich Hähne in einer größeren Hennenherde dulden. Als ideal gilt, dass ein Hahn bis zu sieben Hennen um sich schart. Die Hennen ziehen die Küken nach der Brut eigenständig auf. Die Hühnervögel werden unter guten Bedingungen bis zu zehn Jahre alt.

Typisches Verhalten

Ab dem zeitigen Vormittag suchen Bankivahühner gewissenhaft nach Futter. Sie sind Allesfresser und suchen nur am Boden. Dann legen sie eine Mittagspause ein und suchen vor dem Abend weiter nach Futter.

Hinweis

Die Hühner halten zwar zueinander einen Mindestabstand, helfen einander dennoch bei der Gefiederpflege und teilen sich das Sandbad.

Krähen Bankiva-Hähne?

Genau wie bei heutigen Haushühnern krähen die Hähne. Sie grenzen damit ihr Revier oder ihre Hennen gegen andere Hähne ab und beeindrucken die Hennen. Bankivahähne plustern sich kurz auf und schlagen mit den Flügeln und legen den Kopf zurück, dann krähen sie. Es ist ein typisches, aber schrilleres und abrupt endendes Hahnenkrähen.

Bankivahahn beim KrähenMartin Pelanek / shutterstock.com

Die Hähne krähen meistens früh am Morgen und am Abend. Bankivahühner haben weitere 30 Ruflaute, mit denen sie sich verständigen oder warnen.

Hinweis

Hühnerstall und Freilauf müssen ruhig gelegen sein. Bankivahühner sind scheu und gehen schnell in geduckter Haltung oder flatternd in die Flucht. Sie gewöhnen sich dennoch an ihre Bezugspersonen.

Eier und Legeleistung

Bankivahühner legen bis zu 20 Eier im Jahr. Diese sind zwar klein, aber wie andere Hühnereier genießbar.

Eier des Bnkivahuhnstaeyeon.11 / shutterstock.com

Brut und Küken

Naturbrut

Das Nest wird als Kuhle am Boden oder seltener in einer Astgabel angelegt und mit trockenen Gräsern ausgepolstert. Es wird meist eine geschützte Stelle wie unter einem Bambus gewählt. Wenn ein Eierdieb oder Unglück alles zunichtemacht, beginnt sie erneut. So sind drei, vielleicht vier Anläufe pro Saison möglich, womit bis zu 20 Eier zustande kommen können. Gelingt der erste Anlauf, legt die Henne weniger Eier pro Jahr.

Hinweis

Bankivahühner haben eine Besonderheit: Sie legen das erste Ei und beginnen mit der Brut. Das bedeutet, dass die Küken nicht alle am selben Tag schlüpfen, pro Tag wird nur ein Ei gelegt.

Die Brut dauert 21 Tage, es wird auch von 18 bis 21 Tagen gesprochen.

Kükenaufzucht

Die Küken haben zuerst ein bräunlich unauffälliges Daunengefieder. Sie befiedern sich schnell und können nach einer Woche bereits flatternd Hindernisse überwinden. Nach 35 Tagen ist das Gefieder voll ausgebildet.

Das Kükenfutter muss den Nährstoffbedarf decken und in den Schnabel passen. Frisches Grün, Steinchen oder Tannenzapfen zum Spielen sind eine willkommene Ergänzung.

Geschlechtsreife

Die Hennen brauchen 5 Monate, die Hähne 6 Monate bis zur Geschlechtsreife.

Althähne setzen sich energischer durch, sind satter gefärbt und haben einen längeren Halsbehang. Zumindest werden die Junghühner nach drei Monaten ihre Glucken verlassen und Junghuhn-Herden bilden.

Das Federkleid der Jungvögel ähnelt zuerst dem der Hennen, ist an der Unterseite aber dunkler. Junghähne sind früh am sich andeutenden Halsbehang erkennbar.

Bankivahuhn kaufen

Nicht nur wenn man auf einem Aussiedlerhof wohnt, lohnt es sich Bankivahühner zu kaufen. Auch wenn man Gefallen an diesen ursprünglichen Hühnern mit ihren scharfen Intinkten gefunden hat oder bereits andere Zierhühner wie Fasane oder Rebhühner hält. Auch wenn die Legeleistung und die Eier kein Grund sind, Bankivahühner zu kaufen, ist es meist das Verhalten, welches für diese Hühner spricht.

