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Schwedisches Blumenhuhn

winterleger, kälteunemfindlich, werden schnell zutraulich, robust

Schwedisches Blumenhuhn

Steckbrief: Schwedisches Blumenhuhn

Herkunftsland

Schweden

Eigenschaften

winterleger, kälteunemfindlich, werden schnell zutraulich, robust

Farbschläge

weitere

Eier

60 g

Farbe der Eier: Chremfarben

Mindestgewicht für Bruteier

55 g

Legeleistung

180 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 2 - 3 kg, Hahn: 2,5 - 3,5 kg

Brutlust

70 %

Flugfähigkeit

100 %

Platzbedarf

80 %

Hinweis

Die Schweden haben für ihre Hühnerrassen keine Standards und auch außerhalb Schwedens scheint auf diese verzichtet zu werden. Da jedes Huhn einen eigenen Grundton mit variierender Federzeichnung ausprägt, ließen sich Farbschläge kaum definieren. Rassetypisch sind jedoch die weißen Federenden, die mit jeder Mauser größer werden und auf die genetisch bedingte Mottled-Scheckung zurückgehen. Diese und weitere weiße Flecken auf den Federn machen das Federkleid zur optischen „Blumenwiese“.

Das Schwedische Blumenhuhn heißt auf schwedisch Skånsk blommehöna, übersetzt Schonisches Blumenhuhn. Schonen ist die Provinz an der südlichen Spitze des nordischen Landes. Die um 1800 bereits erwähnten Hühner starben in den 1970er Jahren fast aus. Nur auf drei Gehöften in Schonen überlebten einige Exemplare, die durch Erhaltungszucht gerettet wurden.

Schwedische Blumenhühner sind die schwerste schwedische Hühnerrasse.

Haltung

Freilauf

Wer seine Hühner nicht laufen lassen kann, muss einen hohen Zaun aufbauen oder diesen mit einem Netz überspannen. Schwedische Blumenhühner sind für Hühner sehr elegante Flieger, kommen gut über Zäune hinweg und sitzen gerne auf den Bäumen.

Leider brauchen sie etwas Platz, eine kleine Einzäunung würde ihnen nicht gerecht werden. Am besten wäre der Freilauf, die Hühner achten gut auf Feinde und suchen Deckung. Schwedische Blumenhühner suchen fleißig nach Futter und verwerten dieses sehr gut.

Eignung

Gerade Hähne mit groß geratenen Kämmen dürfen nicht zu viel Frost ausgesetzt werden. Ansonsten gilt diese Hühnerrasse als vergleichsweise kälteresistent. Sie muss jedoch ihren trockenen Hühnerstall erhalten, in dem das Wasser nicht gefrieren soll.

Charakter

Eine Eigenschaft der Blumenhühner lautet, dass sie sehr schnell richtig anhänglich werden. Es gibt sogar Hähne, die einem hinterherlaufen und auf den Schoß springen.

Solange die Hähne genug Platz und Hennen vorfinden, vertragen sie sich untereinander gut. Das ist wichtig, da für die Vielfältigkeit mit mehreren unterschiedlich gezeichneten Hähnen gezüchtet werden soll. Alternativ müssten mehrere Zuchtstämme separiert und die Hähne gelegentlich rotiert werden.

Alles in allem sind Schwedische Blumenhühner pflegeleicht, friedlich, anhänglich und legen fleißig Eier.

Eier und Legeleistung

Je nach Zuchtlinie legen Schwedische Blumenhühner im ersten Legejahr 150 bis 180 oder sogar gute 200 Eier. Die Legeleistung nimmt im zweiten Jahr etwas ab. Im dritten und vierten kann immer noch mit mehr als der halben Leistung des ersten Jahres gerechnet werden. Es wird von Hennen berichtet, die über 600 Eier in den ersten vier Legejahren vollbrachten. Das würde die Schwedischen Blumenhühner zur legefreudigsten der sechs verbliebenen europäischen Landrassen machen.

Mit ersten Eiern ist nach 20 bis 22 Wochen zu rechnen. Die Hennen legen ihre mittelgroßen, cremefarbenen bis bräunlichen Eier selbst im Winter.

Ausgewachsene Hennen legen je nach Zuchtlinie Eier mit 50 bis 60 Gramm.

Küken

Die Hennen werden meist ab dem zweiten Jahr brütig.

