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Lakenfelder

scheue Hühner, kälteunemfindlich, robust, quirlig

Lakenfelder Hühner© Mrql – stock.adobe.com

Steckbrief: Lakenfelder

Eier

50 g

Farbe der Eier: Weiß

Mindestgewicht für Bruteier

50 g

Legeleistung

160 Eier / Jahr

Gewicht Hahn und Henne

Huhn: 1,5 - 2 kg, Hahn: 1,75 - 2,25 kg

Brutlust

30 %

Flugfähigkeit

80 %

Platzbedarf

80 %

Zäh und Robust

Die Stärke der Lakenfelder findet sich jedoch im Eierlegen und der Überlebensfähigkeit bei wenig Pflege und widrigem Wetter. Dass dieses Huhn häufig als Zwiehuhn gewertet wird, liegt am schmackhaftem Fleisch.

Haltung

In der heutigen Zeit sind Lakenfelder ?Liebhaberhühner? für Personen, die einen Hühnerstall und ein großes Gelände bieten. Es sind jedoch keine Schmusehühner. Lakenfelder sind auch gegenüber dem Menschen scheu und schnell erregbar, aber sehr robust. Es handelt sich also nicht um Hühner für Anfänger oder durch anwesende Menschen beengte Flächen.

Das Freigehege

Das Fleisch dieser Hühner ist durchaus schmackhaft, viel ansetzen tun die Lakenfelder jedoch nicht und können auch deswegen für Hühnervögel sehr gut fliegen. Wer ein Freigehege einrichtet, soll deswegen auch von Oben ein Netz spannen. Das Freigehege soll jedoch wirklich groß sein, da Lakenfelder die Bewegung lieben. Sie im offenen Gelände zu halten wäre deswegen erheblich besser. Allerdings ist die schwarzweiße Zeichnung für Räuber gut zu sehen, womit die Lakenfelder in Gärten mit vielen Räubern den Kürzeren ziehen.

Futter

Ist der Garten groß genug, kann in der warmen Jahreszeit auf die Fütterung verzichtet werden. Die Hühner lieben es, über Stunden nach Futter zu scharren. Einst wurden diese Hühner im Winter lediglich mit Dreschabfällen gefüttert, die der normale Haushalt heute jedoch nicht mehr hat. Die Ansprüche an das Futter sind also nicht hoch, solange dieses sauber und trocken gelagert wird. Auch in der warmen Jahreszeit kann ein klein wenig Futter nicht schaden.

Robustheit

Aufgrund vom dichten und straff anliegenden Gefieder trotzt das Lakenfelder jedem Wetter. Kälte und Regen können den adulten Tieren wenig an, die Küken ertragen das allerdings nicht, sind jedoch sehr robust und wachsen schnell.

Lakenfelder sind also die perfekten Allwetter-Hühner für Personen mit großem Gelände, die sich wenig um die Tiere kümmern wollen. Wer den Hennen in den Nestern ein Ei oder ein Kunstei lässt, der weiß immer, wo er die täglichen Eier findet. Über die warme Jahreszeit legen die Hennen fast jeden Tag ein weißes Ei mit rund 50 Gramm, dann machen sie über den Winter eine Legepause

Eier und Legeleistung

Lakenfelder legen weiße Eier.

Unter den Lakenfeldern gibt es einige Hühnervölker, die rund 200 Eier pro Henne im Jahr schaffen, jedoch kaum brüten. Es gibt andere Hühnervölker mit geringerer Legequote, die jedoch eher zum Brüten neigen.

Rund 160 Eier im ersten und 150 im zweiten Legejahr sind typisch. Die Hennen sind jedoch keine Winterleger.

Küken

Da die Hennen einen äußerst geringen Bruttrieb haben, werden die Eier häufig künstlich ausgebrütet. Dazu eignen diese sich sehr gut.

Es muss jedoch auf das Mindestgewicht der Bruteier von 50 Gramm geachtet werden.

Gut zu wissen

  • Obwohl an diesen Hühnern nicht viel Fleisch sitzt, gilt es dennoch als Zwiehuhn. Die Stärke findet sich jedoch im Eierlegen und der Überlebensfähigkeit bei wenig Pflege und widrigem Wetter. Dass dieses Huhn häufig als Zwiehuhn gewertet wird, liegt am schmackhaftem Fleisch.
  • Gerade in der Zeit um 1840 wurden die Hühner in der Region und Umgebung von Westfalen und den Niederlanden oft gezüchtet.
  • Neben der großen Rasse gibt es auch die Zwerg Lakenfelder, die im Jahr 1972 anerkannt wurden. Das Großrasse fließt als Hühnerrasse nur mit ein, das Zwerghuhn wurde aus mehreren Rassen komplett neu erzüchtet. Die Hähne kommen auf 900 und die Hennen auf 800 Gramm.

