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Serama

zutraulich, kleine Rasse, friedlich, robust

Serama Hühner - Schöner Hahn

Steckbrief: Serama

Eier

25 g

Farbe der Eier: Chremfarben

Mindestgewicht für Bruteier

23 g

Legeleistung

100 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 0,17 - 0,52 kg, Hahn: 0,22 - 0,6 kg

Brutlust

100 %

Flugfähigkeit

20 %

Platzbedarf

20 %

Hinweis

Serama Hühner sind mit 15 bis 25 cm Größe die kleinsten sowie leichtesten bekannten Zwerghühner weltweit, für die ein Rassestandard erstellt wurde.

Zur Herkunft dieser Zierhühner weiß man wenig. Wahrscheinlich wurden sie Ende des 20. Jahrhunderts gezielt erzüchtet.

Für europäische Züchter war es zuerst ein Problem, dass Serama Hühner in Malaysia nicht auf feste Farbschläge gezüchtet werden, weswegen bislang über 2500 Farbvarianten dokumentiert wurden. Es scheint kein Serama dem anderen zu gleichen, womit sie vielleicht noch interessanter für Hobbyhalter werden.

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Haltung

Wer bei anderen Hühnerrassen die Küken vor Nachbars Hauskatzen bewachen muss, der muss bei den kleinen Serama Hühnern auch auf die adulten Vögel gut aufpassen. Selbst Krähen oder Elstern, die ansonsten nicht zur Gefahr werden, könnten den kleinsten Hühnern der Welt ein schnelles Ende bereiten. Einige Halter lassen diese kleinen Zierhühner dennoch über Tag frei herumlaufen.

Empfehlung: Haltung in Voliere

In den Zeiten, in denen diese Hühnerrasse noch entdeckt wird, werden für gute Zuchttiere teils Preise um 300 Euro verlangt. Aber auch für alle, die einen engen Bezug zu den Zierhühnchen pflegen, wäre ein Verlust sehr schmerzhaft. Deswegen wird empfohlen, Serama Hühner in einer gesicherten Voliere zu halten.

Über Nacht müssen sie dennoch in den geschützten Hühnerstall, der jedoch insgesamt kleiner proportioniert sein darf. Theoretisch würde 1 m² für 5 Hühner bereits genügen, wenn er gut strukturiert wird.

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Einstreu im Hühnerstall

Nicht nur für die Eischalen benötigen Serama Hühner eine Kalkquelle. Es wird deswegen für die Einstreu im Hühnerstall empfohlen, einen Muschelkalksand mit saugenden Naturpellets zu vermischen. Die Hühnchen können scharren und kleine Kalkstücke aufnehmen.

Die Naturpellets saugen die Flüssigkeit auf und halten den Untergrund trockener. Je nach Besatzdichte soll diese Einstreu wöchentlich gewechselt werden. Eine hygienische Haltung wird zugleich einem Schädlingsbefall entgegenwirken.

Futter und Ernährung

Wenn Serama Hühner im Freilauf nicht fündig werden, sollen sie immer etwas frisches Grünfutter wie Salat, Löwenzahn, Rasen oder auch frische Gemüsereste und geriebene Möhren erhalten.

Zudem brauchen sie etwas Hühnermischfutter von kleiner Korngröße oder geschrotetes Turteltaubenfutter. Auch Haferflocken oder Kolbenhirse kommen bei den kleinen Hühnern gut an.

Das Hühnerfutter darf aber insgesamt nicht zu viel Energie enthalten, wie es bei Legemehl oder Mastfutter der Fall wäre.

Die Hühnchen trinken lieber abgestandenes Wasser, es kann von zwei Wassertränken täglich eine neu aufgefüllt werden.

Über ein paar Insekten, Kleintiere oder auch getrocknete Mehlwürmer freuen sich Serama Hühner wie auch alle anderen Hühner und werden noch anhänglicher.

