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Bresse Huhn

frohwüchsig, quirlig, robust

Bresse Gauloise Huhn

Steckbrief: Bresse Huhn

Herkunftsland

Frankreich

Eigenschaften

frohwüchsig, quirlig, robust

Farbschläge

weiß

Eier

62 g

Farbe der Eier: Weiß

Mindestgewicht für Bruteier

60 g

Legeleistung

240 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2 - 2,5 kg, Hahn: 2,5 - 3 kg

Flugfähigkeit

40 %

Platzbedarf

80 %

Hinweis

Als einziges Huhn Frankreichs und vielleicht weltweit haben Bresse Hühner einen Namensschutz (nach AOC) erhalten. Die Erzeugerregion wurde genau abgesteckt, nur diese Hühner dürfen als Bresse vermarktet werden. Ansonsten heißen sie Bresse Gauloise oder in Deutschland auch wegen der blauen Beine Les Bleues. In den USA wird die Bezeichnung American Bresse verwendet.

Haltung

Bresse Hühner sind einfach und anspruchslos, sollen jedoch als Freilandhuhn gehalten werden und pro Huhn wenigstens 10 m² Freifläche erhalten. Hähne kümmern sich um ihre Hühner und verteidigen diese, so gut es geht.

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Mit etwas Geduld und Futter können die Hühner gezähmt werden. Über Nacht müssen sie zu ihrem Schutz im Hühnerstall unterkommen. Auch die Wiese soll einen Unterstand und Deckung bieten, damit die Hühner nicht einem Fressfeind erliegen.

Haltungsvorgaben als Bresse

In der Bresse gibt es feste Regelungen für die Haltung der Hühner. Das Centre de Sélection de la Volaille de Bresse übernimmt die Erhaltungszucht. Das ist der Grundstein für die Elterntiere, die wiederum in den Brutbetrieben die Eier liefern. Diese geben die Eintagsküken an die Halter. Es sind zwischen 250 bis 400, die in den letzten Jahren zusammen rund eine Million Bresse Hühner pro Jahr vermarkten.

Haltung der Bresse Hühner

Die Küken verbringen rund 5 Wochen in einen geschützten Raum mit Rotlichtlampe. Sie sollen sich ausreichend befiedern und etwas Größe mitbringen, um in der Freilandhaltung nicht unterzugehen. Anschließend kommen die Junghühner für 9 Wochen oder etwas länger auf die Wiese. Die Gruppen dürfen maximal 500 Hühner und Hähne umfassen.

Nach dem Abweiden ist eine Ruhezeit für die Fläche einzuhalten, bevor die nächste Gruppe weiden darf. Der Hühnerstall darf für diese Gruppen maximal 50 m², der Auslauf muss mindestens 5000 m² (mindestens 10 m² pro Huhn) groß sein.

Weißes Huhn auf der Weide

Die Weidehühner werden spätestens ab dem Alter von 35 Tagen mit Mais, Buchweizen und Milchprodukten gefüttert. In der letzten Lebensphase werden die Bresse Hühner in Dunkelställen in Holzkäfigen gemästet. Den Hühnern werden die Krallen gestutzt, damit sie sich nicht kratzen oder verletzen können. Sie erhalten einen Brei aus Mais und Milchprodukten.

Im dunklen Stall fressen und ruhen die Tiere, womit sich unter der Haut etwas Fett bildet. Dieses bildet sich als kleine Fettadern auch im Muskelfleisch, Franzosen bezeichnen diese Gegebenheit als persillé. Das geschmackvolle Fleisch lässt sich als „mürbe“ umschreiben und zergeht auf der Zunge.

