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Thüringer Barthühner

kälteunemfindlich, werden schnell zutraulich, robust, gute Futtersucher

Steckbrief: Thüringer Barthühner

Eier

55 g

Farbe der Eier: Weiß

Mindestgewicht für Bruteier

53 g

Legeleistung

160 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 1,5 - 2 kg, Hahn: 2 - 2,5 kg

Brutlust

10 %

Flugfähigkeit

50 %

Platzbedarf

70 %

Internationale Bekanntheit

Wegen einer Hühnerausstellung in Frankfurt im Jahr 1903 mit vielen Thüringer Barthühner wurden diese Hühner in England sogar im ?Großen Werk über Geflügelzucht? von Edward Brown zum ?Liebling der deutschen Züchter? erklärt.

Haltung

Thüringen erreicht eine Höhe über den Meeresspiegel von 114 bis 983 Metern. Gerade in höheren Lagen ist das Wetter kühler. Der Entstehungsort Ruhla liegt auf einer Höhe von 440 bis 530 Metern. Thüringer Barthühner eignen sich demnach perfekt für diese und andere Regionen mit widrigen Wetterverhältnissen. Der Bart schützt die empfindlichsten Stellen am Huhn vor Erfrierungen sowie der einfache und gleichmäßig gezackte Kamm maximal mittelgroß wird.

Weiterhin haben Thüringer Pausbäckchen ein anliegendes und dichtes Gefieder. Sie brauchen lediglich einen Hühnerstall, der sie vor Zugluft schützt. Eine luftige Bretterkiste reicht also nicht, die Ecken müssen dicht sein.

Neben der Wetterhärte bringen die aktiven und kecken Thüringer Barthühner eine sehr gute Futterverwertung mit. Die leichten Hühner müssen immerhin nicht viel Fleisch ernähren und können die Energie in die Eierproduktion stecken. Sie müssen im Sommer nur wenig, im Winter wegen der Futterknappheit reichlicher gefüttert werden. In der warmen Jahreszeit suchen sie den Großteil des Futters selber. Sie brauchen aber auch unabhängig vom Futter viel Bewegung.

Wer einen Freilauf einzäunt, soll eine große Fläche und einen hohen Zaun wählen, damit die Hühner drinnen bleiben und genug Fläche zum Scharren haben. Bei zu wenig Raum fangen die Hühner mit dem Federpicken an und rupfen einander zuerst die Bärte.

Spezielle Tränken und Futternäpfe für Bart- und Haubenhühner wären ein Vorteil, damit die Bärte sauber und trocken bleiben. Gerne wird Weichfutter angenommen. Es soll allerdings nur trockenes Futter gegeben werden, da feuchte Reste leichter in den Bärten hängen bleiben und damit zum Federpicken anregen.

Die friedlichen und schnell zähmbaren, aber leicht erregbaren Hühner prägen ein lebhaftes Temperament aus, das viele Halter anspricht, für Kinder aber vielleicht zu lebhaft ist. Im Allgemeinen sind Thüringer Barthühner sehr robuste und friedliche Hühner, die sich überwiegend selber versorgen, schön aussehen und viele Eier legen. Sie brauchen lediglich viel Auslauf und einen trockenen sowie dichten Hühnerstall.

Eier und Legeleistung

Ursprünglich ging es den Haltern der Thüringer Barthühner um die vielen Eier. Die Legeleistung nahm jedoch ab, als diese schönen Hühner nur noch auf ihre Erscheinung optimiert wurden. Mit immerhin 160 weißen Eiern legt das Thüringer Pausbäckchen auch heute noch sehr gut.

Das Mindestgewicht für Bruteier beträgt 53 Gramm.

Die Eier erreichen ein Gewicht bis 55 Gramm.

Die Hennen dieser Rasse werden nicht oft brütig, womit sie über das Jahr hinweg die Zeit zum Eierlegen nutzen.

Küken

Thüringer Barthühner sind friedliche Hühner, die schnell zutraulich werden. Sie kommen jedoch nur selten in Brutstimmung.

Die Küken sind frohwüchsig und sehr unkompliziert, solange sie nicht zu spät im Jahr schlüpfen.

