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Zwerg-Brahma

zutraulich, gute Futtersucher, friedlich, robust

Zwerg-Brahma Hühner

Steckbrief: Zwerg-Brahma

Eier

35 g

Farbe der Eier: Braun

Mindestgewicht für Bruteier

35 g

Legeleistung

80 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: < 1,3 kg, Hahn: < 1,7 kg

Brutlust

70 %

Flugfähigkeit

10 %

Platzbedarf

50 %

Hinweis

Unter den Zwerghühnern zählen Zwerg-Brahma zu den größten und schwersten. Genau diesen Platz nehmen Brahma Hühner unter den Großformen ein. Die verzwergte Variante übernimmt die Erscheinung und das Wesen der Großform.

Es handelt sich um reine Liebhaber-Hühner. Sie wachsen langsam heran und ihre Legeleistung ist nicht sehr hoch. Die Eier sind mit 35 Gramm eher klein. Wegen ihrer befiederten langen Beine und dem Raubvogelblick erfreuen sich diese Hühner dennoch einer großen Beliebtheit.

Haltung

Selbst Anfänger der Hühnerhaltung werden an den sanften Zwerg-Riesen viel Freude haben. Die Hühner lassen sich leicht zähmen und werden dann sogar anhänglich.

Brahma Henne im Auslauf

Auslauf

Zwerg-Brahma sind Nichtflieger und kommen kaum über einen niedrigen Zaun. Das macht sie zu perfekten Gartenhühnern. Ein einfaches Hühnernetz mit 1,2 Metern Höhe wird zum unüberwindbaren Hindernis. Es wird sogar berichtet, dass lediglich 0,6 Meter Höhe als Einzäunung genügen.

Besonderheit 1: Federfüße (Latschen)

Es gibt Besonderheiten in der Haltung der robusten Zwerg-Brahma, die zum kleinen Mehraufwand werden. Die üppige Befiederung reicht bis zu den Zehen runter.

Federfüße der Zwerg-Brahma

Bei Nässe bleibt der Schmutz schnell kleben und kann zum Herd für Krankheitserreger werden. Deswegen soll die Rasenfläche immer kurz gehalten werden. Der Auslauf darf bei Regenwetter nicht zum Morast werden. Das Regenwasser muss also gut ablaufen oder schnell einsickern.

Auch die Einstreu muss immer trocken bleiben. Erfahrene Halter empfehlen deswegen ein Gemisch aus Sand und saugenden Hackschnitzeln.

Besonderheit 2: Stressempfindlichkeit

Eine weitere Besonderheit ist die Empfindlichkeit dieser Hühner gegen Lärm und Stress. Der Hühnerstall und auch der Freilauf sollen nicht zu dicht neben befahrenen Straßen, Spielplätzen oder belebten Bereichen liegen.

Hühnerstall für die Zwerg-Brahma

Im Hühnerstall dürfen die Hühnerstangen nur niedrig angebracht werden. Auch dann schlafen diese Hühnervögel gelegentlich lieber an einer ruhigen Stelle auf dem Boden.

Futter und Bewegung

Zudem neigen Zwerg-Brahma zur Verfettung. Die ausgewachsenen Hühner sollen deswegen nicht über den ganzen Tag Körnerfutter erhalten. Auch anderes energiereiches Futter muss rationiert werden.

Es hilft allerdings, ein paar Körner in die Einstreu oder in den Freilauf zu werfen, damit die Hühner sich bewegen müssen. Wichtig bleibt, dass Zwerg-Brahma immer Grün- und Frischfutter erhalten. Im Winter eignen sich geriebene Möhren und Reste vom unverarbeitetem Gemüse.

Charakter

Zwerg-Brahma sind insgesamt ruhig und ausgeglichen. Sie suchen im Freilauf geduldig nach Futter und bevorzugen dabei einen weichen Untergrund. Die Hähne sind durchgehend friedlich. Wer mehrere Hähne in eine Hühnerherde setzt, muss jedoch auf genug Platz und Hennen achten.

Zwerghenne auf der Wiese

Zum Eingewöhnen neuer Hühner soll der Halter etwas mehr Zeit und auch ein paar Leckereien wie Mehlwürmer, Salatreste oder gequetschte Maiskörner mitbringen. Mit etwas Zuwendung werden Zwerg-Brahma schnell zu anhänglichen Streichelhühnern, die sich für Familien mit Kindern eignen, solange diese nicht zum Stressfaktor werden.

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Eier und Legeleistung

Die Junghennen beginnen erst mit ca. 10 Monaten, erste Eier zu legen. Die Legeleistung wird für Zwerg-Brahma mit 80 hellbraunen Eiern im ersten vollen Legejahr angegeben.

