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Sussex

winterleger, anfängerfreundlich, zutraulich, kälteunemfindlich

Sussex Hühner

Steckbrief: Sussex

Eier

61 g

Farbe der Eier: Gelb-Braun

Mindestgewicht für Bruteier

60 g

Legeleistung

180 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2,5 - 3 kg, Hahn: 3 - 4 kg

Brutlust

30 %

Flugfähigkeit

20 %

Platzbedarf

40 %

Ursprung

Sussex Hühner wurden bereits 1845 auf einer Geflügelschau vorgestellt, als es für diese Hühner noch keinen Rassestandard gab. Es waren eben Hühner aus der Grafschaft Sussex, die deswegen Sussex genannt wurden.

Haltung

Sussex sind nicht allein Zwiehühner, die ein sehr delikates, zartes weißes Fleisch und viele Eier zu bieten haben sowie schön aussehen. Es handelt sich zugleich um robuste und aktive Hühner, die auch der Kälte im Winter widerstehen, die aber auch sehr neugierig und zutraulich werden können. Selbst Kindern gegenüber bleiben sie ruhig.

Zuchtstamm der Sussex Hühner

Unterbringung

Sie können durchaus im Stall mit kleinem Freilauf gehalten werden. Ein mittelhoher Zaun wird genügen, da die Hühner ungerne fliegen, sie sind einfach zu schwer dafür. Wenn der Stall groß genug ist, ginge auch reine Stallhaltung. Lieber laufen sie jedoch ohne Einzäunung über den Hof und gehen über Nacht in ihren Unterstand oder Hühnerstall.

Diese Hühner scharren und suchen den ganzen Tag Futter, mit freiem Auslauf muss in der warmen Jahreszeit nur wenig zu gefüttert werden.

Haltung der Hühnerrasse Sussex

Sussex Hahn

Wenn die Flächen groß genug sind und es möglichst pro Hahn mehrere Hennen gibt, dann können selbst mehrere Hähne zusammengehalten werden.

Sussex Henne

Ausgewachsene Hennen legen immerhin nur in den ersten zwei Jahren gut. Wem es nicht um die Eier oder das Fleisch geht, der kann durchaus von anderen Haltern adulte Tiere übernehmen, sollte sie jedoch erst im Freilauf halten, damit sie ihre neue Heimat annehmen. Sussex sind langlebig.

Charakter

Auch wenn das Huhn das perfekte Anfänger-, Hobbyhalter- oder Selbstversorgerhuhn ist, so erfreut es auch Züchter und Aussteller. Sussex werden gerne ausgestellt. Es ist ein perfektes Allrounder Huhn.

Diese Hühner bleiben nicht nur untereinander, sondern auch gegenüber anderer Hühnerrassen friedlich. Sie mischen sich jedoch lieber unter andere ruhige Rassen als unter zu lebendige Hühnervölker. Es muss bei gemischter Haltung darauf geachtet werden, dass die anderen Rassen oder rasselosen Hühner ebenfalls friedlich bleiben.

Eier und Legeleistung

In den einstigen Spitzenzeiten haben die Hühner dieser Rasse 220 oder mehr Eier im Jahr gelegt, heute kann mit 180 im ersten und mit 170 im zweiten Legejahr gerechnet werden.

Diese Hühnerrasse ist auch wegen der hohen Legeleistung im zweiten Jahr oder als Winterleger interessant für die Eierproduktion, wobei überschüssige Hähne direkt in der Küche verwertet werden können.

Die Eier sind gelbbraun bis hellbraun. Auch braun gesprenkelt Eier können vorkommen. Sie wiegen im Schnitt 61 Gramm.

Bruteier sollen wenigstens 60 Gramm wiegen. Die Eier taugen sehr gut für die Kunstbrut.

Küken

Die Hennen legen eifrig Eier, werden jedoch nur selten brütig. Wenn sie einmal damit anfangen, brüten sie erfolgreich und führen ihre Küken zuverlässig.

Wer keine anderen Hennen hält, denen die Eier untergelegt werden können, der muss also regelmäßig auf Kunstbrut oder bereits geschlüpfte Küken ausweichen.