Schlupf und Aufzucht

Im Normalfall kommen die Küken ohne Probleme durch ihre Eischale. Mit Schwedischen Blumenhühnern ist die Naturbrut also noch möglich und die Hennen kümmern sich gut um die Küken. Dennoch sollen diese samt der Henne zuerst in einem separierten und geschützten Raum mit Rotlichtlampe und passendem Kükenstarter und Kükenfutter unterkommen. Erst mit genügend Federn vertragen die Jungvögel die Frischluft.

Insgesamt sind die Küken vital, robust und einfach aufzuziehen, brauchen jedoch ihre Zeit.

Geschlechter erkennen

Letztendlich ist diese Hühnerrasse spätreif. Ab der dritten Woche lassen sich mit geübtem Blick die kecken Hahnenküken am größeren Kamm und den kräftigere Läufen erkennen.

Farbschläge

Farbschläge – nicht standardisiert:

Immer weiß getupft beziehungsweise gescheckt mit weißen Federenden und eventuell auch weiterer heller Flecken auf den Federn. Mit jeder Mauser werden die weißen Federenden größer, es wird vom Ausschimmeln gesprochen. Die Hühner werden dadurch mit jedem Lebensjahr heller.

Typische Grundfarben

  • schwarz
  • braun
  • rot
  • orange
  • gelb
  • blau
  • grau
  • wildfarbig

Die Grundfarben werden unterschiedlich stark ausgebildet. Jedes Blumenhuhn sieht wenigstens etwas anders aus sowie das vollendete Federkleid erst mit der Legereife oder Mauser wirklich komplett sichtbar wird. Vor allem die Hähne sind farbenfroh.

Schwedische Blumenhühner kaufen

So attraktiv die Schwedischen Blumenhühner auch sein mögen, dem angehenden Halter wird es nicht ganz leicht gemacht. Auch wenn sich die Zahl der Halter in den letzten Jahren mehr und mehr erhöht, findet man Züchter bisher nur in wenigen Kleintierzuchtvereinen. Es bleiben daher nur Kleinanzeigenportale und Suche-Inserate.

Besonders hochwertige Tiere erhält man bei einigen Züchtern, die nicht nur inserieren, sondern ihre ganze Zuchtanlage auf ihrer Webseite vorstellen. Hier bekommt man nicht nur Fotos der Elterntiere zu sehen, sondern auch eine typische Zuchtanlage für diese Hühner.

Gut zu wissen

  • Vor den Importen aus Asien und dem Aufkommen der gezielten Hühnerzucht (ab 1850) gab es in Europa Landhühner, die sich mit der Zeit den Regionen anpassten. Die meisten Linien starben aus. Doch Schwedische Blumenhühner sind genau wie das österreichische Steinpiperl, das isländische Landnahmehuhn, das spanische Flour d’Amettler-Huhn oder das italienische Proveis-Ultentaler-Huhn Überbleibsel dieser ursprünglichen Landhühner.
  • Proveis-Ultentaler, Steinpiperl und Landnahmehühner werden mit und ohne die weiße Mottled-Scheckung gezüchtet. Für Schwedische Blumenhühner ist dieses neben den gelben Läufen jedoch das entscheidende rassetypische Merkmal.
  • Schweden lieben bei ihren Hühnerrassen die Vielfältigkeit uns züchten ohne Rassestandard. Demnach gab und gibt es verschiedene Zuchtlinien, die auch unterschiedlich schwer ausfallen und sich in ihren weiteren Leistungsmerkmalen stark unterscheiden.
  • Selbst unter vielen Schwedischen Blumenhühnern wird man kaum eines finden, das dem anderen exakt gleicht. Genau das macht diese Hühnerrasse aus.
  • Die Hühner Schwedens sind durchaus kaltes und schwieriges Klima gewohnt, können aber auch nicht zu viel Frost vertragen. Das gilt vor allem für Hähne mit großem Kamm. Einst kamen die Hühner deswegen während der Wintermonate in den Stallungen oder sogar Wohnhäusern unter.
  • Im Vergleich zu anderen europäischen Landrassen gibt es viele Blumenhühner mit Blau- und Grautönen im Gefieder. Diese Eigenart führt zu auffallend hübschen Farbkombinationen.
  • Schwedische Blumenhühner unterliegen Vererbungsregeln, die dazu führen, dass eine Henne mit schwarzem Grundton von einer blau-weißgescheckten Henne stammt. Der Blauton ist spaltergib, womit sich der Prozentsatz andersfarbiger Nachkommen genau berechnen ließe. Andere, rezessive Erbanlagen treten erst hervor, wenn keine dominanten Erbanlagen sie überdecken. Wegen der schlummernden Gene sollten die weniger bunt wirkenden rot-weißgescheckten Hähne nicht aus der Zucht genommen werden. Zusammen mit Hennen schwarzer Grundfarbe wird es viele blaubunte Nachkommen geben. Das Federkleid der Hühner wird durch die vielfältigen Erbanlagen sehr abwechslungsreich.
  • Im Allgemeinen erscheinen auch bei den Blumenhühnern die Hähne bunter. Gerade wildfarbene Hähne wirken sehr farbfreudig.
  • In besonders guten Legelinien werden beim Schwedischen Blumenhuhn nur wenige Hennen brütig. Auch ansonsten kann es wie bei anderen Hühnerrassen bis in das zweite Legejahr mit der Naturbrut dauern.

