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Brabanter Bauernhühner

gute Futtersucher, quirlig, kälteunempfindlich, robust

Brabanter Bauernhühner

Steckbrief: Brabanter Bauernhühner

Eier

70 g

Farbe der Eier: Weiß

Mindestgewicht für Bruteier

70 g

Legeleistung

200 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 1,5 - 2 kg, Hahn: 2 - 2,5 kg

Brutlust

20 %

Flugfähigkeit

70 %

Platzbedarf

80 %

Hinweis

Die sehr seltenen Brabanter Bauernhühner, auch Brabançonne genannt, entstanden bereits früh im 16. bis 17. Jahrhundert. Seitdem werden diese Landhühner erhalten und zeichnen sich noch heute durch ein Wildhuhnverhalten aus.

Zugleich sind diese Schopfhühner sehr robust und sogar resistent gegen viele typische Hühnererkrankungen. Zudem ist die Legeleistung von bis zu 200 Eiern im ersten Legejahr und einem Eigewicht bis über 70 Gramm beachtlich.

Brabanter Bauernhuhn und seine Haltung

Als weitere Besonderheit hat diese Großrasse gleich mehrere Wachtel-Farbschläge, welche sonst nur bei Zwergrassen vorkommen. Anzumerken bleibt, dass Brabanter eine eigene Hühnerrasse sind, die sich deutlich zu den Brabanter Bauernhühnern unterscheidet.

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Haltung

Auslauf

Brabanter Bauernhühner sind in ihrem Wesen noch sehr nahe an Wildhühnern und brauchen deswegen einen besonders großen Auslauf. Perfekt ist ein Freilauf oder sehr großer Auslauf mit viel Grünfläche. Wegen der guten Flugkünste müsste eine Einzäunung sehr hoch oder überspannt sein.

Charakter

Diese lebhafte Hühnerrasse mit starken Instinkten gilt als friedlich und lässt sich mit etwas Geduld durchaus zähmen. Die derben Landhühner werden aber kaum zu Schoßhühnern.

Hühnerstall

Für das Eierlegen und im kühlen Winter brauchen Brabanter Bauernhühner ihren geschützten Hühnerstall. Dieser soll wie auch für andere genügsame Hühnerrassen mit Legenestern, Sitzstangen, Sandbad und Futterbereich eingerichtet werden. Die Landhühner sind witterungs- und kälteresistent, der Hühnerstall muss in normalen Lagen also nicht nennenswert isoliert sein.

Hühnerkrankheiten

Brabanter Bauernhühner gelten als besonders resistent gegen Hühnerkrankheiten. Viele Halter erklären, dass auf die typischen Impfungen verzichtet werden kann. Gesetzlich vorgeschriebene Schutzimpfungen müssen dennoch erfolgen.

Für wen eignen sich Brabanter Bauernhühner?

Die Landhühner sind wegen ihrer Eigenschaften leicht zu halten und eignen sich damit auch für wenig erfahrene oder sehr beschäftigte Hühnerhalter. Wer hingegen ein Schoßhuhn wünscht oder nur wenig Auslauf anbieten kann, wäre mit einer anderen Hühnerrasse besser beraten.

Eier und Legeleistung

Die Angaben zur Legeleistung der Brabanter Bauernhühner reicht von 150 bis zu 200 weißen Eiern im ersten Legejahr.

Legeleistung des Brabanter Huhnes

Junghennen legen nur selten Eier mit über 60 Gramm, Althennen kommen hingegen bis über 70 Gramm hinaus. Genau diese 70 Gramm sind laut Rassestandard das Mindestgewicht für Bruteier.

Ein Manko bleibt jedoch die späte Legereife, die mit rund 6 Monaten zu erwarten ist. Die Hennen gelten als vital und fruchtbar.

Küken

Die alte Rasse ist eigentlich durch und durch robust und die Küken würden sich vergleichsweise leicht aufziehen lassen. Weil es jedoch nur noch wenige Zuchttiere gibt und sich dadurch Inzuchteffekte einstellen, gibt es gehäuft Probleme. Eine der typischsten Auffälligkeiten sind deformierte Brustbeine.

