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Ancona

gute Futtersucher, gute Flugfähigkeit, kälteempfindlich, quirlig, kleine Rasse

Steckbrief: Ancona

Eier

50 g

Farbe der Eier: Chremfarben

Mindestgewicht für Bruteier

50 g

Legeleistung

220 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2 - 2 kg, Hahn: 3 - 3 kg

Brutlust

20 %

Flugfähigkeit

100 %

Platzbedarf

80 %

Hervorragende Legerasse

Ancona Hühner legen sehr viele Eier, müssen jedoch nur wenig eigenes Körpergewicht nähren. Damit galten sie vor dem Aufkommen moderner Legehybriden als eine der besten oder als die beste Legerasse.

Haltung

Die Ancona Hühner sind hübsche, für Großrassen sehr kleine, robuste und auch kecke, sehr aktive sowie übermütige Hühner, die für Haushuhnrassen sehr gut fliegen können.

Geringe Ansprüche an die Haltung

Als Hühnerrasse stellen Anconas keine besonderen Bedingungen an Hühnerstall und Auslauf, der jedoch möglichst groß und abwechslungsreich ausfallen soll.

Weiterhin sind diese Hühner sehr robust, mögen jedoch nicht zu kalte Temperaturen. Für den Winter bräuchten sie in Deutschland also einen Hühnerstall, der vor Nässe und Wind schützt und nicht zu weit auskühlt.

Sie können auch mit mittelgroßem Auslauf leben, richtig glücklich werden sie jedoch nur mit richtig viel Platz. Da diese Hühner selbst über Zäune und Hecken flattern, ist eine große Einzäunung mit entsprechender Höhe oder Dach notwendig. Damit eignen sich Ancona Hühner vor allem dann, wenn sie richtig freilaufen können. Dann scharren sie sehr fleißig nach Futter und kommen in der warmen Jahreszeit mit einer sehr geringen Fütterung über die Runden.

Ob Zaun oder grenzenloser Freilauf: Anconas freuen sich über einen abwechslungsreich gestalteten Freilauf, in dem sie sich beschäftigen können.

Weiterhin sind diese Hühner schnell erregbar und damit etwas anstrengender für den Halter und insgesamt nicht für Anfänger geeignet.

Eier und Legeleistung

Die Hennen legen im ersten vollen Legejahr 220 Eier mit einem durchschnittlichen Gewicht von 50 Gramm.

Diese 50 Gramm sind zugleich das Mindestgewicht für Bruteier. Die Eier sind weiß oder cremeweiß.

Die Ancona Hennen werden nur selten brütig und führen die Küken nicht immer gut.

Küken

Die Küken sind bereits sehr lebhaft und reifen rasch. Die Hähne brauchen für das optimale Schlachtgewicht dennoch sehr lange.

Wer sich ab dem Kükenalter um seine Ancona Hühner müht, der kann sie zähmen. Die Tiere werden zutraulich, lassen sich jedoch dennoch nicht gerne anfassen.

Wer sich nicht ab dem Kükenalter um die Tiere müht, der wird sie eher als distanziert und scheu erleben. Die Anconas werden keine Angst vor dem Halter haben und zur Fütterung kommen. Sie bleiben jedoch auf Abstand.

Farbschläge

Bekannte, aber nicht überall anerkannte Farbschläge:

  • schwarz-weiß geperlt
  • blau-weiß geperlt

Gut zu wissen

  • Das Federkleid der Anconas wird mit jeder Mauser etwas heller. Mit der ersten Mauser überwiegt die Grundfarbe Schwarz oder Blau. Die kleinen weißen Stellen nehmen dem Huhn nicht seine dunkle Erscheinung. Mit jeder Mauser werden die weißen Bereiche auf den Federn immer größer, bis das Weiß sogar etwas überwiegt und das Schwarz oder Blau in den Hintergrund gehen. Dabei bleibt der Hals bei Hähnen und einigen Hennen dunkler sowie die Schwanzfedern beim Hahn keine oder fast keine Perlen ausbilden. Beim blau-weißgeperlten Farbschlag hebt sich der dunkle Hals noch besser ab. Die Schwungfedern der Flügel bleiben ebenfalls schwarz sowie beim Schwanz einige der Steuerfedern oder Sicheln blau und einige schwarz sind. Dass der Hals und der Schwanz weniger oder keine weißen Perlen ausprägen, ist bei Hähnen bereits nach der ersten Mauser zu beobachten.
  • Bei guter Pflege können Ancona Hühner acht Jahre oder älter werden.
  • Neben der Großform gibt es auch die Zwerg-Ancona Hühner. Abgesehen der Größe und dem Gewicht sind sie Ebenbilder der Großform.