Es wird jedoch berichtet, dass viele Hennen dieses übertreffen und teils bis 140 Eier schaffen. Auch dann wiegen diese Eier gerade einmal 35 Gramm. Viele andere Zwerghühner oder Legerassen übertreffen das spielend. Dafür legen Zwerg-Brahma auch im Winter einige Eier.

Küken

Die Hennen der Zwerg-Brahma werden schnell brütig, lassen sich aber leicht wieder umstimmen. Wenn sie jedoch ungestört brüten dürfen, sind sie sehr erfolgreich. Die geschlüpften Küken ziehen sie zuverlässig auf.

Zwerg-Brahma Küken

Diese brauchen rund ein Jahr, um auszuwachsen. Das wäre als Nachteil bei Liebhaberhühnern zu vernachlässigen. Doch wegen dieser langen Entwicklungsphase befiedern sich die Küken viel langsamer. Deswegen wird empfohlen, mit der Brut früh im Jahr zu beginnen.

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Aufzucht der Küken

Die Küken brauchen entweder die Glucke oder eine Wärmelampe als Wärmequelle. Sie dürfen sich in den ersten Wochen nicht überfordern und müssen aufgrund ungenügender Befiederung die ersten Monate im geschützten Bereich bleiben.

Damit den Küken nicht langweilig wird, können Tannenzapfen, Zweige, Kartonrollen, Salatreste und andere interessante Sachen zur Unterhaltung in den Aufzuchtbereich gelegt werden.

Geschlecht erkennen

Erst spät kann der Halter die Geschlechter der Küken sicher unterscheiden. Hennenküken befiedern etwas schneller. Bei Hähnen entwickelt sich der Kamm früher heraus.

Beim Farbschlag blau-rebhuhnfarbiggebändert sind Hennen im Alter von 12 bis 16 Wochen deutlich heller im Gefieder, als die Hähne. Ab dem Alter von 6 bis 9 Monaten kann das Sattelgefieder betrachtet werden. Bei Hennen laufen die Federn rund, bei Hähnen jedoch spitz aus.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge:

  • weiß-schwarzcolumbia (hell)
  • weiß-blaucolumbia
  • gelb-schwarzcolumbia
  • gelb-blaucolumbia
  • silberfarbig-gebändert (dunkel)
  • blau-silberfarbiggebändert mit Orangerücken
  • rebhuhnfarbig-gebändert
  • blau-rebhuhnfarbiggebändert
  • isabell-perlgraugebändert
  • schwarz
  • blau

Zwerg-Brahma Hühner kaufen

Möchte man ein kleines Stämmchen Zwerg-Brahma kaufen wird man auf Kleintiermärkten meist fündig. Glücklicherweise sind diese Zwerghühner nicht selten. Anfängern wird ein Hahn mit 3-4 Hennen empfohlen.

Doch auch einige Bruteier, die mit einer Brutmaschine ausgebrütet werden, können für den Hühner-Neuling eine gute Wahl sein. Allerdings sollte diese im März oder spätestens im April stattfinden. Nur dann sind die langsam wachsenden Hühner im Herbst groß genug.

Wird man nicht fündig hilft der „Sonderverein der Züchter des Cochin-, Brahma- und Zwerg-Brahma-Huhnes e.V.“ weiter und vermittelt gerne einen Kontakt zu einem Züchter.