Serama im Winter

Da Serama Hühner sehr klein sind, muss im Winter gewissenhafter darauf geachtet werden, dass die Temperatur im Hühnerstall nicht zu tief fällt. Meist reicht es während frostiger Tage bereits, eine elektrische Heizmatte oder Wärmelampe in den Raum zu hängen.

Besonders kleine Serama oder früh geschlüpfte können bei frostiger Kälte in Kellerräume umquartiert werden, wenn der Hühnerstall bis weit unter 10° Celsius auskühlt.

Freilauf

Der Freilauf braucht für einen Hahn mit vier Hennen nur einige m² umfassen, wenn er mit ein paar Pflanzen, einem Sandbad und einem Unterstand gut strukturiert wird. Pro Huhn mit zwei m² Minimum zu kalkulieren wäre besser. Die Hühner fühlen sich mit einem Hahn wohler.

Das normale Serama Huhn fliegt nicht, könnte es aber. Eine niedrige Einzäunung würde also genügen. Doch Einzelexemplare werden dennoch mal die andere Zaunseite besuchen. Aus Sicherheitsgründen wäre es wegen potenzieller Angreifer besser, die Hühnchen nur unter Aufsicht aus der Voliere zu lassen. Dann sollte bei zahmen Seramas jedoch nichts dagegen sprechen.

Besonderheit der Serama

Auf eine spezielle Besonderheit muss der Halter zwingend achten: Serama Hühner können nicht wie andere Rassen einfach gehalten und vermehrt werden. Sie benötigen immer den direkten Bezug zum Menschen und „kleben“ ihrer Bezugsperson gerne am Bein. Der Halter muss sich also möglichst täglich mit den Zierhühnern befassen. Direkt vor der Anschaffung lautet also die Frage, ob man diese Zeit aufbringen möchte und ob es eine gute Urlaubsvertretung gibt.

Aufgrund der geringen Größe eignen sich Serama Hühner nicht für Kinder unter vier Jahren, sind ansonsten jedoch perfekte Familien- oder sogar Kuschelhühner.

In Malaysia werden Serama Hühner teils auch im Haus gehalten. Das ist für die Hühner nicht artgerecht. Außerdem wollen die Hühner ihr tägliches Sandbad zur Entspannung und Gefiederpflege. Dieses würde im Haus zu einer erhöhten Staubentwicklung führen.

Neben der hübschen Erscheinung, dem tollen Wesen und dem geringen Platzanspruch spricht auch das leise Krähen der Hähne für diese Zierhühner. Die Nachbarn werden es vermutlich nicht einmal hören.

Außerdem bleiben diese Zwerghühner untereinander oder auch mit anderen Hühnerrassen friedlich. Das setzt aber voraus, dass die anderen Hühner auch friedlicher Natur sind und die kleinen Zierhühner diesen zur Not ausweichen können.

Eier und Legeleistung

Die Legereife tritt bei Serama Hennen mit ca. 15 Wochen ein. Wäre der Lichteinfall im Hühnerstall oder auch Hühnerfreilauf gering, beginnen sie eher etwas später. Die kleinen Zierhühner werden mit einer Legeleistung von 30 bis 200 Eiern angegeben, wobei diese Aussagen eher waage sind und zum anderen große Unterschiede zwischen den Zuchtlinien vorkommen.

Die Eier werden über das ganze Jahr immer wieder mal gelegt. Wer sie nicht schnell findet, hat eine brütende Henne auf einem Gelege mit rund 4 bis 8 Eiern sitzen und sollte sicherstellen, dass der Hahn nicht weiter stört.

Eier der Serama sind mit etwa 16 bis 25 Gramm sehr klein, jedoch auch sehr lecker. Für die Größe der Henne sind die Eier dann wieder erstaunlich groß.  Drei bis vier kleine Eier würden ein normalgroßes Hühnerei ersetzen.

