Hühner-Hof Logo

Dresdner

winterleger, kälteunemfindlich, zutraulich, anfängerfreundlich

Steckbrief: Dresdner

Eier

60 g

Farbe der Eier: Gelb-Braun

Mindestgewicht für Bruteier

55 g

Legeleistung

180 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2 - 2,25 kg, Hahn: 2,75 - 3 kg

Brutlust

30 %

Flugfähigkeit

20 %

Platzbedarf

50 %

Haltung

Dresdner Hühner sind Zwiehühner mit besonders guter Futterverwertung, welche auch im Winter sehr gut legen. Nasses oder kaltes Wetter macht den Hühnern kaum etwas aus. Diese Hühnerrasse ist zum Menschen sehr zutraulich und auch untereinander weitgehend friedlich.

Werden die Hähnchen zusammen aufgezogen, vertragen sie sich. Ansonsten verteidigen sie ihr Revier, können sich aber meist unblutig auseinandersetzen. Auch die Hennen klären ihre Rangordnung und neigen zum Futterneid. Beim Federpicken sollte umgehend für mehr Platz oder mehr Abwechslung im Stall und Auslauf gesorgt werden.

Der Hühnerstall soll im Übrigen hell, winddicht, trocken und sauber sein. Dresdner brauchen keinen unbegrenzten Auslauf, sie brauchen aber dennoch im Stall und Auslauf etwas Platz.

Die adulten Tiere erhalten kein Weichfutter, da sie sonst schnell verfetten und dann ihre Leistung einbüßen. Das jeweilige Futtermehl kann immer unbegrenzt gegeben werden, zum Abend kann eine Hand voll Getreidekörner in das Streu gegeben werden, damit die Hühner eifrig scharren. In der kalten Jahreszeit können Dresdner gut im Stall gehalten werden, etwas Grünfutter und Muschelgrit wären eine sehr gute Ergänzung zum Futtermehl.

Die Hennen sollen etwas weniger Energie im Futter als die Hähne in der voneinander getrennten Aufzucht erhalten. In dieser Aufzucht soll das Wachstum ohne Unterbrechung fortlaufen, damit helle Streifen im Gefieder vermieden werden. Weiterhin soll das Junghennenmehl nicht von einem Tag zum anderen gegen das Legemehl ersetzt werden, da sonst eine Halsmauser einsetzen könnte. Möhren mit etwas Öl kann die Farbe der Läufe verbessern, Paprika soll hingegen gemieden werden, da es das Federkleid einiger Farbschläge beeinflusst.

Dresdner sollen natürlich nicht das ganze Jahr ausschließlich im Stall gehalten werden. Wer den Freilauf begrenzen muss, dem reicht eine Zaunhöhe von 1,5 Metern. Dresdner fliegen nur ungerne, womit man den Jungvögeln schon das Auffliegen auf die Sitzstange beibringen muss. Sie werden entweder auf diese gehoben oder für einige Tage werden Adulte Tiere zu den Jungvögeln gegeben. Die weitere Aufzucht soll jedoch zu diesen getrennt erfolgen.

Größe der Dresdner Hähne

Für die Zucht sollen die Eltern genau ausgewählt werden. Es sind nicht ausschließlich die größten Hennen und Hähne zu wählen, da das Dresdner ein mittelgroßes Huhn ist und die großen Exemplare nicht nur zu groß sind. Sie verlieren auch die harmonische Erscheinung der Dresdner.

Eier und Legeleistung

Besonders gute Legehennen kommen auf über 220 gelbbraune Eier, sie werden jedoch kaum brütig. Die Eier eignen sich allerdings für die Kunstbrut. Es sollen keine Eier mit spitzem Ende oder poröser Schale für die Nachzuchten verwendet werden.

Bruteier sollen mindestens 55 Gramm wiegen und können bis zu 14 Tage im kalten Raum gelagert werden, sollen aber ein bis zweimal am Tag gewendet werden. Vor dem Brutapparat sollen sie einen Tag im geheizten Raum liegen.

Der Futterbedarf guter Legehennen auf 100 Gramm Eigewicht liegt bei ca. 360 Gramm.

