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Hühner schlachten

Hühner schlachten – Schritt für Schritt

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Vielleicht haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ob Sie Ihre Hühner schlachten möchten. Nicht jeder Hühnerhalter ist zu diesem Schritt bereit. Sollten Sie die Schlachtung der Hühner jedoch in Erwägung ziehen, gibt es zum einen gesetzliche Vorschriften, an die Sie sich halten müssen. Zum anderen erfordert das Hühner Schlachten ein exaktes Vorgehen, um den Tieren möglichst wenige Schmerzen zu bereiten.

Was Sie beim Hühner Schlachten beachten und wie Sie dabei vorgehen sollten, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Hühner schlachten: Schritt für Schritt

Wenn Sie sich zum Schlachten eines Huhnes entschieden haben, sollten Sie die folgenden Schritte befolgen:

  1. Betäuben
  2. Töten
  3. Rupfen
  4. Ausnehmen
  5. Zubereiten
Hühner geschlachtet

Wie Sie die Betäubung durchführen

Damit das Huhn weder gestresst ist noch Schmerzen erleidet, müssen Sie es als erstes betäuben. Hierzu ist ein handfester Schlag auf den Hinterkopf nötig. Um diesen durchführen zu können, müssen Sie das Huhn jedoch erst einmal einfangen, und zwar möglichst stressfrei. Es empfiehlt sich daher, wenn Sie das Huhn frühmorgens einfangen, noch bevor es den Stall verlässt. Dies erspart ihm auf jeden Fall viel Angst und Rennerei.

Fangen Sie das Huhn, halten Sie es an den Beinen fest und achten Sie darauf, auch die Spitzen der Flügel im Griff zu haben. Mit der anderen Hand gehen Sie zum Betäubungsschlag über. Sie sollten einen Stock verwenden. Sie möchten das Huhn schließlich nicht quälen. Deshalb ist es wichtig, dass der Schlag das Huhn sofort betäubt. Er muss also recht fest, wiederum aber nicht zu fest sein. Denn stirbt das Huhn beim Schlag auf den Kopf, gibt es beim Ausbluten wahrscheinlich Schwierigkeiten.

Nach der Betäubung wird das Huhn, sofern Sie die Betäubung korrekt durchgeführt haben, steif. Das ist ein sicheres Zeichen, dass die Betäubung funktioniert hat.

Töten des Huhnes

Für das Töten des Huhnes gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen können Sie den sogenannten Ohrenscheibenstich anwenden, bei dem Sie den Kopf sozusagen mit einem Messer abtrennen.

Zum anderen – und das ist die kürzere und für viele somit die erträglichere Methode – können Sie den Kopf mit einem Beil abschlagen.

Wenige Sekunden nachdem das Huhn seinen Kopf verloren hat, beginnt es wahrscheinlich heftig zu zucken und es kann sogar sein, dass es ohne Kopf noch läuft. Das Zucken wird durch das Rückenmark gesteuert, welches auch nach dem Betäuben noch aktiv ist. Das Gehirn ist an diesem motorischen Zucken nicht beteiligt, sondern wäre nur für das Ausschalten des Schmerzempfindens zuständig. Das erklärt, weshalb das Huhn nach der Betäubung zum einen keinen Schmerz mehr empfindet und warum es sich zum anderen auch ohne Kopf bzw. Gehirn noch bewegen kann.

Direkt nach dem Abtrennen des Kopfes blutet das Huhn aus. Halten Sie es dafür über einen geeigneten Eimer, der das Blut auffängt.

Sollte der Kopf noch nicht vollständig abgetrennt sein, können Sie ihn nach dem Ausbluten entfernen.

Wie Sie das Huhn rupfen sollten

Auch beim Rupfen des Huhnes können Sie zwischen zwei Varianten wählen:

  1. Rupfen mit heißem Wasser
  2. Rupfen ohne Wasser

Das Rupfen mit heißem Wasser geht jedoch in der Regel schneller und funktioniert besser, sodass hier kein großer Kraftaufwand notwendig ist. Wir empfehlen daher diese Variante.

Nehmen Sie hierfür einen Eimer mit Wasser zur Hand. Dieses sollte eine Temperatur von 60 bis 70°C haben. Der Eimer muss groß genug sein, damit Sie das Huhn vollständig hineinlegen können.

Es reicht nun aus, das Huhn für maximal 15 Sekunden im Wasser ?einzuweichen?. Danach können Sie die Federn problemlos aus der Haut ziehen bzw. durch Schieben herausholen.

Das Huhn richtig ausnehmen

Legen Sie das Huhn auf den Rücken und durchtrennen Sie als erstes die Bänder und die Sehnen, die sich am Fersengelenk befinden.

Danach wird der Kropf freigelegt. Hierzu müssen Sie zuerst die dünne Hautschicht durchtrennen. Dies erfordert ein wenig Übung, ist dann aber gut machbar. Ziehen Sie den Kropf aus dem Hals, indem Sie diesen umfassen. Danach ziehen Sie mit derselben Technik auch die Luftröhre und die Speiseröhre heraus.

