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Ramelsloher
Entwicklung der Rasse Ramelsloher

Der Reeder A. D. Wichmann stammte aus Hamburg und fand in den weißen Vierländer Landhühnern gefallen. Er wollte vermutlich nur die Linie festigen und eine stabile Rasse mit besseren Eigenschaften hervorbringen. In Ramelsloh und der Umgebung wurde er fündig. Hier gab es weiße Landhühner, die seinen Erwartungen nahekamen und die er ab 1870 gezielt züchtete. Da diese Ausgangshühner bereits eine gewisse Homogenität mitbrachten, hat er die Ramelsloher bereits 1874 auf einer Hamburger Ausstellung präsentiert.

Der Hühnerzüchter Bergmann kreuzte im Jahr 1889 Andalusier mit ein, auch Cochin Hühner flossen in die Ramelsloher Linie. Das Ramelsloher Landhuhn entwickelte sich zu einem für einstige Zeiten erstklassigen Zwiehuhn, welches viel zartes Fleisch ansetze sowie viele Eier legte. Die Besonderheit der Ramelsloher liegt in dem Punkt, dass sie das ganze Jahr über legen. Im Jahr 1910 wurden Zuchtziele für die Ramelsloher im bereits 1905 gegründeten Sonderverein festgelegt, die bis heute gelten.

Die Ramelsloher wurden mit einem weißen und goldigen Farbschlag hervor gezüchtet. Beide Farbschläge waren zu der Zeit in der Region Nordeuropas üblich. Wann genau der gelbe Farbschlag erzüchtet wurde, lässt sich nicht mehr exakt klären. Er wurde bereits im Jahr 1878 erwähnt und somit gab es die gelben Ramelsloher vermutlich ab der Erzüchtung der weißen Ramelsloher. Dieser gelbe Farbschlag verschwand zwischenzeitlich und wurde neu erzüchtet. Der gelbe Farbschlag wird durch die Einkreuzung gelber Cochins erreicht.

Bereits die ursprünglichen gelben Ramelsloher hatten als Hühnerrasse nicht die Qualität der weißen Ramelsloher Hühner. Diese waren in ihren Eigenschaften bereits damals stabiler und brachten die bessere Leistung. Auch heute gibt es zwischen den beiden Ramelsloher Farbschlägen entscheidende Unterschiede.

Heutige Bedeutung der Ramelsloher

In der heutigen Zeit gibt es einmal die Wirtschaftshühner, die nur Masse bringen müssen. Optische Gesichtspunkte sind in dieser Massentierhaltung fast egal. Dann gibt es die Liebhaber- und Selbstversorgerhühner, zu denen das Ramelsloher gehören würde. Aber nur wenige Züchter bemühen sich um den Erhalt der Ramelsloher, da diese einfach „langweilig“ wirken. Sie sind schlicht weiß mit rotem Kam, schwarzen Augen und blauen Füßen. Rein optisch können sie viele Halter damit nicht überzeugen.

In der dennoch stattfindenden Erhaltungszucht geht es natürlich auch um die Erhaltung der Gene, um mit diesen künftige Hühnerrassen erzüchten zu können.

Abgesehen vom Erhalt dieser alten Landhuhnrasse haben die weißen Ramelsloher dennoch eine weitere Bedeutung, die bemerkenswert ist: Wer bereits die Küken zähmt und sich immer gut um seine Ramelsloher kümmert, der hat schon bald Schmusehühner. Dass Hühner auf dem Schoß der Halter hüpfen und sich kraulen lassen, das ist für Hühnerartige alles andere als normal.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rasseerhalt

Die Blüte der Ramelsloher waren die Jahre zwischen 1900 und 1920, dann kamen andere Hühnerrassen hoch. Spätestens seit dem dritten Reich geht es mit den Ramelslohern bergab, da die Nazis nur bestimmte Hühnerrassen für die landwirtschaftliche Nutzung vorsahen. Die Ramelsloher gehörten nicht dazu. Nach dem Krieg gab es nur noch wenige Züchter und die Ramelsloher wären fast ausgestorben. Alfred Schweitzer hat sich ab den 60er Jahren der Zucht und ab 1985 den Vorsitz vom bereits 1905 gegründeten Sonderverein zum Erhalt der Ramelsloher Hühner angenommen. Er hat sogar den gelben Farbschlag aus den weißen Ramelslohern und weiteren Hühnerrassen neu erzüchtet.

Der Verein zählte in den 70er Jahren nur noch sieben Züchter, inzwischen sind es wieder einige mehr, die das Ramelsloher im weißen oder gelben Farbschlag erhalten. Dennoch gibt die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. für Ramelsloher die Kategorie II in der eigenen roten Liste. Damit ist diese alte Nutztierrasse stark gefährdet. Vorab befanden sich die Ramelsloher bereits in Kategorie I für extrem gefährdete Nutztierrassen.

Aus einer Bestandsabfrage ermittelt dieser Verein für alte Haustierrassen für das Jahr 2013 83 Hähne und 306 Hennen. Hierbei handelt es sich nur um die Zuchttiere, es gibt auch weitere Ramelsloher. Ohne die professionelle Erhaltungszucht mit dem Tausch von Bruteiern und Hähnen würden die Ramelsloher mit so wenigen Exemplaren jedoch wirklich bald durch Inzucht Schaden nehmen oder ganz aussterben. Das wäre zwischen 1975 und 1985 fast passiert. Dass es die Ramelsloher heute noch gibt oder die gelben Ramelsloher wiedergibt, ist vor allem Alfred Schweitzer zu verdanken.

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