Wer befruchtete Eier versenden möchte, muss bedenken, dass Serama Eier sehr empfindlich sind. Durch das Schütteln bilden sich schnell kleine Luftbläschen im Eiweiß, womit die Bruteier sich nicht mehr ausbrüten lassen.

Küken

Schlupfrate

Leider haben die Chabos den Serama wegen ihrem sogenannten Lethal-Gen eine sehr geringe Schlupfquote vererbt. Diese liegt bei Serama Hühnern bei gerade einmal 20 bis 30 % und kann hoffentlich noch durch gewissenhafte Zucht verbessert werden.

Brutdauer

Auch wenn die Brutdauer bei fast allen Haushühnern bei exakt 21 Tagen liegt, so wird diese für Serama Zwerghühner mit 18 bis 21 Tagen, aber meist 20 Tagen angegeben.

Kükenaufzucht

Bei den Küken ist sehr darauf zu achten, dass nicht alleine ein passendes Aufzuchtfutter gewählt wird, sondern auch dessen Korngröße in den Schnabel passt. Deswegen wäre zuerst ein Kükenstarter und dann bis zum Alter von drei Monaten ein Kükenmehl zu empfehlen, aber kein Mastfutter.

Wichtig bleibt, dass bereits die Küken immer etwas frisches Grünfutter erhalten und die Reste später entfernt werden.

Größenverteilung

Für Serama Hühner ist es typisch, dass von 10 Küken 1 bis 2 zu kleinen und 2 bis 3 zu großen Serama Hühnern heranwachsen. Die kleinsten sind am gefragtesten, neigen jedoch zur Unfruchtbarkeit. Deswegen werden häufig schwere Exemplare der Klasse A oder leichte der Klasse B verpaart.

Geschlecht erkennen

Das Geschlecht der Küken wird erst nach einigen Wochen an den Kehllappen und Kämmen der Hähne sichtbar. Diese entwickeln sich bei männlichen Küken etwas üppiger in einem satten Rotton.

Es wird jedoch von gelegentlichen Ausnahmen berichtet. Einige Hähne bleiben unscheinbar und fangen irgendwann mit dem Krähen an. Genauso gibt es Hennen, die optisch zuerst wie Hähnchen wirken und doch mit dem Eierlegen beginnen.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge:

Im Heimatland Malaysia wird nicht auf Farbschläge gezüchtet, weswegen bereits über 2500 Farbvarianten dokumentiert wurden. Vermutlich erzüchteten Niederländer im Jahr 2008 mit weiß den ersten Farbschlag.

Bislang listet der Europäische Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht für Serama Hühner laut ESK-G Sitzung in Toledo im Mai 2010 diese Farbschläge:

  • Weiß
  • Schwarz
  • Blau
  • Bronze
  • Schwarz-weißgescheckt
  • Blau-weißgescheckt
  • Bronze-weißgescheckt
  • Gold-weizenfarbig
  • Silber-weizenfarbig
  • Bronze-goldweizenfarbig
  • Bronze-silberweizenfarbig
  • Weizenfarbig-bunt
  • Hell weizenfarbig-bunt
  • Silberweizenfarbig-bunt
  • Bronze-goldweizenfarbig-bunt
  • Gelb mit schwarzem Schwanz
  • Rot mit schwarzem Schwanz
  • Creme-weizenfarbig
  • Gold-Bronzeschwanz
  • Gold-Bronzeschwanz gesäumt
  • Gold-Bronzeschwanz Silberhals
  • Gold-Bronzeschwanz Silberhals gesäumt
  • Gold-Bronzeschwanz Silberhals doppeltgesäumt
  • Silber-Bronzeschwanz gesäumt

Inzwischen ist diese Liste bereits länger. Diese Farbschläge sind damit aber nicht zugleich in europäischen Ländern anerkannt. Insgesamt ist die Informationslage noch dünn, womit die Zentrale Dokumentation Tiergenetsicher Ressourcen in Deutschland die Serama bereits führt, aber noch keine Informationen ins Profil einpflegt.

