Bergische Kräher
Die Ursprünge der Bergischen Kräher

Der Bergische Kräher ist die älteste noch existierende deutsche Hühnerrasse überhaupt. Mit dem Alter der Rasse liegt vieles bereits im Dunklen, weswegen es auch mehrere Herkunftsgeschichten für diese Langkräher gibt.

Immerhin kommen „Langkräher“ nur in Asien und dem Vorderen Orient vor. Das würde dem entgegen sprechen, dass spanische Mönche diese Hühnerrasse oder deren Vorläufer nach Deutschland einführten. Aufgrund der molekulargenetischen Untersuchung ist belegt, dass sie mit Bosnischen Krähern und Kosovo Krähern verwandt sind. Diese könnten wiederum auf Hühner zurück gehen, die aus dem Vorderen Orient stammen. Demnach besagt eine zweite Theorie, dass die Bergischen Kräher oder deren Vorläufer bereits vor 800 Jahren aus dem Balkan in das bergische Land von Nordrheinwestfalen kamen und im Raum um Düsseldorf ihre Heimat fanden.

Es gibt sogar eine interessante Sage, die auf die Kreuzzüge von König Barbarossa zurückgeht. Der Graf von Berg stellte seine Knappen unter Waffen und folgte dem König in den Krieg. Als dieser verunglückte, konnte kein Nachfolger bestimmt werden und das Heer löste sich auf, um zur Heimat zurück zu kehren. Die kleine Truppe um Grafen von Berg war schon drei Tage im Wald verschollen. Es war vermutlich in einer Region im Balkan. Man war so verzweifelt, dass Gott um Hilfe gebeten wurde. Schon erklang der Hahnenschrei, dem man folgte und gelangte zu einem Köhler. Diesem wurden seine Hühner abgekauft, um nun die Heimreise anzutreten.

Das Kloster der Zisterziensermönche lag in unmittelbarer Nähe zum Schloss von Graf von Berg in Dünn-Thal nahe Düsseldorf, in dem der Fürst lebte und auch bestattet wurde. In diesem Kloster wurden die Bergischen Kräher erhalten und auch im ganzen bergischen Land verbreitet. Ab dem 15ten Jahrhundert sind Krähwettbewerbe bekannt. Bereits der Graf von Berg soll zu Lebzeiten im 12ten oder 13ten Jahrhundert solche Krähwettbewerbe abgehalten haben, wenn denn diese Entstehungstheorie stimmt. Der Halter mit dem lautesten Hahn, der am längsten und am schönsten krähte, erhielt einen beachtlichen Preis. Es konnte glatt eine Kuh, eine hohe Geldprämie oder ein ganzer Bauernhof sein. Der Hahnenschrei galt einst als Beschützer von Haus und Hof. Heute gibt es diese Wettbewerbe wieder, die Preise sind jedoch überschaubarer.