Wenn du dich für die Naturbrut entscheidest, übernimmt die Mama-Ente fast alles selbst. Du musst nur ein Auge auf die Kleinen haben. Nur selten kommt es vor, dass eine Ente ein Küken vernachlässigt oder die Aufzucht verweigert, dann musst du eingreifen.

Hast du die Küken dagegen im Brutautomaten ausgebrütet, liegt die Verantwortung ganz bei dir. Das erfordert zwar Zeit und Aufmerksamkeit, aber es ist auch ein unglaublich schönes Erlebnis, die kleinen Entenküken aufwachsen zu sehen.
Die Aufzuchtbox – ihr neues Zuhause
Damit sich die Küken wohlfühlen, brauchen sie eine warme, sichere Umgebung. Am besten eignet sich eine Aufzuchtbox – ein einfacher Karton oder eine Holzkiste tut es vollkommen.
Die Größe der Box richtet sich nach der Anzahl der Küken:
- 5 Küken → 0,5 m²
- 10 Küken → ca. 1 m²
Einstreu
In der ersten Lebenswoche sind Entenküken winzig, neugierig und unglaublich verspielt, genau deshalb dürfen sie keine normalen Holzspäneeinstreu bekommen. Sie würden diese sofort fressen, was ihrer Gesundheit schaden kann.
Besser ist eine weiche, sichere Unterlage: eine Lage Küchenpapier, ein kuscheliges Stofftuch oder grobes Buchenhack.
Unsere Empfehlung:
So haben die kleinen Entenfüßchen festen Halt, sie können fröhlich umherwatscheln und entdecken ihre neue Welt, ohne dass du dir Sorgen machen musst. Es ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt, damit die Küken gesund und glücklich aufwachsen.
Wärmequelle
Entenküken können ihre Körpertemperatur in den ersten Lebenswochen noch nicht selbst regulieren. Eine zuverlässige Wärmequelle ist daher überlebenswichtig.
Als Wärmequelle eignen sich::
- Wärmelampe (Infrarot oder Keramik)
- Wärmeplatte (gibt Wärme von unten, wie eine Mutterente)
- Kombination aus Lampe + Platte für maximale Flexibilität
Unsere Empfehlung:
Eine Wärmeplatte bietet gegenüber einer Wärmelampe Vorteile:
- Sie gibt sanfte, konstante Wärme von unten, genau wie eine Mutterente, die die Küken mit ihrem Bauch wärmt.
- Die Küken können selbst entscheiden, ob sie darunter sitzen oder lieber an den Rand gehen, so regulieren sie ihre Körpertemperatur ganz von allein.
- Ideal in Kombination mit einer Aufzuchtbox, besonders, wenn du die Lampe nur als zusätzliche Wärmequelle nutzt.
Unser Tipp
Die Temperatur kannst du nach und nach senken, sobald die Küken ihr Gefieder bekommen. Ein guter Hinweis, dass alles passt: Sie kuscheln sich zwischendurch unter die Wärmeplatte, laufen aber auch neugierig umher.

