Hühner-Hof Logo

Sumatra Hühner

brütet gerne, robust, zutraulich, aggresiv

Steckbrief: Sumatra Hühner

Eier

53 g

Farbe der Eier: Weiß

Mindestgewicht für Bruteier

53 g

Legeleistung

120 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 1,8 - 2,25 kg, Hahn: 2,25 - 2,7 kg

Brutlust

90 %

Flugfähigkeit

90 %

Platzbedarf

90 %

Asil Kampfhühner und Sumatra Hühner

Asil Kampfhühner sind nicht grundlos sehr bekannt. Sie sind vermutlich die älteste typische Kampfhuhnrasse. Sumatra Hühner gehören zu ihren Ahnen.

Haltung

Sumatra Hühner zeichnen sich durch einen furchtlosen Charakter aus. Die Hähne reagieren auf andere Hähne aller Rassen aggressiv. Diese Hühnerrasse soll außerdem nicht mit anderen Hühnern gemischt gehalten werden.

Weiterhin haben Sumatra Hähne sehr große, fast auf dem Boden reichende Schwanzfedern. Sie richten sich zum Fliegen auf oder ecken mit den Federn an die Wände oder die Einrichtung an. Dadurch nehmen die Schwanzfedern mit der Zeit Schaden. Deswegen brauchen diese Hühner viel Platz. Am besten wäre also die Freihaltung oder ein sehr großes Gehege mit überdachter Stelle. Der Hühnerstall muss ebenfalls viel Fläche bieten sowie die Hühnerstange wenigstens auf einen Meter Höhe geplant werden soll.

Es geht beim Platz jedoch nicht allein um die Schwanzfedern des Hahnes, sondern um das Wohlbefinden der Tiere. Diese fühlen sich nur dann wohl, wenn sie wirklich viel Platz haben. Deswegen übernachten sie selbst bei Frost noch im Freien in einem Baum auf dem Ast und meiden den Stall.

Es handelt sich um sehr robuste Hühner, die gerne scharren. Die Hennen sind sehr gute Glucken. Die Küken werden jedoch nur langsam wachsen und sind erst spät geschlechtsreif.

Eine Besonderheit in der Haltung der Sumatra Hühner liegt in der Nahrung. Da diese Hühnerrasse ein besonders dichtes und üppiges Federkleid ausbildet, braucht sie viel mehr Proteine als normale Hühnerrassen. Handelsübliches Hühnerfutter wird deswegen nicht reichen, wenn nicht im Freilauf genügend proteinhaltige Nahrung gefunden wird. Wenn diese Hühner oder vor allem die Hähne nicht genügend Proteine finden, wird ihr Federkleid leiden.

Sumatra Hühner können zu den Zier- und Langschwanzhühnern, zu den Kampfhühnern, oder eben zu den Langschwanz-Kampfhühnern gerechnet werden. Dabei hat diese eher scheue Rasse unter den Hühnern einen Alleinstellungsmerkmal. Es sind durchaus Hühner, die auch für den Hahnenkampf taugen würden. Zum anderen sind es jedoch friedliche Hühner, die mit viel ruhiger Zuwendung zum Halter zahm werden können. Solange nicht zwei Hähne oder andere Hühnerrassen aufeinander treffen und Junghähne früh genug getrennt werden, muss dieser Hühnerrasse nur Ruhe gegönnt werden. Dann werden sie sehr friedlich bleiben. Es handelt sich jedoch nicht um Familienhühner für Kinder oder verspielte Hunde, da diese einfach viel zu hektisch sein können.

Wer doch einige Junghähne aufziehen möchte, kann sich einem erwachsenen Hahn bedienen. Die Junghähne würden bei beengtem Raum sehr schnell um die Rangordnung kämpfen. Der Althahn wird jedoch dazwischen gehen und somit für Ruhe sorgen. Da die Junghähne wachsen, werden sie nur den passenden Moment abwarten, um den Althahn und dann sich gegenseitig zur Strecke zu bringen. Deswegen müssen die Tiere rechtzeitig von einander getrennt werden. Junghähne auf viel Raum auf zu ziehen, kann ebenfalls Kämpfe vermeiden.