Farbschläge

Heutige Farbschläge in Deutschland, die bereits im Jahr 1910 anerkannt waren:

  • gelb
  • gold-schwarzgetupft
  • weiß
  • chamois-weißgetupft
  • rebhuhnfarbig
  • silber-schwarzgetupft
  • schwarz
  • gesperbert
  • blau-gesäumt

Im Jahr 2016 zählt die Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland (TGRDEU) für die neun anerkannten Farbschläge 138 Züchter mit zusammen 1081 Hennen und 253 Hähnen. Die getupften, der rebhuhnfarbige und der schwarze Farbschlag kommen jeweils auf über 100 oder sogar über 200 Zuchthennen. Die anderen Farbschläge liegen bei gut 50 und nur die gesperberten bei gut 30 Zuchthennen. Die Bestandszahlen aller Farbschläge nahmen ab 2000 um ein Drittel ab, blieben aber ab 2008 relativ stabil.

Der schwarze Farbschlag gilt als am besten durchgezüchtet. Wer als unerfahrener Züchter beginnen möchte, hat es hier einfacher, da die Küken mit höherer Wahrscheinlichkeit den Rassestandards entsprechen werden. Das Schwarz soll einen Grünlack ausprägen, es dürfen keine violetten Streifen auftreten.

Der weiße Farbschlag ist deswegen schwieriger, da hier zu oft ein Gelbschimmer durchkommt. Es ist nicht leicht, auf reinweiß zu züchten.

Beim blauen Farbschlag wird ein mittlerer Blauton mit schwarzem Federsaum angestrebt. Dieser Farbschlag ist spalterbig. Es kommen zu 50% schwarze und ebenso viele schmutzig weißen Tieren hervor. Werden diese wieder verpaart, kommen wieder Blaugesäumte heraus.

Der gelbe Farbschlag soll ein sattes Gelb aufweisen und ist in gutem Zustand. Damit das Gelb zur Geltung kommt, muss auf das helle Untergefieder geachtet werden.

Beim gesperberten Farbschlag ist wie auch bei anderen Hühnerrassen die Henne dunkler als der Hahn. Beim Hahn sind die hellen und dunklen Streifen auf den Federn gleich breit, bei der Henne sind die dunkleren Streifen breiter.

Die getupften Farbschläge sind für den Züchter besonders anspruchsvoll, da es auf gleichmäßige Tupfen ankommt. Um die Silber-Schwarzgetupften musste über Jahre gekämpft werden sowie die Chamois-Weißgetupften sogar für 40 bis 50 Jahre als verschollen galten, bis sie 1983 in Viernau wieder auf einer Hühnershow bewundert werden konnten.

Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass es die Rebhuhnfarbigen einst gab, die bereits 1907 als verschwunden galten. Anfang der 50er Jahre wurden sie mit Altsteirer, Welsumer, rebhuhnfarbigen Rheinländern und gold-schwarzgetupften sowie schwarzen Thüringer Barthühner neu erzüchtet. 1956 wurden diese Hühner das erste Mal präsentiert, 1957 fanden sie sich bereits auf der Landesshow in Eisenach.

Mehrere der einstigen Farbschläge gingen mit der Zeit wieder unter.

Gut zu wissen

  • Wegen einer Hühnerausstellung in Frankfurt im Jahr 1903 mit vielen Thüringer Barthühner wurden diese Hühner in England sogar im ?Großen Werk über Geflügelzucht? von Edward Brown zum ?Liebling der deutschen Züchter? erklärt.
  • Thüringer Barthühner brauchen viel Auslauf und fühlen sich in beengten Situationen unwohl. Werden sie auf Ausstellungen in beengten Käfigen zur Show gestellt, nehmen sie eine andere Körperhaltung an. Die Brust wirkt flacher, der Schwanz schmaler sowie die Hühner etwas aufrechter stehen und die Flügel leicht runter hängen. Dadurch wird der Preisrichter irritiert und wird schlechtere Wertungen erteilen. Deswegen wird empfohlen, die Thüringer Barthühner bereits vor den Ausstellungen für ein paar Stunden am Tag an die kleinen Käfige zu gewöhnen, damit sie eine natürlichere Haltung einnehmen.
  • Einst gab es auch Gelbgetupfte, Silberhalsige, Tollbunte oder Mohrenköpfige Farbschläge. Die Gelbgetupften entsprangen den Goldgetupften als zu helle Exemplare. Die Silberhalsigen sahen aus, wie die rebhuhnfarbigen, nur in Silber. Tollbunt steht hier für drei- oder porzellanfarbig. Die Tollbunten scheinen nie ein ?ins reine gezüchteter? Farbschlag gewesen zu sein. Hier wurden vermutlich Orloff zur Verbesserung der Bärte eingekreuzt, womit für den ersten Moment die Tollbunten rauskamen. Zu den Mohrenköpfen finden sich nur vage Anhaltspunkte, dass es sie einst gegeben hat. In den Niederlanden vorgefundene Tiere wurden vermutlich mit mohrenköpfigen Eulenbarthennen verwechselt sowie es keine stimmigen Belege gibt, dass es mohrenköpfige Thüringer Barthühner jemals in Ruhla oder der Umgebung gab. Dieses kann sein, muss es aber nicht.
  • Neben der Großrasse gibt es auch die Thüringer Zwerg-Barthühner.