Hennen bleiben 10 Tage, Hähne 15 Tage und Kapaune (mit zehn Wochen kastriert) 30 Tage im Dunklen. Hennen werden frühestens nach vier Monaten, Hähne nach fünf Monaten und Kapaune nach 8 Monaten geschlachtet. Die Schlachtung ist wiederum ein Ritual, bei dem die Hühner nach der Betäubung ohne äußere Verletzung getötet, dann ausgeblutet und durch die Kloake zum Teil ausgenommen werden. Magen, Gallenblase und Gedärme kommen raus, Leber, Herz, Niere und Lunge verbleiben in der Karkasse. Zugleich werden sie bis auf einige Halsfedern gerupft. Durch das Ausbluten ist das Fleisch genau wie die zarte Haut weiß.

Die Haltung der Bresse ist also ein kommerzialisiertes Ritual, bei dem die Bauern auf die Brütereien und diese auf die Erhaltungszucht angewiesen sind. Der letzte Lebensabschnitt der Mast in kleinen Holzkäfigen kann nicht mehr als Artgerecht gelten. Im Vergleich zu der heute üblichen Hybridhühnerhaltung geht es den Bresse Hühnern allerdings vorzüglich. Die Hybriden erreichen ihr Gewicht jedoch nach rund fünf Wochen und sind dadurch konkurrenzlos günstig.

Wer nicht in der Bresse lebt und privat oder kommerziell züchtet, kann seine Hühner Bresse Gauloise nennen. Jungvögel können leider einen mittelhohen Zaun überwinden, die älteren Tiere bleiben jedoch schon wegen ihres Gewichtes lieber am Boden. Auch wenn die Hühner fleißig suchen, müssen sie dennoch etwas Kraftfutter erhalten. Diese Rasse lässt sich vom Privathalter also wie andere flugfaule Hühnerrassen mit Bewegungsdrang halten.

Eier und Legeleistung

Bresse Hühner gelten als Zwiehühner, die Hennen legen 180 bis 240 Eier im ersten vollen Legejahr. Mit ersten Eiern ist ab der 18ten Woche zu rechnen.

Legeleistung der Bresse Hühner

Die Eier der Junghennen sind noch etwas leichter, doch adulte Legehennen legen Eier mit 60 bis 65 Gramm. Diese sind cremefarben und Kunstbrutfest. Wer Bruteier kauft, sollte jedoch einen guten Züchter kontaktieren und sich von seiner Zucht überzeugen. Leider werden aufgrund der hohen Preise auch „gefälschte“ Bruteier in den Handel gebracht.

Küken

Die Hennen werden kaum noch brütig, womit für die Naturbrut eine Leihhenne nötig wäre. Meist kommt eine Brutmaschine zum Einsatz. In den ersten fünf Wochen müssen die Küken im geschützten Raum mit guten Klimawerten und passendem Futter heranwachsen. Meist wird eine Wärmelampe oder Wärmeplatte verwendet.

Die Küken sind frohwüchsig, befidern schnell und sind robust. Sie sind im geschützten Raum einfach aufzuziehen. Im großen Freilauf können kleine Küken ohne Henne jedoch schnell den Überblick verlieren oder werden zur sehr leichten Beute.

Junghennen der Bresse Gauloise

Farbschläge

In Frankreich anerkannte Farbschläge:

  • weiß

Weitere bekannte Farbschläge

  • schwarz
  • blau
  • silber-schwarz
  • geflockt

Namensschutz der Bresse Hühner

Das Bresse Huhn ist als Huhn der Bresse im französischen Burgund bereits so alt, dass über die Ahnen derzeit nur Vermutungen angestellt werden. Diese gewachsene Hühnerrasse ist eine kulinarische Besonderheit. Als einziges Huhn Frankreichs und vielleicht weltweit haben Bresse Hühner einen Namensschutz (nach AOC) erhalten. Die Erzeugerregion wurde genau abgesteckt, nur diese Hühner dürfen als Bresse vermarktet werden. Ansonsten heißen sie Bresse Gauloise oder in Deutschland auch wegen der blauen Beine Les Bleues. In den USA wird die Bezeichnung American Bresse verwendet.