Leider ist es schwer Bankivahuhn-Züchter zu finden. Zum einen ist das Bankivahuhn keine Hühnerrasse im eigentlichen Sinn und zum anderen gilt es als vom Aussterben bedroht. Züchter dieser Hühner findet man kaum, am ehesten findet man sie in Zoos und Botanischen Gärten.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge:

Bankivahühner gabeln sich in fünf Zweige, die sich optisch zueinander unterscheiden. Auch in einzelnen Zweigen sind die Unterschiede so groß, dass eine weitere Unterteilung diskutiert wird. Selbst in einer regionalen Population können sich einzelne Hühner zu den anderen optisch unterscheiden. Dieses kann auf Einkreuzungen mit Haushühnern zurückgehen.

Es gibt also feste Merkmale für jede Unterart, aber keine festen Farbschläge oder Rassestandards. Bankivahühner sind Wildhühner, es wird höchstens eine Erhaltungszucht oder Zucht für Zoos und Tierparks betrieben.

Die fünf Zweige der Bankivahühner:

  • Gallus gallus murghi (Robinson & Kloss, 1920) – das indisches Bankivahuhn lebt im nördlichen und zentralen Indien, aber auch in Nepal, Bhutan und Bangladesch. Die Hähne haben lange gelbliche Halsfedern und eher kleine weiße Ohrscheiben.
  • Gallus gallus spadiceus (Bonnaterre, 1792) – das Burma-Bankivahuhn ist von Nordost-Indien bis Südchina, Myanmar, Thailand, auf der Malayischen Halbinsel und in Nord-Sumatra beheimatet. Es unterscheidet sich zum Gallus gallus murghi durch dunklere goldgelbe Halsfedern, die kürzer als bei der Nominatform ausfallen. Die kleinen Ohrscheiben sind immer rot.
  • Gallus gallus jabouillei (Delacour & Kinnear, 1928) – das Tonkin-Bankivahuhn lebt im Raum von Südchina, Laos und im nördlichen Vietnam. Die goldgelben Halsfedern sind kürzer als bei anderen Formen, die kleinen Ohrscheiben sind rot. Diese Form ist dunkler und roter als die Nominatform und hat zugleich die dunkelsten Hennen.
  • Gallus gallus gallus (Linnaeus, 1758) – das Cochinchina-Bankivahuhn ist die Nominat- und damit die zuerst beschriebene Form der Gallus gallus. Es ist in Indochina heimisch und hat große weiße Ohrscheiben. Die langen Halsfedern sind goldorange bis hellrot.
  • Gallus gallus bankiva (Temminck, 1813) – das Java-Bankivahuhn lebt dem Namen nach in Java, aber auch in Indonesien. Die goldgelben und kurzen Halsfedern sind breit und an der Spitze abgerundet.

Die genannten Merkmale für den Halsbehang gelten nur für die Hähne während der Paarungszeit, Hennen sind unscheinbar. Vermutlich flossen mehrere Bankiva-Zweige und eventuell auch weitere, eventuell bereits ausgestorbene Kammhühner in heutige Haushühner ein. Das Gallus gallus gilt jedoch als der dominierende Urahn und wirkt optisch wie wildfarbene Zwerg-Italiener.