Serama Hühner kaufen

Auch wenn die Serama Hühner inzwischen in Kleinanzeigenportalen angeboten werden, sind die Preise noch recht hoch. Für ein Stämmchen aus 3 Hennen und einem Hahn sollte man über 100 € einplanen.

Möchte man Serama Hühner kaufen um sie zu züchten, muss man auf deren Herkunft achten: Leider kreuzen viele Verkäufer Serama mit anderen Zwerghühnerrassen um die Schlupfrate zu verbessern. Daher sollte ein vertrauensvoller Züchter gewählt werden, auch wenn die Tiere einige Euro mehr kosten.

Gut zu wissen

  • Während Serama Hühner in Europa und anderen Ländern für ihre Anerkennung als Rasse standardisiert werden, scheint es in Malaysia viele Zuchtlinien wie Dragoon oder Ball zu geben. Die Vielfältigkeit der Hühnchen scheint dort erwünscht zu sein. Einige Zuchtlinien wölben glatt die Brust so weit wie eine Pfautaube raus, man kann den Kopf von vorne nicht mehr sehen.
  • In Malaysia gibt es inzwischen Kapans als Kreuzungen aus Seramas und anderen Hühnern, häufig Kämpfern. Diese sind etwas größer, aber teils im Typ von Serama Hühnern.
  • Der erste gültige Rassestandard für Serama Hühner wurde durch die World Serama Federation in den USA festgelegt.
  • Der Europäische Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht hat 2009 ebenfalls einen Rassestandard und 2010 zudem Farbschläge für Serama Hühner definiert.
  • Wegen der schlechten Schlupfquote mit Serama Bruteiern kreuzen einige Züchter vitale Zwerghühner ein und verwässern damit die Eigenschaften der Serama Hühner. Wer auf diese Eigenschaften Wert legt oder züchten möchte, muss seine Lieferanten für Bruteier gewissenhaft wählen. Meist werden deswegen Junghühner gehandelt, um diesem „Etikettenschwindel“ zu entgehen.
  • Für die Nachzucht kann es sinnvoll sein, den Zuchthahn erst mit einigen Zuchthennen zusammenzusetzen. Der Züchter sieht, mit welchen der Hennen er sich am besten versteht und kann die Zuchttiere separieren.
  • Wer sich in der Zucht zwischen einer perfekten Henne oder einem perfekten Hahn entscheiden müsste, sollte den Hahn wählen.
  • Mit einem Alter von 16 bis 18 Wochen sind Serama Hühner ausgewachsen, die Lebenserwartung liegt bei 6 Jahren, einige Hühnchen werden sogar 8 Jahre alt.
  • Im Gegensatz zu anderen Hühnerrassen verlieren Serama Zwerghühner ständig ein paar Federn. Es wird deswegen von einer „Dauermauser“ gesprochen.
  • Laut einiger Gerüchte wäre die Kleinheit der Serama Hühner auf eine gezielte Diät zurückzuführen. Dem würde entgegen sprechen, dass die Hühnchen bei normaler Ernährung in der nächsten Generation zu ihrer eigentlichen Größe zurückfinden würden. Außerdem gehören zu einer gesunden Zucht auch gesunde Zuchttiere, weswegen diese Thesen nicht das Geheimnis der Kleinwüchsigkeit sein können.
  • Serama Hühner gibt es nur als Zwergform.

Die Hühnerrasse Serama

Ursprünge der Serama Hühner

Serama Hühner sind zumindest in Deutschland noch eine junge Hühnerrasse, weswegen vermutlich noch vieles im Dunklen liegt. Demnach erklären einige Quellen, dass zur Entstehung nichts bekannt ist. Es wird jedoch vermutet, dass neben Seidenhühnern und Chabos auch das in Malaysia heimische Dschungelhuhn und das malaysische Zwerghuhn einflossen. Die stark aufgerichtete Haltung würde jedoch vermutlich auf die Einkreuzung von Kampfhühnern zurückgehen. Diese Hühnchen wurden in Malaysia entdeckt oder gezielt erzüchtet und zuerst dort weitergezüchtet.

