Haltung der Chabo Hühner

Chabo
Haltung der Chabos

Chabos werden sehr schnell sehr zutraulich. Es handelt sich um friedliche Hühner, die handzahm und streichelzahm werden. Nur die Hähne können während der Brutzeit aggressiv werden. Dennoch sind Chabos für kleine Gärten, die besonderen Ansprüche oder für Kinder perfekte Zwerghühner, wenn auf die Hygiene geachtet wird. Diese Urzwerge können sehr alt werden. Die Hähne krähen nicht sehr laut, womit sie auch die Nachbarn nicht zu sehr stören werden.

Können Chabos fliegen?

Für die Linien, bei denen die Federn das Fliegen nicht zulassen, braucht es keinen hohen Zaun.

  • Chabos mit glattem Federkleid brauchen am besten direkt eine Voliere mit Dach, da sie sogar sehr gut fliegen können.
  • Auch für die Linien mit gelocktem oder seidigem Gefieder wäre ein Dach gut, da sie gegen Regennässe noch empfindlicher sind.

Chabos berühren aufgrund der kurzen Beine beim Laufen schon fast mit der Brust den Boden, mit den Flügelenden tun sie dieses in jedem Fall. Bei Nässe wird sich das Brustgefieder deswegen schnell vollsaugen, was den Tieren auf Dauer nicht guttut und zum verschmutzten Gefieder führt. Die Tiere brauchen deswegen immer einen erreichbaren Unterstand und werden vielfach in überdachten Volieren gehalten. Zugleich soll ihr Auslauf Schutz vor Angreifern bieten, da sie mit den kurzen Beinen langsamer und zugleich watschelnd laufen. Sie laufen jedoch nicht weit vom Stall weg und scharren sehr wenig, womit der Garten kaum leidet. Sie suchen zwar fleisig nach Futter, brauchen jedoch ihre Zufütterung.

Im gut isolierten Hühnerstall sollen die Sitzstangen niedrig angebracht werden. Stufen sind zu vermeiden, die Tiere sollen z.B. für die Hühnerklappe in das Freie Rampen haben. Auch wenn es sich um kleine Hühner handelt, die sich nicht sehr viel bewegen und nicht sehr viel Platz brauchen, sollen sie nicht zu dicht aufeinander hocken.

Weiterhin sollen auch die Wasser- und Futterstellen für diese Tiere erreichbar sein. Für die bärtigen Varianten sollen die Futter- und Wasserstellen den Ansprüchen von Barthühnern genügen. Wegen der großen Kämme oder Kehllappen sollen Chabos bei Frost im isolierten und dichten Stall bleiben oder diese empfindlichen Körperstellen sollen mit säurefreier Vaseline eingerieben werden. Weiterhin sollen notwendige Impfungen bei einem Geflügel-Tierarzt erfolgen sowie möglicherweise auch mal eine Wurmkur notwendig wird. Das ist jedoch ähnlich, wie bei anderen Hühnerrassen.

Brut und Küken

Die Hennen kommen schnell in Brutstimmung, sind dann auch erfolgreich und kümmern sich gut um die Küken. Die Glucke kann mit ihren Küken sogar bei den anderen Chabos bleiben, da sie untereinander sehr friedlich sind. Das gilt auch für Hähne untereinander, wenn sie genug Platz und Hennen haben.

Diese Rasse ist spalterbig. Wenn zwei Hühner mit kurzen Beinen sich paaren, dann kommen als Ergebnis 50% mit kurzen, 25% mit langen und 25% tot hervor. Wenn ein kurzbeiniges und langbeiniges Chabos gekreuzt werden, sind es 50% mit kurzen und 50% mit langen Beinen. Langbeinige Chabos sind für die Zucht damit durchaus wertvoll, für den Aussteller jedoch wertlos, da sie in den Rassestandards nicht anerkannt werden und ihre Wirkung verlieren.

Der Züchter hat es ohnehin nicht ganz leicht, schöne Chabos für die Ausstellungen hervor zu bringen, da diese Rasse es in sich hat. Solange man jedoch auf die Hygiene achtet und für den Unterstand bei Nässe sorgt, sind diese Vögel leicht zu halten. Aber ohne die Mindestpflege in einem angemessenen Lebensraum können Chabos nicht gehalten werden.

Eier der Rasse Chabos

Chabos Hennen legen nur bis zu 80 Eier im Jahr, die ca. 28 Gramm wiegen und cremeweiß bis beige sind. Dieses ist zugleich das Mindestgewicht für Bruteier. Die Küken schlüpfen bereits nach 20 Tagen. Aufgrund von den kurzen Beinen der Chabos kann es bei der Befruchtung der Eier zu Problemen kommen, wegen denen der Bruterfolg deutlich gemindert ausfallen kann.

Sonstige Infos

  • Der Holländer Jan Steens bildete bereits auf einem Gemälde aus dem Jahr 1660 Hühner ab, die den Chabos sehr ähneln und möglicherweise auch deren damaligen Form entsprachen.
  • Okina Chabos sind die jüngste, erst zwischen 1923 bis 1935 in Japan erzüchtete Linie der Chabos. Sie bilden Bärte und sind etwas leichter. Okina Chabos wurden in Deutschland erstmals 1990 gezüchtet und 1996 anerkannt. „Okina“ bedeutet im japanischem „alter Mann mit weißem Bart“. Diese als eigene Rasse geltenden Okina Chabos kommen in Japan nur mit wenigen Stämmen auf der Insel Koshi vor.
  • Chabos werden wegen ihrem Watschelgang teils als die „Clowns unter den Hühnern“ betitelt.