Der Halter muss bereits bei der Kükenfütterung auf einen genügenden Anteil Kalk achten. Zudem sind die Jungvögel schnell an Sitzstangen zu gewöhnen. Sobald die zusätzliche Wärmequelle im geschützten Kükenbereich nicht mehr zwingend notwendig ist, sind bereits Sitzstangen anzubringen.

Um die Inzuchteffekte zu minimieren, sind die Elterntiere oder die Versender der Bruteier gewissenhaft zu wählen. Weil diese legestarke Rasse ohnehin kaum noch brütig wird, blieben ohnehin nur die Leihglucke oder Kunstbrut.

Die Küken reifen insgesamt sehr langsam, wodurch auch die Bruderhähne erst spät ihr passendes Gewicht erreichen. Zumindest wollen die Küken neben Futter, Wärme und Hygiene auch etwas Abwechslung in der Aufzuchtbox. Tannenzapfen, Zweige, Salatstümpfe oder etwas frisches Grün eignen sich nach den ersten Lebenstagen als Unterhaltung.

Brabanter Bauernhühner kaufen

Warum diese Hühnerrasse inzwischen so selten geworden ist, dass sie als extrem gefährdet gilt, ist unklar. An der attraktiven Erscheinung und den hervorragenden Legeleigenschaften kann es nicht liegen. Möchte man Brabanter Bauernhühner kaufen muss man lange suchen und viel Glück haben.

Im „Sonderverein der Haubenhühner und seltener Hühnerrassen“ haben sich einige Züchter der Brabanter Bauernhühner zusammengeschlossen. Daher bietet dieser Verein die erste Anlaufstelle für interessierte Halter und Züchter. Gerade bei solch gefährdeten Hühnerrasse kann jede einzelne Halter einen bedeutenden Beitrag leisten, um die Hühnerrasse vor dem Aussterben zu bewahren.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge:

  • wachtelfarbig
  • gold-wachtelfarbig (noch nicht anerkannt)
  • silber-wachtelfarbig

In der Schweiz zusätzlich anerkannte Farbschläge:

  • blau
  • gelb
  • gelb-schwarzcolumbia
  • schwarz
  • weiß

In Belgien zusätzlich anerkannte Farbschläge:

  • columbia

Zumindest in Belgien wird der blaue Farbschlag mit und ohne Saum anerkannt.

Gut zu wissen

  • Der Zweitname der Brabanter Bauernhühner ist „Brabançonne“, welches zugleich der Name der belgischen Nationalhymne ist. La Brabançonne heißt übersetzt „das Lied von Brabant“ Diese Namensgebung spiegelt die tiefe historische Verwurzelung der alten Hühnerrasse in Belgien wider.
  • Weitere Namen, unter denen diese Hühner regional bekannt sind: in Flamen „Topman“, in Wallonien „Houpette“ (Schopfbildung), in den Niederlanden „Brabants boerenhoen“
  • Für die Hühnerzucht sind in Belgien wachtelfarbene Farbschläge typisch. Deswegen werden Brabanter Bauernhühner überwiegend in einem der wachtelfarbenen Farbschlag gezüchtet. Dieses ist eine Besonderheit, da andere Großrassen nicht wachtelfarben vorkommen.
  • Die Hühnerrasse „Brabanter“ entstand fast zeitgleich ebenfalls in Brabant. Es handelt sich jedoch um eine andere Hühnerrasse mit schlechteren Leistungsmerkmalen.
  • Brabant ist eine Provinz zentral in Belgien. In den südlichen Niederlanden gibt es zur belgischen Grenze die Provinz Nord-Brabant. Brabanter entstanden hier, Brabanter Bauernhühner werden immer Belgien und häufig zugleich den Niederlanden zugesprochen. Doch der genaue Ort der Erzüchtung wird mit der Region Brüssel, Löwen und Mechelen im belgischen Brabant genannt.
  • Das einfachste Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden Hühnerrassen sind die Kämme. Brabanter haben vor der Helmhaube einen Hörnerkamm, der bei den Hennen nicht immer sichtbar ist. Brabanter Bauernhühner haben bei den Hähnen einen großen Stehkamm und bei den Hennen einen sichtbaren Wickelkamm vor dem Schopf.
  • Einige Quellen berichten vom Auftauchen der Brabanter Bauernhühner im 16. bis 17., andere im 17. bis 18. Jahrhundert. Es soll zumindest einige Gemälde aus dem 17. Jahrhundert geben, die sehr ähnliche Hühner abbilden.
  • Werden Eizahl und Eigewicht summiert, ist die Legeleistung dieser derben Landhühner enorm.
  • Bereits aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts wird von rund 200 Eiern mit 65 bis 70 Gramm im ersten Legejahr berichtet. Dieses war für einstige Zeiten eine beachtliche Leistung.
  • Neben der Großform gibt es Brabanter Zwerg-Bauernhühner. Sie gleichen bis auf die Größe der Großform.

