Ungeziefer
Wissenswerts zur Nordischen Vogelmilbe

Im Gegensatz zur „Roten Vogelmilbe“ lebt die „Nordische Vogelmilbe“ grundsätzlich und während des gesamten Lebens- und Vermehrungszyklus auf dem Wirtstier. Sie tendiert eher zu kühleren Temperaturen, sodass sich die rote und die nordische Vogelmilbe gerne im Bestand abwechseln. Bei sehr hohen Temperaturen (ab 36°C) stirbt die nordische Vogelmilbe rasch ab.

Stehen der Milbe keine Wirtstiere zur Verfügung, begnügt sie sich auch mit Säugetieren als Zwischenwirt, was es erschwert, ihr entsprechend beizukommen.

Die „Nordische Vogelmilbe“ (Ornithonyssus sylviarum) und die „Rote Vogelmilbe“ (Dermanyssus gallinae) sind, vor allem, wenn die nordische Vogelmilbe vollgesaugt ist, dahingehend zu verwechseln, dass diese eine rötliche Färbung nach der Blutmahlzeit annimmt und ebenfalls (wie alle Milben und Spinnentiere) acht Beine hat.

Diagnose und Gefahren der „Nordischen Vogelmilbe“

Besteht ein Verdacht auf die nordische Milbe, sollte das Gefieder der Hühner peinlich genau untersucht werden. Die kleinen, runden, hellen Insekten sind flink und scheuen das Tageslicht. Bei starkem Befall findet man sie auch auf den Eiern.

Bringt die Milbe als Verursacherin von partieller Blutarmut und Juckreiz primär nur geringfügige Gefahren mit sich, so liegt ein wesentliches Problem ihrer Existenz im Hühnerstall jedoch darin, dass sie selbst wiederum Wirt für diverse Erkrankungen sein kann. So kann zum Beispiel die gefürchtete Newcastle Disease, gegen die man als Hühnerhalter wegen ihrer fehlenden Behandelbarkeit alle drei Monate zu impfen verpflichtet ist, über die nordische Vogelmilbe übertragen werden.

Prävention und Behandlung der „Nordischen Vogelmilbe“

Gegen die „nordische Vogelmilbe“ kann der Halter aber glücklicherweise ebenso vorgehen wie gegen die rote Milbe, jedoch erübrigen sich die meisten invasiven Maßnahmen im Stall. Diese beim Verdacht auf das Vorkommen beider Milbenarten zu unterlassen, kann aber durchaus fahrlässig sein: ein vermeintlicher erster größerer Aufwand zahlt sich in der Regel aus. Ein kompletter Umbau der Sitzstange wie bei der roten Vogelmilbe jedoch ist nicht nötig, sofern gewissenhaft alle anderen Maßnahmen umgesetzt werden.

Vereinzelt abgefallenen Milben kann durch den vorsichtigen Gebrauch einer Heißluftpistole im Stall entgegengewirkt werden. Hierbei ist jedoch die erhöhte Brandgefahr stets zu bedenken, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen müssen im Vorhinein getroffen werden.

Gegen die bisher zum Einsatz kommenden Pyrethroide (Permethrin und L-Cyhalothrin) scheinen sich bereits Resistenzen entwickelt zu haben. Die physikalische Bekämpfung durch Kieselgur und Öle gewinnt deswegen ebenso an Bedeutung wie die Verwendung bestimmter ätherischer Öle (deren Verträglichkeit sollte im Vorfeld mit dem Tierheilpraktiker oder einem Tierarzt abgeklärt werden)