Farbschläge

Die Sussex Hühner werden in Deutschland durch den BDRG in folgenden Farbschlägen anerkannt:

  • weiß ? schwarzcolumbia
  • gelb ? schwarzcolumbia
  • rot ? schwarzcolumbia
  • wildbraun
  • braun ? porzellanfarbig
  • grausilber

Am häufigsten sind die weiß?schwarzcolumbia und rot?schwarzcolumbia Sussex. Diese haben ihre Grundfarbe sowie einen schwarzen Schwanz und schwarze, grünschimmernde Federn im Behang am Hals. Bei den rot-schwarzcolumbia Sussex ist auch der Rücken mit vielen schwärzlichen Federn dunkler, womit dieser Farbschlag mit der oberen Hälfte deutlich dunkler als mit der unteren wirkt. Die anderen Farbschläge bilden eine untergeordnete Rolle.

Der braun?porzellanfarbene Farbschlag hat Federn mit kastanienfarbenen Grundton, die schwarz gestreift sind und mit einer weißen Perle enden.

Gut zu wissen

  • Aufzeichnungen lassen darauf schließen, dass das Sussex bereits 1868 in Deutschland bekannt war und auch gehalten wurde. Es verschwand jedoch. 1903 wurden durch Bernhard Heumann aus Quedlinburg erneut die weißen und durch F. Happold 1904 die roten Rassevertreter aus England importiert. Die Sussex aus diesen Jahren waren jedoch weit von den heutigen Exemplaren oder Rassestandards entfernt.
  • Sussex wurden bereits 1845 auf einer Geflügelschau vorgestellt, als es für diese Hühner noch keinen Rassestandard gab. Es waren eben Hühner aus der Grafschaft Sussex, die deswegen Sussex genannt wurden.
  • Nach der Großrasse wurden auch Zwerg-Sussex erzüchtet. Abgesehen von der Größe entsprechen diese den Standards der Großrasse. Sie sind wie bei anderen Hühnerrassen bei Ausstellungen erfolgreicher. Für die Großrasse wurden einst mehr Varianten als in der heutigen Zeit auf Ausstellungen präsentiert.

Die Hühnerrasse Sussex

Ursprünge der Sussex Hühner

Dem Namen nach stammen diese Hühner aus der Grafschaft Sussex, nahe London. Nicht nur hier, sondern auch in den Grafschaften Kent und Surrey finden sich die Ursprünge. Diese wurden bewusst nach der Grafschaft Sussex benannt, in der sich zugleich Heathfield als das traditionelle Zentrum für Geflügelmast zwecks Versorgung vom Londoner Markt befindet. Im florierenden London wurde zu diesen Zeiten immer mehr Hühnerfleisch nachgefragt. In diesen drei Grafschaften gab es viele Geflügelzüchter, die diesen Bedarf bedienten.

Die eher ?planlosen? Zuchtanfänge der Sussex gehen auf die Anfänge des 19ten Jahrhunderts zurück. Gerade in den großen Hafenstädten wurden schwere asiatische oder andere fremde Hühnerrassen sehr früh heimisch. Auch in der Londoner Umgebung fingen die Züchter von ganz alleine damit an, die schweren Rassen in die heimischen Rassen oder die rasselosen Hühner einzukreuzen. Zum Teil geschieht dieses sehr gezielt oder wie beim Sussex ?planlos?.

In den drei Grafschaften flossen in die rasselosen Hühner einige der ältesten englischen Rassen und schwere Fleischrassen ein. Dennoch stellte sich keine homogene Linie ein, sondern mit jedem Hühnerhof fanden sich andere Hühner, es glich oft sogar keines dem anderen.

Erst Anfang des 20ten Jahrhunderts wurde das Problem erkannt, um eine Linie in die ?Hühnerschar? zu bringen. Zeitgleich wurden diese abfällig als ?Scheunentorhühner? betitelten Hühner bereits in andere Länder gebracht.