Küken

Die Küken der Dresdner sind derart frohwüchsig, dass sie kein Weichfutter, sondern nur das entsprechende Kükenmehl erhalten sollen. Weichfutter führt bei Dresdnern Küken zu bauschigem Gefieder, welches nicht auftreten soll. Etwas feiner Aquarienkies im Futter oder eine Schale Sand helfen den Küken bei der Verdauung. Eine Wärmeplatte oder ein Wärmestrahler schaden nicht, eine Infrarotlampe jedoch schon, da die Küken unentwegt weiter fressen. Sie wachsen dann zu schnell und die Knochen kommen nicht mehr mit, womit es zu Verformungen kommt. Die Küken neigen nicht zum Federpiken und bilden ihre Federn schnell aus.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge

  • braun
  • schwarz
  • weiß
  • rost-rebhuhnfarbig
  • braun-blaugezeichnet

Braune Dresdner

Der Hahn bildet schwarze, glänzende Sicheln aus, bei den Hennen ist der Schwanz teils schwarz, teils braun. Die Hennen haben einen sehr gleichmäßigen Braunton, der jedoch zum Hintern heller wird. Der Hahn hat am Hals und Sattel ein glänzendes goldbraun, die Flügel wirken dunkler braun. Die Brust, der Bauch und Hintern sind heller braun. Dieser Farbschlag ist sehr stabil durchgezüchtet und damit für unerfahrene Züchter einfacher.

Schwarze Dresdner

Das Gefieder soll satt schwarz sein und Grünglanz aufweisen. Das Untergefieder wird beim Hahn heller, bei den Hennen nicht.

Weiße Dresdner

Noch nicht durchgemauserte Tiere dürfen einen Gelbstich aufweisen. Für Ausstellungen muss das ganze Federkleid weiß sein. Da die weißen Farbschläge für Züchter und Aussteller schwieriger sind, gibt es keine hohe Population von weißen Dresdnern.

Rost-rebhuhnfarbige Dresdner

Vom Farbschlag kommen sie den rost-rebhunfarbigen Welsumern gleich. Beim Hahn sind Kopf- und Halsbehang goldbraun, Flügeldecken und Rücken rotbraun und der Sattel rot- bis goldbraun. Brust und Schenkel weisen dreigeteilte Federn auf, die nach unten grauschwarz, in der Mitte mattbraun sind und in einen schwarzen Tupfen enden. Die Bereiche erscheinen also schwarz mit braunen Flecken. Die Steuerfedern sind schwarz, die Sicheln schwarz mit Grünglanz.

Die Hennen haben einen rotbraunen Halsbehang, der unten goldbraun wird und schwarze Schaftstriche aufweist. Dann überwiegt ein rostrot wobei die Armschwingen braun sind, die Handschwingen mattschwarz mit braunen Außenrand. Schenkel und Bauch sind bräunlich, der Schwanz schwarz. Einzelne Federpartien können eine schwarze Pfefferung und andere Besonderheiten aufweisen.

Diesen Farbschlag zu treffen ist für den Züchter leichter, als die Form vom Dresdner Huhn, da dieser Farbschlag zu oft den Körperbau der Welsumer annimmt.

Braun-blaugezeichnet

Diese Hühner sind ähnlich den braunen Dresdnern. Die Hähne haben jedoch beim Halsbehang im Untergefieder blau gezeichnete Federn. Auch im Untergefieder der Flügel sowie bei den Hennen die Schwanzfedern sind blau gezeichnet. Es ist ein helles oder gewöhnliches Taubenblau. Die Schwanzfedern der Hennen weisen einen braunen Saum auf.

Gut zu wissen

  • Alfred Zumpe brauchte bereits in den Anfangsjahren für seine neue Hühnerrasse auch Rassestandards, mit denen die Preisrichter auf den Geflügelmessen Wertungen abgeben konnten. Adalbert Kohlmann war Obmann der zentralen Zuchtkommission und half mit seiner Erfahrung.
  • Dresdner Hühner sind den New Hampshire ähnlich, müssen sich in der Statur jedoch deutlich zu dieser Hühnerrasse unterschieden. Der goldbraune Farbschlag wurde sogar in braun umbenannt, da durch das wiederholte Einkreuzen der New Hampshire beide Hühnerrassen zu ähnlich wirken. Weiterhin hat der ?goldbraune? Farbschlag immer einen ?Dreiklang? aufzuweisen, bei dem das Hals-, Sattel- und Mantelgefieder sich farblich zueinander unterscheiden. Bei den braunen Dresdnern soll die Halsfarbe jedoch der Sattelfarbe sehr nahekommen, womit es kein goldbrauner Farbschlag sein kann.
  • Die neue Hühnerrasse sollte zuerst ?Braune Sachsenhühner? heißen und wurden doch ?Neue Dresdner? und schließlich ?Dresdner? getauft, da das zerbombte Dresden als Heimatstadt von Alfred Zumpe sich gerade im Wiederaufbau befand.
  • Siegmar Zumpe als Sohn des Erzüchters der Großrasse erzüchtete die Zwerg-Dresdner. Diese gibt es in den Farbschlägen braun, schwarz, weiß, rost-rebhuhnfarbig und gesperbert. Der erste Farbschlag wurde in der DDR 1958 und in der BRD 1967 anerkannt.

