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Zwerg-Paduaner

scheue Hühner, anfängerfreundlich, quirlig, robust

Zwerg-Paduaner

Steckbrief: Zwerg-Paduaner

Eier

30 g

Farbe der Eier: Braun

Mindestgewicht für Bruteier

30 g

Legeleistung

100 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: < 0,8 kg, Hahn: < 0,9 kg

Brutlust

20 %

Flugfähigkeit

20 %

Platzbedarf

30 %

Hinweis

Paduaner gehören zu den ältesten Hühnerrassen überhaupt. Sie wurden vor rund 500 Jahren in Oberitalien erzüchtet. Im Laufe der Zeit verbreiteten sich diese robusten und winterharten Haubenhühner.

Ab 1850 setzte eine Modewelle der gezielten Hühnerzucht ein. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Zwerg-Paduaner, die auch Paduaner Zwerghühner genannt werden, entstanden. Dieses geschah um 1880, innerhalb von kurzer Zeit wurden gleich mehrere Farbschläge erzüchtet. Die ersten Zwerg Paduaner gelangten vermutlich bereits 1890 nach Deutschland.

Haltung

In der Haltung sind Zwerg-Paduaner robust und genügsam, sie gelten als anfängerfreundlich. Solange sie wenigstens einen kleinen Freilauf haben und einen geschützten Hühnerstall aufsuchen können, werden sie sich wohlfühlen. Frost kann diesen Vollhaubenhühnern kaum etwas anhaben.

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Besonderheit Haube

Im Idealfall bilden diese Zwerghühner keinen Kamm oder Kehllappen, ansonsten bleiben diese unter Haube und Bart. Dieses sind jedoch Schwachstellen: Der Halter soll auf breiige und verklumpende Weichkost verzichten. Die Fütterung und auch die Tränken müssen auf Bart- und Haubenhühner angepasst werden.

Außerdem sollen die Halter ihre Hauben- und Barthühner in regelmäßigen Intervallen auf Ektoparasiten prüfen und diese bereits prophylatkisch bekämpfen.

Auslauf

Zwerg-Paduaner haben wegen ihrer Haube ein weiteres Handicap: Die Sicht nach vorne und unten ist frei, nach oben jedoch nicht. Diese Zwerghühner wären Habichten und anderen Greifvögeln schutzlos ausgesetzt, wenn sie nicht instinktiv Deckung aufsuchen würden. Diese muss es im Freilauf deswegen reichlich geben. Es muss Deckung wie Sträucher, Büsche, Tannenbäume oder auch Schutzdächer sein, die nicht zu den Seiten offen bleiben, sondern rundum Deckung bieten. Dann fühlen Zwerg-Paduaner sich direkt wohler und bleiben ausgeglichener.

Menschen und selbst die Halter sollen sich den Haubenhühnern aus diesem Grund nicht von hinten, sondern von vorne nähern. Hühner haben mit den Füßen einen Tastsinn und erkennen ihre Halter auch am Gang.

Zwerg Paduaner bilden keine Federfüße, wegen der Bärte und Hauben sollen sie dennoch nicht nassem hohen Rasen wie bei Morgentau oder Regen ausgesetzt sein. Bei Schlechtwetter müssen sie auch im Außenbereich trockene Stellen vorfinden. Exemplare mit Struppgefieder sind gegen Regen generell etwas empfindlicher, da das Regenwasser besser eindringt.

Wegen der Hauben sind Paduaner Zwerghühner noch schlechtere Flieger, als Hühner es ohnehin bereits sind. Sie können es möglicherweise, bleiben aber am Boden, die Hühnerstangen sollen nicht zu hoch angebracht werden.

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Für adulte Zwerg-Paduaner kann ein Hühnerzaun mit einem Meter Höhe eventuell genügen. Jungvögel dieser Rasse klettern gerne, weswegen dann besonders auf die Einzäunung zu achten ist. Reicht diese nicht, muss der Halter nachbessern. Im Alter von 4 bis 5 Monaten werden die Junghühner ruhiger.

Wenn es im Freilauf Futter gibt, werden Zwerg Paduaner trotz ihrer Haube in der warmen Jahreszeit fündig. Auch dann soll etwas passendes Hühnerfutter gegeben werden, im Winter entsprechend mehr.

