Zwerg Barnevelder

Zwerg Barnevelder
Entwicklung der Rasse Zwerg Barnevelder

Ab 1922 wurden zuerst kleine braun-schwarz-doppeltgesäumte Barnevelder Henne mit Zwerg-Rhodeländern gekreuzt. Später folgten Deutsche Zwerg-Langschan, Zwerg-Wyandotten und für die Festigung der Zeichnung Indische Zwerg-Kämpfer. Letztere waren notwendig, da die Hühner in diesem ersten Farbschlag zuerst nicht die Wirkung der Großform entwickeln konnten.

Erst 1954 folgten die schwarzen und 1960 die weißen Zerg-Barnevelder. Im Jahr 1982 wurden die dunkelbraunen Barnevelder anerkannt. Damit wurde zugleich eine Zwergvariante erzüchtet, die 1987 anerkannt wurde.

Auch die braun-blau-doppeltgesäumten Zwerg-Barnevelder wurden 1987 anerkannt. Dieser Farbschlag entsprach jedoch noch nicht den Erwartungen und wurde gefestigt, um dann später auch für die Großrasse diesen Farbschlag zu erzüchten.

Die kennfarbigen Zwerg-Barnevelder folgten 1988 und die blauen Zwerg-Barnevelder 1997. Die silber-schwarz-doppeltgesäumten sind ein noch junger Farbschlag.

Diese ganzen Farbschläge wurden meist auf deutschem Boden erzüchtet. In den Niederlanden wurde jedoch eine eigene Linie hervorgebracht, Zwerg-Barnevelder gehören hier zu den beliebtesten Zwerghühnern.

Heutige Bedeutung der Zwerg-Barnevelder Hühner

Barnevelder bringen einiges an Gewicht mit und auch ihre Zwergform ist in ihrer Klasse nicht klein geraten. Der ein oder andere Junghahn eignet sich damit als Tafelhuhn. Dennoch ist es eine Legerasse sowie ein Zwerghuhn, welches kleinere Eier legt und mit ca. 150 Eiern auch ein paar weniger als die Großform schafft. Zwerg-Barnevelder bleiben gerne am Boden und es braucht keinen großen Zaun. Sie sind zudem pflegeleicht und mit ihren markanten Farbschlägen schön anzusehen. Weiterhin sind es sehr friedliche Hühner.

Aufgrund all dieser Punkte handelt es sich bei den Zwerg-Barneveldern um sehr gute Hobby-, Familien- und Selbstversorgerhühner für Personen mit wenig Platz und kleinem Bedarf. Aber auch Aussteller und Züchter erfreuen sich an diesen Zwerghühnern. Eine wirtschaftliche Bedeutung hatten oder haben die Zwerg-Barnevelder genau wie die meisten Zwerghühner nicht.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Bereits 1931 gründete sich der „SV der Züchter des Barnevelder- und Zwerg-Barnevelderhuhnes“. Es war noch die Zeit, in der die Hühnerzucht als Hobby der feinen Leute mit großen Villengärten galt. Es war die Zeit, in der man sich auch dem Barnevelder annahm und es festigte sowie die Zwergform erzüchtete. Diesen Verein gibt es noch heute. Hier, in den Niederlanden oder auch in einigen anderen Ländern nimmt man sich der Erhaltungszucht der Barnevelder und Zwerg-Barnevelder an.

Die Barnevelder stehen bei der „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen“ in der Kategorie IV, Vorwarnstufe. Die Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland zählt für 2016 noch 1526 Hennen und 341 Hähne. Bei der Zwergform sieht es jedoch anders aus, hier werden 4500 Hennen und 1068 Hähne als Zuchttiere gezählt. Diese teilen sich auf sieben Farbschläge auf, wobei es für jeden Farbschlag wenigstens über 150 Zuchttiere gibt. 2412 Hennen und 554 Hähne entfallen auf die doppeltgesäumten Zwerg-Barnevelder. Damit sind zumindest die Zwerge keine seltene Hühnerrasse in Deutschland.