Rhodeländer
Entwicklung der Rasse Rhodeländer

Ab dem Jahr 1860 wurde sehr gezielt gezüchtet, um eine Hühnerrasse mit sehr guter Legeleistung zu erhalten. Die heimischen Hühner wurden mit schweren asiatischen Rassen gekreuzt. Sehr sicher flossen braunrote Malaien und gelbe Cochins ein. Auch weitere Hühnerrassen wie Shanghai, Java oder Italiener sind während der laufenden Zucht in diese Hühnerrasse eingeflossen. Da in Rhode Island gezüchtet wurde, heißen diese Legehühner, die zugleich schmackhaftes Fleisch erzeugen, Rhodeländer.

Selbst wenn diese Hühnerrasse ab 1860 gezielt auf die Legeleistung erzüchtet wurde, dauerte es doch bis 1904, bis die „Reds“ mit Einfachkamm und bis 1905, bis die „Reds“ mit Rosenkamm im amerikanischen Standard aufgenommen wurden. Es gab zuerst auch nur den roten Farbschlag, da einstige Züchter nur auf Leistung setzten. Sie glaubten, dass die roten am besten legen und arbeiteten nur noch mit diesem Farbschlag. Es entstanden später auch weiße Rhodeländer, die in den USA jedoch als eigene Rasse gelten und nur in wenigen anderen Ländern überhaupt anerkannt werden.

Neben der sehr guten Legeleistung und dem zugleich schönen Erscheinungsbild sind Rhodeländer sehr friedlich, leicht zu zähmen, sehr robust und anpassungsfähig. Auch deswegen konnte diese Hühnerrasse sich schnell durchsetzen.

Heutige Bedeutung der Rhodeländer

In der heutigen Zeit der Hybrid-Hühner, die aus zwei Rassen entspringen und in ihren Eigenschaften nur für eine Generation stabil bleiben, sehen die Rhodeländer „alt“ aus. Wer jedoch keine „Tourbo-Hybriden“ sondern robuste, zutrauliche und fleißige Legehühner wünscht, die sich auch als Tafelhuhn eignen, der wird sich noch heute für die Rhodeländer begeistern.

Es ist geradezu ein Anfängerhuhn, bei dem nur wenig falsch gemacht werden kann. Neben den Ausstellern, Liebhabern, Selbstversorgern oder Familien sind es jedoch die Erhaltungszüchter, die sich dem Rhodeländer annehmen. Es handelt sich immerhin um eines der bekanntesten, beliebtesten und auch einflussreichsten Legehühner weltweit, welches seine Gene in viele Stammrassen zur Produktion der Hybridhühner einfließen lässt. Sehr viele der heutigen Industriehühner finden in ihren Ahnen die Rhodeländer. Genau das wird in der näheren Zukunft oder sogar für die gesamte Epoche der „Industrie-Hybriden“ so bleiben.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Das Rhodeländer war aufgrund seiner leichten Haltung und guten Leistung schon in den Anfangsjahren mehr als nur beliebt. Bereits 1907 gab es in den USA einen Rhodeländer Club, der 1200 Mitglieder zählte. Ab 1909 gründete sich auch in England ein noch heute existierender Club, der sich den Rhodeländer Hühnern widmet. Es handelte sich bei den Mitgliedern nicht um die viel größere Zahl der Halter, sondern um diejenigen, die sich wirklich ernsthaft für diese Hühnerrasse interessierten und eine Bestandszucht betreiben.

Um 1900 wurden die Rhodeländer auch in andere Länder exportiert und aufgrund ihrer damaligen Überlegenheit schnell durch die ansässigen Halter und Züchter angenommen. W. Radtke brachte die Rhodeländer 1901 nach Berlin, noch bevor diese Rasse im amerikanischen Standard aufgenommen wurde.

In der heutigen Zeit gibt es also nicht nur in den USA oder in Rhode Island fähige Züchter, die das Rhodeländer „am Leben erhalten“. Diese Erhaltungszucht ist zugleich auch notwendig, da mit den modernen Hybriden und der industrialisierten Landwirtschaft praktisch alle vormals als Wirtschaftshuhn verwendeten Hühnerrasse zu Boden gingen und ohne Erhaltungszucht aussterben werden.