Charakter

Paduaner Zwerghühner sind wegen der Haube schreckhafter, als viele andere Hühnerrassen. Sie lassen sich mit etwas Zuwendung und kleinen Futtergaben dennoch meist in kurzer Zeit zähmen und sind insgesamt ausgeglichen und angenehm.

Es kommt allerdings vor, dass die Hähne zu ihren Haltern frech werden. Dennoch fühlen sich die Hennen mit Hahn wohler. Diese wollen wie andere Hühner zumindest die Gesellschaft anderer Hennen genießen und dürfen nie alleine gehalten werden.

Eier und Legeleistung

Zwerg-Paduaner sind leichte Zwerghühner, die bereits wegen des geringen Gewichts tendenziell weniger Eier legen. Dennoch schaffen es die Hennen im ersten vollen Legejahr immerhin auf 100 Eier mit einem Gewicht von rund 30 Gramm.

Die Eier sind je nach Farbschlag weiß oder braun und eignen sich zur Kunstbrut.

Küken

Paduaner Zwerghühner geraten nur selten in Brutstimmung. Der Züchter weicht meist auf eine Brutmaschine oder eine Leihglucke aus. Die Küken müssen mit oder ohne Glucke erst im geschützten Bereich mit Wärmelampe und Kükenstarter bleiben. Sie sind im Vergleich zu anderen Hühnerküken lebendiger, dürfen sich aber noch nicht überanstrengen oder unterkühlen.

Der Züchter sollte nach ein paar Tagen Spielzeuge wie Kartonrollen, Salatstümpfe, Zweige, ein paar Blätter oder Steinchen in die Kükenbox legen.

Wie auch bei der Aufzucht anderer Hühnerküken ist sehr auf die Hygiene zu achten. Sobald die Zwerg-Paduaner Küken wachsen, kann ihr geschützter Bereich vergrößert werden. Mit genügender Befiederung können sie bei gutem Wetter in einen separierten Freilauf.

Wie auch bei anderen Hühnern muss mit ersten Rangkämpfen zumindest ein Großteil der Junghähne separiert werden. Die Hahnengruppe soll nicht einmal Sichtkontakt zu den Hennen haben, ein Althahn kann Streit schlichten, dann bleiben die Junghähne länger friedlich.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge:

  • wildbraun
  • weiß
  • schwarz
  • gesperbert
  • blau
  • gold schwarzgesäumt
  • silber schwarzgesäumt
  • chamois weißgesäumt
  • blau gesäumt

Alle Farbschläge werden in Deutschland mit glattem und gestrupptem Gefieder anerkannt.

Zwerg-Paduaner kaufen

Wahrscheinlich sind es die etwas empfindlichen Hauben dieser Hühner, die viele Hühnerhalter abschrecken. Leider führt dies dazu, dass nur noch sehr wenige Paduaner Zwerghühner gehalten werden. Möchte man Zwerg-Paduaner kaufen hat es der zukünftige Hühnerhalter nicht einfach. In Kleintiermärkten wird man diese Hühner kaum finden.

Der „Sonderverein der Züchter der Seidenhühner und Zwerg-Haubenhühner“ führt eine Liste mit den meisten Züchtern in Deutschland, aber auch anderen Ländern. Hier werden gerne Kontakte vermittelt. Als zukünftiger Zwerg-Paduaner Halter sollte man sich Gedanken machen ob man sich im Verein engagieren möchte und so einen Beitrag zum Rasseerhalt der sehr seltenen Zwerg-Paduanern leisten möchte.

