Brahma
Entwicklung der Rasse Brahma

Bereits 1846 wurden die Vorläufer der Brahma Hühner nach Nordamerika importiert und hier als Rasse stabilisiert und auch ab 1850 offiziell als Rasse erfasst. Die Zuchtziele lagen beim Fleischansatz, sowie auch die Eier und Federn gerne mit genommen wurden. Zugleich muss das Brahma Huhn robust sein, da Hühner einst im Freilauf gehalten wurden. Je nach Region kann das Wetter in Nordamerika sehr unterschiedlich sein.

Weiterhin legen die leicht zu zähmenden Brahma Hennen rund 140 Eier im ersten, rund 100 Eier im zweiten Jahr. Damit kann von einem Zwiehuhn mit Schwerpunkt auf das Tafelhuhn gesprochen werden.

Ab 1852 erreichten erste Zuchtstämme der Brahma Hühner die alte Welt. Es ist ein früher Kükentransport bekannt. 1852 wurden der englischen Königen Victoria vom Hühnerzüchter Mr. Burnham zwei Hähne und sieben Hennen der Brahma Hühner übergeben, die begeistert von diesen Tieren war. Diese wurden am Hof bewundert sowie Zeitungen berichteten. Konsul Geisse führte die Brahma Hühner ebenfalls 1852 nach Nürnberg ein. Sein Vater schickte ihm diese aus Philadelphia. Als erstes gelangten weiß-schwarzcolumbia und silberfarbige gebänderte Brahmas nach Deutschland. Das Interesse namhafter Persönlichkeiten an den Brahmas förderte das allgemeine Interesse an deren Zucht. Unter den Hühnern waren Brahmas für eine ganze Zeit die Modehühner in weiten Teilen Europas. Noch heute sind Brahmas die größten Hühner im europäischen Rassestandard.

Heutige Bedeutung der Brahma Hühner

Derzeit haben Brahma Hühner für die Produktion von Eiern, Fleisch oder Federn keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung. Das liegt nicht allein daran, dass sie langsam heran wachsen und dadurch letztendlich deutlich mehr Futter für das Fleisch benötigen. Es liegt daran, dass sie genau wie alle anderen Hühnerrassen nicht an die Leistung der modernen Hybridhühner heran kommen.

Damit sind Brahma Hühner als Liebhaberei für Halter, Züchter und Aussteller zu betrachten. Sie können auch dem Selbstversorger einige Eier und einen guten Hühnerbraten liefern. Da die Hennen schnell brütig werden und die Küken gut führen, wäre nicht einmal der Brutkasten für die Kunstbrut notwendig.

Die Brahma Hühner verschwanden zumindest in Deutschland während der Weltkriege weitgehend, da sie als langsam wachsende Riesenhühner viel Futter verschlingen. Derzeit werden sie wieder entdeckt.

Einst wurden Brahma gerne zur Erzüchtung neuer Hühnerrassen oder neuer Farbschläge bestehender Großrassen verwendet. Auch dafür wären Brahma Hühner heute noch interessant.

Zuchtbemühungen und Maßnahmen zum Rassenerhalt

In Deutschland werden Brahma Hühner in den Rassestandards vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter mit derzeit neun Farbschlägen aufgenommen. Bereits 1912 hat sich ein Sonderverein gegründet, der heute den Namen „Sonderverein der Züchter des Cochin-, Brahma- und Zwerg-Brahma-Huhnes e.V.“ trägt. In diesem Verein bemühen sich die Züchter, die Brahma Hühner anhand der Rassestandards weiter zu züchten und ihre Eigenschaften zu verbessern.

Brahma Hühner sind wirtschaftlich nicht mehr bedeutend, womit vielfach auf schöne Showhühner gezüchtet wird. Die Legeleistung hat dadurch im Schnitt etwas nachgelassen.

Auch in anderen Ländern gibt es Brahma Züchter, die eine Erhaltungszucht betreiben und Bruteier oder Zuchttiere tauschen. Da die Brahma Hühner ein typisch amerikanisches Huhn waren und sind, gibt es sie hier häufiger, als in anderen Regionen der Welt.