Die Hühnerrasse Ancona

Entwicklung der Rasse Ancona

Es liegen keine Daten vor, wann und wie die Ancona entstanden und ob das wirklich in der Hafenstadt Ancona war, oder diese Hühner hier die Zeiten überlebten. Zu den Ahnen gehört als Grundstein das Leghorn, das in viele weitere Rassen hineinfloß. Als gesichert gilt, dass die Engländer an der guten Legeleistung und den gelben Füßen gefallen fanden. Um das Jahr 1850 importierten sie die Ancona nach England. Rund 30 Jahre Später gelangten diese in die USA. Von England, und nicht von Italien ausgehend, gelangten die Ancona Hühner in andere europäische Länder.

Es gab einst nur den einen Farbschlag schwarz mit weißen Perlen zum Ende der Federn. In den USA wurde nun auch ein Farbschlag mit blauer Grundfarbe erzüchtet, der jedoch nicht überall dort anerkannt wird, wo die schwarz-weißgeperlten anerkannt werden.

Das Ancona Huhn wurde und wird auf die gute Legeleistung und die hübsche Erscheinung optimiert.

Heutige Bedeutung der Ancona Hühner

In Zeiten der Hybrid-Legehühner kommen selbst die Ancona Hühner mit rund 220 mittelgroßen Eiern im ersten vollen Legejahr bei weitem nicht mit. Selbstversorger, die es auch auf das Tafelhuhn abgesehen haben, werden den Hähnen viel Zeit einräumen müssen, um ihr Endgewicht zu erreichen. Das Ancona ist jedoch für Selbstversorger mit möglichst großem Gelände ein sehr guter Eierleger. Aber auch Züchter und Aussteller erfreuen sich an diesen schönen Hühnern. Da die Anconas mindestens bis in das Jahr 1850 zurückgehen, werden einige Züchter auch die Rasse wegen ihrem Alter erhalten wollen.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

In Deutschland wird das Ancona Huhn nicht einmal anerkannt sowie die deutschen Züchter mit der Erhaltungszucht der 101 im Rassestandard des BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) enthaltenen Hühnerrassen bereits viel zu tun haben. Das Ancona hat damit auch keinen Sonderverein, der sich in Deutschland um die Erhaltungszucht bemüht. In anderen Ländern wie Italien oder den USA als Ursprungsland vom zweiten Farbschlag wird das anders aussehen.

Wer in Deutschland Bruteier oder Ancona Zuchttiere ersteht, darf nicht von Reinrassigkeit ausgehen und darauf hoffen, gute Zuchttiere heran zu ziehen. Es ist in Deutschland nicht einmal ganz leicht, an Bruteier oder Zuchttiere zu gelangen, wobei dieses dennoch möglich ist.

Zuchtziele

Rassetypisch für die Ancona sind die gelben Schnäbel und die gelben Beine, die im Optimalfall ein paar schwarze Punkte auf der Laufvorderseite aufweisen. Die Füße haben vier Zehen und sind genau wie die Beine nackt. Beim Kamm überwiegt in der Population der Einfachkamm, obwohl der Rosenkamm in den Genen dominant ist. Wer Exemplare mit Rosenkamm züchtet, kann bei den Küken also wieder Ancona Hühner mit Einfachkamm vorfinden. Der fünf bis sieben Mal tief gezackte Einfachkamm ist sehr groß und legt sich bei den Hennen hinten nur zur Seite, wenn diese legen. Damit dieser große Einfachkamm stehen kann, ist er zugleich auch breit und neigt immer noch minimal zu einer Seite. Die Kammfahne geht parallel zur Rückenlinie. Der Einfachkamm der Hähne ist durchaus größer als bei den Hennen. Aber auch diese haben einen großen Einfachkamm oder einen Rosenkamm. Von der Form ähnelt der Rosenkamm von einem Ancona dem der Wyandotten.

Neben dem großen Einfachkamm sind auch die Kinnlappen sehr groß und mitsamt dem schwach befiederten Gesicht rot leuchtend. Die Ohrscheiben sind hingegen makellos weiß. Die Augen sind rotbraun.

In der Erscheinung ist das Ancona Huhn ein typisches Landhuhn. Der Körper ist langgestreckt und schlank, hoch aufgerichtet mit halbhoch getragenem Schwanz. Beim Hahn und den Hennen ist der Schwanz von mittlerer bis großer Größe, die Hähne haben viele schön gebogene Sicheln, die richtig buschig wirken. Der lange, bei Hennen leicht abfallende Rücken geht dabei fließend in den Schwanz über. Die Hennen tragen ihre langen und breiten Steuerfedern stark gespreizt. Die Hähne bilden zahlreiche Schmuckfedern aus. Beim schwarzen Farbschlag schimmern diese grünlich schwarz im Sonnenlicht. Ancona Hühner haben weiche Federn, die zum Ende die weiße Perle ausbilden.