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Behutsam Hühner vergesellschaften

Hühner vergesellschaften - So gehen sie vor!

Gefunden auf: https://www.huehner-hof.com/haltung/regelmaessige-arbeiten/huehner-vergesellschaften/

Wenn Du Hühner vergesellschaftest – also zum Beispiel zwei Gruppen zusammenführst oder neue Hühner zu einer bestehenden Herde setzt – bedeutet das für die Tiere vor allem eines: Stress.

Für Hühner ist jede Veränderung in der Gruppe eine große Herausforderung. Neue Gesichter, neue Gerüche und ein unbekannter Stall bringen die gewohnte Ordnung durcheinander. Genau deshalb ist es so wichtig, dass Du bei der Vergesellschaftung besonders behutsam vorgehst.

Es wird einige Tage dauern, bis sich alle Tiere aneinander gewöhnt haben und eine neue Hackordnung entstanden ist. Danach kehrt in der Regel wieder Ruhe im Hühnergehege ein.

Die neuen Hühner an die neue Umgebung gewöhnen

Die Hühner, die neu in eine bestehende Gruppe kommen, haben es doppelt schwer. Sie müssen sich nicht nur an fremde Artgenossen gewöhnen, sondern auch an einen völlig neuen Lebensraum.

Deshalb empfehlen wir für die Vergesellschaftung im ersten Schritt das folgende Vorgehen:

Sperre innerhalb des Hühnergeheges ein kleines Areal ab, in das Du die neuen Hühner zunächst für einige Tage setzt. So haben sie Zeit, ihre neue Umgebung kennenzulernen, bevor sie direkten Kontakt zur bestehenden Gruppe bekommen. Das senkt das Stresslevel deutlich.

Besonders gut ist es, wenn sich dieses Übergangsgehege in direkter Nähe zu den alten Hühnern befindet. Die Tiere können sich sehen, hören und wahrnehmen – und gewöhnen sich schon daran, dass dort noch andere Hennen leben.

Das erste Aufeinandertreffen der alten und der neuen Hühner

Diese vorbereitende Phase sollte etwa eine Woche dauern. Erst danach solltest Du die beiden Gruppen direkt zusammenlassen.

Am besten gehst Du dabei so vor:

Lass am Abend zuerst die Hühner in den Stall, die schon länger bei Dir leben. Wenn sie alle auf ihren Schlafplätzen sitzen, setzt Du auch die neuen Hühner dazu. Über Nacht können sich die Tiere in Ruhe aneinander gewöhnen.

Am nächsten Morgen wirst Du sehen, dass sich die Hennen jagen oder hacken. Das wirkt für uns Menschen oft brutal, ist für Hühner aber ganz normal. Durch dieses Verhalten klären sie die Hackordnung – also wer in der Gruppe das Sagen hat. Du solltest hier nur eingreifen, wenn es wirklich zu ernsten Verletzungen kommt.

Nach etwa einer Woche lassen die größeren Auseinandersetzungen in der Regel nach. Die Rangordnung ist geklärt, und wieder Ruhe zieht ins Gehege ein.

Hinweis

In Einzelfällen kann es passieren, dass die Tiere so sehr aufeinander herumhacken, dass blutige Wunden oder andere Verletzungen entstehen. Stellen Sie dies fest, sollten Sie die Streithähne unbedingt trennen.

Rangordnung und Hackordnung verstehen

In jeder Hühnergruppe gibt es eine klare Rangordnung. Diese sogenannte Hackordnung bestimmt, wer zuerst frisst, wer die besten Schlafplätze bekommt und wer wem aus dem Weg gehen muss.

Wenn neue Hühner dazukommen, wird diese Ordnung neu ausgehandelt – und genau das führt zu dem typischen Gejage und Gehacke. Das sieht wild aus, ist aber für die Tiere ein natürlicher und wichtiger Prozess. Je besser Du diesen Mechanismus verstehst, desto ruhiger kannst Du reagieren und Deine Hühner einfach „machen lassen“, solange niemand ernsthaft verletzt wird.

