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Strupphühner

brütet gerne, kälteunemfindlich, zutraulich

Strupphühner© Antje Lindert-Rottke – stock.adobe.com

Steckbrief: Strupphühner

Herkunftsland

Amerika, unbekannt

Eigenschaften

brütet gerne, kälteunemfindlich, zutraulich

Farbschläge

schwarz, blau, weiß, gesperbert

Eier

60 g

Farbe der Eier: Chremfarben

Mindestgewicht für Bruteier

58 g

Legeleistung

130 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2 - 2,5 kg, Hahn: 3 - 3,5 kg

Brutlust

80 %

Flugfähigkeit

30 %

Platzbedarf

80 %

Strupphühner gibt es in drei Gruppen

Bei der Zucht der Strupphühner gibt es immer drei Gruppen: Es gibt Exemplare mit glatten sowie anliegenden Federn. Dann gibt es struppige und sehr struppige Hühner. Für die weitere Zucht dürfen jedoch nicht alle Hühner mit glattem Gefieder ausgemustert werden. Für die genetische Stabilität müssen auch diese Exemplare im Zuchtstamm enthalten bleiben.

Haltung

Strupphühner wirken auf viele, als wären sie nicht wetterhart. Mit dem zerzausten Gefieder könnten sie Wind, Regen und Kälte nicht widerstehen, so die naheliegende Annahme. Genau das stimmt nicht, da diese Hühner trotz des aufgeplusterten und krausen Gefieders sehr wetterfest sind. Für richtig schlimme oder kalte Wetterlagen brauchen sie jedoch einen Unterstand, der auch vor Zugluft schützt. Sie brauchen also einen wetterfesten Hühnerstall.

Da sie gerne ihr Futter suchen und frei laufen, ist zumindest ein Hühnergehege von mindestens mittlerer Größe notwendig. Mehr Freilauf wäre deutlich besser. Strupphühner eignen sich sogar sehr gut für ein großes Gehege oder den unbegrenzten Freilauf. In der warmen Jahreszeit suchen die Hühner mit genug Auslauf das meiste Futter selber und brauchen nur beigefüttert werden.

Als Hühnerrasse sind Strupphühner sanft, zutraulich und lassen sich schnell zähmen. Die zur Arroganz neigenden Hähne stolzieren herrisch umher, die Hühner scharren emsig. Dennoch sind Strupphühner keine guten Anfängerhühner oder Hühner für faule Hühnerhalter. Auch für die Zucht sollen Erfahrungswerte und Ehrgeiz vorliegen. Strupphühner brauchen Zuwendung, Pflege und einen sauberen Hühnerstall, damit sie sich gut entwickeln und wohl fühlen.

Wer neben dem krausen Huhn viele Eier und das Tafelhuhn wünscht, der wird auch hier nicht enttäuscht. Solange die Hennen nicht brüten, schaffen sie mäßig viele Eier und die Küken wachsen schnell zur Schlachtreife heran.

Eier und Legeleistung

Die Hennen legen im ersten vollen Legejahr rund 130 weiße, cremefarbene oder hellbräunliche Eier. Diese wiegen bis ca. 60 Gramm, als Brutei-Mindestgewicht werden 58 Gramm vorausgesetzt.

Küken

Die Hennen werden schnell brütig und führen ihre Küken hervorragend.

Farbschläge

Bekannte, aber teilweise nicht mehr vorhandene Farbschläge:

  • schwarz
  • blau
  • gelb
  • weiß
  • weiß-columbia, wie beim Wyandotte
  • geschultert schwarz-rot
  • braun-rot
  • gesperbert
  • rotgeschultert
  • getupft, wie beim Altenglischen Kämpfer
  • rot, wie beim Rhode Island Red

In Deutschland anerkannte Farbschläge:

  • blau
  • gesperbert
  • schwarz
  • weiß

Gut zu wissen

  • Bei der Zucht der Strupphühner gibt es immer drei Gruppen: Es gibt Exemplare mit glatten sowie anliegenden Federn. Dann gibt es struppige und sehr struppige Hühner. Für die weitere Zucht dürfen jedoch nicht alle Hühner mit glattem Gefieder ausgemustert werden. Für die genetische Stabilität müssen auch diese Exemplare im Zuchtstamm enthalten bleiben.
  • Beim Schlüpfen haben die Küken noch ein normales Gefieder. Wenn die Federn an den Flügen wachsen, dann kann bereits bemerkt werden, zu welchem Gefiedertyp die einzelnen Küken gehören. Die struppigen Exemplare können aufgrund der krausen Schwungfedern kaum fliegen. Wer auch Hühner mit glattem Gefieder in einer Einzäunung hält, sollte also einen deutlich höheren Zaun berücksichtigen.
  • Es gibt viele alte Nachweise in Europa für ?krause Hühner?. Es muss sich dabei nicht immer um das heutige Strupphuhn handeln, die typische Mutation kommt immerhin auch bei anderen Hühnern vor. Es kann also zwischenzeitlich krause Hühner gegeben haben, von denen Bildnachweise erhalten wurden, die Hühner jedoch wieder unter gingen. Möglicherweise kamen die Strupphühner auch schon deutlich früher aus Asien nach Europa. So gibt es neben den Bildnachweisen von Marcus zum Lamm vor 1600 auch Bilder vom Engländer J.Ray von 1676, vom Deutschen J.L. Frisch von 1743 oder von Bechstein von 1783. Selbst Charles Darwin hat sich um 1859 mit krausen Hühnern befasst. Bereits im Jahr 1920 erklärt Dr. Paul Trübenbauch, dass Strupphühner und auch Zwerg-Strupphühner eine seltene Rarität sind, die sie bis heute geblieben sind.
  • Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Erscheinung fallen Strupphühner jedem ins Auge. Die einen lieben sie, die anderen lehnen Strupphühner ab. Es scheint sogar schon Bemühungen gegeben zu haben, der Haltung in kühlen Regionen entgegen zu wirken, obwohl Strupphühner sehr wetterhart und auch winterhart sind. Mit dem auffälligen Gefieder waren die Strupphühner zumindest direkt ab ihrer Entstehung ein besonderes und damit vielfach auch gefragtes Huhn.
  • Es gibt oder gab für die Strupphühner viele Farbschläge. Da es diese Hühnerrasse nur noch selten gibt, kann der Halter jedoch nicht frei wählen. Es wäre sogar wahrscheinlich, dass es einige der Farbschläge nicht mehr gibt, oder nicht mehr lange gibt.
  • Neben den Strupphühnern gibt es auch die Zwerg-Strupphühner, die z.B. in weiß, schwarz, blau, rot und gelb vorkommen. Sie waren 1893 mit drei Farbschlägen bei der ersten Deutschen Nationalen Rassegeflügelschau in Leipzig zu sehen. Diese Zwergform ist derzeit nicht nur in Deutschland häufiger anzutreffen. Die Großform ist in Deutschland, ganz Europa und auch weltweit inzwischen sehr selten.

Die Hühnerrasse Strupphühner

Ursprung der Strupphühner

Aufgrund des Alters dieser Rasse kann ihr Ursprung nicht genau geklärt werden, da vieles im Dunklen liegt, sowie sich viele Angaben widersprechen. Demnach wird durch Düringen im Jahr 1922 vermutet, dass die Strupphühner aus dem südlichen Asien, den Philippinen und Java stammen. Durch diese und andere begründete Aussage vermuten viele, dass Strupphühner vor über 300 Jahren in diesen Regionen auftraten. Sie entstanden vielleicht zufällig und ihre dominanten Gene setzten sich durch. Möglicherweise wurden die auftretenden Mutationen gezielt weiter gezüchtet.

Seit Jahrhunderten sind sie in Japan, Russland oder Westindien bereits heimisch. Vor über 200 Jahren gelangten sie nach England und Holland und ab 1900 erreichten sie die Balkanländer. Sie wurden im Jahr 1874 im US Standard of Perfection aufgenommen. 1876 wurde in der englischen Fachliteratur auf diese Hühner bereits hingewiesen.

Zum anderen gibt es Bilddokumente von ?krausen Hühnern?, die um 1600 als Auftragsarbeit von Marcus zum Lamm, der am Hofe des Kurfürsten von der Pfalz in Heidelberg wirkte, von einem Maler erstellt wurden. Diese und weitere Hinweise gehen auf einen Bericht von Günter Stach zurück, der vom Sonderverein der Strupphuhn- und Zwerg Strupphuhnzüchter e.V. veröffentlicht wurde.

Die ausschlaggebende Mutation, mit der die Hühner krause Federn ausprägen, kommt auch bei anderen Hühnern vor. Es wäre möglich, dass es um 1600 andere ?krause Hühner? gab und die heutigen Strupphühner, die im englischsprachigen Raum Frizzle genannt werden, vor über 300 Jahren in Asien entstanden.

Entwicklung der Rasse Strupphuhn

Strupphühner gibt es seit Jahrhunderten. Sie wurden jedoch erst 1874 in den USA standardisiert. Danach haben auch andere Länder Rassestandards aufgestellt und die Strupphühner als Rasse anerkannt. Zwischenzeitlich gab es viele ?Frizzle? Hühner in England. Aus England und den USA kamen die Strupphühner im 19ten Jahrhundert nach Deutschland. Es gibt jedoch viele Länder, in denen Strupphühner nicht als eigene Rasse gelten. Sie gelten als krause Exemplare anderer Rassen.