Die Hühnerrasse Lakenfelder

Ursprünge der Lakenfelder

Bereits seit 1854 ist das Lakenfelder Huhn als Rasse bekannt. Der genaue Ursprung kann damit nur erahnt werden. Es gibt hierzu zwei Herkunftsgeschichten:

  1. Die vermutlich nicht zutreffende besagt, dass diese Hühnerrasse nach dem niederländischen Ort Lakenvelt nahe Utrecht benannt wurden. Es war eine dünne Siedlung entlang der Straße, wo viele Hühner gehalten wurden. Die Theorie geht auf 1915 entdeckte Aufzeichnungen aus dem Jahre 1727 zurück, in denen von einem schwarz-weißen Huhn gesprochen wurde, welches aus dieser Region stammte. Demnach wären die Lakenfelder zufällig entstanden und später weiter gezüchtet worden.
  2. Die wahrscheinliche Ursprungsgeschichte beginnt in Westfalen. Der Ursprung liegt zwischen Bremen, Hannover und Münster nahe am Dümmer See. Es waren die Lehrer Meyer und Bockelmann, die ca. im Jahr 1820 mit der Zucht begannen und bald durch den Zollerheber Wirz in Haldern Unterstützung fanden. Letzterer konnte bereits 1835 den gewünschten Farbschlag präsentieren, womit die Lakenfelder bereits am 12.12.1854 bei der ersten Geflügelausstellung in Görlitz als Rasse vorgestellt werden konnten. Demnach wurde das Lakenfelder gezielt gezüchtet.Von nun an verbreiteten die Lakenfelder sich schnell im Nordwesten von Deutschland und auch in Holland.

Diese zweite Herkunftsgeschichte ist die wahrscheinlichere. Naheliegend ist, dass die Rasse bereits bekannt war und deswegen die später entdeckten Schriften vom schwarz-weißen Huhn aus der Gegend von Utrecht mit seinem Vorort Lakenvelt zur abgewandelten Herkunftsgeschichte führten.

Die Namensgebung ?Lakenfeld? geht im Übrigen darauf zurück, dass die Hühner so aussehen, als wären sie schwarz und hätten sich ein weißes Laken um gelegt. Diese Farbzeichnung ist deutlich älter und geht auf die Lakenfelder Rinder zurück. Auch Schweine oder Meerschweinchen wurden nach dem Lakenfelder Farbschlag gezielt hervor gezüchtet. Aufgrund der Lakenfelder Rinder werden diese Farbschläge gerne Lakenfelder genannt. Damals wussten die Leute direkt, wie die so genannten Tiere aussehen werden.

Entwicklung der Rasse Lakenfelder

Zur Zeit der gezielten Züchtung dieser Hühner als Landhuhnrasse waren die einfachen Bürger arm und hatten nur selten Fleisch auf den Tellern. Sie lebten jedoch zum Großteil ländlich, womit viele die Möglichkeiten zur Hühnerhaltung hatten.

Totleger, deren Namensgebung in der Dialektik nicht auf ?Tot? sondern ?Dauerleger? zurück geht, waren eine der typischen und in der nordwestlichen Region Deutschlands überwiegende Hühnerrasse. Ihre Legeleistung mit über 200 Eiern im Jahr war einst beachtlich. Als Ursprung für das Lakenfelder dienten diese Totleger, die zu den Sprenkelhühnern gehören. Diese haben jedoch bereits den Kopf und Hals einfarbig sowie es regelmäßig Exemplare mit zugleich einfarbigen Schwanzfedern gibt. Hühnerrassen wie die bereits ausgestorbenen Campiner oder andere belgische Landhuhnrassen wie belgische Zottegems wurden möglicherweise eingekreuzt.

Aus größeren Hühnerpopulationen der Rasse Totleger wurden gezielt Exemplare selektiert, deren Gefieder von Kopf, Hals und auch Schwanz einfarbig schwarz war. Weiterhin wurden nun immer die Exemplare für die Weiterzucht gewählt, die nicht mehr gesprenkelt, sondern zwischen Hals und Schwanz einfarbig weiß waren.