Entwicklung der Rasse Sussex

Bis zum Jahr 1903 war die Zucht der Rasse planlos. In die heimischen Rassen oder rasselosen Hofhühner wurden nach ?Lust und Laune? schwere Fleischrassen eingekreuzt. Bereits zu diesem Zeitpunkt überzeugten die Sussex Hühner mit ihrer Legefreudigkeit. Es flossen viele Rassen ein, die für die Mast sowie für die Legeleistung taugen.

Im Jahr 1903 sprach sich Mr. Edward Brown, eine für die Landwirtschaft bedeutende Person der Region, auf einer Versammlung von Landwirten in Lewes für diese Hühner aus. Es gäbe Southdown Schafe und Sussex Rinder, es gäbe aber kein Sussex Geflügel. Es wäre an der Zeit, aus den heimischen Hühnern eine einheitliche Hühnerrasse hervor zu züchten. Es wurde damit in England ein Club gegründet, der sich dieser Aufgabe von nun an stellte.

Ein Beweggrund für Mr. Edward Brown zur Linienzucht der ?Sussex? lag möglicherweise in der ersten englischen Geflügelausstellung im Jahr 1854, in der diese Hühner nicht in der Klassifizierung enthalten waren. Sussex wurden auch 1865 nicht als Rasse im ersten Book of Standrads aufgenommen.

?Sussex? wurde bereits als Begriff für Hühner aus der Region verwendet. Diese erschienen jedoch sehr unterschiedlich. Als gemeinsames Merkmal waren diese Hühner jedoch immer gut legend und leicht zu mästen. Deswegen gab es direkt zu Anfang bereits die Farbschläge bunt, hell und rot. Braun folgte kurz danach, gelb kam 1920 dazu, wenig später die weißen und als letzter Farbschlag die Silbergrauen. Für einige bunte Farbschläge wurden Cornisch Hühner eingekreuzt, die sich für Fleischrassen sehr gut eignen.

Bereits im November 1903 wurden diese Hühner offiziell als Hühnerrasse eingetragen, aus diesem Jahr stammen erste Darstellungen in der Literatur. Man nahm sich nur drei Monate Zeit, um einen Rassestandard aufzustellen. Erste Zuchtziele sahen vor, die gefiederten Beine und die fünfte Zehe verschwinden zu lassen. Bis zum Jahr 1903 flossen immerhin schon Brahmas, Cochin und silbergraue Dorkings ein, die ihre Spuren hinterließen.

In diesen Anfangszeiten der gezielten Zucht war Mr. Sharpe, der ab 1905 Clubvorsitzender war, maßgeblich beteiligt und gab der ganzen Zuchtbemühung immer wieder wertvolle Impulse sowie er Richtungen oder Strategien für die Zucht mit anderen Haltern ausarbeitete oder vorgab. Bereits früh zeigte sich, dass vor der Selektion für die Weiterzucht etwas Geduld notwendig ist, da die Sussex ihre positiven Eigenschaften erst ab einem gewissen Entwicklungsstand voll zeigen. Aber auch die aussortierten Tiere hätten ihren praktischen Nutzen. Mr. Sharpe verfasste 1920 eigens ein Buch über diese ersten Jahre der gezielten Zucht der Sussex, womit viele Details wie derartige Aussagen noch heute bekannt sind.

Neben der einheitlichen Linie wurden Sussex auf noch bessere Eigenschaften für die Haltung, die Legeleistung und Mastfähigkeit gezüchtet.

Heutige Bedeutung der Sussex Hühner

Die meisten einst als wirtschaftlich geltenden Hühnerrassen sind durch die heutige industrielle Hühnerhaltung aus dieser wirtschaftlichen Perspektive bedeutungslos. Das Sussex gehört nicht dazu, da seine Gene in die Entwicklung heutiger Hybridrassen einflossen, die für eine Generation eine sehr hohe Leistung bringen, in der Folgegeneration jedoch in ihren Eigenschaften zerfallen.