Die Hühnerrasse Thüringer Barthühner

Die Ursprünge der Thüringer Barthühner

Das Thüringer Barthuhn entstand mit hoher Sicherheit in der Kleinstadt Ruhla, welche im westlichen Teil des Thüringer Waldes liegt. Bereits im Jahr 1750 scheint es hier bärtige Haubenhühner gegeben zu haben. Es kann heute nicht mehr exakt geklärt werden, aus welchen Hühnerrassen die Thüringer Barthühner, die bis 1934 als Thüringer Pausbäckchen bekannt waren, entstanden oder erzüchtet wurden. Es handelt sich um eine der ältesten deutschen Haushuhnrassen und eine der ältesten Landhuhnrassen.

Es gibt zur Entstehung zwei Theorien: Im 30jährigen Krieg wurden viele Regionen vom heutigen Deutschland oder angrenzende Regionen verwüstet und auch entvölkert. Im Jahr 1621 erreichten Flüchtlinge aus Böhmen und Mähren Thüringen. Es handelte sich um Bauern, die vermutlich auch ihr Vieh mitbrachten. Böhmische Landhühner mit Bart, die teils auch eine Haube trugen, werden dazu gehört haben. Sie siedelten sich zum Großteil im Thüringer Wald in der Region von Ruhla und Steinbach an. Diese Hühner werden sich vermutlich unbeabsichtigt mit den Otterköpfchen aus West-Thüringen gemischt haben. Diese Haushuhnrasse ging schließlich ganz in die Thüringer Barthühner über und starb damit aus.

Die andere Theorie zur Entstehung: Mit dem Import von Meerschaum zur Produktion von Meerschaumpfeifen in Thüringen aus Kleinasien und der Krim könnte das gold- und silbergetupfte bärtige Pawlowa Huhn, welches aus Südrussland stammt, in die Region gekommen sein. Dieses hat sich dann mit den einst gehaltenen Paduanern und dem Thüringer Otterköpfchen gemischt.

Weitere Theorien besagen, dass auch Houdan Hühner zu den Ahnen der Thüringer Pausbäckchen gehörten oder dass es sie zuerst nur in dem Städtchen Ruhla gab.

Als gesichert gilt zumindest, dass Thüringer Barthühner bereits zu Beginn des 19ten Jahrhunderts in Ruhla und der Umgebung in Reinzucht gehalten wurden. Deswegen wird als Entstehungszeitpunkt für diese Hühnerrasse vielfach ?Anfang des 19ten Jahrhunderts? genannt.

Entwicklung der Rasse Thüringer Barthühner

In beiden bereits genannten Entstehungstheorien entstand das Thüringer Barthuhn durch das Einschleppen einer anderen Hühnerrasse, die sich mit den bereits heimischen Hühnerrassen kreuzte. Dieses geschah zuerst vermutlich per Zufall, bis das schöne Huhn den Haltern aufgefallen ist und gezielt weiter gezüchtet wurde. Zuerst ging es um die Legeleistung, später um das schöne Zierhuhn.

Der Forstrat Hohann Mattheus Bechstein verfasste die ?Gemeinnützige Naturgeschichte Deutschlands? und erwähnte damit bereits 1793 verschiedene Barthühner ohne Haube, die schöne Färbungen aufwiesen. Diese fand er in Ruhla im Thüringer Wald. Die Vermutung lautete, dass diese Hühner in dieser Region schon seit langem oder seit Jahrhunderten gehalten wurden. Das ist die älteste nachgewiesene, authentische und bekannte Beschreibung der Thüringer Pausbäckchen.