Dieser geschützte Name gilt nur für weiße Hühner aus der Bresse-Region. Die Bauern müssen Richtlinien einhalten, weswegen ein kg Bresse durchaus über 25 Euro kostet, während anderes Hühnerfleisch normalen Verbrauchern höchstens 2,5 Euro kosten dürfte. Dennoch werden rund eine Million Bresse Hühner jährlich für den Markt produziert, es handelt sich gerade einmal um rund 0,2 % der Gesamtproduktion von Geflügel in Frankreich. Nur 5 % dieser exklusiven Raritäten gehen in den Export.

Aufgrund dieser Preise gibt es immer wieder „Fälschungen“ im Handel. Original Bresse Hühner werden mit Kopf und einigen Halsfedern sowie den blauen Füßen mit Ring des Bauern als Ganzes verkauft.

Wo kann man Bresse Hühner kaufen?

Sehr häufig werden wir gefragt, wo man Bresse Hühner kaufen kann. Leider wird es dem interessierten Halter nicht ganz leicht gemacht, an Bresse Gauloise Hühner zu kommen. Einen Sonderverein, in dem sich die Züchter dieser Rasse zusammengeschlossen haben, findet man in Deutschland nicht. Auch in Kleintierzuchtvereinen sucht man diese Hühnerrasse meist vergebens.

Mit etwas Glück findet man jedoch in Kleinanzeigenportalen oder Züchterlisten im Internet einen Züchter, der einige Hühner abgeben möchte. Wer Aufwand und Kosten nicht scheut, der kann sich Bruteier direkt aus Frankreich zusenden lassen.