Die Entwöhnung von Wärme bei Entenküken erfolgt schrittweise, sobald sie ihr Daunen- und später Federngefieder entwickelt haben und selbst ihre Körpertemperatur regulieren können.
Alter für die Entwöhnung
- Ab ca. 4 Wochen: Die Küken haben meist ein gut isolierendes Daunengefieder. Die Wärmelampe oder Wärmeplatte kann nachts nur noch bei Bedarf eingeschaltet werden.
- Ab ca. 5–6 Wochen: Die meisten Küken kommen komplett ohne künstliche Wärme aus, besonders tagsüber, wenn die Umgebungstemperatur mild ist.
Vorgehensweise
- Temperatur langsam reduzieren:
- Jede Woche um 2–3 °C senken, bis die Wärmequelle nur noch gelegentlich gebraucht wird.
- Küken beobachten:
- Kuscheln sie sich dicht zusammen → noch etwas Wärme nötig
- Verteilen sie sich locker in der Box und laufen aktiv herum → bereit für weniger Wärme
- Platz für Rückzug bieten:
- Auch wenn die Temperatur gesenkt wird, sollte ein Bereich mit Wärmeplatte oder Lampe vorhanden bleiben, damit schüchterne oder kränkliche Küken sich aufwärmen können.
Unser Tipp
Auch nach der vollständigen Entwöhnung kannst du nachts bei kühlem Wetter ein kleines Wärmenest anbieten, bis die Küken sicher selbst warm bleiben.
Was fressen Entenküken?
Entenküken sind winzig, hungrig und brauchen die richtige Nahrung, um gesund zu wachsen, kräftige Muskeln zu entwickeln und später einmal fröhlich durchs Wasser zu planschen.
Die Ansprüche an die Ernährung
Entenküken haben hohe Ansprüche: Ihr Körper wächst rasant, ihre Muskeln, Knochen und Federn müssen mit Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden. Ein Mangel kann schnell zu Wachstumsproblemen, schwachen Beinen oder einem schlechten Gefieder führen.

Gutes Entenkükenfutter
Im Handel gibt es spezielles Starterfutter für Entenküken, meist als kleine Pellets. Diese sind perfekt portioniert, leicht verdaulich und enthalten alles, was die Kleinen in den ersten Wochen brauchen.
Unsere Empfehlung:
Praktischer Tipp
Zu Beginn die Pellets leicht zermahlen, dann können die Entenküken sie problemlos aufnehmen.
Entenkükenfutter selbst herstellen
Du kannst Entenkükenfutter auch selbst zubereiten. Eine Mischung aus gekochtem Ei, Haferflocken, etwas Hüttenkäse oder Magerquark und fein geraspeltem Gemüse wie Karotte oder Zucchini liefert wertvolles Eiweiß und Vitamine.
Wichtig: Die Portionen sollten sehr klein sein und das Futter weich, damit die Küken es problemlos fressen können.
Frischfutter – mehr als nur Leckerbissen
Frisches Gemüse und etwas Obst sind nicht nur ein Genuss, sondern unterstützen die Verdauung und die Nährstoffaufnahme. Gurke, Apfel oder fein gehackte Blätter von Löwenzahn werden oft sofort begeistert gefressen.
Gib immer nur kleine Mengen, damit die Küken nicht überfordert werden.
3 Tipps aus der Praxis
- Kleine Portionen mehrmals täglich: Entenküken haben winzige Bäuchlein.
- Sauberes Wasser immer bereitstellen: unbedingt flach, damit sie nicht ertrinken.
- Keine scharfen oder stark gewürzten Lebensmittel: Sie könnten die empfindlichen Kükenbäuchlein reizen.
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Mein Tipp
Beobachte die Küken beim Fressen. Wenn sie neugierig alles erkunden, es aber nicht zu hastig aufnehmen, bist du genau richtig. Mit der richtigen Mischung aus Starterfutter, selbstgemachten Leckereien und frischem Grün machst du jeden Tag zu einem kleinen Fest für die Kleinen – und kannst stolz zusehen, wie sie gesund, stark und fröhlich heranwachsen.
Wasser: Zum Trinken und Baden?
Beachten Sie jedoch, dass die Küken in dem Alter noch nicht schwimmen können. Verwenden Sie daher eine kleine Schale mit einem flachen Rand und geben Sie nur wenig Wasser hinein, da ansonsten die Gefahr des Ertrinkens besteht.
Die erste Wasserschale zum Plantschen können Sie aufstellen, sobald die Entenküken älter als eine Woche sind. Dann sind sie normalerweise fit genug, um ein bisschen im Wasser zu plantschen. Allerdings sollten Sie auch hierbei eine flache Schale wählen und zunächst wenig Wasser verwenden. Die Kleinen müssen sich erst herantasten.
Gerade nach der Kunstbrut ist dieses Herantasten deshalb so wichtig, weil die Küken nicht von der Mutter lernen können.