Eier und Legeleistung

Sumatra Hühner legen nur einige Monate im Jahr, schaffen es jedoch auf bis zu 120 Eier.

Bruteier sollen wenigstens 53 Gramm wiegen.

Die Besonderheit der Eier ist ihre weiße Schale. Die asiatischen Hühnerrassen haben durchweg braune oder farbige Eierschalen. Das Sumatra Huhn ist damit also eine Ausnahme.

Farbschläge

Schwarz, schwarz-rot und wildfarben werden in Deutschland durch den BDRG anerkannt. Ein smaragdgrüner Farbschimmer muss generell vorhanden sein. Weiterhin gibt es in Deutschland mit Yokohamas erzüchtete weiße und weiß-rote Farbschläge. Zudem gibt es einen blauen Farbschlag, dem der relevante Grünstich jedoch fehlt.

Gut zu wissen

  • Im Jahre 1890 wurden eigens auf Sumatra, Borneo und Java verwilderte Hühner beobachtet. Die Sumatra Hühner sind zum einen aus solchen verwilderten Haushühnern und aus Wildhühnern entstanden. Es handelt sich damit um die einzige noch lebende Hühnerrassen, die von Wildhühnern abstammt oder diese zumindest direkt in den Ahnen findet. Deswegen und wegen einiger ihrer Merkmale sind Sumatra Hühner als einzigartige Hühnerrasse zu betrachten.
  • 35 Jahre vor der Einfuhr der Sumatra Hühner nach England wurde der Hahnenkampf hier bereits verboten. In England und auch in anderen europäischen Ländern galten die Sumatra Hühner deshalb nie als beliebte Rasse, obwohl sie sich auf Ausstellungen gut macht.
  • Asil Kampfhühner sind nicht grundlos sehr bekannt. Sie sind vermutlich die älteste typische Kampfhuhnrasse. Sumatra Hühnern gehören zu ihren Ahnen.
  • Um 1980 wurde eine inzwischen anerkannte Zwergform der Sumatra Hühner erzüchtet. Es sind die Zwerg-Sumatra Hühner. Diese unterschieden sich allein durch ihre Größe zur Großrasse.

Die Hühnerrasse Sumatra Hühner

Die Ursprünge der Sumatra Hühner

Dem Namen nach stammen die Sumatra Hühner von Sumatra oder den Sunda Inseln in Indonesien. Wie alt diese Rasse ist, lässt sich nicht mehr genau klären. Vermutlich sind Ayam Kampongs verwildert und kreuzten sich mit einer Hühnerart der Gattung Gallus. Diese zweite Hühnerart war eine ursprüngliche Malaiische Hühnerrasse, die bereits ausgestorben ist.

Das Sumatra Huhn entstand also ohne den ?weißen Mann? in der neuen Welt und wurde sozusagen nur erneut domestiziert und dann vom ?weißen Mann? entdeckt. Diese Hühnerrasse wurde nie auf Legeleistung oder Fleischansatz gezüchtet, sondern ist heute noch sehr ursprünglich. Es ist zum einen ein sehr schönes Huhn, welches sich zum anderen auch für Hahnenkämpfe eignet.

Entwicklung der Rasse Sumatra

Mit der Entdeckung und Kolonialisierung der neuen Welt wurde auch die Inselgruppe des heutigen Indonesien nicht übersehen. Hier war das Sumatra Huhn vermutlich bereits in seiner heutigen Form zugegen, als der ?weiße Mann? kam. Im Jahr 1847 wurde es nach Amerika für Hahnenkämpfe importiert. Von hier erreichten die Sumatra Hühner im Jahr 1870 England. Im Jahre 1882 kamen die ersten Sumatra Hühner nach Deutschland.

Diese Hühnerrasse, die zu den ältesten noch lebenden Hühnerrassen der Welt gehört, wurde weder in der neuen noch in der alten Welt grundlegend weiter gezüchtet, sondern in ihren ursprünglichen Eigenschaften erhalten. Dennoch wurde und wird gezüchtet, sonst gäbe es heute nicht verschiedene Farbschläge. Der Ausgangsfarbschlag ist schwarz mit Grünstich.