Gut zu wissen

  • Die französischen Hühner haben eine Besonderheit: Sie wurden einst nicht auf ihr äußeres Erscheinungsbild optimiert. Auch die Legeleistung war meist nebenrangig. Es wurde auf die Qualität vom Fleisch optimiert und ein zweites Augenmerk auf die Quantität gelegt. Das gilt auch für Bresse.
  • Bresse Hühner stammen nicht allein aus der Region, sie werden auch mit regionalem Mais, Buchweizen und Milchprodukten zuerst beigefüttert und dann gemästet. Das verschafft ihrem Fleisch die einmalige Qualität. Der Vorschlag aus Züchterkreisen, auf günstigeres Soja und größere Bestände umzusteigen, konnte sich deswegen nicht durchsetzen.
  • Einst war es üblich, dass die Bäuerinnen sich um das Kleinvieh und damit die Hühner kümmerten und die Bauern das Großvieh versorgten.
  • Im 19. Jahrhundert hielt ein Züchter maximal 200 bis 300 Bresse Hühner, 1947 galten 1000 als Obergrenze. Inzwischen sind aus wirtschaftlichen Gründen auch Bestände mit 10.000 Hühnern üblich.
  • Bresse Hühner gelten als reine Freilandhühner, die nur mit Platz und angemessener Fütterung ihre Qualität erzielen, die damit ihren Preis hat.
  • Die Legeleistung der Hennen ist gut. Doch mit abnehmender Legeleistung kann nicht mehr die Fleischqualität der Masthühner erwartet werden.
  • Die Region Bresse hat eine geologische Besonderheit. Der tonhaltige Boden ist schwerer und feuchter, es wachsen nur einige Gräser- und Kräuterarten. Dieses Terroirs gibt den Hühnern das gewisse Extra.
  • Wenn die Junghühner mit der sechsten Woche auf die Wiese kommen, schaffen es rund 20 % nicht bis zur finalen Mast. Raubtiere holen sich ihren Teil.
  • Die Hühner sind schlachtreif, wenn die große Ader unter den Flügeln nicht mehr rot, sondern weiß leuchtet. Dann sind die Masthühner passend fett.
  • Nach 20 Wochen kommen Masthennen auf 2350 und Hähne auf 2950 Gramm. Voll ausgewachsen liegen die Hennen bei 2,5, die Hähne bei 3 kg.
  • Bresse Kapaune erreichen ein Gewicht von vier Kilo und werden nach der Schlachtung für 48 Stunden in Stoff eingenäht, damit sich das Fett unter der Haut besser verteilt.
  • Die Halter schlachten häufig selber. Es gibt auch rund 15 Geflügelgroßhändler, die eine Schlachtung übernehmen.
  • Bei Preisen über 25 Euro das kg sind Bresse Hühner eher das Tafelhuhn der Feinschmecker, Vermögenden oder auch der Hobbyzüchter.
  • Bresse Hühner sind im Handel daran zu erkennen, dass der Kopf und die blauen Füße noch am Huhn sind. Auch die schmalen weißen Halsfedern werden nicht komplett gerupft. Am linken Fuß ist ein gekennzeichneter Ring mit Namen und Adresse des Züchters. Zudem wird ein dreifarbiges Siegel mit Name und Anschrift des Verarbeiters umgelegt. Die Füße und Flügel werden gefaltet und zusammengebunden.
  • Um „Fälschungen“ entgegenzuwirken, werden Bresse Hühner nicht zerlegt, sondern als ganzes in den Handel gebracht.
  • Inzwischen werden auch küchenfertige Bresse Hühner angeboten. Nur die Beine bis zum Fußgelenk bleiben am Körper, um den Siegelring zu präsentieren.
  • Bei der Zubereitung der Bresse Hühner ist entscheidend, dass das Fleisch nicht austrocknet, damit es saftig bleibt. Deswegen werden niedrige Gartemperaturen empfohlen, das Geflügel muss in sich selbst garen. Das Braten in Butter kann ein Austrocknen minimieren, wenn das Geflügel ständig mit seinem eigenen Bratfett, verdünnt mit etwas Wasser, übergossen wird. Traditionell werden die Hühnerstücke im weiteren Schritt mit einer Mischung aus Sahne und Eigelb überzogen.
  • Die Franzosen haben einen besonderen Bezug zu Hühnern. Diese heißen im Latainischen „Gallus“, welches sich ähnlich wie Gallien anhört. Als Nationaltier wurde also der Gallische Hahn gewählt, für den jedoch der goldhalsige Gauloise dorée Modell stand.
  • An der Autobahnraststätte Aire du Poulet de Bresse weist eine riesige Hühnerskulptur auf die Bedeutung der Hühnerzucht für die Region hin.
  • Jedes Jahr im Dezember werden in Louhans, Montrevel-en-Bresse, Bourg-en-Bresse und Pont-de-Vaux auf der Concours des Volailles „Les Glorieuses“ die besten Poularden und Kapuane der Bresse ausgezeichnet.
  • Dreisternekoch Eric Pras nennt Bresse Hühner zum natürlichen Partner der Weine aus dem Burgund.
  • Bereits der Gourmet-Heilige, Jean Anthelme Brillat-Savarin (* 01.04.1755, † 02.02.1826) erklärte die Bresse zur „Königin der Hühner, dem Huhn der Könige“.
  • Der Preis „Grand Prix d`Honneur et le Vase de Sèvres“ wird auf einem jährlichen Bresse-Wettbewerb vom französischen Präsidenten verliehen.
  • In Deutschland dürfen Schlachthühner laut EU-Recht nicht mit Kopf und Füßen in den Handel gebracht werden – mit Ausnahme der Bresse Hühner.
  • Wem es um die Legehennen geht: Der Futterverbrauch pro Tag ist mit 140 Gramm höher, als bei einigen anderen Zwiehühnern oder Legehühnern. Bresse Hennen nehmen höhere Mengen Rohfaser auf und neigen zur Verfettung. Diese würde die Legeleistung deutlich senken.
  • In Deutschland gelten Bresse Gauloise als Rarität. Kleinbäuerliche Halter geben die Schlachthühner häufig nur gegen Reservierung ab.
  • Von 37 französischen Rassen, die in der europäischen Rasseliste geführt werden, sind bislang nur 5 in Deutschland anerkannt. Der BDRG nimmt auch Bresse Hühner nicht als Rasse auf.
  • Bislang gibt es keine Zwerg-Bresse-Hühner.

