Legenot ist eine ernst zu nehmende Erkrankung bei Hennen. In diesem Artikel erfährst du, was dahintersteckt und worauf du achten musst.
Was ist Legenot?
Es gibt Phasen, in denen die Hennen tendenziell weniger Eier legen. Aufgrund eisiger Temperaturen ist dies meist im Winter der Fall.
Bleibt das Legen plötzlich komplett aus, kann das ein Alarmsignal sein. Eine der gefährlichsten Ursachen ist die Legenot. Die Henne hat ein Ei gebildet, doch es steckt im Körper fest – zwischen Gebärmutter und Kloake.
Sie presst, kämpft und leidet, doch in schweren Fällen gelingt es ihr nicht, das Ei selbst abzulegen. Jetzt wird es lebensbedrohlich: Ohne schnelle Hilfe kann die Legenot für dein Huhn tödlich enden.
So erkennen Sie die Legenot
Die Legenot verursacht verschiedene Symptome und erweist sich für die Henne als unangenehm und schmerzhaft.
Hier sind 5 typische Symptome bei Legenot – und woran du sie erkennst:
- Pressen ohne Ei
Deine Henne sitzt häufig im Nest oder abseits, presst sichtbar und immer wieder, ohne dass ein Ei gelegt wird. - Aufgeplustertes, apathisches Verhalten
Sie wirkt teilnahmslos, sitzt still mit aufgeplustertem Gefieder und zieht sich von der Gruppe zurück. - Veränderter Gang oder Lahmheit
Durch den Druck des Eis läuft die Henne steif, breitbeinig oder bewegt sich kaum noch. - Schmerzen im Bauchbereich
Der Unterbauch fühlt sich hart oder geschwollen an, die Henne reagiert empfindlich oder wehrt sich bei Berührung. - Atemprobleme oder Schwanzwippen
Das feststeckende Ei drückt auf die inneren Organe – die Henne atmet schwer, der Schwanz bewegt sich sichtbar auf und ab.
👉 Wichtig: Tritt eines oder mehrere dieser Symptome auf, solltest du sofort handeln. Legenot ist ein akuter Notfall und kann ohne schnelle Hilfe tödlich enden.
Das sollten Sie tun, wenn Sie ein betroffenes Tier haben
Bitte gerate jetzt nicht in Panik. Ruhe ist das Wichtigste für dich und für die Henne. Oft hilft schon ein warmes Bad, auch wenn es ihr nicht gefallen wird. Achte unbedingt darauf, dass das Wasser angenehm warm, aber nicht heiß ist.
Die Wärme entspannt die Muskulatur. In vielen Fällen kann die Henne das Ei danach von selbst legen. Einen ähnlichen Effekt erzielt auch eine Wärmelampe. Zusätzlich kannst du den Bauch vorsichtig massieren, um die Entspannung zu unterstützen.
Zeigt sich trotz allem keine Verbesserung und das Ei kommt weiterhin nicht, solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen. Dort kann das Ei fachgerecht geöffnet um deiner Henne das Leben zu retten. In schweren Fällen wird ein krampflösendes Mittel verabreicht.
Hausmittel bei Legenot
Hier sind einige Hausmittel bei Legenot und wie du sie anwenden kannst:
- Warmes Bad
- Wasser lauwarm, nicht heiß.
- Henne einige Minuten darin sitzen lassen, um die Muskeln zu entspannen.
- Wärmelampe
- Wärme gezielt auf den Bauch richten.
- Entspannt die Muskulatur und erleichtert die Eiablage.
- Bauchmassage
- Sanft den Unterbauch massieren.
- Unterstützt die Muskelentspannung und kann den Legedruck fördern.
- Calciumgabe
- Zerstoßene Eierschale oder Sepiaschale ins Futter mischen.
- Stärkt die Muskulatur und die Eischalenbildung.
- Ruhiger, dunkler Ort
- Henne an einen stressfreien Platz setzen.
- Weniger Ablenkung und Ruhe erleichtern das Legen.
Wichtig: Wenn sich nach diesen Maßnahmen nichts tut, unbedingt Tierarzt aufsuchen. Legenot kann lebensbedrohlich sein.

Was sind die Ursachen für Legenot?
Die Legenot kann aus verschiedenen Gründen eintreten. Einer der häufigsten ist, dass die Henne noch zu jung ist.
Die häufigsten Ursachen für Legenot:
- Calciummangel: Fehlt Calcium, können sich die Muskeln nicht stark genug zusammenziehen. Das Ei bleibt stecken oder hat eine zu weiche Schale.
- Zu große oder fehlgeformte Eier: Besonders junge oder sehr leistungsstarke Hennen legen manchmal ungewöhnlich große Eier, die sich nur schwer ablegen lassen.
- Übergewicht und Bewegungsmangel: Zu wenig Bewegung schwächt die Muskulatur im Legedarm und erhöht das Risiko für Legenot deutlich.
- Stress und Haltungsfehler: Lärm, Rangkämpfe, falsche Nester oder plötzliche Veränderungen können den Legevorgang blockieren.
- Alter oder Erkrankungen: Sehr junge Hennen am Beginn der Legephase sowie ältere oder geschwächte Tiere sind besonders gefährdet.
- Es ist zu kalt: Bei Kälte verkrampfen sich die Muskeln. Dies führt dazu, dass das Ei nicht durch den Legeapparat transportiert werden kann.
- Das Tier leitet an einem Nährstoffmangel: Ein starker Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen führt dazu, dass das Huhn teilweise keine Kraft mehr hat, um ein Ei zu legen.
Unsere beiden Empfehlungen gegen die häufigsten Ursachen für Legenot
Vorbeugende Maßnahmen
Damit deine Hennen gar nicht erst in Legenot geraten, ist eine artgerechte Haltung das A und O. Ein sauberer Stall, ausreichend Platz und Ruhe sind entscheidend.
Besonders wichtig ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die alle nötigen Nährstoffe liefert. Legehennen brauchen spezielles Legehennenfutter, das genau darauf abgestimmt ist. Dieses bekommst du als Fertigmischung im Handel und es bildet die wichtigste Grundlage für eine stabile Gesundheit und eine problemlose Eiablage.
Unsere Empfehlung für ein hochwertiges Hühnerfutter:
Das Legehennenfutter ist mit allen für die Hennen wichtigen Nährstoffen angereichert und kann demzufolge als Alleinfutter angeboten werden. Doch natürlich freuen sich die Hennen auch über eine zusätzliche Portion Eiweiß, die Sie ihnen beispielsweise in Form von Magerquark oder getrockneter Insekten anbieten können.
Ebenso lieben es Hühner, frisches Grün zu picken. Sind sie im Sommer in einem begrünten Auslauf unterwegs, reicht ihnen dies oft schon aus, um sich wohlzufühlen.
Letztendlich müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Huhn gesund und glücklich ist, denn dies wirkt sich auf die Legeleistung aus und sorgt dafür, dass die Henne nicht von der Legenot betroffen ist.