Heutige Bedeutung der Sumatra Hühner

Kampfhühner spielen nicht nur in Deutschland eine untergeordnete Rolle, da sie schwer zu halten sind, ein hohes Aggressionspotenzial haben und Hahnenkämpfe aus gutem Grund verboten sind. Das Sumatra Huhn ist zugleich auch ein Zier- Langschwanzhuhn. Hier geht es also auch um die optische Wirkung. Weiterhin sind Sumatra Hühner eigentlich sehr friedlich, solange sie nicht mit anderen Hühnern gehalten werden und sich die Hähne nicht zu nahe kommen. Zudem sind es robuste Hühner.

Das Sumatra Huhn ist in der heutigen Zeit also ein Liebhaberhuhn für diejenigen, die sich an seiner Fasanen-Form und der Federpracht erfreuen. Ein weiterer Reiz besteht darin, dass es eine der ältesten noch lebenden Hühnerrassen der Welt ist. Es handelt sich damit um eine Hühnerrasse, die ein ?Zeitzeuge? aus längst vergangenen Tagen ist. Die Erhaltung besonders ursprünglicher und alter Rassen kann für die Erzüchtung neuer Rassen sogar noch sehr interessant sein.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Bereits 1906 wurde der britische Rassestandard für Sumatra Hühner formuliert. In Deutschland wurde im Jahr 1921 ein Sonderverein der Züchter der Sumatra, Zwerg-Sumatra, Yokohama und Zwerg-Yokohama unter noch anderem Namen gegründet. In verschiedenen Ländern gibt es also Zuchtstandards sowie eine professionell Erhaltungszucht betrieben wird. Dieses scheint zumindest in Deutschland sogar sehr notwendig zu sein, da der VHGW diese Hühnerrasse bereits auf die rote Liste gesetzt hat. Es handelt sich um den Verband der Hühner-, Groß- und Wassergeflügelzüchtervereine zur Erhaltung der Arten- und Rassenvielfalt e. V.

Da Sumatra Hühner in Ländern populärer sind, in denen Hahnenkämpfe erlaubt oder zumindest beliebt sind, gibt es in diesen auch größere Bestände. In wie weit zugleich eine professionelle Erhaltungszucht stattfindet, das wäre die andere Frage.

Zuchtziele der Sumatra Hühner

Im Körperbau kommen die Sumatra Hühner den Fasanen sehr nahe. Damit sind die Sumatra also keine typischen Hühner. Sie haben einen schlanken, langen und muskulösen Körper mit leicht abfallender Rückenlinie. Diese Hühner sind zudem mit langen Beinen und langem Hals im Verhältnis zu ihrer Körpermasse groß. Das kommt wegen der langen Schwanzfedern optisch jedoch nicht richtig zur Geltung.

Schwanz der Sumatra Hühner

Die Schwanzfedern gehen fast in einer Linie zum Rücken weiter und werden nur etwas nach oben gewinkelt. Die Schwanzfedern der Henne sind dabei gerade und lang. Bei den Hähnen sind die kräftigen Sicheln deutlich länger und fallen ab der Hälfte nach hinten ab. Durch die vielen Deckfedern wirkt der Hahnenschwanz noch buschiger. Sie berühren dabei fast schon den Boden.

Das Federkleid

Sumatra Hühner haben ein sehr dichtes und üppiges Federkleid, Hahn und Henne sind gleich gezeichnet. Die Schultern sind breit, die Flügel sind groß und kräftig. Sumatra Hühner haben schmale Köpfe mit kleinem Erbsenkamm, kleinen Ohrlappen und kleinen Kehllappen. Dieser Erbsenkamm, die Ohrlappen und die Kehllappen sollen wie das Gesicht purpurrot oder schwarz wirken. Im Gesicht sind nur einige sehr feine Federn. Je dunkler alles wirkt, um so besser ist dieses. Purpurrot wird auf Wettbewerben noch akzeptiert, schwarz ist das Ziel. Die Augen sollen groß und dunkel rot-braun wirken.

Die federlosen Läufe gehen farblich in olivgrün rein. Die vier gespreizten Zehen sind von unten gelb. Als Alleinstellungsmerkmal finden sich beim Sumatra Hahn häufig zwei oder sogar drei Sporne. Auch die Hühner können einen Sporn tragen. Bei anderen Hühnerrassen kommt generell nur ein Sporn beim Hahn vor.