Die andere Theorie besagt, dass Serama Hühner vermutlich in den 1970er Jahren in Kelantan in Malaysia von Wee Yean Een gezielt erzüchtet wurden. Als erste Ausgangstiere wurden Seidenhühner mit dem Ayam Kapan, einem Kämpfer ähnlich dem englischen Zwergkämpfer, gekreuzt. Die gleichmäßigsten Nachkommen wurden anschließend mit Chabos gekreuzt. Auf diese geht die aufrechte Schwanzhaltung oder seltene Fünfzehigkeit und die geringe Schlupfrate zurück. Aufgrund der anderen Ahnen kann es gelegentlich zu dunklen Gesichtern, Seidenfiedrigkeit oder gelockten Exemplaren kommen. Bereits 1988 wogen erste Exemplare weniger als 500 Gramm, womit die Unterteilung in Gewichtsklassen begann. 1990 fand die erste Serama-Schau statt, Wee Yean Een war der Preisrichter. Erst kurz vorher hatte er erste Exemplare an andere Züchter abgegeben.

Der Name der Serama Hühner geht auf den indischen Helden „Raja Sri Rama“ zurück. Dieser symbolisiert neben Schönheit und Edelmut auch Adel sowie Hochmut. Diese Eigenschaften passen auf positive Weise zu den aufrechten und mutigen, aber kleinen Serama Hühnern, womit sich diese Namensgebung begründet.

Entwicklung der Rasse Serama

Jerry Schexnayder importierte im Jahr 2000 oder 2001 etliche Serama Hühner in die USA. Hier begann er damit, die lockere Rasse durch gezielte Zucht zu festigen. Dadurch entstand der sogenannte „American Serama“. Die verschiedenen Typen dieser lockeren malayischen Hühnerrasse werden dadurch vereinheitlicht. Damit konnten sich die noch unbekannten Zierhühner innerhalb kürzester Zeit in den USA etablieren, wurden für die offizielle Anerkennung aber nicht auf Farbschläge verfestigt. Einige Zuchtlinien werden sogar auf seidenfiedrig oder gelockt herausgezüchtet.

Um 2006 erreichten erste American Serama die Niederlande, womit hier zuerst der weiße Farbschlag herausgezüchtet wurde. Der Durchbruch gelang bereits 2008, womit eine Anerkennung als Rasse in Europa erstmalig glückte. Seitdem werden anscheinend mit großem Erfolg viele weitere Farbschläge erzüchtet. Dabei sollen weder die Erscheinung, noch das Wesen der Serama Hühner verloren gehen.

Heutige Bedeutung der Serama

Bei den kleinen Serama Hühnern handelt es sich um reine Liebhaber- und Zierhühner und zugleich den kleinsten Hühnern weltweit. Diese haben in Malaysia innerhalb von kurzer Zeit eine sehr große Beliebtheit entwickelt und gehören dort inzwischen zu den beliebtesten Haustieren. Die Zwerghühner werden teils sogar in den Wohnungen gehalten, wovor jedoch abzuraten ist, dieses wäre keine artgerechte Haltungsform.

Von Malaysia ausgehend verbreiten sich Serama Hühner ab 2001 in Nordamerika und kurz danach über die Niederlande nach Großbritannien, Deutschland und weitere Länder. Da Serama Hühner bei ihren eigenen Geflügelausstellungen nach anderen Kriterien beurteilt werden und sehr anhängliche kleine Zierhühner sind, werden sie gewiss bereits in weiteren Erdteilen entdeckt. Es bleibt abzuwarten, ob es sich um eine kurze Modewelle oder einen anhaltenden Trend in der Hühnerzucht handelt.

