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Pommernente

gute Futtersucher, friedlich, kälteunempfindlich, anfängerfreundlich

Pommernentei patwary / shutterstock.com

Steckbrief: Pommernente

Eier

80 g

Farbe der Eier: Chremfarben

Mindestgewicht für Bruteier

70 g

Legeleistung

150 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Henne: < 2,5 kg, Hahn: < 3 kg

Brutlust

80 %

Flugfähigkeit

10 %

Platzbedarf

90 %

Gut zu wissen

Die Pommernente gilt als die älteste deutsche Zuchtente. Sie entstand in Vorpommern, welches auf deutscher Seite an Ostsee und Polen angrenzt.

Diese einst häufig gehaltene Wirtschaftsente ist inzwischen selten. Ein Grund lautet, dass sie sich nicht für die Massenhaltung eignet. Zur Brutzeit braucht sie sogar als Einzelpaar einen eigenen Bereich.

Außerdem müssen diese Enten nicht allein eine Wasserstelle auf der Wiese, sondern einen Schwimmbereich vorfinden. Dann aber werden sie sich wohlfühlen und das Grundstück von Schnecken befreien.

Die Pommernenten überzeugen sie mit dem weißen Latz am Hals und beim schwarzen Farbschlag mit Grünlack. Deswegen haben sie den Beinamen „Frackente“.

Haltung

Auslauf

Die Pommernente gehört zu den Landenten, welche kaum einen Zaun mit 70 cm Höhe überwinden kann. Sie sucht lieber nach einem Schlupfloch, wenn der Auslauf beengend wirkt.

An diesen hat sie keine großen Ansprüche, solange genug Platz mit einer Grün- und auch Schwimmfläche vorhanden ist. Dann suchen diese Enten sich ihr Futter im Sommer zum Großteil selber. Dabei werden sie im Garten allerhöchstens die großen Exemplare der Spanischen Wegschnecke auslassen.

Futter und Ernährung

Wenn der Außenbereich knapp bemessen ist oder es jahreszeitlich wenig natürliches Futter gibt, brauchen Pommernenten handelsübliches Entenfutter. Über Gemüsereste aus der Küche freuen sie sich ebenfalls.

Unser Tipp

Die Fütterung darf aber nicht zu viele Proteine enthalten, da Pommernenten schnell verfetten. Dann werden sie bequem, suchen weniger Futter und legen schlechter. Im schlimmsten Fall werden sie so fett, dass ihre Läufe schmerzen.

Anfängerfreundliche Entenrasse?

Diese Zweinutzungsente eignet sich für Anfänger und auch für schwierige Wetterlagen. Sogar junge Entchen sind bereits wetterfest und robust. Nach dem Heranwachsen gehen die Enten selbst bei Kälte und Schnee ins Freie.

Dennoch soll der geschützte Unterstand für diese Wetterverhältnisse trocken und zugfrei bleiben. Außerdem ist die Einstreu bei einem sichtbaren Verschmutzen zu erneuern. Liegt der Stall zu dicht an der Wasserstelle, können unter dem Stroh noch saugende Holzspäne liegen, damit dieses länger trocken bleibt.

Lautstärke der Enten

Im Vergleich zu einigen anderen Entenarten sind Pommernenten nicht ganz so laut, dennoch schnattern sie unentwegt leise während der Futtersuche. Empfindliche Nachbarn könnten sich also gestört fühlen.

Zähmbarkeit

Mit ein paar Würmern, Schnecken, Mehlwürmern oder auch Salatblättern und Obststücken gelingt die Zähmung. Streicheln ist dann ok, auf den Arm nehmen lassen sie sich jedoch nicht.

Eier und Legeleistung

Wenn die Ente nicht mit der Brut beginnt, sind bis 150 Eier im ersten Legejahr möglich, im zweiten noch die Hälfte. Die Eier wiegen rund 70, aber maximal bis 80 Gramm. Die Eifarbe geht von weiß über weißgräulich bis zu grünlich oder blaugrünlich.

Die Legesaison reicht von Februar bis Juli. Haben die Enten wenig Platz und finden nicht viel Futter, legen sie trotz einer Beifütterung weniger Eier.

Wer auf Eier und Küken abzielt, sollte junge Enten legen und alte Enten brüten lassen. Damit die Jungenten nicht mit der Brut beginnen, sind ihre Gelege regelmäßig zu leeren. Unter typischen Bedingungen und in der Gruppe kommen die Enten ohnehin nicht in Brutstimmung.