Um 1880 soll es bereits 20 rein gezüchtete Zuchtstämme vom Thüringer Pausbäckchen gegeben haben sowie ein Verein gegründet wurde, der diese Hühnerrasse in der näheren Region etablierte. Es gab sogar regelmäßig Berichte in Fachzeitschriften. Im Jahr 1882 erschien im ?Geflügelhof? die vermutlich erste Abbildung dieser Hühner, es handelte sich um den Farbschlag ?silberbunte Pausbäckchen?. Zu dieser Zeit wurden die ersten Tiere auf Ausstellungen gezeigt. Im Jahr 1890 wurde im ?Katechismus der Geflügelzucht? durch Bruno Dürgen von diesen Farbschlägen berichtet: schwarz, weiß, blau, gelb, sprenkel, gold-silber- und chamoisgetupft, Mohrenköpfe (Pausbäckchen mit schwarzem Kopf und schwarzem Schwanz)

Die Vermutung liegt nahe, dass spätestens ab der Vereinsgründung im Jahr 1880 mit einer gezielten Zucht nach Rassestandards begonnen wurde. Ein handgeschriebener Rassestandard wurde in Ruhla im Jahr 1898 mit 11 Unterschriften sogar anerkannt. Es werden hier bereits 11 Farbschläge genannt: schwarz, weiß, gelb, blau, blausperber, gold, silber, chamoisgetupft, rebhuhnfarbig, silberhalsig, mohrenköpfig.

Wenn das Thüringer Barthuhn sich auch nie überregional durchsetzen konnte, so war es im westlichen Teil des Thüringer Waldes bald alltäglich. Die Züchter brauchten also nur zum Nachbarn oder noch ein paar Häuser weiter gehen, um zwei Frischeier gegen ein Brutei zur Auffrischung der Blutlinie zu tauschen. Die Hühnerhaltung war einst in der kleinen Landwirtschaft ein gängiger Nebenverdienst: Die Handwerker oder einfachen Lohnarbeiter schufteten bis zu 16 Stunden am Tag, sowie die Familie zusätzlich einen Gartenbau mit etwas Viehhaltung betrieb, um über die Runden zu kommen.

Heutige Bedeutung der Thüringer Barthühner

Thüringer Barthühner sind sehr schöne und wetterharte Hühner, die jedoch nur gerade eben eine mittlere Größe erreichen und damit vorwiegend als Lege- und Zierhuhn gehalten wurden. Mit der Gründung vom Sonderverein für Thüringer Barthühner im Jahr 1880 wurden aus Eitelkeit Fehler gemacht, mit denen die Legeleistung abnahm. Die Kriterien an die Erscheinung wurden so hoch angelegt, dass viele Züchter das Interesse verloren und Selbstversorger auf andere Hühner mit besserer Legeleistung ausgewichen sind. Damit waren Thüringer Backenbärtchen als Nutzhühner nicht interessant, konnten sich als diese nie überregional etablieren und wurden vorwiegend in Thüringen in der Region von Ruhla gehalten. Es gelang später, über die Region hinaus in Deutschland Züchter für diese heimische und alte Hühnerrasse zu gewinnen.

So ging es mit dem Thüringer Barthuhn schon zu Zeiten vom ersten Weltkrieg bergab und es starb nach dem zweiten Weltkrieg fast aus. Einige engagierte Züchter erhielten es in der kritischen Phase für die Nachwelt. Mit dem geteilten Deutschland wurde es dann in zwei getrennten Vereinen, die im Geheimen zusammengearbeitet haben, erhalten. Mit der Wiedervereinigung wurden aus beiden Vereinen wieder der eine Sonderverein für Thüringer Barthühner.

