Federfüßige Zwerghühner
Entwicklung der Rasse Federfüßige Zwerghühner

Es waren Engländer, die sich um 1870 den Zwerghühnern mit Federfüßen annahmen, um sie als Rasse zu festigen. Es kann belegt werden, dass sie 1883 in London ausgestellt und zu stattlichen Preisen gehandelt wurden. Von England kamen die „Booted Bantam“, die zu Deutsch „Federfüßige Zwerghühner“ oder in Belgien „Ukkelse baardkrielen“ heißen, zurück zum Kontinent und lösten als Rassetiere die rasselosen Zwerghühner mit Federfüßen ab. Die Federfüßigen Zwerghühner gelten als Urzwerge, da sie nicht die Verzwergung einer Großrasse sind und keine Großrassen einflossen.

Ab 1883 wurden diese Federfüßigen Zwerghühner bereits auf der Internationalen Hühnerschau in Leipzig oder auf anderen Veranstaltungen präsentiert. Bereits seit Mitte des 19ten Jahrhunderts sind die gefestigten Federfüßigen Zwerghühner in Deutschland als „Mille fleurs“ bekannt, zu Deutsch „tausend Blumen“. Diese Namensgebung deutet darauf hin, dass die Federfüßigen Zwerghühner ihren Weg über Frankreich nach Deutschland fanden.

Mit dem ersten Weltkrieg brach die Zucht der Federfüßigen Zwerghühner zumindest im Deutschen Raum stark ein. Erst nach dem zweiten Weltkrieg nahmen sich wieder vermehrt Züchter dieser Zwergrasse an, wodurch es inzwischen über 20 Farbschläge gibt. Es handelt sich erneut um eines der beliebtesten Zwerghühner in Deutschland und Europa.

Die Federfüßigen Zwerghühner sind mit den Zwerg-Burmas oder Chabos verwandt. Sie haben jedoch nicht die für asiatische Hühner typischen gelben Läufe. Aufgrund der Einkreuzungen in Europa sind ihre Läufe blau.

Heutige Bedeutung der Federfüßigen Zwerghühner

Heute, genau wie während seiner geschichtlichen Entwicklung, hat das Federfüßige Zwerghuhn keine wirtschaftliche Bedeutung. Es bringt weder als Tafelhuhn noch bei den Eiern die gefragte Masse. Es handelte sich schon immer um das schöne Zierhuhn, welches über den Hof lief und auch in vielen Villengärten gerne gesehen war. Es ist robust und einfach zu halten, wenn auf den sauberen sowie trockenen Boden im Hühnerstall und Freilauf geachtet wird. Die Federfüße neigen immerhin zur Verschmutzung und sollen deswegen regelmäßig geprüft und gegebenenfalls gesäubert werden.

Federfüßige Zwerghühner sind neugierig sowie friedlich. Sie scheinen nicht nur einen Bezug zum Halter aufzubauen, sondern dessen Nähe zu suchen. Damit eignen sich diese Federfüßigen Zwerghühner für Hobbyhalter und Familien genau wie für Züchter und Aussteller. Alle genannten Gruppen werden sich darüber freuen, dass es 26 Farbschläge dieser Urzwerge gibt, die alle mit und ohne Bart anerkannt werden. Nur die Selbstversorger oder auch die fauleren Hühnerhalter werden andere Rassen bevorzugen. Selbstversorger werden mit den wirtschaftlichen Eigenschaften der Federfüßigen Zwerghühner nicht zufrieden sein sowie faule Hühnerhalter die notwendige Hygiene schleifen lassen und damit nicht lange Freude an diesen belatschten, aber ansonsten einfach zu haltenden Zierhühnern haben.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

Das Federfüßige Zwerghuhn wurde in England gefestigt und damit zur Rasse gemacht. In den Niederlanden, Belgien, Deutschland und anderen europäischen Ländern wird es gerne gehalten und ist relativ häufig. Es handelt sich nicht allein um einen der ältesten Urzwerge, es ist der einzige, der bereits sehr früh in Europa vorkam, der noch heute zu den beliebtesten Zwerghühnern überhaupt gehört.

Deswegen gibt es auch einen Deutschen Sonderverein, der sich diesen Zierhühnern annimmt. Es ist der „SV der Züchter der Federfüßigen Zwerghühner“, in dem sich Züchter vernetzen und Zuchttiere oder Bruteier tauschen. Auch in anderen Ländern gibt es Vereine oder Clubs, in denen sich Züchter der Federfüßigen Zwerghühner vernetzen.

Trotz der Arbeit des deutschen Sondervereins sind die Bestände laut der „Zentralen Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland“ rückläufig und haben sich von 2000 bis 2016 auf 5568 Hennen und 1518 Hähnen als gezählte Zuchttiere fast halbiert. Bei den Bärtigen ist es hingegen umgekehrt, hier wurden für 2016 als Zuchttiere 599 Hennen und 181 Hähne gezählt. Diese Tiere verteilen sich auf 26 beziehungsweise 18 Farbschläge. Einige, beziehungsweise fast alle dieser Farbschläge kommen nicht auf 100 Zuchttiere.