Heutige Bedeutung der Strupphühner

Mit ca. 130 Eiern legen die Hennen mittelprächtig. Strupphühner wachsen schnell heran und eignen sich als Tafelhuhn. Galten sie bereits in der Vergangenheit vordergründig als schöne Zier- und Ausstellungshühner, so ist dieses Merkmal heute ausschlaggebend. Es sind Hühner mit einer ganz eigenen Wirkung, die sich deswegen besonders gut als Zier- und Ausstellungshuhn eignen. Aber auch Selbstversorger, die solche Hühner schön finden, halten sie. Eine wirtschaftliche Bedeutung haben Strupphühner derzeit nicht sowie sie zur Einkreuzung für neue Wirtschaftsrassen vermutlich auch künftig uninteressant bleiben.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

In Deutschland litten die Strupphühner während der Weltkriege und starben fast aus. In vielen anderen Ländern oder sogar weltweit sah es für die Strupphühner nicht besser aus. Einige beherzte Züchter nahmen sich der Erhaltungszucht an und retteten diese Hühnerrasse. Erstmals wurde die Großform in Deutschland 2002 als Rasse in den Farbschlägen schwarz, blau, weiß sowie gesperbert anerkannt. Die in Ostdeutschland erhaltene Zwergform wurde in der BRD nach einem Verschwinden bereits 1980 zum zweiten Mal anerkannt. Die Groß- und Zwergform finden in Deutschland jedoch bis zum heutigen Tag wenig Interesse bei Haltern, Züchtern oder Fachzeitschriften.

Im Jahr 1991 hat sich der Sonderverein der Strupphuhn- und Zwerg-Strupphuhnzüchter e.V. gegründet. Hier finden sich einige Mitglieder zusammen, die sich um die Erhaltungszucht bemühen. Im Jahr 2017 werden 47 Mitglieder gezählt. Auf der Website werden 9 Züchter genannt, von denen nur drei die Großrasse und acht die Zwergform züchten.

Zuchtziele und Erscheinung

Bei den Strupphühnern wird über leichte Farbfehler im Gefieder hinweg gesehen, solange dieses von der Struktur passt. Die mittellangen und möglichst breiten und weichen Federn richten sich nicht allein auf, sie weisen sogar zum Kopf hin. Beim mittellangen Hals kommt es auf die richtige ?Biegung? und die rassetypisch waagerecht abstehenden Federn an. Wenn die Hühner voll entwickelt sind, bildet sich eine Krause. Bei Hennen bildet sich die Halskrause weniger intensiv. Je intensiver diese bei den Hennen ist, um so wertvoller sind diese für die Zucht.

Die Federn an den langen Flügeln sind ebenfalls struppig, die Schwungfedern sogar zerschlissen. Das mindert die Flugfähigkeit erheblich. Beim Hahn sind die Steuerfedern und Sicheln am Schwanz leicht gewellt, die Steuerfedern wirken leicht nach außen gebogen. Der Hahn hat einen sichtbar größeren Schwanz als die Henne. Auch der Schwanz der Hennen wirkt struppig und leicht aufgeplustert. Der mittelgroß ausgeprägte Schwanz wird teils aufrecht getragen, kann aber auch etwas angewinkelt werden. Das Gefieder ist insgesamt flaumreich, aufgerichtet und nach vorn gebogen. Da es aufgerichtet ist, geht die normale Struktur verloren, womit es weniger lackreich ist.

Als Hühnerrasse gehören Strupphühner zum Landhuhnschlag. Sie sind kräftig, mittelhoch gestellt und aufgrund des abstehenden Gefieders von stattlicher, teils schon runder Erscheinung. Wegen dieser abstehenden Federn wirkt der Stand sogar noch niedriger. Es gab einst auch eine Linie mit Federfüßen, heute haben alle Farbschläge nackte Füße mit vier Zehen. Die Farbe der Läufe ähnelt der Schnabelfarbe. Je nach Farbschlag können der mittelgroße und gebogene Schnabel und die Läufe gelb, weiß, weidengrün, blau oder auch schwarz sein. Der mittelgroße, vier bis sechsfach gezackte Einfachkamm, die mittelgroßen bis großen Kehllappen und kleinen Ohrlappen sind rot, aber nicht so leuchtend, wie bei manch anderer Rasse. Das federlose Gesicht ist ebenfalls rot und fein im Gewebe.

Strupphühner haben einen kurzen und breiten Körper mit voller und wohlgerundeter Brust. Sie laufen sehr aufrecht und wirken mit ihrem Federkleid etwas kugelig. Mit 3 bis 3,5 Kilo beim Hahn und 2 bis 2,5 Kilo bei der Henne sind Strupphühner eine schwere Rasse.