Gut zu wissen

  • Die javanischen Namen für diese Hühner lauten „Ayam Bankia„, „Bengkiwo“ und „Bekikko„. Von diesen wurde „Bankivahuhn“ abgeleitet.
  • Die klimatischen Bedingungen entscheiden, wann die Brutzeit ist. Diese kann sich sogar über das ganze Jahr erstrecken, liegt aber meistens in den frühen bis späten Sommermonaten.
  • Süd- und Süd-Ost-Asien gelten als Heimatregionen der Bankivahühner. Diese haben ohne menschliche Hilfe einige Inseln oder Inselgruppen erreicht. Dennoch haben Menschen bereits sehr früh zur Verbreitung beigetragen und Bankivahühner vermutlich auf den Philippinen, in Australien und auf unzähligen Pazifikinseln eingeführt.
  • Die Hähne der Bankivahühner sind richtige Bilderbuch-Hühner. Sie nehmen mit ihren schlanken fasanenartigen Körpern eine aufrechte und stolze Haltung ein. Während der Paarungszeit wirken sie mit ihrem leuchtenden und glänzenden Prachtgefieder sehr edel.
  • Die größten wildlebenden Populationen der Bankivahühner befinden sich derzeit in Indien.
  • Alle Gallus gallus Hühner sind Standvögel. Sie besiedeln gelegentlich Regionen, in denen sie nicht das ganze Jahr Futter oder milde Temperaturen vorfinden.
  • Es wird beobachtet, dass Bankivahühner Gruppen mit anderen Hühnervögeln bilden.
  • Das Gallus gallus gehört mit seinen fünf Zweigen zu den Kammhühnern, die zur Familie der Fasanenartigen zählen. Von diesen Kammhühnern existieren heute noch vier Arten, einige sind bereits wieder ausgestorben. Neben den Gallus gallus existieren heute die Arten Gallus conneratii (Sonnerathuhn), Gallus lafayettei (Ceylonhuhn) und Gallus varius (Gabelschwanzhuhn).
  • Alle heute existierenden Kammhühner bevorzugen tropische oder subtropische Regionen in Asien mit Wäldern, Bambuswäldern oder lichten Waldregionen. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im indo-malayischen Raum.
  • Unter den Kammhühnern ist der Bankivahahn am farbenprächtigsten, Bankivahühner nehmen zugleich das größte Verbreitungsgebiet ein.
  • Es wird vermutet, dass die Veranlagung zu gelben Läufen heutiger Haushühner auf Gabelschwanzhühner zurückgeht. Bislang lässt sich dieses nicht belegen.
  • Es liegt eine genetische Untersuchung vor, die belegt, dass alle heutigen Haushühner von Wildhühnern abstammen, die in Thailand lebten oder leben. Dem widersprechen größere Studien, die nahelegen, dass die Domestizierung unabhängig zueinander an mehreren Orten stattfand.
  • Das Gallus gallus ist mit allen Unterarten unwirtschaftlich. Dennoch wurden sie bereits sehr früh vom Menschen domestiziert. Dieses liegt vermutlich daran, dass sie die Nähe zum Ackerbau suchen und sich damit an Menschen gewöhnten. Diese erfreuten sich am Hahnenkampf und haben diese Hühner deswegen zu Unterhaltungszwecken domestiziert.
  • Es wird vermutet, dass die Menschen verschiedene Gallus gallus Varietäten und weitere Kammhühner gezielt zu heutigen Haushühnern kreuzten. Dadurch verbesserten sie in den Anfangszeiten vermutlich bereits die wirtschaftlichen Eigenschaften.
  • Sicher gilt, dass Bankivahühner vor weit über 4000 Jahren vom Menschen domestiziert wurden. Der bislang älteste Nachweis für das Gallus gallus domesticus, unserem Haushuhn, stammt aus China und wird in die Zeit um 5700 v. Chr. datiert. In dieser Zeit etablierte sich der Ackerbau und die Menschen wurden sesshaft.
  • Es gilt als gesichert, dass um 3200 v. Chr. in Indien Haushühner gehalten wurden.
  • Heutige Erkenntnisse legen nahe, dass die einstige Induskultur im Industal eine Vorliebe für die Hühnerzucht entwickelte. Dieses liegt weitgehend auf dem Gebiet des heutigen Pakistans, die Induskultur wird auf 2800 bis 1800 v. Chr. datiert.
  • Vermutlich wurde das Industal beziehungsweise die alte Seidenstraße zum Sprungbrett einstiger Haushühner. Den Orient erreichten sie um 2000 v. Chr., um 1500 v. Chr. erreichten sie Ägypten und damit Nordafrika.
  • Ab 700 v. Chr. erreichen erste Haushühner aus Nordafrika oder dem Orient Griechenland und Italien, wenig später vermutlich durch Phönizier auch Spanien. Um 600 v. Chr. überquerten Haushühner die Alpen, breiteten sich dadurch aber noch nicht aus.
  • Es gibt eine weitere Theorie, dass Haushühner einmal über den nahen Orient und Nordafrika und einmal von China durch Russland nach Europa gelangten. Damit entstand einmal der Mittelmeertyp mit weißen Ohrscheiben, die als produktive Weißleger gelten. Und zum anderen entstanden europäische Landhühner, die gelegentlich mit dem Mittelmeertyp und viel später mit schweren asiatischen Rassen gekreuzt wurden und häufig braune Eier legen.
  • Die Römer entdeckten Hühner als Wirtschaftstiere für Fleisch und Eier. Sie haben einstige Hühner züchterisch verbessert und damit in ganz Europa als Nutztier etabliert.
  • Lucius Iunius Moderatus Columella lebte vermutlich in der Zeit nach Christi Geburt und war wegweisend für die römische Landwirtschaft. Seine „De re rustica libri duodecim“ enthält wichtige Anleitungen für die kommerzielle Hühnerhaltung und erwähnt verschiedene Hühnerrassen.
  • Bereits vor Columbus gab es in Amerika Hühner, die nahe mit den polynesischen Hühnern verwandt sind. Dieses könnte bedeuten, dass Polynesische Seefahrer schon über 100 Jahre vor Columbus Amerika entdeckt haben. Die Funde stammen von einer chilenischen Küste und wurden mit der Radiokarbonmethode auf 1320 bis 1410 datiert. Polynesien ist eine große Inselgruppe östlich von Australien.
  • Bankivahühner leben noch heute wild in asiatischen Wäldern oder in der Nähe von Feldern. Die unberührte Natur wird immer weiter zurückgedrängt und mit dem Menschen kommen Wilderei und Haushühner. Letztere suchen häufig zusammen mit Wildhühnern nach Futter und kreuzen sich mit diesen.
  • Viele Bastarde sehen äußerlich wie reine Bankivahühner aus und verlieren sogar nach der Paarungszeit ihr Schmuckgefieder. Selbst Kenner können reinerbige Exemplare nicht sicher auswählen.
  • Wegen dieser Kreuzungen und der Wilderei gelten Bankivahühner schon heute als bedroht und gehen in ihrer ursprünglichen Form vermutlich bald unter.
  • Im Englischen heißen Bankivahühner „red junglefowl“. Dieses heißt Dschungelhuhn, welches neben „Wildhühner“ eine weitere Bezeichnung für die Gallus gallus ist.
  • Es wird berichtet, dass reine Bankivahühner erstmals im 14. Jahrhundert Europa erreichen und domestiziert wurden. Also lange nach den ersten Haushühnern.