Die Hühnerrasse Schwedische Blumenhühner

Ursprünge der Schwedischen Blumenhühner

Für die Entwicklung der Hühner ist auch die Verfügbarkeit von Futter ausschlaggebend. Es ist also kein Zufall, wenn die schwersten Hühner Schwedens im südlichsten Teil des nordischen Landes heimisch sind. Hier leben Hühner seit vermutlich 2000 Jahren und haben sich allmählich den Gegebenheiten angepasst. Es handelt sich um eine Linie der europäischen Landhühner, die eher beiläufig gezüchtet wurden. Besonders schöne oder leistungsstarke Hühner werden immerhin besser umsorgt.

Die Hühner sind also vor langer Zeit nach Schweden gekommen und im Süden haben sich die mittelschweren Schwedischen Blumenhühner herausgebildet.

Entwicklung der Rasse Schwedische Blumenhühner

Bereits zum Ende des 19ten Jahrhunderts wurden viele Hühnerrassen nach Schweden importiert, vor allem Leghorns. Diese verdrängten die heimischen Hühnerrassen, die nach und nach seltener wurden. Mit dem Aufkommen der Hybridhühner in den 1960er Jahren waren sämtliche Hühnerrassen unwirtschaftlich und damit noch uninteressanter. Bis 1970 waren Schwedische Blumenhühner fast ausgestorben. Nur noch in den Schonischen Dörfern Esarp, Tofta sowie Vomp gab es Restbestände der Schwedischen Blumenhühner. Es gründete sich die Zuchtorganisation „Svenska Lanthönkluppen“, um die alten schwedischen Landrassen zu erhalten.

Mit dieser Erhaltungszucht wurden die Schwedischen Blumenhühner samt ihrer Vielfältigkeit erhalten. Zugleich wurden sie in Schweden, dann ab Ende der 1990er Jahre auch international bemerkt und erfreuen sich einer immer größeren Fangemeinde. Seit 2010 gibt es diese Hühner als „Swedish Flower Hens“ selbst in den USA.

Heutige Bedeutung der Schwedischen Blumenhühner

Bereits dem Namen nach handelt es sich bei Schwedischen Blumenhühnern um besonders schöne Hühner. Außerdem werden sie sehr zahm und sogar anhänglich. Aber auch die Legeleistung reicht dem Selbstversorger sowie die Hühner robust sind. Damit handelt es sich um die perfekten Garten- und Liebhaberhühner.

Diese Hühnerrasse wird nicht standardisiert und eignet sich deswegen nicht als klassisches Ausstellungshuhn. Es sind also Hobbyhalter und Selbstversorger, die sich für Schwedische Blumenühner begeistern. Als Ausstellungs- oder Wirtschaftshuhn sind die Blumenhühner weitgehend unbedeutend.

Seitdem bei Robert Höck von Happy Huhn (YouTube) zwei Blumenhühner im Garten ihr Unwesen trieben, scheint diese Hühnerrasse in Deutschland eine Modewelle zu erleben.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

In Deutschland etablieren sich Schwedische Blumenhühner, die in vielfältiger Farbpracht im Internet angeboten werden. Das abwechslungsreiche Federkleid mit den weißen Federenden ist Rassetypisch und geht auf die genetisch bedingte Mottled-Scheckung zurück. Um diese Vielfältigkeit zu erhalten, müssen mehrere Hähne in die Zucht einfließen, die alle ein anderes Federkleid ausprägen. Dabei können auch die weniger schön wirkenden Hähne sehr wertvoll werden, da ihre Erbanlagen in Kombination mit den Hühnern sozusagen streuen. Wer zu einseitig züchtet, büßt auf Dauer die Vielfältigkeit ein.

