Küchenabfälle als Nahrungsergänzung

Futterarten
Ergänzungsfutter: Weichfutter, Küchenreste und Vitalstoffe

Was genau Ergänzungsfutter ist, hängt sowohl mit den Haltungsbedingungen, dem Basisfutter und der Herdengröße als auch mit dem eigenen Verhalten und gesetzten Schwerpunkten der Hühnerhaltung zusammen. Ergänzend zum Basisfutter kann allerhand als Leckerli gereicht werden, manche Halter, die freilaufende Hühner besitzen, ergänzen aber auch „nur“, was die Hühner im Freilauf nicht von sich aus finden: Kalk, Körner und Feuchtfutter durch Küchenreste (die ohnehin anfallen und optimal genutzt werden sollen).

Werden die Hühner im Auslauf gehalten und bekommen eine Alleinfuttermischung, werden Raufutter (Grünfutter) und Ballastsoffe als Ergänzung gereicht, ebenso, wenn Hühner in reiner Stallhaltung leben.

Körnerfutter als Ergänzung

Werden die Hühner durch eine vorgefertigte Legemehlmischung oder Pellets als Alleinfutter haupternährt, fallen Körnergaben zur Befriedigung des Pick- und Scharrtriebes unter den Begriff des Ergänzungsfutters. Die Körnermischung, versetzt mit Muschelgrit, dient dann der ergänzenden Ernährung, da das Alleinfutter zwar vom Nährstoffgehalt her alles Lebensnotwendige abdeckt, was das Huhn braucht, es ist jedoch in der Regel kein „naturgemäßes“ Futter, da der eine oder andere Hühnerwunsch dabei offen bleibt.

Vor allem bei Rassen mit erwünscht straffem Federkleid sollte diese vorwiegen auf Trockenmasse beruhende Ernährung zum Einsatz kommen – angereichert durch Ölsaaten (Verweis auf Zusatzfutter) kann so ein eng anliegendes, glänzendes Federkleid erzielt werden.

Weichfutter und Küchenreste als Ergänzung

Zur Basisversorgung durch Körner und Freilauf sollte bei naturnah gehaltenen Tieren ergänzend gefüttert werden, was Ihnen im Freilauf zu wenig oder gar nicht zur Verfügung steht. Im Winter ist dies eine erhöhte eiweißzufihr durch vorgekeimte Sprossen oder Getreide, im sommer und Herbst finden die Hühner in der Regel, was sie zusätzlich benötigen im Freilauf.

Gerade in der heißen Jahreszeit freuen sich Hühner aber über viel Feucht- und Weichfutter, das sich durch eine mit wasser auf Schnabelgröße pürierte verarbeitung von Küchenresten gewinnen und mit Körnermehl strecken lässt. Auch können gehackte Kräuter, Foniopaddy, Bierhefe und Kalk in das feuchtfiutter eingearbeitet werden.

Wichtig bei der Verarbeitung von Küchenresten

Stützt man einen Teil der Ernährung auf die Verarbeitung von Pausenbroten, Küchenresten oder Gemüseabfällen, ist grundsätzlich zu beachten, dass diese

  • sauber
  • nicht verschimmelt
  • nicht salzig (im Zweifelsfall einmal gut im Sieb ausspülen, vor allem, wenn Soße dabei ist)
  • nicht zu fettig
  • zuckerfrei (hierzu zählt auch: möglichst laktosefrei = nur angesäuerte Milchprodukte!)
  • möglichst ungewürzt (keinesfalls scharf)

sein dürfen/müssen.

Da im Brot bereits Salze enthalten sind, sollte darauf geachtet werden, jede weitere Salzzufuhr genau zu beobachten. In Halterkreisen gibt es grundsätzlich zu diesem Thema kontroverse Ansichten: manch einer verteufelt jede Zusatzfütterung, andere halten ihre Hühner nur, um Küchenabfälle verwertbar zu machen.

Außerdem muss die Eiweißzufuhr gewährleistet sein. Dies kann durch den Verbrauch übermäßiger Eier, Quark oder eiweißreiche Pflanzen erreicht werden.