Hinweis bei starken Auseinandersetzungen

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass sich einzelne Hühner so heftig attackieren, dass blutige Wunden oder Verletzungen entstehen. Wenn Du das bemerkst, solltest Du die Tiere sofort trennen.

Oft hilft es, die neuen Hühner noch einmal in das Übergangsgehege zu setzen. So reduziert sich der Stress, während sich die Tiere weiterhin sehen und aneinander gewöhnen können.

Eine weitere Möglichkeit ist es, das besonders aggressive Huhn vorübergehend von der Gruppe zu trennen. Die übrigen Hühner akzeptieren die Neulinge dann oft schneller. Sobald sich die Lage beruhigt hat, kannst Du auch dieses Tier meist problemlos wieder zur Herde setzen.

Sorgen Sie für Abwechslung im Hühnergehege

Hühner gehen deutlich stärker aufeinander los, wenn sie sich langweilen. Wenn Du für Beschäftigung sorgst, lenkst Du ihre Aufmerksamkeit von möglichen Streitigkeiten ab.

Integriere zum Beispiel Spielzeuge oder Futterspielzeuge ins Gehege. Auch kleine Herausforderungen wie aufgehängtes Grünfutter oder Körner, die gesucht werden müssen, wirken Wunder.

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Zusätzlich solltest Du im gesamten Gehege mehrere Verstecke einbauen. So können sich rangniedrigere oder neue Hühner zurückziehen, wenn es ihnen zu viel wird. Achte außerdem darauf, dass genügend Platz vorhanden ist, damit alle Tiere ausweichen können.

Auch mehrere Futter- und Wasserstellen helfen, Stress zu reduzieren, weil keine Henne alles für sich allein beanspruchen kann.

Küken zu den anderen Hennen lassen

Küken mit einer bestehenden Hühnerschar zu vergesellschaften ist für alle Beteiligten besonders aufregend. Die kleinen Küken sind zart, unerfahren und können sich kaum gegen erwachsene Hennen behaupten.

Küken zu den anderen Hühnern lassen

Deshalb solltest Du Küken erst zu den übrigen Hennen in das große Gehege lassen, wenn sie kräftig genug sind. In der Regel ist das ab einem Alter von etwa acht Wochen der Fall.

Im Grunde gehst Du dabei genauso vor wie bei erwachsenen Neuzugängen. Gerade bei Küken ist es jedoch extrem wichtig, dass ausreichend Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind. Wenn sie von älteren Hennen bedrängt werden, müssen sie sich schnell in Sicherheit bringen können. Das gilt auch dann, wenn die Küken gemeinsam mit ihrer Mutter in das große Hühnergehege einziehen.

Hilft Essig beim Vergesellschaften von Hühnern?

Rund um das Thema „Hühner vergesellschaften“ kursiert immer wieder der Tipp, die Tiere mit Essigwasser einzusprühen, damit sie sich besser akzeptieren. Die Idee dahinter: Alle Hühner sollen gleich riechen, damit die Neuen nicht sofort als Fremde erkannt werden.

In der Praxis funktioniert das jedoch nur sehr eingeschränkt – und kann sogar Nachteile haben.

Hühner orientieren sich zwar auch über Gerüche, viel wichtiger sind für sie jedoch Aussehen, Verhalten und Körpersprache. Selbst wenn alle Tiere gleich riechen, erkennen die alten Hennen sehr schnell, welche Tiere neu sind. Die Hackordnung wird trotzdem neu ausgehandelt.

Essig auf dem Gefieder kann zudem die Haut reizen, besonders bei empfindlichen oder jungen Hühnern.

Wenn Du Essig einsetzen möchtest, dann höchstens sehr vorsichtig und indirekt. Zum Beispiel, indem Du den Stall und die Sitzstangen vor der Vergesellschaftung mit einer milden Essiglösung reinigst. Dadurch werden alte Gerüche entfernt, und alle Hühner starten in einer „neutraleren“ Umgebung.

Wichtig ist jedoch

Essig ersetzt keine behutsame Eingewöhnung, kein Übergangsgehege und keine Rückzugsmöglichkeiten. Diese Faktoren sind entscheidend dafür, dass Deine Hühner sich langfristig akzeptieren und wieder Ruhe in die Herde einkehrt.

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