Die Hühnerrasse Bresse

Ursprünge der Bresse Hühner

Der Ursprung der Bresse Hühner liegt in der namensgebenden Bresse. Es handelt sich um eine Region von rund 40 x 100 km, 3536 km², die überwiegend in Burgund liegt. Die untere Kante liegt sozusagen westlich auf der Höhe von Genf in der Schweiz. Der Landstreifen liegt zwischen den Städten Lyon und Dijon.

Aus welchen Hühnerrassen oder unter welchen Gegebenheiten Bresse Hühner hervorgingen, ist bis heute ungeklärt. Ein Dokument aus dem 12. Jahrhundert mit einer Bestellung für ein Begräbnis, auf der auch 600 Hühner gelistet werden, legt nahe, dass Hühner in Burgund seit langem bedeutsam sind. Bereits im Jahr 1601 hat Heinrich IV erstmalig mit der „Appelation d‘Origine“ erklärt, dass Hühner der Bresse unter diesem Namen in keinen anderen Regionen gehalten werden dürfen. Ansonsten müsste diese Rasse den Beinamen Gauloise tragen, zu Deutsch Gallisch.

Diese frühe Einschränkung kann dazu beigetragen haben, dass sich die Hühner der Region nicht zu stark mit anderen mischten, die einstige Rasse erhalten blieb und sich weiterentwickeln konnte.

Bereits Lewis Wright konnte über die Ahnen der Bresse eine These nennen. In seinem 1873 verfasstem Buch „The illustrated Book of Poultry“ erklärte er, dass Bresse Hühner nichts weiter als vierzehige Dorkings seien. Bruno Düringen erwähnte 1921 in seinem Werk „Die Geflügelzucht“ noch Ähnlichkeiten zum damaligen Ramelsloher und Minorkahuhn.

Entwicklung der Rasse Bresse

Als die Hühnerzucht ab 1850 in Mode kam, gab es Bresse Hühner bereits. Zu dieser Zeit stieg jedoch das Interesse und damit die Zuchtbemühung an diesen heimischen Hühnern.

Bresse sind typische französische Hühner, deren Durchbruch im Jahr 1864 einen entscheidenden Fortschritt machte. Dieses Jahr wird gelegentlich auch als Ursprungsjahr genannt. Als Ursprungsort gilg Bény in der Bresse. Es gab auch die Schwarzen in Louhans und die Grauen in Bourg. Die Weißen wurden gewissenhafter gezüchtet und haben sich  durchgesetzt, vermutlich, da sie die Farben der Flagge darbieten: blaue Füße, weiße Federn und rote Kopfpunkte.

Es ging bereits im Jahr 1862 mit dem Geflügelwettbewerb los, den Léopold Le Hon in Lyon veranstaltete und damit etablierte. Fast 600 Hühner wurden ausgestellt. Zwei Jahre später veranlasste der Graf die Geflügelzüchter der Bresse zur Teilnahme am Schlachttierwettbewerb in Poissy. Hier gewannen die Bresse Hühner sämtliche Ehrenpreise und ließen die Hühner der Normandie, aus Mans und der Flèche verblassen.

Aufgrund dieses Erfolges nahmen die Hühnerzüchter der Bresse mit über 2000 Tieren am bedeutsamen nationalen Schlachttierwettbewerb in Paris teil. Am 19.12.1864 schafften die Bresse Hühner es ins Finale und setzten sich gegen Kapune aus der Flèche durch. Der erste Preis ging damit an Joseph Gergondet aus Saint-Étienne du Bois. Die Unterlegenen fochten das Urteil an und luden die Preisrichter zur Degustation der ausgestellten Hühner ein. Auch hier setzten sich die Bresse Hühner durch und konnten damit Paris erobern.