Gut zu wissen

Enten und Gänse sind gegen Salmonellen weniger empfindlich. Da sie häufiger befallen sind  können sie jedoch zum Überträger werden. Wie auch bei anderem Wassergeflügel sollen die Eier der Pommernenten deswegen nicht weichgekocht, sondern mit 10 Minuten durchgegart oder im Gebäck verbacken sein. Dieses schließt eine Übertragung aus.

Küken

Selbst ältere Enten legen genug Eier für ein Gelege und brüten erfolgreich im Frühjahr oder Frühsommer.

Die Küken bleiben nach dem Schlüpfen 24 bis 48 Stunden im Nest und sind dann bereits wetterfest und robust genug für den Auslauf. Die lebhaften Entenküken befiedern und wachsen schnell heran. Mit 4 bis 6 Monaten sind die Enten ausgewachsen.

Geschlecht erkennen

Ab der 8. Woche geben die Enten sich durch ein Quaken zu erkennen. Die Erpel ertönen etwas später, sie klingen leiser und krächtzend. Bis zum Mauserbeginn im Sommer sind die Küken bereits herangewachsen.

Ente und Erpel

Das eigentliche Problem lautet, dass die Erpel sich mit einer Ente am wohlsten fühlen und diese nur mit genug Abstand zu anderen Enten und weiteren Stressfaktoren mit der Brut beginnt.

Erpel würden auch zwei oder drei Enten akzeptieren. Der Auslauf mit Wiese und Wasserfläche müsste dann aber umso größer sein, damit die Enten einander aus dem Weg gehen können.

Neben dem Stall oder Unterstand für das Gelege ist eine Wasserstelle die Voraussetzung für einen Bruterfolg. Die Erpel treten ihre Enten nur auf offenem Wasser.

Unser Tipp

Kommt eine Pommernente in Brutstimmung, brütet sie gerne auch die Eier anderer Enten oder Entenrassen aus und zieht alle Küken zuverlässig auf.

Farben und Farbschläge

Anerkannte Farbschläge:

Ursprünglich

  • blau
  • schwarz

Sonstige

  • braun

Für wen eignet sich die Pommernente?

Die Pommernente benötigt eigentlich nur zwei Dinge: Ausreichend Platz und einen etwas größeren Schwimmteich. Dann aber ist sie sehr pflegeleicht, sucht sich selbst ihr Futter, überwindet auch niedringe Einzäunungen nicht und eignet sich somit hervorragend auch für Anfänger in der Entenhaltung.

Neben ihres attraktiven Äußeren überzeugt die Ente auch mit ihrer Legeleistung. Daher eignet sich die Ente auch gut für Selbstversorger.

Gut zu wissen

  • Pommernenten gelten als die ältesten deutschen Zuchtenten.
  • Teile Pommerns und damit Vorpommern gehörten bis 1815 zu Schweden. Ab 1760 sind erste Mastenten mit weißem Latz in Vorpommern bekannt. Die blauen Exemplare hießen ab 1850 „Schwedenente“. Der schwarze Farbschlag hieß ab 1920 „Uckermärker Ente“ und war zwischenzeitlich sogar als eigene Rasse anerkannt. Ab 1930 wurden beide als Pommernente zusammengefasst.
  • 1930 gründete sich der „Verein für Pommern-Entenzüchter“.
  • Einstige Schwerpunkte für die Zucht waren die Uckermark und die Insel Rügen.
  •  Bereits ab 1900 hatten es Pommernenten schwer, da Pekingenten aufkamen, welche sich für die Gruppenhaltung eignen.
  • Pommernenten sind auch als vornehme Ente im Frack, Frackente, Schwedenente, Uckermärker oder Duclairente bekannt.
  • Schon im 18. Jahrhundert gab es blaue, schwarze, braune und gelbe Enten mit weißem Latz zum vorderen Hals. Heutige Pommernenten gibt es im blauen, schwarzen und selten im braunen Farbschlag. Die Blauen waren einst typisch, heute sind die Schwarzen zahlreicher.
  • Der sogenannte Latz ist ein handtellergroßer weißer Fleck auf dem vorderen Hals, der sich bis zum Kropf und über die Seiten, aber nicht den ganzen Hals zieht. Für Züchter ist es eine Herausforderung, diesen klar abgegrenzten Latz auf passender Größe zu halten. Ergänzend zum Latz gibt es gelegentlich einen weißen Kehlfleck, der sich zum Latz abgrenzt.
  • Pommernenten fühlen sich als Pärchen am wohlsten und brauchen sonst mehr Platz, um einander aus dem Weg zu gehen. Sie vertragen sich aber gut mit anderen Entenarten.
  • Neben Eiern und Fleisch liefert die Pommernente auch feine Daunen und frisst im Garten die Schnecken.
  • Pommernenten fühlen sich als Pärchen am wohlsten und brauchen sonst mehr Platz, um einander aus dem Weg zu gehen. Sie vertragen sich aber gut mit anderen Entenarten.
  • Ein Zuchtziel war die leichte Mästbarkeit mit hochwertigem Fleisch. Ein Schlachtgewicht von 1,7 bis 2 kg ist deswegen ab einem Alter von 5 bis 6 Monaten möglich. Es wird zwar berichtet, dass selbst 10 Wochen Aufzucht reichen. Doch das Entenfleisch hat dann noch nicht seine volle Qualität.
  • Zu Beginn der Mauser lösen sich die Federn beim Rupfen sehr einfach, weswegen dieser Zeitpunkt optimal wäre. Es können dunkle Verfärbungen in der Haut zurückbleiben, die häufig fälschlicherweise als schlechtere Fleischqualität interpretiert werden.
  • Gerade das Brustfleisch der Pommernenten ist von besonderer Qualität. Deswegen gelten sie unter Kennern als Delikatesse.
  • Die „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen“ kürt die Pommernente im Jahr 1994 zusammen mit dem Westfälischen Totleger und der Diepholzer Ganz zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“.

