Entwicklung der Rasse Hamburger

Hamburger
Entwicklung der Rasse Hamburger

Die Erzüchtung der Hamburger erfolgte vermutlich in England. Auch die Niederländer oder Deutschen wollen die Ursprungsländer der Hamburger Hühner sein. Selbst wenn das so wäre, so wurden diese Hühner doch vor allem in Nordengland gefestigt und richtig heraus gezüchtet. Vermutlich stammen die einfarbigen Hamburger aus England und die gesprenkelten aus den Niederlanden.

Die Sprenkelhühner und gelackten Hamburger gehen auf verschiedene Ahnen zurück, sowie im Laufe von Jahrhunderten ganz unterschiedliche Hühnerrassen eingekreuzt wurden. Es flossen Spanierhühner, Mondhühner, Uhr-Paduaner und Fasanenhühner ein und haben entscheidende Einflüsse auf die Rasse und ihre Farbschläge gehabt. Es wird sogar gemutmaßt, dass die Hamburger in England mit fasanenartigen Wildvögeln gekreuzt wurden.

Die Hamburger Sprenkelhühner kamen erst zu Beginn des 19ten Jahrhunderts nach England, sie gehen besonders auf das Friesenhuhn oder das geflockte niederländische Assendelfter zurück. Auch verschiedene norddeutsche Sprenkelhühner wie die Ostfriesischen Möwen oder Totleger gelangten als „Alltagsleger“ nach England und flossen in die Hamburger ein. In den schwarzen Farbschlag flossen Minorka ein, womit die schwarzen Hamburger ihre Größe und das Eigewicht erhielten.

Heutige Bedeutung der Hamburger Hühner

Aus dem einstigen Wirtschaftshuhn ist ein gefragtes Ausstellungshuhn geworden. Hamburger Hühner eignen sich nur für erfahrene Hühnerhalter und kommen für die meisten Selbstversorger und Hobbyhalter nicht in Betracht. Wegen ihrer Schönheit sind sie jedoch bei Ausstellern gefragt. Einigen Züchtern wird es jedoch vordergründig um die Erhaltung dieser alten Hühnerrasse im Landhuhnschlag gehen.

Einst ging es neben der Erscheinung hauptsächlich um die vielen Eier. Hamburger sind legefreudig, haben nicht viel Körpergewicht, das genährt werden muss und suchen sich im Freilauf das meiste Futter selber. Bei heutigen Hybrid-Legehühnern kommen sie jedoch nicht mehr mit.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Hamburger werden vor allem in Britannien, den Niederlanden und Deutschland gehalten sowie professionell gezüchtet. Für Deutschland nehmen die Bestandszahlen laut der „Zentralen Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland“ seit wenigstens dem Jahr 2000 mit Ausnahme von 2009 ab. Waren es im Jahr 2000 noch 2363 Hennen und 503 Hähne, die als Zuchttiere gezählt wurden, so waren es 2016 nur noch 1183 Hennen und 228 Hähne. Damit werden die Hamburger als gefährdet eingestuft. Die blaugesäumten kommen nicht einmal auf 20 Zuchttiere, die weißen und goldlack Hamburger liegen unter 100 Zuchttieren. Nur die silberlack Hamburger kommen über 200 Zuchttiere, es werden glatt 686 Hennen und 131 Hähne gezählt.

Im Sonderverein der Züchter des Hamburger Huhnes arbeiten Züchter gemeinsam an der Erhaltung der Hamburger Hühner. In den Niederlanden und in England wird es ähnliche Bemühungen zum Erhalt dieser alten Landhuhnrasse geben, die hauptsächlich in Nordengland gefestigt wurde.