Bewertung

Die Bewertung bei den Ausstellungen der Serama Hühner wurde aus Malaysia mit den Zierhühnern exportiert. Zuerst werden die Hühner gewogen, dann dem Preisrichter zur Bewertung übergeben. Dieser stellt sie anschließend auf einen Tisch von rund 1 m², von dem sie nicht herunterspringen oder fliegen dürfen. Sie müssen dort stehen bleiben und sich präsentieren, sonst scheiden sie aus. Anschließend werden drei Hähne, dann drei Hennen mit der jeweils höchsten Bewertung auf den Tisch gestellt. Welches Huhn sich hier am besten präsentiert, hat unabhängig zur Punktezahl als „Best of the Best“ gewonnen. Das Punktesystem kommt lediglich vorher zur Anwendung, pro Merkmal werden Punkte bis zu einem Maximalwert vergeben und anschließend zusammengerechnet.

Damit die Serama Hühner sich besser präsentieren, werden sie in Malaysia angeblich in einen runden Drahtkäfig mit 25 cm Höhe gestellt, zuerst nur kurz, dann länger. Dabei muss der Posierkäfig geschützt vor Wind, Sonne und Regen stehen.

Unter anderem diese Kriterien werden bewertet:

  • Typ vom Umriss und der Gesamterscheinung mit bis 25 Punkten
  • Temperament und Charakter mit bis 20 Punkten
  • Schwanzfedern mit bis 20 Punkten
  • Körperbau mit bis 5 Punkten
  • Beine mit bis 5 Punkten
  • Flügel mit bis 5 Punkten
  • Kamm und Kehllappen mit bis 5 Punkten
  • Federstruktur und Glanz mit bis 5 Punkten
  • Äußeres Erscheinungsbild mit bis 5 Punkten

(Einige Quellen geben andere Bewertungskriterien oder maximale Punktzahlen an.)

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

In Malaysia werden Serama Hühner nicht nach einer einheitlichen Zuchtlinie gezüchtet. In Europa muss jede Hühnerrasse einheitlich und meist nach Farbschlägen gezüchtet werden, um im Rassestandard des jeweiligen Landes anerkannt zu werden. In den Niederlanden gelang als Erstes die Reinzucht im weißen Farbschlag, womit auch hier eine erste Anerkennung errungen wurde.

Für Serama Hühner ist es ein Leichtes, Anhänger zu finden. Es formieren sich immer mehr Clubs und Vereine, um organisierter zu züchten. Gerade in Pionierzeiten will der ein oder andere Züchter Geschichte machen. Deswegen haben sich um so mehr professionelle Züchter innerhalb von kurzer Zeit dieser neuen Hühnerrasse angenommen. Genau deswegen sind ihre Züchtertipps häufig auch streng gehütete Geheimnisse. Aber genau deswegen werden weitere Farbschläge gefestigt und Rassestandards definiert, um Seramas in vielen Ländern als weltweit kleinste Hühnerrasse offiziell zu etablieren.

Zuchtziele der Serama

Serama Hühner sind wegen ihres mutigen sowie zutraulichen Wesens sehr beliebt. Doch ein wenigstens so wichtiges Kriterium ist die Erscheinung dieser kleinsten Hühner der Welt, die aus seitlichem Blickwinkel eine sehr aufrechte V-Haltung annehmen. Die breite und hochgetragene Brust wird weit rausgedrückt, der Kopf etwas nach hinten gezogen und berührt beim Hahn bereits mit der Kammfahne die Schwanzfedern.

Vom Kopf geht es zum kurzen aber breiten Rücken runter und dann wieder steil bergauf zu dem steil aufgerichtetem Schwanz. Dieser ist beim Hahn gut befiedert und mit langen, breiten und säbelförmigen Hauptsicheln groß ausgeprägt. Die Schwanzfedern müssen sogar noch den kleinen Kopf überragen. Der Rücken soll durch Halsbehang und dem üppigen Sattelbehang beim Hahn so weit überdeckt sein, dass er kaum noch sichtbar ist. Die geraden und langen, sich leicht abhebenden Flügel weisen im aufrechten Stand fast senkrecht nach unten, dürfen den Boden aber noch nicht berühren.