Die Hühnerrasse Dresdner Hühner

Die Ursprünge der Dresdner Hühner

Dem Namen nach entstanden die Dresdner Hühner in der Gegend von Dresden oder eben dessen Stadtrand. Ein anderer Punkt ist jedoch ausschlaggebend. Alfred Zumpe geriet im zweiten Weltkrieg in britische Kriegsgefangenschaft und verbrachte die Zeit bis 1948 auf einem Geflügelhof. Hier erhielt er tiefe Einblicke in das Können britischer Geflügelzüchter. War der zweite Weltkrieg für viele Hühnerrassen ein Desaster, so war diese Kriegsgefangenschaft doch der Punkt, an dem Alfred Zumpe den Entschluss fasste, ein eigenes Leistungshuhn zu erzüchten. Direkt aus der Gefangenschaft nahm er Eier von erstklassigen New Hampshire Zuchthennen mit in die Heimat.

In dieser Heimat fand Alfred Zumpe noch die Reste seiner eigenen Hühnerhaltung vor. Nachdem er mit ersten Ausstellungen erfolgreich war, konnte er Mitstreiter für einen breiteren Zuchtstamm gewinnen. Nach der Anerkennung als Rasse im Jahr 1955 gab es 1956 einen Zeitungsbericht, der auch in Westdeutschland gelesen wurde. Von nun an wurden die Dresdner auch im Westen gezüchtet. Hans Englert hat maßgeblich zur Verbreitung und zur Gründung vom Sonderverein im Westen beigetragen.

Entwicklung der Rasse Dresdner

Alfred Zumpe wollte bei seiner Heimkehr aus der Gefangenschaft Hühner mit hoher Leistung und sehr guter Vitalität erzüchten. Diese sollten einen Rosenkamm haben, um gegen Erfrierungen geschützter zu sein. Diese Hühner sollten zudem schnell wachsen, schmackhaftes Fleisch ansetzen, viele Eier legen und auch das Auge erfreuen.

Aus Britannien wurden Bruteier der New Hampshire mitgebracht, ausgebrütet und mit einer älteren Wyandottenhenne gekreuzt. Es wurden weitere Hühnerrassen gezielt eingekreuzt, auch um später die anderen Farbschläge zu erzüchten. Rhodeländer flossen bereits früh ein, auch White Rocks finden sich in den Dresdnern. Für den schwarzen Farbschlag wurden neben den braunen Dresdnern schwarze Plymouth Rocks, Barnevelder, sowie Wyandotten verwendet.

Von 1948 dauerte es bis 1953, bis die ?Goldbraunen neuen Dresdner? auf einer Ausstellung präsentiert werden konnten. Es war die Kreisschau in Reichsberg, auf der Alfred Zumpe auch Spott erntete. Er konnte dennoch einige erfahrene Züchter für seine Dresdner begeistern. Ein größerer Bestand und mehr Erfahrung tat den Dresdnern gut, die Alfred Zumpe nun auf jeder größeren Ausstellung in der DDR präsentierte, bis dann auf der Großschau in Leipzig 1955 die Anerkennung für die Goldbraunen erfolgte. Diese später in ?braune? umbenannten Dresdner sind noch immer der typische Farbschlag dieser Hühnerrasse.

Bereits in diesem Jahr wurden zehn Hennen zur Hühnerleistungsprüfung gegeben und machten den zweiten Platz. 1957 machten sie mit 211,1 Eiern je Henne bei sehr guter Futterverwertung den ersten Platz. Da sie gute Winterleger sind und das Eigewicht reichte, wurden sie in das Eliteleistungsbuch eingetragen. Hier haben sie inzwischen mehrere Einträge. Da Dresdner auch als Tafelhuhn taugen, waren sie schnell in Ost und West bekannt und beliebt.