Gut zu wissen

  • Paduaner gelten als eine der ältesten Hühnerrassen mit festgelegter Zeichnung.
  • Vermutlich stammen die in Oberitalien veredelten Tiere von russischen Barthaubenhühnern oder daraus entstandenen europäischen Halbhaubenhühnern ab.
  • Eine nicht bestätigte Theorie legt nahe, dass es für die Großform der Paduaner in England eine zweite Zuchtbasis gab, deren Haubenhühner aus Polen stammten.
  • Ein frühes Zeugnis der Paduaner ist ein Gemälde von Frisch in Berlin aus dem Jahr 1763: Es wird eine goldene Paduanerhenne abgebildet.
  • Um 1880 wurden Zwerg Paduaner in England als das kleinere Ebenbild zur Großform erzüchtet.
  • In Deutschland wurde zuerst der weiße Farbschlag anerkannt und populär. Erst danach folgten die anderen 7 Farbschläge.
  • Bereits um 1925 waren chamois weißgesäumte und gold schwarzgesäumte Zwerg Paduaner sehr gut durchgezüchtet.
  • Die beliebte Rasse litt sehr durch die beiden Weltkriege.
  • 1971 wurden blaue und blau gesäumte Paduaner Zwerghühner durch F. Ahlgrimm und W. Wagner herausgezüchtet.
  • Paduaner Zwerghühner sind reine Zierhühner. Einige Halter schätzen sie auch wegen ihrer Eier.
  • Während andere Hühnerrassen untereinander im Freilauf bei der Futtersuche etwas Abstand einhalten, bleiben Zwerg Paduaner näher beisammen. Sie bilden dichtere Gruppen, die eine intensivere Wirkung entfalten.
  • Aussteller kontrollieren ihre Zwerg Paduaner beziehungsweise deren Hauben und Bärte vor Ausstellungen gewissenhaft auf Parasiten. Sie achten sehr darauf, dass sich das Gefieder ihrer Ausstellungshühner in gutem Zustand befindet.

Die Hühnerrasse Zwerg Paduaner

Ursprünge der Zwerg Paduaner

Bereits um 1870 begann der englische Züchter William Flamank Entwistle in Wakefield mit ersten Zuchtversuchen der Zwerg Paduaner. Sehr schnell entstanden bereits bei diesem sehr aktiven Züchter 10 Farbschläge. Doch erst im Jahr 1894 wurden zuerst die Weißen und 1898 die Chamois-Weißgesäumten anerkannt. Deswegen wird die Erzüchtung um 1880 datiert.

Bereits um 1890 sollen Paduaner Zwerghühner aus Italien und den Niederlanden nach Deutschland gekommen sein. Doch erst auf der 14. Nationalen Schau in Berlin im Jahr 1910 wurden diese im weißen Farbschlag erstmals durch M. Bachmann aus Grimma/Sachsen in Deutschland ausgestellt. Die kleinen Vollhaubenhühner waren direkt ein Blickfang.

Entwicklung der Rasse Zwerg Paduaner

Klein geratene Paduaner wurden mit einigen Urzwergen wie Bantams und Sebreights gekreuzt. W. F. Entwistle kreuzte die Nachkommen über Jahre miteinander. Paduaner Zwerghühner sollen abgesehen von Größe und Gewicht in allen Details ein Ebenbild zur Großform darstellen.

Es entstanden erste Farbschläge sowie aus diesen genetisch instabile Farbschläge gekreuzt wurden. Alle Farbschläge werden zumindest in Deutschland mit glattem und gestrupptem Gefieder anerkannt. Ob bereits W. F. Entwistle seine Farbschläge auch in gestruppter Variante erzüchtet hat, lässt sich hier nicht klären.

Heutige Bedeutung der Zwerg Paduaner

Wegen des geringen Gewichts gelten Zwerg-Paduaner als Zierhühner. Die Hennen legen zwar 100 Eier im Jahr, diese bringen es aber nur auf 30 Gramm. Dennoch sind Paduaner Zwerghühner wegen ihrer kugelrunden Hauben und der fülligen Bärte beliebte, aber seltene Zierhühner. Sie entfalten eine besondere Wirkung, brauchen nur etwas Auslauf und eignen sich damit als dekorative Gartenhühner.

Zwerg Paduaner sind Zierhühner, Ausstellungshühner oder Hühner für eine geringe Grundfläche.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

In Deutschland werden Zwerg Paduaner durch den „Sonderverein der Züchter der Seidenhühner und Zwerg-Haubenhühner“ betreut. In der Schweiz ist es der „Schweizerische Seiden- und Haubenhühner Züchterklub“. Auch in anderen Ländern wie der Niederlande oder Britannien wird es organisierte Züchter geben, die Bruteier und Zuchttiere tauschen und nach Rassestandard optimieren.

