Hühnerrasse Holländer

Holländische Zwerghühner
Entwicklung der Rasse Holländischen Zwerghühner

Holländische Zwerghühner sind seit 1882 als Rasse in Schriftform bekannt, wobei es erste Abbildungen aus dem Jahr 1856 gibt. Noch ältere niederländische und sehr nah verwandte Zwerghuhnrassen sind die Drentse Zwerghühner und die Friesian Zwerghühner. Das belegen zumindest DNA Analysen. Es wird angenommen, dass es die Holländischen Zwerghühner schon ab Mitte des 18ten Jahrhunderts gab. Weitere Vermutungen von Wandelt legen nahe, dass Altenglische Zwerg-Kämpfer und Chabos zu den Ahnen gehören, jedoch nicht die einzigen Ahnen sind. Es gibt auch die Annahme, dass es vor Jahrhunderten rebhuhnfarbige Zwerghühner auf den niederländischen Höfen gab, die somit Vorläufer vom Holländischen Zwerghuhn sind.

Das Ausarbeiten der Rassestandards mit einer gezielten Zucht in Vereinen und Clubs geht in Europa und auch den USA eher ab 1850 los, da mit dem Seehandel viele Hühner rund um den Globus transportiert wurden. Die Hühnerhaltung hat bei den einfachen Leuten die Tafel bereichert und bei den feinen Herrschaften mit ihren großen Gartenanlagen wurde die Zucht zum Hobby. Das Holländische Zwerghuhn fand genau zu diesem Zeitpunkt (1856 durch einen Maler und 1882 durch einen Zoodirektor aus Den Haag) mit der ersten Aufzeichnung Beachtung. Trotz dieser Belege ist man sich unter Kennern uneinig, ob es diese Hühnerrasse vor 1900 schon als richtige Rasse gab.

Von Anfang an scheint es den Züchtern um das schöne Zwerghuhn zu gehen, womit sie inzwischen über 20 Farbschläge erzüchtet haben, von denen rund 20 (2017 sind es 19) in Deutschland anerkannt sind.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Diese Zwerghühner lebten schon lange vereinzelt auf holländischen Höfen, dann wurden sie um 1900 sehr zahlreich. Zuerst scheinen sich nur die Holländer für diese puppenhaft wirkende niedliche Zwergrasse interessiert zu haben. In anderen Ländern wie England und Deutschland wurden sie erst nach der Einführung der Hybridrassen als schönes Zierhuhn erkannt, als kaum einer noch Hühner aus wirtschaftlichen Gründen im Garten hielt.

In den Niederlanden gibt es ab 1900 gezielte Zuchtbemühungen zum Rasseerhalt. In Deutschland wurden diese Zwerghühner 1963 anerkannt und werden seitdem gezielt erhalten. Der „SV der Holländischen Zwerghühner und seltenen Zwerghuhnrassen“ setzt auf diese Urzwerge einen Schwerpunkt.

Nach England gelangten erste Holländische Zwerghühner ab ca. 1960. Es gründete sich der Club der Holländischen Zwerghühner 1982, exakt 100 Jahre nach der ersten schriftlichen Nennung dieser Hühnerrasse. Der „Schweizer Klub der Holländischen Zwerghuhn Züchter“ gründete sich ebenfalls 1982. Auch in anderen Ländern gibt es Clubs oder Vereine, die ihre Rassestandards haben, um die Holländischen Zwerghühner auf Linie zu halten.

Die „Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland“ zählt von 2008 bis 2016 stabile Bestände von rund 3300 Hennen und knapp 1000 Hähnen als Zuchttiere. 2016 waren es 544 Züchter. Das könnte sich einen stabilen Bestand nennen lassen, wenn sich diese Zahlen nicht auf 19 Farbschläge verteilen würden. Bei einigen dieser Farbschlägen reichen die deutschen Zuchttiere leider nicht, damit die Gene über die Generationen jung bleiben. Bei fünf Farbschlägen gibt es 2016 weniger als zehn Zuchthähne und weitere neun Farbschläge liegen unter 50 Zuchthähnen, was als Minimum für den gesunden Zuchttiertausch gelten sollte. Das schafften nur fünf Farbschläge vom Holländischen Zwerghuhn.