Es hat sich deswegen der „Arbeitskreis Schwedisches Blumenhuhn“ gegründet. Dieser möchte durch ständigen Austausch von Bruteiern oder Zuchttieren die Gene gesund erhalten. Es soll vermieden werden, dass zu viele nicht mehr rassereine Blumenhühner in die Erhaltungszucht einfließen. Deswegen werden Stammbäume angelegt, um gewissenhaft tauschen zu können. Weiterhin sollen die Leistungsmerkmale oder auch Form, Größe und Gewicht durch eine Optimierung einheitlicher werden. Bis zur Gründung waren die Unterschiede der Zuchtlinien sehr groß.

In Schweden hat sich bereits früher die Zuchtorganisation „Svenska Lanthönkluppen“ gegründet, die sich auch den Schwedischen Blumenhühnern annimmt. Nur so konnte diese bedrohte Hühnerart überleben und nach Deutschland gelangen.

Zuchtziele der Schwedischen Blumenhühner

Die Körperform der erwachsenen Blumenhühner ist bereits rundlich und nicht nur gerundet. Die Hennen entwickeln einen guten Legebauch und tragen den Rücken fast Waagerecht. Hennen und Hähne wirken insgesamt gedrungen. Das Gefieder ist nicht allein bunt, sondern auch reichlich ausgebildet. Hähne bilden neben dem Halsbehang auch Sattelbehang und genügend Nebensicheln. Den Schwanz tragen Blumenhühner etwas nach oben gewinkelt, aber nicht steil. Die anliegenden Flügel heben sich etwas ab.

Jedes Huhn soll die genetische Mottled-Veranlagung mitbringen. Diese bewirkt, dass die Federenden immer weiß sind. Mit jeder Mauser werden diese weißen Federenden größer und die Hühner schimmeln aus – sie werden immer heller. Wer die Qualität eines Zuchttieres beurteilen möchte, muss also auch das Alter wissen. Bei vierjährigen Hennen liegt der Weißanteil bei rund 50% und wäre ok, bei Junghennen jedoch nicht. Mit zu großem Weißanteil sehen die Hühner weniger blumig aus.

Die Kämme und Kehllappen der Hähne werden teils bereits übergroß ausgebildet. Die gelben Füße sind ein rassetypisches Merkmal und sollen beim stehenden Huhn sichtbar sein. Nur die Hennen dürfen einen Anflug schwarzer Pigmente aufweisen. Auch ist auf ein Mindestgewicht von 2,5 kg für die Hähne und auf friedliche Tiere zu achten.

Der Großteil der Blumenhühner erscheint mit einem mehrfach gezacktem Stehkamm. Doch 10 bis 30 % der Hühner bilden zum Hinterkopf einen Schopf aus. Der Kamm geht in diesen über und verbiegt sich in einen S-Kamm wie bei Altsteirern oder Sulmtalern. Der Züchter muss sehr darauf achten, dass er nicht mit zu vielen beschopften Hühnern in seiner Herde züchtet. Außerdem darf dieser Schopf nicht größer als bei Sulmtalern werden, da er sonst die Augen verdecken würde. Schwedische Blumenhühner sollen als Landrasse erhalten bleiben, die Hühner müssen mit freier Sicht ihre Feinde rechtzeitig bemerkten können.

Schwedische Blumenhühner sollen ein sehr ruhiges und anhängliches Wesen ausprägen. Diese Eigenschaften übertragen sich von der Glucke auf die Küken. Unruhige oder scheue Blumenhühner sollen deswegen nicht in die Zucht einfließen. Damit das vielfältige Federkleid erhalten bleibt, soll jedoch direkt mit einer ganzen Hühnerherde oder mehreren Zuchtstämmen und rotierenden Hähnen gearbeitet werden.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele:

  • Erhaltung der vielfältigen Musterung
  • Verbesserung der Leistungsmerkmale
  • Erhalt von Wesen und Robustheit
  • Auffrischung der Erbanlagen