In Deutschland werden zudem die Zuchtbestände durch die TGRDEU erfasst. Diese „Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland“ vermeldet seit dem Jahr 2000 bis 2016 tendenziell weniger Zuchttiere für Paduaner Zwerghühner. Waren es im Jahr 2000 noch 1265 Zuchthennen und 324 Zuchthähne, so sanken die Zahlen bis 2016 auf 747 und 223 Zuchttiere bei 122 Züchtern. Nur bei den chamois weißgesäumten, schwarzen und gold schwarzgesäumten werden noch über 100 Zuchthennen gezählt. Bei den anderen Farbschlägen waren es 17 bis 52. Die TGRDEU hat 2016 unter 9 Farbschlägen nur den schwarzen mit glattem und gestrupptem Gefieder aufgeführt. Gestruppte Zwerg Paduaner scheinen in Deutschland also selten zu sein.

Zuchtziele der Zwerg Paduaner

Paduaner Zwerghühner bilden mit ihrem gestreckten Rumpf eine typische Landhuhnform mit leicht aufrechter Haltung. Die Stellung ist mittelhoch, der Hals mittellang, die Schultern breit und die Brust wird immer etwas vorgestreckt. Der breit ansetzende Rumpf verjüngt sich zum Hinterteil leicht. Zwerg Paduaner wirken mit ihrem Rumpf insgesamt kompakter und kürzer, als andere typische Landhühner. Ihre Linien fließen harmonisch von Kopf bis Schwanz.

Einst wurden Haubenhühner auf immer größere Hauben gezüchtet, weswegen die Hühner unter einer schlechten Sicht litten. Heutige Züchter selektieren auf eine nicht zu große Haube mit festen und damit stehenden Federn. Der Sichtbereich muss auch bei Zwerg Paduaner Hühnern nach vorne frei bleiben. Dennoch soll die große Rundhaube auf den ersten Blick so wirken, als wäre der Kopf darin eingehüllt. Zusammen mit dem üppigen Halsgefieder wirken die leichten Hühner deutlich massiger, als sie es sind.

Vollhaubenhühner bilden auf dem Kopf einen Wulst, auf dem die Federn der Haube wachsen. Deswegen haben sie keinen Kamm und Zwerg Paduaner sollen auch keine Kehllappen entwickeln. Wenn sie doch einen Kamm oder Kehllappen ausbilden, müssen diese klein und unter der Haube oder dem Bart versteckt liegen. Der Bart ist dreigeteilt und so voll, dass er die Halsfedern nach hinten drückt, wodurch der mittellange Hals noch dicker wirkt. Nach unten läuft der Knebelbart spitz zu, seitlich liegen die Backenbärte. Wie auch bei anderen Haubenhühnern sind die Federchen der Hähne schmaler, spitzer und länger. Sie weisen struppig nach hinten, wohingegen die Hennen gleichmäßigere Rundhauben ausbilden.

Hähne bilden neben dem Halsbehang auch reichlich Sattelbehang am Sattel. Mit leicht nach hinten abfallender Haltung wird der Hahnenschwanz maximal rechtwinklig getragen. Hähne bilden gut gebogene Sicheln und Nebensicheln, tragen ihren Schwanz aber weniger gefächert als die Hennen.

Die Lauffarbe ist abhängig zu den Farbschlägen blau oder blaugrau. Gesperberte Zwerg-Paduaner dürfen auch fleischfarbene Läufe mitbringen. Die weißen und gesperberten haben orangerote Augen, die bei den anderen Farbschlägen bräunlich wirken.

Bei den Exemplaren mit glattem Gefieder liegt dieses dicht und damit fest an. Die kurzen Flügel werden leicht hängend, aber stramm am Körper getragen. Insgesamt gelten Zwerg-Paduaner als reichlich befiedert.

Kurz und bündig lauten die Zuchtziele:

  • volle Rundhaube mit dichtem dreigeteilten Bart
  • die Sicht muss nach vorne frei bleiben
  • keine Bildung von Kamm oder Kehllappen
  • Festigung von Statur und Farbschlägen
  • angenehmes Gesamtwesen