Die Lakenfelder legen ein paar Eier weniger als die Totleger, bringen jedoch sehr schmackhaftes Fleisch und gefielen den Leuten optisch besser. Genau diese ?Lakenfelder? Erscheinung und nicht eine bessere Wirtschaftlichkeit scheint das Kriterium für die Erzüchtung der Landhuhnrasse Lakenfelder zu sein. Bereits bis 1850 waren die Totleger in weiten Regionen fast verdrängt.

Heutige Bedeutung der Lakenfelder

Aus wirtschaftlicher Sicht ist diese Hühnerrasse uninteressant. Für Personen mit großem Garten oder Selbstversorger hat das Lakenfelder noch heute seine Reize. Diese Hühner sind sehr robust und kommen über die warme Jahreszeit mit genügendem Auslauf ohne Fütterung über die Runden. Dennoch handelt es sich nur noch um ein Liebhaberhuhn, welches auch wegen der Erbanlagen erhalten wird. Diese können möglicherweise in der Zukunft für Neuzüchtungen interessant werden.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rasseerhalt

Genau wie anderen Hühnervölkern erging es den Lakenfeldern ab dem zweiten Weltkrieg schlecht, weil die ländlichen Bürger einfach das Interesse an dieser Hühnerrasse verloren. Dennoch fanden sich immer einige Hühnerzüchter, die sich für die Landhuhnrasse Lakenfelder begeisterten.

Bereits im Jahr 1907 gründete sich der ?Sonderverein der Züchter der Lakenfelder und Zwerglakenfelder?. Das Lakenfelder war über 50 Jahre als Rasse bekannt und hat sich im Nordwesten von Deutschland in weiten Regionen durchgesetzt, als etwas passierte: Viele Züchter importierten alte oder neu erzüchtete Hühnerrassen aus anderen Ländern. Das führte dazu, dass die Lakenfelder an ?Boden? verloren oder viele Züchter die importierten Hühnerrassen in das Lakenfelder hinein züchten wollten. Einige Züchter wollten dem entgegenwirken und erklärten sogar, dass das Lakenfelder für Kreuzungen ungeeignet wäre, damit diese Rasse Bestand haben kann.

Bereits mit diesem Sonderverein der Züchter der Lakenfelder und (später) Zwerglakenfelder begann also die Erhaltungszucht der Lakenfelder. Gerade nach dem zweiten Weltkrieg schlummerte der Verein, der jedoch überlebte und im Jahr 2006 genau 67 Mitglieder zählte. Diese halten rund 200 Hähne und 800 Hennen, die für die Zucht taugen.

Neben den Züchtern mit geeigneten Zuchttieren gibt es auch andere Personen, die sich an den Lakenfeldern erfreuen. Ohne eine gezielte Erhaltungszucht werden die typischen Merkmale der Lakenfelder jedoch schnell wieder unter gehen.

Zuchtziele der Lakenfelder

Das Huhn soll ein federloses rotes Gesicht haben. Vom Kopf bis zum Hals sowie die Schwanzfedern sollen tief schwarz erscheinen. Der Gesamte Rumpf samt Sattel hingegen hat in Weiß zu leuchten. Da die Lakenfelder aus den Totlegern, die zu den Sprenkelhühnern gehören, hervorgezüchtet wurde, sind noch immer viele Lakenfelder alles andere als weiß. Der Rumpf oder Sattel ist bei vielen Exemplaren immer noch gesprenkelt. Genau diese Exemplare eignen sich nicht für die weitere Zucht.

Das Lakenfelder gehört wie die Totleger zu den robusten Landhühnern. Bei den Lakenfeldern ist der Rumpf gestreckt, der Hals mittellang, der Rücken gleichbleibend breit, die Schultern sind breit. Die kräftigen Flügel liegen fest an und sind zur Unterseite schwarz.

Der Hahn trägt die buschigen Schwanzfedern nicht steil aber doch hoch und zumindest etwas höher als die Hennen. Der Bauch der Hennen ist gut entwickelt und voll. Bei Hahn und Henne steht der Kamm, der beim Hahn mittlere Größe erreicht, bei den Hennen kleiner bleibt und sich hinten ein klein wenig zur Seite neigen darf. Die Ohrscheiben sind klein, weiß und dürfen einen roten Rand haben, mehr jedoch nicht. Auch die Ohrlappen sind weiß. Die Augen sind groß in einem rotbraunen Ton. Die sichtbaren Schenkel sind straff befiedert, die schieferblauen Läufe mittlerer Länge federlos.