Gut zu wissen

  • Das Brahma Huhn ist als Großform außerhalb von Asien bereits seit 1846 bekannt, es entstand aus Cochin, Malaien und aus Chittagong Hühnern. Als Ursprungsort wird die Region um den Fluss Brahmaputra vermutet. Daher die Namensgebung.
  • In den USA werden die großen Brahma auch „giant King of all poultry“ genannt, zu Deutsch „riesiger König von allem Geflügel“.
  • Neben Deutschland wird meist auch England als Herkunftsland für Zwerg-Brahma angegeben. Im Jahr 1887 versuchte W. F. Entwisle die Erzüchtung. Er scheiterte jedoch daran, dass seine Hühner für Zwerghühner zu groß waren und gab auf.
  • Im Jahr 1889 gelang L. Neubert eine genügende Verzwergung, mit der eine Anerkennung gelang. Es flossen richtige Brahma ein. Die deswegen groß geratenen Zwerg-Brahma zählen zu den größten und schwersten Zwerghühnern weltweit.
  • Zwerg-Brahma sind wie die Großform sehr friedlich und ausgeglichen. Wegen der „Augenbraue“ und dem spitz nach unten zulaufendem Schnabel bildet sich ein „Raubvogelblick“. Das verleiht diesen massigen Hühnern einen aufmerksamen und energischen Blick.
  • Wer seine Zwerg-Brahma ausstellen will, soll auf einen besonders trockenen und sauberen Untergrund achten, damit die Fußfedern keinen Schaden nehmen. Der Auslauf könnte überdacht werden. Dennoch ist vor Ausstellungen meist ein Fußbad zur Reinigung der Belatschung notwendig.
  • Diese massigen Hühner gehören zu den Nichtfliegern, weswegen sie sich leicht einzäunen lassen. Damit werden sie zu idealen Gartenhühnern.
  • Zwerg-Brahma gelten zwar als anfängerfreundlich und die Hennen sind gute Glucken. Die Küken befiedern jedoch langsam, weswegen sie über längere Zeit im geschützten Bereich bleiben müssen.
  • Wie auch bei der Großform soll in der Haltung der Zwerg-Brahma jeder Stressfaktor vermieden werden. Hühnerstall und Hühnerfreilauf müssen ruhig liegen.
  • Die massigen Hühner neigen zum Verfetten. Wer sie lange behalten möchte, soll energiereiches Futter gut rationieren.

Die Hühnerrasse Zwerg-Brahma

Ursprünge der Zwerg-Brahma

Die Großform wurde möglicherweise in den USA erzüchtet. Als wahrscheinlicher gilt, dass sie aus Indien stammt und über Bangladesch in die USA verschifft wurde. Bislang findet sich jedoch kein Ort in Indien, an dem es ähnliche Hühner gibt. Möglicherweise sind diese hier zwischenzeitlich verschwunden.

Zumindest wurden die Ausgangshühner in den USA um 1850 auf ihre heutige Form der Brahma Hühner herausgezüchtet und schon 1852 nach England verschifft. Einige Quellen erklären, dass in England bereits um 1870 ihre Zwergform erzüchtet wurde. Wahrscheinlicher ist die andere Entstehungsvariante. W. F. Entwisle versuchte Brahma Hühner in Britannien zu verzwergen, scheiterte jedoch und gab sein Anliegen im Jahr 1887 auf. Deswegen gilt England neben Deutschland als das zweite Ursprungsland der Zwerg-Brahma. Deren Erzüchtung gelang 1889 durch L. Neubert aus Niederbobritzsch in Sachsen.

Entwicklung der Rasse Zwerg-Brahma

Neubert kreuzte die Brahma-Großform mit federfüßigen Zwerghühnern und Seidenhühnern. Als Erstes gelang der Farbschlag weiß-schwarzcolumbia, die hier als „die Hellen“ bezeichnet werden. „Die Dunklen“ folgten bereits 1891 im Farbschlag gelb-schwarzcolumbia. Die Zwergform wird nach praktisch identischen Kriterien wie die Großform gezüchtet. Zur Erzüchtung weiterer Farbschläge flossen weitere Rassen ein.

Heutige Bedeutung der Zwerg-Brahma

Brahma Hühner gehören zu den größten Hühnerrassen überhaupt und sind die größten im europäischen Rassestandard. Zwerg-Brahma zählen zu den größten Zwerghühnern und bringen wegen der massigen Erscheinung die eindrucksvolle Wirkung der Großform mit. Damit wurden sie schnell zu beliebten Zierhühnern, die sich in anderen Ländern verbreitet haben. Mehr als Liebhaber- und Ausstellungshühner sind Zwerg-Brahma und Brahma Hühner aufgrund ihrer schwachen Leistungsmerkmale jedoch nie gewesen. Dennoch werden diese Hühner gelegentlich zu den Zwiehühnern gerechnet.

Für Deutschland zählt die „Zentrale Dokumentation tiergenetischer Ressourcen in Deutschland“ (TGRDEU) für das Jahr 2016 insgesamt 3178 Hennen und 873 Hähne bei 477 Züchtern, die sich auf zehn Farbschläge aufteilen. Im Jahr 2005 waren es noch 4694 Hennen und 1169 Hähne, die als Zuchttiere gezählt wurden und sich auf nur sieben Farbschläge aufteilten. Im Jahr 2016 kommen nur rebhuhnfarbig-gebänderte auf über 1000 Zuchttiere. Blau-silberfarbiggebändert mit Orangerücken, gelb-blaucolumbia und weiß-blaucolumbia erreichen jeweils nur unter 100 gezählte Zuchttiere.