Die Hühnerrasse Bankivahuhn

Ursprünge der Bankivahühner

Bislang ist der Ursprungsort der Bankivahühner nicht exakt ermittelt. Dieser wird in Süd- bis Süd-Ost-Asien liegen. Zumindest haben sich die ersten Bankivahühner schnell in diesem Raum verbreitet. Sie gehören zu den Kammhühnern und als diese zu den Fasanenartigen.

Anzumerken bleibt, dass heutige Kammhühner noch nahe beieinander liegen und sich kreuzen lassen. Die Nachkommen einiger Konstellationen sind kaum noch fruchtbar, es ließen sich dennoch Misch-Hühner erzüchten. Genauso könnten sich einst mehrere Kammhühner in einer abgetrennten Region gekreuzt haben, wodurch das Gallus gallus entstand.

Das Bankivahuhn könnte genauso gut auf regionale Anpassungen einer einzelnen Kammhuhnart zurückgehen. Welche heutigen oder bereits ausgestorbenen Arten einflossen, ist hier unbekannt.

Entwicklung der Rasse Bankivahuhn

Bankivahühner sind Allesfresser, die in oder bei tropischen und subtropischen Waldregionen gute Bedingungen finden. Sie konnten sich damit in ganz Süd- und Süd-Ost-Asien und großen Inselgruppen ausbreiten. Die lokalen Bestände bildeten durch Anpassungen ihre Unterarten. Diese Unterarten haben ihre Kerngebiete und vier Unterarten haben Grenzgebiete zueinander. In diesen Zonen wird es zu Vermischungen kommen.

Ähnlich wie andere Tierarten suchen Bankivahühner Schutz und Nahrung und erobern nach und nach geeignete Lebensräume. Als der Mensch den Ackerbau entwickelte und sesshaft wurde, entstand eine natürliche Nähe. Häufig wurden Felder erschlossen und nach einem Auslaugen wieder aufgegeben. Diese Methode wird als „Wanderfeldbau“ bezeichnet. Oder es wurden gute Bäume aus Wäldern geschlagen, wodurch diese lichter wurden. Auf diesen Flächen finden die Hühner Schutz und Nahrung.

Das wilde Bankivahuhn erhielt durch den Ackerbau einen wichtigen Lebensraum und folgte dadurch den Menschen. Diese domestizierten Wildhühner zur Unterhaltung und verbreiteten sie anschließend. Dadurch entstanden jedoch Haushühner, die inzwischen durch Einkreuzungen wildlebende Bankivahühner gefährden.

Heutige Bedeutung der Bankivahühner

Noch nie waren Bankivahühner wirtschaftlich interessant. Auch ist die Haltung etwas aufwendiger, da diese Wildhühner scheuer sind und mehr Auslauf benötigen.