Die mittellangen Beine sollen unter den kurzen Schenkeln stabil wirken und gehen in vier starke Zehen über. Hähne bilden auf mittlerer Höhe der Beine einen eher kleinen Sporn, der beim Laufen oder Tragen der Flügel nicht hinderlich sein darf. Der kräftige Schnabel soll sich farblich an die Läufe anlehnen. Deren Farbe unterscheidet sich anhand der Farbschläge.

Der rote Hahnenkamm ist klein oder bis mittlerer Größe und soll bevorzugt fünf spitze Zacken bilden. Die Kammfahne muss nicht der Nackenlinie folgen. Die runden Kehllappen sollen von der Größe zum Kamm passen, aber insgesamt nicht zu groß werden. Die kleinen roten Ohrlappen sollen oval geformt sein, wenige weiße Einlagerungen sind gestattet. Das Gesicht der Hühner ist rot, die lebhaften großen Augen orange bis rotbraun. Der mittellange Hals ist S-förmig, nach hinten gebogen und bildet beim Hahn reichlich Behang.

Ein sehr wichtiges Rassemerkmal der Serama Hühner ist das glänzende Gefieder. Die Federn sollen zudem sauber und gut strukturiert sein. Die Hühnchen dürfen aber nicht zu flauschig wirken, das Gefieder muss glatt anliegen.

Hennen haben kleinere Kopfpunkte und weniger auffällige Schwanzfedern. Sie prägen eher eine schmale U-Form von Kopf über Rücken zum Schwanz aus. Damit können sie wie bei den meisten anderen Hühnerrassen gut von den Hähnen unterschieden werden.

Zum einen sind Serama klein, zum anderen jedoch majestätisch erhaben und dabei zahm sowie ausgeglichen im Wesen. Trotz der geringen Größe müssen Serama Hühner mit ihrem kurzen, breiten und nach hinten abfallenden Rumpf voll und muskulös wirken. Zugleich sollen sie gesund und lebensfroh erscheinen.

Eines der wichtigsten Zuchtziele liegt in der Kleinheit und Leichtigkeit der Serama, die nicht Grundlos als die kleinsten Hühner der Welt gelten. Unter den Küken wachsen immer einige zu besonders leichten oder etwas schwereren Hühnern heran.

Deswegen haben sich Gewichtsklassen etabliert. Diese lauten:

  • Gewichtsklasse A bis 350 Gramm für Hähne, bis 325 Gramm für Hennen
  • Gewichtsklasse B bis 500 Gramm für Hähne, bis 425 Gramm für Hennen
  • Gewichtsklasse C bis 600 Gramm für Hähne, bis 525 Gramm für Hennen

Zugleich gilt für Bewertungen ein Minimumgewicht von 225 Gramm für Hähne und 200 Gramm für Hennen. Beim Überschreiten des Maximalgewichts der Klasse C werden die Hühner vom Wettkampf ebenfalls ausgeschlossen. Es gibt weitere Kriterien, die innerhalb der Bewertung zum Ausschluss führen.

In Malaysia wird nicht auf Farbschläge gezüchtet, weswegen selbst Geschwisterküken einander oder den Eltern nur selten ähnlich sehen. Die Erbanlagen für die Gefiedermusterung sind vielfältig und treten teils nicht dominant, sondern rezessiv auf. Dieses erschwert in Europa oder anderen Ländern die Reinzucht auf Farbschläge. Für Bewertungen sind deswegen zuerst alle anderen Kriterien, dann die fehlerfreien Farbschläge relevant.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele:

  • kleine und leichte Zwerghühner
  • aufrechte Haltung und Erhalt der Gesamterscheinung
  • zutrauliches und mutiges Verhalten
  • Glanz auf dem Gefieder
  • Vitalität
  • Verbesserung der Schlupfrate