Einstreu
Deep Litter Einstreu

Wer die baulichen Voraussetzungen dafür hat, kann auch über die Tiefstreu-Methode (Deep-Litter Method) im Stall nachdenken.

Hierzu wird Erde und/oder Torf und/oder Rindenmulch auf etwa zehn bis zwanzig Zentimeter im Scharraum des Stalls angefüllt und schafft so ein möglichst naturnahes Bodenklima. Da die Hühner ursprünglich aus bewaldeten Gegenden stammen, entspricht dieser Untergrund am ehesten ihren natürlichen Bedürfnissen. Insbesondere, wenn echter Freilauf nicht möglich ist, sollte man als Halter über die Methode der Tiefeinstreu nachdenken. Wenn Sie schon nicht im Stall selbst umsetzbar ist, so doch vielleicht wenigstens im erweiterten Auslauf.

Als Basismaterialien eignen sich entsprechend gemischt Sand, Rindenmulch, Mutterboden, Blumenerde und zur Verbesserung der Saugfähigkeit beigemengte Strochhäcksel und/oder Holzspäne. Von Beimengungen mit Hanfstreu ist aufgrund der schnellen Kompostierbarkeit des Materials eher abzuraten.

Vorteile der Deep-Litter-Methode

Ein unbestrittener Vorteil der Deep-Litter-Method ist die selten notwendig werdende Reinigung. Hat sich erst einmal eine entesprechende Popluation an Mikroorganismen etabliert, zersetzen diese Kot und aufgenommene Feuchtigkeit. Es entwickelt sich im Laufe der Zeit ein guter Mutterboden, der Beim Einstreuwechsel im späten Herbst sehr gut im Garten verwendet werden kann.

Offenbar herrscht in Ställen mit Tiefstreu gegebenenfalls auch ein verminderter Parasitendruck, da diesen von im Boden befindlichen Raubinsekten der Garaus gemacht wird.

Ebenfalls von Vorteil ist die Dämmwirkung, die die Tiefeneinstreu mit sich bringt. Durch den abgeschlossenen Stallbereich und die dicke Bodenschicht kühlt der Stall in der Regel weniger aus. Deswegen eignet sich die Methode vorwiegend für alte, fundamentierte Ställe mit Tonziegel- oder Naturboden und gemauerten Wänden.

Nachteile der Deep-Litter-Methode

Dahingegen ist die Deep-Litter-Methode für reine Holzställe nicht geeignet, weil das Holz aufgrund des sich entwickelnden mikroorganischen Klimas beginnen würde, sich zu zersetzen. Es können sich Pilze, Schimmel und sogar durch die Zersetzung Löcher in den Stallwänden entwickeln, die Raubwild und Schadnagern freien Zutritt verschaffen würden.

Neben der notwendigen Stallbeschaffenheit muss auch bedacht werden, dass es einigen Kraftaufwandes und auch entsprechender finanzieller Erstmittel bedarf, die Grundsubstanz an möglichst gereinigter Erde und Torf zu beschaffen.