Bereits ab den 70er Jahren gewann diese heimische Hühnerrasse in Ost und West zeitgleich an Beliebtheit. Es geht um den Erhalt einer der ältesten deutschen Hühnerrassen und auch um das schöne Zierhuhn, welches für Ausstellungen taugt. Thüringer Barthühner sind sogar eine der ältesten Landhuhnrassen. Dass diese Hühner bis zu 160 Eier im Jahr legen, macht es auch für Selbstversorger interessant. Es ist zugleich ein Huhn, welches sich auch bei kaltem Wetter mit frostigen Wintern wohl fühlt und sich besonders für harte Wetterlagen eignet, wo es andere Hühnerrassen schwer haben. Der Kamm vom Thüringer Pausbäckchen ist immerhin maximal von mittlerer Größe sowie die noch empfindlicheren Kehllappen zurück gezüchtet und diese Stellen durch den Bart vor Erfrierungen geschützt werden.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Thüringer Barthühner sind sehr hübsche, knapp mittelgroße sowie edle Landhühner, die zudem sehr leicht zu halten sind und auch kalte Winter überstehen. Heute werden sie als Zierhuhn gehalten und gezüchtet. Es gibt seit 1880 den Sonderverein zur Erhaltung der Thüringer Barthühner und Thüringer Zwerg-Barthühner e.V.

Noch heute ist das Kerngebiet der Verbreitung West-Thüringen. Der Sonderverein hat jedoch dazu beigetragen, dass es deutschlandweit Züchter gibt. Auch in anderen Ländern kann es vereinzelt Züchter geben. Als Wirtschaftshuhn hat es das Thüringer Barthuhn nie über die Grenzen von West-Thüringen hinausgeschafft. Als Zierhühner werden sie vereinzelt gezüchtet, womit sie sich auf vielen Geflügelausstellungen finden.

Es kann in Deutschland von einer professionellen und gezielten Erhaltungszucht gesprochen werden, mit der das Thüringer Pausbärtchen derzeit nicht vom Aussterben bedroht ist.

Zuchtziele der Thüringer Barthühner

Thüringer Barthühner weisen als edle Landhuhnform eine leicht abfallende Haltung auf. Der Körper ist mit breiten Schultern gedrungen und prägt eine volle Brust und Bauchpartie aus. Gerade die Hennen sind mit niedrigerem Stand, gewölbter breiter Brust und vollerem Bauch als gute Legehennen schnell zu erkennen. Sie sollen einen Rücken ohne Polster ausbilden. Diese gut gerundeten Landhühner weisen walzenförmige Körperlinien auf und tragen den Rumpf fast waagerecht. Der Körper soll auf Höhe vom Flügelansatz am breitesten sein.

Der Bart der Thüringer Barthühner

Der Bart der Thüringer Barthühner soll nicht zu groß werden, um seine geschlossene, längliche und gerundete Form zu behalten. Der Bart geht seitlich in Pausbacken über, mit denen die Ohrscheiben verdeckt werden. Diese Pausbacken sollen bis zu den Augen hoch gehen. In keinem Fall darf der Bart eine Teilung aufweisen, es muss gerundet sein.

Kopf und Hals

Die Kehllappen sollen möglichst klein bleiben oder nicht vorhanden sein und vom Bart überdeckt werden. Der leicht gebogene Hals ist kurz, gedrungen und wirkt nach hinten verdickt. Der volle Halsbehang soll sich bei mehrjährigen Hennen zur Federkrause ausbilden. Genetisch liegen Bart und Halskrause eng beieinander. Hennen, die bereits im ersten Jahr die Halskrause ausprägen, vererben hübsche Bärte und Schwänze. Beim Hahn wirkt die Halsbefiederung leicht abgesetzt sowie er meist nicht den vollen Bart wie die Henne bildet.

Der leuchtend rote Stehkamm ist kaum mittelgroß, die Fahne der Henne darf etwas zur Seite neigen. Das Gesicht vom mittelgroßen Kopf muss rot sein, wird durch die Pausbäckchen jedoch leicht verdeckt. Die Farbe vom Schnabel, den großen Augen oder auch den Läufen variiert je nach Farbschlag.

Um über Generationen schöne Bärte weitergeben zu können, soll es im Zuchtstamm immer Hennen mit kleineren, aber sehr gut geformten Bärten geben. Auch beim Hahn soll sehr auf die perfekte Form vom Bart geachtet werden. Weiterhin sollen Zuchthähne keine, oder möglichst kleine Kehllappen mitbringen. Wenn nur Zuchttiere mit großen Bärten verwendet werden, treten in den nächsten Generationen Tiere mit offenen Schnäbeln oder Kreuzschnäbeln auf. Hähne mit zu steil getragenem Schwanz vererben den Hennen einen zu kurzen Rücken. Weiterhin soll der Hahnenkamm maximal von mittlerer Größe sein.