Das wirtschaftliche Interesse an den Hühnern aus der Bresse wuchs über Nacht, weswegen schon zu einstigen Zeiten „Fälschungen“ angeboten wurden. Damit gründete sich für jeden Marktplatz ein Berufsverband, der die Qualität der Bresse Hühner überwachte.

Im 17. Jahrhundert erklärte die berühmte Markquise de Sévigné noch Hühner aus Caen und Rennes zu den besten. In Paris waren Hühner aus Le Mans und nur in Lyon die der Bresse die erste Wahl. Nun errangen die Bresse den ersten Platz und konnten diesen bislang verteidigen.

Heutige Bedeutung der Bresse Hühner

Diese Hühner sind eine der wenigen Haushuhnrassen, die noch als Wirtschaftshuhn gehalten und vermarktet werden. Die meisten anderen Rassen gelten eher als Liebhaberhühner in der Ausstellungs- und Erhaltungszucht oder für Selbstversorger, sind aber kommerziell praktisch komplett durch wirtschaftlichere Hybriden verdrängt.

Bresse Gauloise Hühner sind zugleich gute und auch zähmbare Gartenhühner, Zwiehühner für das Bruderhahnprojekt oder Freilandhühner für Kleinvermarkter und Hofläden.

Die wirtschaftliche Bedeutung ruht in Frankreich allein beim weißen Farbschlag und das auch nur in der Bresse. Aufgrund der anspruchsvollen Haltungsbedingungen ist das Fleisch durchaus eine bedeutsame Delikatesse, für den Normalverbraucher jedoch unerschwinglich teuer.

Aus kommerziellem Blickwinkel bleiben diese Hühner in Deutschland in der Nische, werden jedoch gehalten und vereinzelt vermarktet. Sie werden in der ökologischen Geflügelhaltung gelegentlich als Zweinutzungshuhn eingesetzt.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Bereits im Jahr 1904 gründete sich der erste Bresse Huhn Club, mit dem ein einheitlicher Rassestandard definiert wurde. Am 13.07.1933 schlossen die Ortsverbände sich zum Geflügelverband Fédération des Syndicats Avoicoles zusammen. Bereits zu dieser Zeit entstand die Idee, jedes Huhn durch einen Aluminiumring zu kennzeichnen, die erst später umgesetzt wurde.

Am 22.12.1936 wurde ein wegweisendes Gerichtsurteil errungen. Ein Hühnerzüchter ist lediglich 15 km weiter in eine andere Region gezogen und hat seine Hühner weiterhin als Bresse angeboten. Der Geflügelverband klagte und erhielt Recht. Diese Hühner dürfen nur aus der Bresse stammen, da sie dadurch ihre besondere Qualität erreichen und somit besser sind.

Am 01.08.1957 erreichten diese Hühner als erste und bislang einzige Hühnerrasse mit dem Gesetz N°57-866 den Namensschutz AOC. Mit diesem wird nicht allein die Region, sondern auch die Weise der Haltung, Fütterung und Vermarktung festgelegt. Nur diese Hühner dürfen als Volaille de Bresse, Poulet de Bresse, Poularde de Bresse sowie Chapon de Bresse vermarktet werden. Es handelt sich vermutlich weltweit um die einzigen Hühner mit einem markenrechtlich geschützten Namen.

1953 wurde der Verband Comité interprofessionnel de la Volaille de Bresse gegründet, der alle Zweige der Hühnerzucht der Bresse zusammenfasst. Im Jahr 1955 gründete sich das Zuchtzentrum Béchanne, welches die Zuchttiere bereitstellt, die dem Rassestandard entsprechen. Diese organisierte Erhaltungszucht war der Grundstein für die AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) Anerkennung.

In Deutschland wurde am 14.07.2012 in Bad Laer ein Zuchtring für die Erhaltungszucht der Bresse Gauloise im weißen Farbschlag gegründet. Sechs Züchter begannen mit zehn Zuchtstämmen. Im Vergleich zum französischen Bemühen verblassen diese Anstrengungen, die jedoch lediglich die deutschen Bresse Gauloise vor Inzucht schützen sollen.

