Hühnerrasse: Deutsche Lachshühner

Deutsches Lachshuhn
Entwicklung der Rasse Deutsches Lachshuhn

Die Hühnerrasse Deutsches Lachshuhn ist ein Zweig der französischen Masthuhnrasse Faverolles, die neben vorzüglichem Fleisch zugleich viele Eier legt und damit bereits als Zwiehuhn bezeichnet werden kann. Erstmalig wurde die Hühnerrasse „Faverolles“ 1866 erwähnt. Für dessen Erzüchtung wurde das einheimische Houdan, das silberhalsige Dorking und weiß-schwarzcolubmia sowie dunkle Brahmas gewählt. Letztere spielten als dunkler Farbschlag nur eine Nebenrolle in der Erzüchtung.

Das Houdan Huhn bringt neben seinem Bart und den fünf Zehen einen guten Fleischansatz und hohe Legeleistung mit ein. Brahma Hühner wurden aus schweren asiatischen Rassen gezüchtet, womit diese einflossen. Auf sie geht die Außenzehenbefiederung zurück. Dass alle Linien der Faverolles anstelle der für Hühner typischen vier ganze fünf Zehen ausprägen, geht auch auf die Dorkings zurück. Diese Erbanlage ist dominant. Sie brachten auch den einfachen Stehkamm und die Farbe mit ein. Dorking Hühner gehen bis auf die Römerzeit zurück.

Diese schweren Hühnerrassen wurden nach „Lust und Laune“ in die bereits vorhandenen rasselosen Bauernhühner eingekreuzt. Den Franzosen ging es ausschließlich um die Leistung als Schlachthühner. Damit ergab sich noch kein einheitliches Bild sowie die Faverolles noch nicht ihre heutige Wirkung entfalten konnten.

Erstmalige Zucht nach optischen Kriterien

1886 wurden die Faverolles nach England gebracht, womit erstmalig mit der Erzüchtung eines Faverolles-Ausstellungshuhns begonnen wurde. Zu dieser Zeit wurde es nach Deutschland gebracht, die Züchtung begann hier ab ca. 1890. Damit beginnt nun die Entstehung vom Deutschen Lachshuhn als einen Zweig der Faverolles. Diese Hühnerrasse soll optisch sehr gut wirken und zugleich ihre wirtschaftlichen Aspekte behalten. Der Schwerpunkt wurde hierbei nicht allein auf die Fleischproduktion, sondern auf Fleisch und Eier gelegt.

Für die optische Erscheinung wurden Dorking- und Sussexhühner für die lachsrote Farbe eingekreuzt. Diese zeichnet einige Rückenpartien der Hähne. Bei den Hennen nimmt die Lachsfarbe den gesamten oberen Körper ein, die unteren Partien sind deutlich heller.

Der ertse Sonderverein für das Lachshuhn

Im Jahr 1910 wurde ein Sonderverein gegründet, 1912 wurde für diese Hühnerrasse ein deutscher Standard erstellt. Als Anerkennung für die gelungene züchterische Arbeit wurde die deutsche Linie der Faverolles 1915 als Lachshuhn und nach dem zweiten Weltkrieg als Deutsches Lachshuhn bezeichnet. Auch wenn das „Lachshuhn“ wegen dem Federkleid nach der Farbe von Lachs-Fleisch benannt wurde, so gibt es weitere Farbschläge, die jedoch nur vereinzelt vorkommen. Es handelt sich neben lachsfarben um die Farbschläge blau-lachsfarben, weiß und weiß-schwarzcolumbia. Der Farbschlag schwarz befindet sich noch in der Anerkennungsphase. Die in Deutschland anerkannte Farbschläge werden auch in den Niederlanden anerkannt.

Die anderen Linien der Faverolles können weitere Farbschläge aufweisen, bei den französischen gibt es gesperberte Farbschläge.

Hennen der Deutschen Lachshühner werden 2,5 bis 3,25 und die Hähne 3 bis 4 Kilo schwer. Das ist in etwa auch das Gewicht der Hähne und Hühner der anderen Faverolles Linien.

Heutige Bedeutung der Deutschen Lachshühner

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen führte das Deutsche Lachshuhn über Jahre als gefährdet. Inzwischen haben sich die Bestände erholt und es steht in der „Vorwarnstufe“ nur noch unter Beobachtung. Für das Jahr 2013 wurden als Zuchttiere 353 Hähne und 1511 Hennen gezählt. Das Deutsche Lachshuhn ist in ganz Deutschland und in einigen anderen Ländern wie den Niederlanden verbreitet.

Auch das Deutsche Lachshuhn ist aufgrund der industrialisierten Massenviehhaltung, die auf Hybridhühner setzt, fast ausgestorben und wurde sozusagen noch rechtzeitig gerettet. Es handelt sich als zutrauliches und robustes Zwiehuhn um das perfekte Hof- oder Gartenhuhn für Selbstversorger und Familien. Für Züchter und Aussteller ist das Deutsche Lachshuhn als schönes Huhn ebenfalls sehr interessant.

Auch die Erbanlagen sind für die Erzüchtung neuer Hühnerrassen oder Hybriden wertvoll. Würde der Trend künftig weg von der industriellen Landwirtschaft gehen, wäre das Deutsche Lachshuhn als wirtschaftliches Zwiehuhn wieder interessant. Bis dahin bleibt es ein Liebhaberhuhn für Selbstversorger, Halter und Züchter.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Bereits 1910 wurde in der Entstehungsphase vom Deutschen Lachshuhn ein Sonderverein gegründet, der sich dieser entstehenden Hühnerrasse widmete. Dennoch war das Deutsche Lachshuhn zwischenzeitlich sehr selten.

Erst im Jahr 2000 wurde ein Zuchtring zum Erhalt Deutscher Lachshühner gegründet. Züchter aus ganz Deutschland beteiligen sich, um mit dem Austausch von Zuchttieren und Bruteiern die Gene jung zu halten und die Vielfalt dieser Hühnerrasse zu erhalten. Damit stiegen die Bestände von 1996 bis 2008 stetig an, womit das Deutsche Lachshuhn nicht mehr durch die GEH als gefährdet eingestuft werden muss.

In anderen Ländern wird den Deutschen Lachshühnern keine oder weniger Beachtung geschenkt.