Die Hühnerrasse Brabanter Bauernhühner

Ursprünge der Brabanter Bauernhühner

Möglicherweise liegen die Anfänge der Brabanter Bauernhühner im 16., doch spätestens im 17. Jahrhundert. Es wird lediglich vermutet, dass sich ansässige Landhühner, die einst in Belgien und den Niederlanden verbreitet waren, mit Hauben- beziehungsweise Schopfhühnern kreuzten. Diese oder deren Vorläufer (Pawlowa Hühner) wurden in diesen Zeiten durch niederländische Seefahrer aus Russland in der Region eingeführt.

Weiterhin wäre naheliegend, dass es sich nicht um eine gezielte Zucht, sondern eine zufällige Kreuzung handelt, die entdeckt und erhalten wurde. Doch letztendlich wurde zu der Entstehung dieser derben Landhühner fast nichts überliefert.

Entwicklung der Rasse Brabanter Bauernhühner

Erst ab 1850 etablierte sich die Zucht nach Rassestandard für Hühner. Brabanter Bauernhühner wurden vorher also als Rasse erhalten, aber nicht gezielt auf eine einheitliche Linie gezüchtet. Doch bereits im Jahr 1906 gründete sich in Belgien ein Sonderverein für Brabanter Bauernhühner. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurden also auch diese Hühner nach Rassestandard gezielt und einheitlich optimiert. Bereits 1912 wurden auf einer Schau rund 400 Hühner ausgestellt. Die Legeleistung soll in diesen Zeiten im ersten Jahr bereits bei 200 weißen Eiern mit 65 bis 70 Gramm gelegen haben.

Heutige Bedeutung der Brabanter Bauernhühner

Diese alte Hühnerrasse ist heute extrem gefährdet. Dabei ist sie wegen der Robustheit gegen Erkrankungen und der guten Legeleistung ein wichtiger Genpool für künftige Züchtungen.

Brabanter Bauernhühner eignen sich besonders für Hobbyhalter und Selbstversorger, die ihre Hühner frei laufen lassen können. Anhänger einer ursprünglichen Haltungsweise sind mit diesen ursprünglichen Landhühnern ebenfalls gut beraten. Aussteller wären hingegen mit anderen Rassehühnern besser aufgestellt. Brabanter werden zuerst auf Robustheit sowie Leistung und dann auf die Erscheinung optimiert.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Obwohl Brabanter Bauernhühner seit langem vereinzelt in Deutschland gehalten werden, wurden sie erst im Jahr 1990 in Deutschland anerkannt.

Positiv anzumerken sind die tendenziell zunehmenden Bestände der Brabanter Bauernhühner. Wenn die TRGDEU jedoch für das Jahr 2000 gerade einmal 36 Hennen und 7 Hähne zählte und es im Jahr 2016 100 Hennen mit 27 Hähnen bei 18 Züchtern waren, ist die Bilanz ernüchternd. Die meisten dieser Zuchttiere sind wachtelfarbig. Für die silber-wachtelfarbigen und gold-wachtelfarbigen reichen die deutschen Bestände bei weitem nicht für eine stabile Zuchtlinie. Ohne einen internationalen Austausch von Bruteiern und Zuchttieren würde sich selbst der wachtelfarbige Farbschlag nicht lange halten.

Der belgische Sonderverein dieser Hühnerrasse gründete sich bereits im Jahr 1906. In diesem Ursprungsland liegt wohl auch heute der Schwerpunkt der Erhaltungszucht. Doch auch in der Schweiz sind viele Farbschläge anerkannt, was auf eine gut organisierte Zucht hindeutet.

Letztendlich werden auch belgische oder schweizer Züchter nicht um einen internationalen Austausch von Bruteiern oder Zuchttieren herumkommen. Diese Hühnerrasse ist also vom Aussterben bedroht.