In der Zucht wurde eine weiße Wyandotte eingekreuzt, womit zuerst im braunen Farbschlag ständig weiße Dresdner auftraten. Alfred Zumpe hat diese aussortiert und zum weißen Farbschlag weiter gezüchtet. Dieser wurde 1961 in der DDR, 1964 in der BRD anerkannt. Der schwarze Farbschlag wurde ab 1970 in der BRD erzüchtet und in dieser 1975 anerkannt. Es gibt noch rost-rebhuhnfarbige sowie braun-blaugezeichnete Dresdner.

Heutige Bedeutung der Dresdner Hühner

Die Dresdner wurden einst allein auf Leistung und Vitalität erzüchtet und sollten möglichst auch gut wirken. Da die Hühner gegenüber den Hybridhühnern heute nicht mehr wirtschaftlich sind, geht es vielen Züchtern vordergründig um das schöne Ausstellungshuhn. Dennoch haben auch viele Hobbyhalter und Selbstversorger ihre Freude an den Dresdnern. Das helle Fleisch ist nicht faserig und weist einen sehr guten Geschmack auf. Aber gerade die Legeleistung mit 180 Eiern sticht hervor. Zugleich sind es zum Menschen zutrauliche Hühner.

Dresdner können als eine der besten Hühnerrassen, die nach dem zweiten Weltkrieg erzüchtet wurden, bezeichnet werden.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

1960 wurde der ?Sonderverein der Züchter der Dresdner und deren Zwerge? auf der Nationalen in Frankfurt am Main auf Bemühung von Hans Englert in Westdeutschland gegründet. 1974 wurde er auf ?Sonderverein der Züchter der Dresdner und Zwerg-Dresdner? umbenannt. 1991 wurde dieser mit dem Sonderverein der einstigen DDR vereint.

Dresdner sind gerade in Deutschland eine sehr beliebte Hühnerrasse, die kaum als gefährdet gelten kann. Wenn man jedoch die Zahlen der Zentralen Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland betrachtet, dann sind diese alarmierend. Lagen die Bestände im Jahr 2000 bei 4452 Hennen und 877 Hähnen, so sind es 2016 noch 1731 Hennen und 376 Hähne, die als Zuchttiere bei 221 Züchtern gezählt werden. Bei den häufiger vorkommenden Zwerg-Dresdnern ist es ähnlich, wobei sich der Bestand gleichmäßiger auf die Farbschläge verteilt. Bei den Dresdnern kommen allein 1396 Hennen und 305 Hähne auf die braunen. Bei den braun blaugezeichneten sind es nur vier Hennen und ein Hahn.

Zuchtziele der Dresdner Hühner

Dresdner sollen lebhafte, sehr vitale Hühner sein, die auch schlechtem Wetter trotzen. Die mittelschweren Hühner sind leicht gestreckt, mittelhoch gestellt und zeichnen sich durch gerundete Formen ohne Extreme aus. Stand zu Beginn der Zucht das Leistungshuhn mit gutem Fleisch und vielen Eiern im Vordergrund, so ist es heute das Ausstellungshuhn.

Kopf der Dresdner Hühner

Der Hahn hat einen kleinen Kopf mit einem gelben bis hornfarbenen Schnabel. Die Augen sind orange bis rot. Der von den Wyandotten geerbte rote Rosenkamm setzt breit an und läuft in einem kleinen Dorn aus, der dem Nacken folgt. Auch die Ohr- und Kehllappen von mittlerer Größe sind rot. Das rote Gesicht trägt kleine Federchen. Bei den Hennen sind der Rosenkamm, die Ohr- und Kehllappen entsprechend kleiner.

Körper der Dresdner Hühner

Der mittellange Hals trägt beim Hahn reichlich Behang, im unteren Bereich vom braunen Farbschlag soll bei Hahn und Henne eine Schaftstrichzeichnung vorkommen. Die breite Brust ist voll ausgebildet. Der breite, tiefe und gut gerundete Rumpf ist mittellang. Auch der Bauch, die Schultern und der Rücken sind sehr breit. Der Rücken ist mittellang. Der Sattel ist breit und voll, er steigt zum Schwanz an, dieser ist mittellang. Die gerundeten Sichelfedern vom Hahn sind von mittlerer Länge, werden mittelhoch und etwas geöffnet getragen. Die Schenkel sind kräftig, treten aber kaum hervor. Die Flügel liegen eng an. Das gesamte Gefieder bildet breite Federn aus, die straff anliegen, struppiges Gefieder ist zu vermeiden. Die gelben Läufe sind wie die gut gespreizten Zehen mittellang. Die Hähne kommen auf 2,75 bis 3 Kilo, die Hennen auf 2 bis 2,25 Kilo.