Außerdem ist das Sussex als Hühnerrasse noch immer eines der wirtschaftlichen Hühner. Es ist frohwüchsig, schnellreif, legt auch im zweiten Legejahr viele Eier und bringt einen guten Schlachtkörper. Zudem sind Sussex sehr leicht zu halten, werden schnell handzahm, trotzen auch dem deutschen oder englischen Wetter und sehen zugleich sehr gut aus. Sie eignen sich für Anfänger, Selbstversorger, Hobbyzüchter und professionelle Züchter, da es sich um sehr gute Ausstellungshühner handelt. Die Erhaltungszucht lohnt demnach auch für die Zukunft. Sussex waren im internationalen Vergleich weder sehr populär noch wurden sie vergessen, sondern bewegen sich unter den international gängigen Hühnerrassen immer im Mittelfeld der Beliebtheit.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Auch wenn das Sussex oder dessen Vorläufer bereits ab 1800 südöstlich von London entstanden ist, so kann von einer wirklichen Zucht erst ab 1903 die Rede sein. In England werden derzeit sieben, in Deutschland sechs Farbschläge anerkannt. Am gefragtesten sind die Farbschläge weiß?schwarzcolumbia und rot?schwarzcolumbia.

In England bildete sich 1903 ein Club, der diese Hühnerrasse in Linie brachte. In Deutschland entstand bereits 1907 ein Sonderverein, der die Sussex züchtete. Dieser in Hannover gegründete Sonderverein hielt bereits 1911 seine erste Sonderschau mit 111 Sussex-Hühnern in Quedlinburg ab. 1914 wurde im Verein der erste Bezirk gegründet. Von 1925 bis 1927 waren die hellen Sussex sogar eine anerkannte Wirtschaftsrasse. Mit der Teilung zwischen Ost und West gab es fortan bis zur Vereins-Wiedervereinigung am 11.11.1990 zwei deutsche Sondervereine der Sussex-Züchter. Mit dem 01.01.1991 ist es ganz offiziell der ?Sonderverein der Sussex und Zwergsussex Züchter?.

Nicht nur in England und Deutschland widmen sich professionelle Hühnerzüchter den Sussex. Neben der Großrasse ist inzwischen auch die Zwergform sehr gefragt oder sogar verbreiteter.

Zuchtziele der Sussex

Das Sussex-Zwiehuhn ist ein mittelgroßes bis großes, mittelhoch gestelltes Huhn. Von der Seite bringt es einen mittellangen, leicht rechteckigen Körper. Die Hennen sind gedrungener und damit rechteckiger als die Hähne, deren Körper von der Seite leicht Glockenförmig wirkt. Die Tiefe zur Länge soll im Seitenprofil 2 zu 3 betragen. Der Körper ist zudem breitgestellt mit flachen Schultern ausgebildet. Die Flügel liegen hoch und waagerecht flach an.

Mit der gewölbten Brust und dem gut entwickelten Bauch signalisiert die Henne, dass sie viele Eier legen wird.

Die Federn der Sussex sind mittellang. Der kurze und kompakte, aber breit ansetzende Schwanz der Henne ist eine Verlängerung der Rückenlinie, die leicht aufsteigt. Beim Hahn ist es dasselbe, nur dass die kurzen und gut gebogenen Sicheln, die Nebensicheln sowie der reichliche Behang am Hals weniger glatt anliegen als die restlichen Federn. Beim wildbraunen und grausilbernen Farbschlag werden die üppiger ausfallenden Sicheln höher getragen. Der Farbschlag kann damit zugleich über die Eigenschaften der Befiederung der Tiere Einfluss nehmen. Sussex haben weiche, eng anliegende Federn, die möglichst breit und voll sein sollen, aber keine Kissen bilden. Die Hennen bilden am gut entwickelten Legebauch flauschige Federn.

Der kleine und breite Sussex Kopf wird von einem leuchtend roten, stehenden Einfachkamm aus feinem Gewebe geziert, der vier bis sechsfach gezackt ist. Auch das unbefiederte Gesicht, die mittelgroßen Kehllappen und kleinen Ohrlappen sind leuchtend rot. Bei den Hennen sind diese Merkmale kleiner und blasser ausgebildet. Die Augen der Sussex sind oft blass bis kräftig orange, sollen jedoch rot erscheinen. Der hellhornfarbige Schnabel hat einen dunklen First. Die mittellangen, feinknochigen Läufe sind fleischfarben, die mittellangen Zehen werden gut gespreizt.