Vitaminpräparate als Ergänzung

Wer sich beim Freilauf auf den Instinkt der Hühner verlässt und ansonsten nur Körner füttert, wird sich spätestens im Winter fragen, ob eine zusätzliche Vitamingabe über das Trinkwasser oder das Futter sinnvoll ist. Grundsätzlich kann die Frage mit „ja“ beantwortet werden, da es sich bei den Vitaminen um Substanzen handelt, die der Körper nicht, oder nur unter Vorhandensein entsprechender Vorprodukte, herstellen kann. Vor allem, wenn das Nahrungsangebot eingeschränkt ist oder das Huhn in besonders zehrenden Situationen wie der Mauser, frühem Legen oder der Brut ist, benötigt es gegebenenfalls zusätzliche Vitamine.

Bierhefe: Powerpack fürs Huhn

Besonders sinnvoll ist als Zusatzfutter in diesem Zusammenhang die Bierhefe, die sich sowohl im Landhandel als auch in kleineren Mengen (und nicht ganz billig) in der Drogerie kaufen lässt.

Bierhefe ist reich an Vitaminen und Mineralien, vor allem an Vitamin-B-Komplexen, die insbesondere bei der dem Winter geschuldeten Maisfütterung zu wenig von den Hühnern aufgenommen werden. Mais enthält diese Vitamine gar nicht.

Bierhefe hingeghen enthält diverse Mineralien, Aminosäuren, Enyzme und ist ein echtes Powerprodukt, das dabei hilft, fehlende Sonneneinstrahlung, die ebenfalls bei der körpereigenen Vitaminproduktion wichtig ist, auszugleichen.

Futterkalk und Mineralien als Ergänzung

Auch die Kalkzufuhr, beziehungsweise die Mineralstoffzufuhr kann bei Hennen ohne Legefuttermischung schnell unausgewogen werden. Vor allem im Winter, wenn es keine Kalkhaltigen INsekten und kleine Schnecken mehr gibt, kann der Kalkhaushalt aus dem Lot geraten. Auch hier gilt ein genaues Beobachten und Beachten, ob es bei der Eiablage zu Unregelmäßigkeiten wie Windeiern kommt. Sobald Hühner verstärkt dünnschalige oder poröse Eier legen, kann davon ausgegangen werden, dass im Körper etwas im Ungleichgewicht ist. Dies kann an mangelndem Kalzium liegen, krankheitsbedingt aber auch andere Ursachen haben.

Futterkalk (Kalziumcarbonat) ist ein Mineralzusatz, der vergleichsweise schnell ins Blut geht und den Hühnern dabei hilft, gravierende Mängel rasch auszugleichen. Jedoch sollte Futterkalk nie allein gereicht werden, da er aufgrund der vergleichsweise hohen Löslichkeit den Körper auch schnell wieder verlässt. Werden täglich zusätzlich Muschelschalen angeboten, kann eine ausreichende Kalziumversorgung im Hühnerkörper dadurch gesichert werden, dass das Kalzium aus den Muschelschalen deutlich länger im Magen verweilt und dadurch eine sukzessive Freisetzung des Kalziums erfolgt.

Wer die eigenen Eierschalen „rückverfüttern“ möchte, sollte diese klein mahlen, sodass die Hühner sie nicht mehr ihr eigenes Produkt erkennen und auf falsche Gedanken kommen können. Eierpicken und Eierfraß führen nciht selten als Unart dazu, dass eine Herde vom Halter dezimiert werden muss, weil die Damen sich am Gelege bedienen. (sorgt man durchgängig für Kalkzufuhr und befolgt den Zerkleinerungstipp, sollte es allerdings gar nicht erst zum Auswuchs dieses Fehlverhaltens kommen.)

Außerdem geht man als Halter auf „Nummer sicher“, wenn die Schalen entweder im Backofen erhitzt werden oder mit kochend heißem Wasser übergossen werden, ehe man sie zerkleinert. So werden potentiell vorhandene Salmonellen und andere Keime abgetötet.