Futtertipps
Allerlei Zusatzfutter: muss nicht, kann aber!

Neben allen notwendigen Grundbestandteilen des Futters gibt es viel, das Hühner gerne fressen und das ihnen durchaus nützlich sein kann.

Mehlwürmer als Zusatzfutter

Samen und Saaten

Allen Leckereien voran stehen die Samen und Saaten, die ölhaltig sind und infolgedessen einen entsprechenden Gefiederglanz befördern. Samen sollten gezielt nur vor Ausstellungsterminen im Winter gegeben werden, da die Hühner durch zuviel davon schnell zunehmen. Wer sie zwischendurch als Leckerei geben möchte, sollte dann anderweitig auf fetthaltige Zusatzgabe (auch in Form von Mehlwürmern) verzichten.

Samen und Saaten sind entweder in Mühlen, im Biohandel oder als Vogelfutter im entsprechenden Handel erhältlich.

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Foniohirse: Foniopaddy

Besonders beliebt, auch wegen der Kokzidienprophylaxe, sind die Grassamen des Foniopaddy, der Foniohirse. Studien wollen herausgefunden haben, dass eine regelmäßige kleinere Gabe des Foniopaddy/ der Foniohirse für eine Verringerung der Kokzidienbesiedlung sorgt. Zu erklären ist dies, wenngleich es auch widersprüchliche Aussagen zur grundsätzlichen Wirksamkeit des Foniopaddy gibt, durch den hohen Anteil Methionin, den die Foniohirse aufweist. Methionin ist eine essentielle Aminosäure, die für den Eiweißstoffwechsel benötigt wird und die zudem negative Auswirkungen auf Bakterienwachstum zu haben scheint. Insofern kann eine günstige Wirkung bei Kokzidiose nicht ausgeschlossen werden. Definitive Hinweise auf die unbedingte Wirksamkeit konnten im Rahmen der Recherche nicht gefunden werden.

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Grit-Gemisch bei Freilauf

Fertig gemischter Magengrit/Magenkiesel muss – insbesondere, wenn Hühner und Küken Freilauf haben, – nicht sein. Er kann aber vor allem im Winter und bei Bodenfrost eine gute Ergänzung zur Aufrechterhaltung der Verdauung darstellen. Ist der Grit mit Muschelkalk versehen und steht in einem Schälchen dauerhaft zur freien Verfügung, kann damit auch einem Kalkdefizit bei Legehennen vorgebeugt werden.
Da Hühner täglich zwei bis drei Gramm Kalzium aufnehmen müssen, um vor allem nachts Eierschalen bilden zu können, ist eine entsprechende Kalk-Gabe, sofern noch nicht im Basisfutter enthalten, allerdings kein „Kann“, sondern ein „Muss“.

Apfelessig

Apfelessig wird als sanftes Desinfektionsmittel häufig in geringem Maße dem Trinkwasser beigefügt. Hier ist darauf zu achten, dass das Wasser nicht so stark schmeckt, dass die Hühner es verweigern oder für untrinkbar halten.

Apfelessig wirkt auch gegen Darmparasiten wie Kokzidien, indem er das Magen-Darm-Milieu leicht ansäuert und somit für die Ausbreitung der Parasiten ungemütlich macht.

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Mehlwürmer und andere Futterinsekten

Wer es einmal erlebt hat, weiß, dass Hühner beim Anblick eines Mehlwurmes oder eines kleinen Heimchens wieder wie ihre Vorfahren, die Dinosaurier, werden und sich raubtierartig um die Leckerbissen streiten. Vor allem Hühner, die wenig Freilauf haben und keinen Zugriff auf frei lebende Insekten bekommen, freuen sich über ein paar Mehlwürmer auf dem Speiseplan als Abwechslung. Mehlwürmer eignen sich auch während der Kükenaufzucht, um das Jagen nach Insekten zu trainieren und die Küken voneinander abzulenken. Da Mehlwürmer nicht nur reich an tierischen Eiweißen, sondern auch reich an Fett sind, sollten sie nur sparsam verfüttert werden. In den Sommermonaten, in denen die Hühner viel Futter unterschiedlichster Art im Freilauf finden, sollten Mehlwürmer nicht gefüttert werden. Mehlwürmer können sowohl frisch als Lebendfutter als auch als Vorratsleckerli (dann freilich nicht zu Trainingszwecken) getrocknet gekauft werden. Spezielle Futterinsektenversender sind hierfür die richtige Anlaufstelle, vor allem, wenn man größere Mengen kaufen möchte. Der Zoohandel bietet kleine Mengen Insekten und Würmer zwischen 40 und 100 Gramm.