Schneiden Sie danach etwa einen Zentimeter unterhalb des Brustbeines mit einem scharfen Messer ein kleines Loch hinein. Durch dieses Loch führen Sie nun zwei Finger ein. Halten Sie das Messer zwischen den Fingern und beginnen Sie mit dem Aufschneiden der Bauchdecke. Achten Sie unbedingt darauf, nicht den Darm zu treffen.

Anschließend nehmen Sie das Messer heraus und greifen nochmals in die Öffnung hinein. Nun müssen Sie nach den Innereien suchen. Leber und Magen können Sie mit etwas Übung problemlos ertasten und ablösen.

Lösen Sie danach den gesamten Darm und schneiden Sie die Kloake heraus.

Danach entfernen Sie die Galle von der Leber. Achten Sie darauf, dass die Leber nicht zu sehr zerstört wird.

Schneiden Sie den Mageneingang heraus und trennen Sie den Magen danach auf. Nun können Sie den Muskel gründlich reinigen. Verwenden Sie hierzu am besten warmes Wasser.

Ehe Sie die Innereien und das Huhn weiterverarbeiten, sollten Sie alles ebenfalls gründlich reinigen.

Das Huhn nach dem Schlachten zubereiten

Sie können das Huhn direkt nach dem Schlachten zubereiten, indem Sie es beispielsweise kochen oder braten. Wenn Sie aktuell keinen Bedarf haben, besteht auch die Möglichkeit, dass Sie es einfrieren, um es zu einem späteren Zeitpunkt zu verarbeiten.

Gesetzliche Bestimmungen beim Hühner Schlachten?

Die drei wichtigsten Voraussetzungen, die Sie im Zusammenhang mit dem Hühner Schlachten beachten müssen sind:

  1. Sie müssen sich an das Tierschutzgesetz halten.
  2. Sie dürfen für den Eigenbedarf ohne Sachkundenachweis schlachten.
  3. Wenn Sie nicht für den Eigenbedarf schlachten, benötigen Sie einen entsprechenden Sachkundenachweis sowie den gesetzlich vorgeschriebenen Schlachtraum.

Grundsätzlich müssen Sie sich vor dem Hühner Schlachten darüber klar werden, dass Sie ein Tier töten. Möchten Sie das Huhn später verkaufen oder verschenken, so benötigen Sie einen entsprechenden Sachkundenachweis, der mit theoretischem und praktischem Unterricht sowie entsprechenden Prüfungen verbunden ist.

Außerdem sieht das Tierschutzgesetz vor, dass Sie auch dann, wenn Sie keinen Sachkundenachweis benötigen, weil Sie das Huhn für den Eigenbedarf verwenden, natürlich wissen müssen, was Sie tun. Sie dürfen das Tier nicht quälen und es muss unter allen Umständen sachgemäß betäubt und getötet werden!

Schlachten Sie ausschließlich für den Eigenbedarf, wird niemand überprüfen, wo Sie das Huhn schlachten. Um keine Krankheitserreger einzuschleppen, sollten Sie natürlich dennoch unbedingt auf eine einwandfreie Hygiene achten.

Verkaufen oder verschenken Sie die geschlachteten Hühner später, so benötigen Sie einen Schlachtraum, der ggf. überprüft wird.

Welche Hühner Sie am besten schlachten

In der Regel werden vor allem Hähne geschlachtet, da diese weder Eier legen noch für die Aufzucht von Küken notwendig sind.

Wenn Sie das Huhn für den Verzehr schlachten möchten, sollten Sie natürlich eines auswählen, dass einen guten Geschmack bietet und nicht zähe ist. Hier empfehlen sich Hühner, die maximal ein Jahr alt sind und obendrein mehr Fleisch haben als dünne, schlanke Hühnerrassen. Hühner, die älter als ein Jahr sind, werden zähe.

Außerdem sollten Sie sich die Herde zuvor genau anschauen. Oft gibt es ein Huhn, dass es den anderen schwer macht. Es ist dann natürlich sinnvoller, dieses Huhn zu schlachten als ein Huhn, dass sich perfekt in die Gruppe integriert.

Bei kranken und offensichtlich leidenden Tieren empfiehlt sich das Schlachten ebenfalls manchmal, um das Huhn von seinem Leid zu befreien. Wenn es eine ernsthafte Erkrankung hatte, sollten Sie es jedoch nicht mehr verzehren.

Diese Utensilien benötigen Sie für das Hühner Schlachten

Ehe Sie das Huhn schlachten, stellen Sie bitte sicher, dass Sie die folgenden Utensilien in greifbarer Nähe haben:

  • Einen stabilen Stock oder Stil
  • Ein scharfes Beil oder ein scharfes Messer
  • Einen sauberen Tisch, der hinterher problemlos gereinigt werden kann
  • Einen Eier mit 60 bis 70°C warmen Wasser
  • Einen Eimer zum Auffangen des Blutes
  • Eventuell einen Schlachttrichter, der es leichter macht, das Huhn zu fixieren

Optional, wenn Sie das Huhn nicht für den Eigenbedarf schlachten, benötigen Sie:

  • Den Sachkundenachweis
  • Einen Schlachtraum