Salmonellen

Bei den Salmonellen handelt es sich um kleine, begeißelte, also aktiv bewegliche, Einzeller. Sie sind nicht wirtsspezifisch, leben, vermehren und schaden also allen möglichen wechselwarmen Tieren (und dem Menschen) und können auch über Gegenstände weitergegeben werden.
Für Hühner gefährlich sind die beiden Arten „Salmonella gallinarum“ (auch S. pullorum) und „Salmonella arizona“.

Salmonellen sind sehr anpassungsfähig und resistent, ihre Bekämpfung wird dadurch stark erschwert. In Eipulver halten sie sich beispielsweise bei entsprechend für sie günstigen Lagerbedingungen bis zu dreizehn Jahre, auf Eiern über ein Jahr, in den Ausscheidungen und im Stall zwischen zwei und neun Monaten, teilweise wird über Hühnerkot berichtet, in dem sogar nach 2,5 Jahren aktive Salmonellen gefunden wurden.

Weder klimatisch bedingte Hitze noch Kälte schaden den Salmonellen so weit, dass sie ihre Gefährlichkeit verlieren, denn erst bei Erhitzung über 70C werden Salmonellen vollständig zerstört. Temperaturen unter 7°C führen zu einer Reduktion der Vermehrungstätigkeit, die wiederum bei Körperwärme und Temperaturen um die 37°C besonders hoch ist. Ist es dann noch feucht-warm, finden Salmonellen ein optimales Milieu, was ihre Vermehrung in den Sommermonaten erklärt. Die Salmonellen werden schließlich auch über Fliegen, Menschen, Schadnager und wilde Vögel, ja sogar über Insekten übertragen.

Werden sie dann vom pickenden Tier aufgenommen, vermehren sie sich im Huhn weiter und führen dann zu den im nachfolgenden Abschnitt genannten Symptomen der Salmonellose. Da die Salmonellen widerstandsfähig sind, können sie durch Außenkontakt der Eier durch deren poröse Schale auch in das Ei-Innere gelangen, wodurch sie, sofern die Eier nicht erhitzt werden, auch Infektionen beim Menschen hervorrufen können.

Diagnose von Salmonellen im Bestand

Salmonellen verursachen beim Menschen Magen-Darm-Erkrankungen höchsten Grades, die bei geschwächten Personen, Älteren und Kleinkindern sogar zum Tode führen können.

Ähnlich wirken sie sich bei Küken im ersten Lebensmonat aus: Flüssigkeitsverlust, Durchfall und erhöhte Temperatur führen nicht selten bei den kleinen Hühnern zum Tode. Zudem weisen gesträubte Daunen auf eine Erkrankung hin.

Erwachsene Tiere sterben in der Regel nicht an Salmonellose, zeigen aber blasse Kämme und Kehllappen, benötigen mehr Wasser, zeigen Schwäche und Gewichtsabnahme sowie Durchfall und eine reduzierte Legeleistung. Deswegen fürchten vor allem Geflügelwirtschaftsbetriebe die Erkrankung: der wirtschaftliche Schaden durch erhöhte Futterkosten bei Mast- und Legegeflügel kann immens sein, von der Übertragbarkeit auf den Menschen und der Angst vor Salmonellenskandalen ganz zu schweigen.

Prävention gegen Salmonellen

Vor allem, weil Salmonellen auch für den Menschen gefährlich sind, besteht bei der Legehennenaufzucht ein Impfpflicht. Diese besteht nicht für Hobbyhalter, weswegen es gerade bei diesen besonders wichtig ist, auf Hygiene als Vorsorge zu achten.

Hierzu gehört neben der täglichen Grundreinigung auch eine aufwändigere Komplettreinigung etwa alle drei bis fünf Monate.

Ebenfalls zu beachten ist, dass Hühner per Gesetz unter anderem wegen der Übertragung von Krankheiten durch Wildvögel, insbesondere auch wegen der Salmonellose, nicht im Freien gefüttert werden dürfen.

Auch die Eindämmung von Insekten und der Zutrittsmöglichkeit von Schadnagern wie Mäusen, Ratten, aber auch Siebenschläfern, kann helfen, die Salmonellengefahr einzudämmen.

Auch das Futter muss deswegen so aufbewahrt werden, dass es für andere Tiere absolut unerreichbar ist.

Akutbehandlung bei Salmonellose

Taucht eine nachgewiesene Salmonelleninfektion im Bestand auf, ist diese über den Tierarzt zunächst dem Veterinäramt zu melden.

Neben einer nötigen medizinischen Behandlung durch den Tierarzt vor allem der Küken, kann man medizinische Kohle geben, um die Durchfälle einzudämmen. Zudem muss der Stall gereinigt werden. Da Salmonellen saures Milieu meiden, bietet sich hierfür eine Reinigung mit starkem Essigwasser an.