Die Entenrasse Pommernente

Ursprünge der Pommernenten

Als gesichert gilt, dass heutige Pommernenten erstmalig in Vorpommern auftauchten oder hier erzüchtet wurden. Als Kernregion gilt jedoch ganz Pommern. Weil Vorpommern heute zu Deutschland gehört, sind diese einstigen Schwedenenten oder Uckermärker Enten damit in Deutschland entstanden. Die Schwanzlocke der Erpel deckt auf, dass es sich um Ableger der Stockente handelt. Welche Zuchtrichtungen jedoch zu den Elterntieren gehörten, ist unbekannt.

Entwicklung der Rasse Pommernente

Vermutlich begann die Verfeinerung der Vorläufer im 18. Jahrhundert. Die ersten Mastenten mit Latz sind seit 1760 bekannt. Eine Theorie besagt, dass schwere schwarze, weiße und wildfarbene Landenten auf Linie gezüchtet wurden. Die Mastente sollte sogar etwas leichter, aber insgesamt wirtschaftlicher werden. Das einstige Zuchtziel lag auf den guten Eigenschaften zum Eierlegen und zur Mast mit einer hohen Fleischqualität.

Vorpommern gehörte bis 1817 zu Schweden. Möglicherweise haben die Schweden einige dort heimische Enten in Vorpommern eingeführt, die mit einflossen. Einige Quellen vermuten auch die belgische Dendermonder Ente als Zuchtgrundlage oder die Pommernente ist nur deren Weiterzüchtung. Außerdem wird die Verwendung von Aylesbury-, Rouen- und Cayuga-Enten diskutiert, lässt sich aber ebenfalls nicht belegen.

Weil die Abkömmlinge der Stockenten bastardisieren, ist davon auszugehen, dass andere Entenrassen ungewollt zumindest in Spuren einflossen. Wegen der heute üblichen Zucht nach Rassestandard ist das aber nicht weiter relevant.

Der blaue Farbschlag hieß ab 1850 „Schwedenente“, der schwarze folgte erst 1920 und hieß bis 1930 „Uckermärker Ente“. Nun werden beide Farbschläge zur „Pommernente“ zusammengefasst. Doch eigentlich müsste es den schwarzen Farbschlag synchron mit dem blauen gegeben haben, da dieser aufspaltet. 50 % der Nachkommen erscheinen blau und jeweils 25 % schwarz und grauweiß. Zumindest wäre es für einen Züchter eine Kleinigkeit, aus den rezessiv Schwarzen einen reinerbig schwarzen Farbschlag zu erzüchten.

Heutige Bedeutung der Pommernente

Die einstige wirtschaftliche Bedeutung der Pommernente ist verblasst. Dennoch ist gerade der schwarze Farbschlag mit den grünlich schimmernden Flügeldecken und dem weißen Latz schön anzusehen. Diese Landenten begeistern also Gartenbesitzer, Züchter und Aussteller. Sie sind nicht mehr allein in Deutschland, sondern auch anderen Ländern wie der Schweiz verbreitet. Hier gibt es seit 1920 erste Zuchtbestände.