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Im Tierfachgeschäft erhält man auch andere gut verfütterbare Insekten wie flügellose Fliegen (Terflys), Pinkies (rosa Fliegenmaden), Heimchen und Schrecken. Grundsätzlich gilt hier: was für Reptilien der Größe von Bartagamen geeignet ist, kann auch den Hühnern gefüttert werden.

Nüsse

Wer einen Walnussbaum im Garten stehen hat, kann diesen für die Hühner mehrfach nutzen. Zum einen eignet sich sein Laub hervorragend als Einstreu, aber auch die Früchte, die Walnüsse, können angeknackst als Leckerei und als Beschäftigung dienen. Gleiches gilt für Haselnüsse, sofern die Hühner noch etwas Eigenarbeit leisten müssen. Grundsätzlich ist der Eiweißgehalt der heimischen Nusssorten zu gering, um Nüsse als vollwertige Hühnernahrung integrieren zu können.

Weizenkleie

Als Abfall des Schrotens und der Mehlgewinnung fällt in den Mühlen in der Regel auch Kleie, am bekanntesten die Weizenkleie, an. Sie ist reich an Vitamin B und ist zugleich ein verdauungsfördernder Ballaststoff. Zur Gruppe der Kohlenhydrate gehörend, eignet sich Weizenkleie deswegen zur kalorienreduzierten Anreicherung anderer, leicht verdaulicher Kohlehydrate wie Kartoffeln. Auch kann mit Weizenkleie anderes hochkalorisches oder sehr eiweißreiches Futter gut gestreckt werden.

Kräuter und Wildkräuter

Viele Kräuter und Wildkräuter haben, wie wir seit dem Mittelalter wissen, medizinischen Wert, den man nicht unterschätzen sollte. Sie können als Zusatzgabe im ersten Rührei gereicht werden, als Tee aufgebrüht oder als Tränkezusatz bei Erkältungskrankheiten oder gegen Endoparasiten angeboten werden. Als Futterkraut sollte man als Hühnerhalter immer auch einige Brennnesseln und Oregano im Garten haben. Brennnesseln sind natürlich eiweißreich und können als vitaminreiches Ergänzungsfutter den Speiseplan ergänzen, Oregano gilt als förderlich bei Parasitenbefall (Würmern und Kokzidien).

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Salbei
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Rosmarin

 

Eiweiß im Winter – ist doch ein Muss

Vor allem, wenn es draußen kaum noch tierisches Eiweiß in Form von Insekten zu finden gibt, sind die Hühner auf gute Gaben ihrer Halter angewiesen, sofern sie kein Legemehl oder anderes Alleinfutter bekommen, das eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung enthält.

Eiweißreiches Futter, das ein guter Amidlieferant ist, finden sie in angekeimtem Getreide und Keimsprossen, in keimenden Hülsenfrüchten und schließlich auch in Quark, den man dem Feuchtfutter beigeben sollte.

Sonst als Leckerli gegeben, ist es im Winter unabdingbar, die Hühner in Bezug auf die Nährstoffzufuhr ausreichend zu versorgen, da auch die Zeit der Futteraufnahme durch die verkürzte Tageslänge deutlich reduziert ist.

Vitaminzusätze

Es gibt Phasen im Leben eines Huhns, in denen der Nährstoffbedarf, insbesondere der Bedarf an Spurenelementen und Vitaminen, deutlich erhöht ist. Im Herbst, wenn die Mauser einsetzt – auch wenn es nur eine Teilmauser ist – benötigen die Hühner mehr Nährstoffe, um ein neues Federkleid auszubilden. Auch, wenn die Hennen gluckig werden und brüten, nehmen sie weniger Menge zu sich, um so wichtiger ist es, dass das, was sie fressen, hochwertig ist.

Für diese Situationen gibt es spezielle Nahrungsergänzungsmittel, die als Kur zusätzlich gereicht werden können.