Zuchtziele der Bresse

Das mittelgroße Huhn tritt als gedrungenes Lahnhuhn mit aufrechter Haltung auf. Die breite und nicht zu niedrig getragene Brust wird wie der Bauch voll ausgebildet. Auch mit dem mittelbreiten Stand und dem nicht zu dicht anliegenden Gefieder wirken die gut gerundeten und massigen Hühner teils schon wie eine Kugel oder von der Brust zu den kräftigen Schenkeln und Bürzel wie eine Tropfen- oder Dreiecksform.

Das Rot der Kopfpunkte sticht bei allen Farbschlägen der Bresse Gauloise hervor. Der Schnabel ist kurz, kräftig und wird gerade beim Hahn vom mittelgroßen, mehrfach tief gezacktem Einfachkamm etwas überlagert. Die Kammfahne folgt nur ein wenig dem Nacken. Da der Kopf relativ klein ist, wirkt der Kamm gerade beim Hahn umso größer und fleischiger. Auch die mittellangen Kehllappen wirken länger. Die Augenfarbe soll in einem möglichst dunklem Braun erscheinen.

Die Ohrscheiben sind bläulich weiß, die nackten, mittellangen Ständer stahlblau. Beim Hahn muss der Kamm gerade stehen, bei Hennen neigt er sich nach der ersten Zacke zur Seite, ohne die Augen zu verdecken. Das Gesicht ist rot, aber kleine Federchen sowie weiße oder rotgesprenkelte Wangenflecken können das satte Rot etwas blasser wirken lassen.

Der Hahn bildet einen üppigen, leicht gefächerten und nicht zu steil getragenen Schwanz mit reichlicher Besichelung. Teils sind ein oder zwei Sicheln besonders lang ausgeprägt. Der Sattel- und auch Halsbehang werden beim Hahn üppig ausgebildet. Wegen der nicht zu straffen Federn heben sich die waagerecht anliegenden Flügel optisch kaum ab. Der Hals ist kurz und bildet lange, schmale Federn aus. Der breite Rücken fällt leicht ab.

Abgesehen der geschlechtsspezifischen Merkmale erscheinen Hennen wie die Hähne. Der volle Bauch darf jedoch nicht zu tief erscheinen sowie der Rücken gerader getragen wird.

Hühner werden für Hennen meist mit 2 bis 2,5 und Hähne mit 2,5 bis 3 kg angegeben. Einzelne Zuchtlinien können abweichen. Legehennen dürfen nicht überfüttert werden, da sie durch Verfettung ihre Legeleistung einbüßen würden.

Nur weiß befiederte Hühner der Brutstationen aus der Bresse, die nach Vorschrift gehalten werden, dürfen als Bresse Hühner vermarktet werden. In der Erhaltungszucht wird in der Bresse genau darauf geachtet, dass die Farben der französischen Flagge erhalten bleiben: Blaue Füße, weißes Gefieder und leuchtend rote Kopfpunkte.

Hühner außerhalb dieser Region oder die Farbschläge blau, schwarz, silber-schwarz und geflockt tragen den Beinahmen „Gauloise“. Bei diesen anderen Farbschlägen kann die Augenfarbe wie auch die Farbe der Ohrscheiben variieren oder die Leistungsmerkmale weichen ab. Demnach sollen die Gefleckten sogar minimal besser als die Weißen legen. Aufgrund der guten Legeleistung werden Bresse Gauloise praktisch nie brütig.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele:

  • Erhalt der blauen Füße, weißen Federn und roten Kopfpunkte
  • Festigung der wirtschaftlichen Eigenschaften, besonders als Masthuhn
  • Beibehaltung der vorzüglichen Fleischqualität
  • Optimierung auf das robuste und genügsame Freilandhuhn