Die Höfe waren einst klein und ein paar Enten konnten die Küche aufbessern. Heute müssen sich Wirtschaftstiere für Massenhaltung eignen, was den Pommernenten zum Verhängnis wird. Wer jedoch ein großes Grundstück mit Wasserfläche sein Eigen nennt und nur einige Tiere wünscht, freundet sich mit der Pommernente schnell an. Wenige Enten verunstalten das Gewässer nur unwesentlich und zugleich werden die Pommernenten fleißig nach Schnecken und anderen Kleintieren suchen.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Leider handelt es sich bei der Pommernente um eine Rarität. Die TGRDEU zählt für 2016 452 Zuchtenten und 213 Zuchterpel bei 145 Züchtern. Der braune Farbschlag ist der jüngste und nur mit 13 und 8 Zuchttieren vertreten. Insgesamt stagnieren die Gesamtbestände seit 2005 mit überschaubaren Schwankungen. Derzeit ist die Pommernente in Deutschland so selten, dass die GEH sie in Kategorie III als „Gefährdet“ einstuft.

Diese Zahlen belegen dennoch, dass es in Deutschland Züchter der Pommernente gibt und diese damit auch Bruteier und Zuchttiere austauschen werden. Eine erste Anlaufstelle für Interessierte wäre der „Sonderverein der Entenzüchter Deutschlands von 1895 e.V.“

Auch in der Schweiz und vermutlich weiteren europäischen Ländern werden einige Pommernenten gezüchtet.

Zuchtziele der Pommernente

Die Pommernente ist eine mittelschwere Landente, die weidet und gründelt, aber nicht fliegt. Sie hat also auch eine Landentenform mit einem breiten, langen und tiefen Körper. Dennoch wirkt sie nicht plump und ist sogar sehr beweglich. Der Rumpf wird fast waagerecht, aber leicht abfallend getragen und bildet keinen Kiel am Bauch. Diese Enten haben also auch einen langen Rücken, der vom Hals bis zum kurzen Schwanz nur schwach gewölbt wirkt. Die fest sowie hoch anliegenden geschlossenen Flügel unterstreichen diesen Effekt.

Der Rumpf ist schon fast eine gerundete Backsteinform. Demnach geht der Hals über die leicht vorstehende Brust mit fast 90° in den breiten, fast gerade verlaufenden Bauch. Das untere Hinterteil ist minimal dicker, geht aber mit schwachen 90° zum kurzen und geschlossenen Schwanzgefieder hoch.

Der Kopf ist mit flacher Stirn breit ausgebildet. Die kleinen dunklen Augen liegen hoch im Schädel und gehen optisch unter. Der relativ lange Entenschnabel ist breit mit leicht hohler Firstlinie und trägt immer eine schwarze Schnabelbohne. Ansonsten weisen die Schnäbel nicht nur nach Farbschlag, sondern auch Geschlecht Unterschiede in der Färbung auf.

Der mittellange Hals ist leicht gebogen und geht fließend in die Brust und mit mildem Knick in den Rücken über. Das fest anliegende straffe Gefieder bildet im Untergefieder reichlich Daunen.

Die mittellangen und etwas zierlich wirkenden Läufe sind fast mittig im Rumpf, wirken aber wegen der leicht aufrechten Haltung etwas zurückversetzt. Sie entspringen den sich kaum abhebenden Schenkeln und münden in die Schwimmfüße. Diese liegen im Stand komplett auf. Die Farbe der Läufe und der minimal helleren Schwimmfüße variiert etwas zu den Farbschlägen und kann schwärzlich oder schwärzlich gelb erscheinen. Kenner sprechen jedoch von schwarzrot oder schwarzrot gefleckt.

Der blaue Farbschlag kann einen schmalen dunklen Saum an den Federn bilden. Dieses „blau“ wirkt optisch eher blass grau. Erpel haben am Kopf und Hals ein dunkleres Gefieder, sind aber bis auf den Latz ansonsten sehr gleichmäßig gefärbt. Dieser weiße Latz soll sich regelmäßig abgrenzen. Er umschließt den Hals zur vorderen Hälfte und reicht bis zum Kropf runter. Der Latz muss die Größe eines Untertellers erreichen.

Beim schwarzen Farbschlag soll das Gefieder abgesehen vom Latz durchgehend schwarz erscheinen. Doch die Erpel müssen gerade zum Kopf und zu den Flügeldecken im Sonnenschein reichlich Grünlack entwickeln. Dieser darf bei den Enten ebenfalls nicht komplett fehlen.

Die braunen sind wieder wie die blauen gezeichnet, aber die Erpel sind nicht nur am Kopf und Hals, sondern auch zum Bürzel und dem Spiegel dunkler.

Das sicherste Unterscheidungsmerkmal bleibt wie bei allen anderen Ablegern der Stockente die Schwanzlocke, die sich nur beim Erpel bildet.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele

  • hohe Legeleistung
  • gut zu mästen
  • hohe Fleischqualität
  • vitale Selbstversorger-Ente
  • Erhalt von Form und Zeichnung