Zuchtziele der Brabanter Bauernhühner

Diese Hühner sind das, was unter einem richtigen „Bauernhuhn“ zu verstehen ist: robust und beweglich mit starken Überlebensinstinkten. Die Brabanter Bauernhühner gelten damit zugleich als derbes Landhuhn, welches sehr selbstständig ist.

Insgesamt handelt es sich um mittelgroße und leichtgebaute Landhühner mit mittellang gestrecktem Rumpf. Der Stand ist eher niedrig, da die Schenkel kurz und die unbefiederten, grau-blauen feinknochigen Läufe mittellang sind. Die gut gespreizten schieferblauen Zehen sind feingliederig und tragen helle Krallen.

Der breite Rumpf wird mit dem breiten und fast geraden Rücken leicht abfallend getragen. Die Brust ist etwas vorgewölbt und leicht angehoben, die tief getragene Bauchregion ist gut entwickelt. Der ausladende Hinterteil der Hennen weist bereits auf die gute Legetätigkeit hin.

Der Kopf ist klein und länglich. Die Hähne bilden einen mittelgroßen einfachen Stehkamm mit längeren Endzacken, der über den Schopf hinaus ragt und leicht zur Seite neigen kann. Der Schopf bildet längere und schmalere Federn, als bei den Hennen. Damit liegt dieser Schopf flacher und kommt auf die Entfernung weniger zur Geltung. Die Hennen bilden hingegen einen nach hinten weisenden stehenden Schopf und davor einen Wickelkamm, der sozusagen eine gekrümmte s-Form ausbildet. Auch bei den Hennen darf der Schopf nicht zu groß werden. Dieser soll bei Hennen die Breite und Länge des Kopfes haben, aber nach hinten überstehen, damit der Wickelkamm davor passt. Vor allem Vollhaubenhühner bilden eine Schädelwölbung, die Schädelprotuberanz, aus der die Haubenfedern sprießen. Diese existiert bei Brabanter Bauernhühnern nicht.

Die Hähne bilden einen schmalen und eher geschlossenen mittellangen Hahnenschwanz, der hoch, aber nicht zu steil getragen wird. Die breiten Sicheln werden gut gebogen, aber nicht zu lang ausgebildet. Nebensicheln füllen den Hahnenschwanz auf. Am mittellangen Hals tragen sie wie am Sattel einen vollen und mittellangen Behang.

Die mittelgroßen glatten Ohrscheiben sind weiß und vor allem beim Hahn längs nach unten weisend. Der Hahn hat auch deutlich längere Kehllappen, die ebenfalls längs nach unten gezogen wirken, aber insgesamt von mittlerer Größe sind. Gerade das unbefiederte Hahnengesicht ist rot, bei den Hennen setzt über den Augen schon ganz leicht der Schopf an. Der Hahnenkopf wirkt wie auch bei anderen Rassen satter und leuchtender rot, als bei den Hennen. Die Augen müssen als Rassemerkmal einen schwärzlichen Augenrand aufweisen und sind dunkelbraun. Die Schnäbel erscheinen dunkelhornfarben mit heller Spitze.

Die großen Flügel werden waagerecht getragen und liegen dicht und damit unauffällig am Körper an. Die Flügelspitzen liegen beim Hahn unter dem Sattelbehang. Abgesehen von Behang und Schwanz liegt das gesamte Gefieder straff an und ist üppig entwickelt. Das Gefieder bildet insgesamt wenig Flaum.

Hennen gleichen den Hähnen bis auf rassespezifische Unterschiede. Sie haben also kleinere Kopfpunkte, einen volleren Legebauch, sind kleiner und tragen den Rumpf etwas waagerechter.

Vitalität und Leistung haben in der Zucht Priorität, erst an zweiter Stelle wird das äußere Erscheinungsbild optimiert. Erfahrene Züchter berichten, dass sie Zuchttiere der gezeichneten beziehungsweise wachtelfarbenen Farbschläge lange einsetzen. Wenn die Zeichnung auch nach mehreren Mausern erhalten bleibt, waren es perfekte Zuchttiere. Verblasst die Zeichnung mit der Zeit, wären die Hühner aus der Zucht auszuschließen.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele:

  • Erhalt der Vitalität
  • Verbesserung der Leistungsmerkmale
  • Auffrischung der Blutlinie