Das Bankivahuhn, vor allem Gallus gallus gallus hat den Status, der Urahn heutiger Haushühner zu sein. Zugleich sind alle Gallus gallus Zweige Wildtiere, die deswegen in Zoos und Tierparks gehalten werden.

Gelegentlich werden Bankivahühner gehalten, um sie in heutige Haushühner einzukreuzen. Dieses ist in ihren Heimatregionen, also in ganz Süd- und Süd-Ost-Asien nicht unüblich. Die Einheimischen wollen vermutlich nur die Blutlinie ihrer Haushühner auffrischen, die ansonsten durch Inzucht Schaden nehmen.

Bankivahühner sind damit lebende Relikte aus den Anfangszeiten der sesshaften Menschen. Sie werden bislang zu wenig als wertvolles oder bedrohtes Kulturgut erkannt.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Bankivahühner leben wild in ihren ursprünglichen Heimatregionen und kreuzen sich nach und nach mit Haushühnern. Sie werden in Zoos oder Tierparks ausgestellt, doch häufig handelt es sich um versteckte Bastarde. Es mag durchaus einige Züchter geben, die diese Wildhühner erhalten wollen. Diese Hühnerrasse beziehungsweise ihre Unterarten haben keinen Rassestandard und werden auf Ausstellungen nicht bewertet. Auch die wirtschaftlichen Merkmale liefern keinen Anreiz. Wer dennoch Bankivahühner erhalten möchte, muss zuerst Züchter finden, die reinrassige Exemplare abgeben können.

Die Maßnahmen zum Rassenerhalt der Bankivahühner scheitern also häufig bereits an den Grundvoraussetzungen: Ohne vernetzte Züchter scheitert der Einstieg. Dieses Problem wird nicht allein deutsche Züchter betreffen.

Zuchtziele der Bankivahühner

Das einzig entscheidende Zuchtziel liegt in der reinerbigen Erhaltung der Ursprungsrasse. Bankivahühner werden eher vermehrt als gezüchtet – auch das scheint weltweit ungenügend stattzufinden. Damit wird der Erhalt von reinerbigen Zuchtlinien zum größten Zuchtproblem, da bereits der Austausch von reinerbigem Zuchtmaterial scheitert.

Die Gallus gallus Ableger unterscheiden sich optisch zueinander. Die Hennen bleiben immer schlicht und die Hähne tragen ihr Schmuckgefieder nur zur Paarungszeit.

Gallus gallus Hähne sollen während der Paarungszeit optisch wie wildfarbene Zwerg-Italiener wirken. Der Hahnenschwanz wird im aufrechten Stand fast senkrecht getragen, die Hähne wirken dann sehr edel. Häufig bewegen sie sich als Wildhühner geduckt und tragen ihren Rumpf waagerecht. Dieser wirkt schmaler als bei Landhühnern, er ist eher Fasanenartig.

Die Hennen sind schlicht grau-braun und haben kleine Kopfpunkte. Nachdem der Hahn seine Schmuckfedern abwirft, wirkt er ebenfalls sehr schlicht. Der Hals ist dann schwarz.

Neben dem feurig gold-rötlichen Hals- und Sattelbehang haben alle Gallus gallus Hähne um die Bürzel weiße Flaumfedern. Zum Schmuckgefieder gehören die gebogenen schwarzen Sicheln und Nebensicheln des Hahnenschwanzes. Gerade die schwarzen Schwanzfedern, aber auch schwarze Federn auf den Flügeln bilden einen grünen, beziehungsweise blauen metallischen Glanz.

Hähne haben einen roten gezackten Stehkamm und ein nacktes rotes Gesicht. Sie bilden zwei Kinnlappen. Kamm und Kinnlappen werden bei Hennen nur angedeutet, diese haben einen kahlen Bereich an der Kehle. Einige Gallus gallus Zweige bilden rote, einige weiße Ohrscheiben.

Die Augen sind orange, die Pupillen schwarz. Die Läufe sind grau, drei Zehen zeigen nach vorne, eine nach hinten. Hennen bilden nur selten einen Sporn, der beim Junghahn 2,5, beim Althahn bis 5 cm lang wird.

Hähne wiegen zwischen 650 bis 1450 Gramm und werden 50 bis 75 cm lang, wovon bis über 30 cm auf den Hahnenschwanz zurückgehen. Die Hennen erreichen 500 bis 1050 Gramm und werden bis 45 cm lang.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele:

  • Erhalt der ursprünglichen Linien
  • Vermeidung von Einkreuzungen