Damit zählt die TGRDEU 2016 insgesamt mehr Zwerg-Brahma und für diese mehr Farbschläge, als für Brahma Hühner, die im Jahr 2005 ebenfalls zahlreicher waren. Beide Hühnerrassen werden in Deutschland durch die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. im Jahr 2020 nicht in der roten Liste geführt und gelten damit in Deutschland als nicht gefährdet.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

In Deutschland hat sich bereits im Jahr 1912 der „Sonderverein der Züchter des Cochin-, Brahma- und Zwerg-Brahma-Huhnes“ gegründet, um neben den Zwerg-Brahma auch Brahma und Cochin zu erhalten. Derzeit organisieren sich mehrere 100 Mitglieder, um gezielt an der Erhaltungszucht dieser Haushuhnrassen zu arbeiten. Dazu gehört auch das Auffrischen der Gene durch Brutei- und Zuchttier-Tausch. Noch in jüngster Zeit wurden neue Farbschläge erzüchtet und anerkannt, vermutlich folgen weitere.

Zuchtziele der Zwerg-Brahma

Zwerg-Brahma sollen das verzwergte Ebenbild der Großform darstellen. Damit ist ihre kleinere Gestalt ebenfalls kraftvoll ausgebildet. Dabei wirken die Hennen eher massig wobei die Hähne einen aufrechteren Stand einnehmen. Dadurch wirken sie präsenter sowie stolz und sogar majestätisch.

Ein erwünschtes, aber nicht immer getroffenes Rassemerkmal ist der breit ausgeprägte gewölbte Kopf. Dieser wirkt auf die Größe vom Huhn klein. Wegen des breiten Kopfes bildet sich die „Augenbraue“. Gerade bei Hennen bildet diese zusammen mit dem nach unten spitz zulaufenden Schnabel einen energischen Raubvogelblick. Das rote Gesicht ist schwach befiedert. Der kleine Erbsenkamm bildet drei gleichmäßige Reihen. Die runden Kehllappen und Ohrlappen sind klein und rot ausgebildet. Die Kehllappen werden durch die Kehlwamme getrennt. Die Augen erscheinen rot bis rotorange. Der gelbe Schnabel hat oben einen dunkleren Streifen, teils ist die Schnabelspitze schwarz.

Insgesamt entfalten Zwerg-Brahma die Wirkung und das Wesen schwerer asiatischer Fleischrassen. Mit ihrem breiten Körper, dem mittelhohen Stand und der üppigen Befiederung bis runter zu den Seitenzehen wirken die schweren Zwerghühner massig und zugleich gedrungen. Die Schultern sind breit, der mittellange Hals hat reichlichen Behang. Die hoch getragene volle breite Brust geht in einen flaumreichen sowie vollen Bauch über. Der mittellange breite Rücken mit ausgerundeter Rückenlinie ist hinter dem Hals ganz kurz waagerecht. Dann steigt er zum mittelhoch getragenen Schwanz auf und bildet mit diesem eine gerade Linie.

Hennen haben einen kleinen bis mittelgroßen gefächerten Hennenschwanz. Hähne bilden gut gebogene breite Hauptsicheln aus. Mit den Nebensicheln, Steuerfedern und Flaumfedern ist der Hahnenschwanz dachförmig und wirkt buschig. Sind schwarze Schwanzfedern und andere schwarze Partien vorhanden, bilden diese Grünglanz. Steht der Hahn gerade nicht zu aufrecht, können die Hauptsicheln die Höhe vom Kopf knapp überragen.

Zwerg-Brahma haben als Nichtflieger kurze Flügel, die hoch anliegend getragen werden und geschlossen anliegen. Gerade Hähne bilden einen üppigen Sattel, der die Flügelenden überdeckt. Bei Hennen zeichnen sich die Konturen noch schwach ab.

Die mittellangen Schenkel sind mit feinem Flaum befiedert. Diese Befiederung läuft stulpenartig an den kräftigen Läufen runter bis zu den satt gelben Füßen. Hier sind die beiden Außenzehen mit harten Federn befiedert, es wird von Belatschung gesprochen. Die Federn sollen Glanz ausprägen, aber nicht zu weich sein. Das Untergefieder ist daunenreich.

Hahn und Henne unterscheiden sich in den geschlechtsspezifischen Merkmalen wobei Hennen einen leicht längeren Rücken ausbilden.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele:

  • Erhaltung der massigen Körperform
  • Erhalt der Stulpen und Belatschung an den Beinen
  • Erhalt der anerkannten Farbschläge
  • Festigung vom „Raubvogelblick“
  • Erhalt vom Gesamtwesen
  • Festigung vom robusten Wesen