Futterarten

Futterarten: Alleinfutter, Legemehl, Kükenstarter - was denn nun?

Alleinfutter: Legemehl, Zuchtstammfutter, Kükenstarter, Junghennenfutter

Nahezu für jedes (Tierhalter-)Bedürfnis hat die Futtermittelindustrie parat, was im Alltag viel Zeit beansprucht: perfekt auf das Lebensstadium der Tiere abgestimmte Futtermischungen, deren Anteile an oben genannten Grundsubstanzen in - mehr oder weniger - geheimen Mischungen präsentiert und verkauft werden. Ob dabei alles, was angepriesen wird, auch wirklich nötig ist, mag jeder Halter oder Züchter für sich selbst entscheiden. Tatsache ist: eine Fertigfuttermischung enthält in der Regel alles, was das Tier in der entsprechenden Lebensphase - Wachstum und Aufzucht, Zucht und Leistung - braucht und ist mit wenig zusätzlichem Aufwand für den Halter verbunden.

Allerdings muss man, sofern man nicht selbst zum "Futtermischer" werden möchte, darauf achten, das richtige Spezialgemisch an Alleinfutter zu kaufen... denn wenn die Tiere die Möglichkeit zur Selbstversorgung im wilden Freilauf haben, ihnen dadurch umgekehrt aber auch mehr Bewegung und Verbrennung möglich ist als im engen Stallgefüge, bietet sich möglicherweise anderes Futter an als im reinen Zuchtbetrieb für Leistungshühner.

Legemehl

So sollte beispielsweise das Legehennenmehl tatsächlich möglichst nur für Legehennen verwendet werden, vor allem, wenn es sich bei den Hühnern um einen Zuchtstamm handelt. Denn Legemehl enthält eine ausgewogene Eiweißmischung von etwa 17% - genug, um die Tiere und die Eier ausreichend damit zu versorgen, jedoch nicht zu viel, um den Raum im Ei für das Küken einzuschränken. Ist die tatsächliche "Eiweiß-Menge" im Ei zu hoch, droht die Gefahr, dass das Küken im Ei ertrinken kann. Auch ist diesem Futtertypus in der Regel Futterkalk zugemischt, der für den Calcificierungsprozess der Eischale im Uterus nötig ist. Zusätzlich sollte am Tag etwa 50 Gramm reine Körnermischung im Freilauf gegeben werden, um die kohlenhydratbasierte Grundversorgung zu gewährleisten und die Hennen zum Ausleben des Picktriebes zu animieren.

Alleinfutter für Zuchtgeflügel

Vor allem beim Zuchtgeflügel kommt es auf die ideale Zusammensetzung des Futters an: Rassemerkmale sollen erhalten werden, das Federkleid soll optimal gefärbt sein, die Hühner sollen zur Fortpflanzung und für beste Zuchtergebnisse legen, sie dürfen weder verfetten noch unterfüttert werden.

Das von unterschiedlichsten Herstellern angebotene Futter, das als Mehl oder als Pellets erhältlich ist, sollte vor allem mit der für das Geflügel richtigen Mischung aus Spurenelementen und Mineralien versehen sein: Gesunde Hühner benötigen Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium, Eisen, Schwefel, Kobalt, Kupfer, Zink und Mangan. Bei den Vitaminen ist für die Zucht vor allem das Vitamin E von Bedeutung: es sorgt für hohe Fruchtbarkeit der Zuchttiere.

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Kükenmehl - Kükenpellets: Aufzuchtfutter

Das Kükenmehl, bzw. die Kükenpellets, sind klassisches Aufzuchtfutter. Kükenfutter gibt es mit Kokzidiostatikum, einem Zusatzstoff, der die Ausbreitung von Kokzidien unterbindet, und ohne. Sind die Küken in den ersten Lebenstagen gegen Kokzidien geimpft worden, darf keinesfalls Futter, das Kokzidiostatika enthält, gegeben werden, da die Wirksamkeit gegenseitig und nachteilig beeinträchtigt wird.

Küken, die naturnah und in der Herde aufwachsen, werden sich im Laufe des Lebens nahezu unweigerlich mit Kokzidien infizieren und auch immunisieren, die Schwere eines solchen verlaufs kann durch das futter mit Kokzidiostatika abgemildert werden.

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Abgesehen von diesem möglichen Zusatzstoff ist das Kükenfutter ein sogenanntes Aufzuchtfutter, das - ähnlich der Babynahrung beim Menschen - speziall auf die Wachstumsprozesse der ersten lebenswochen hin optimiert wurde. Kükenstarter muss ab dem zweiten Lebenstag gereicht werden, da spätestens dann der eingezogene Dottersack als Nahrungsreserve aufgebraucht ist.

Dieses erste Nahrungsangebot sollte auf einem flachen Teller oder eine Blumenschale angereicht werden, da die Küken das Picken zur Nahrungsaufnahme möglichst leicht erfahren sollen. Später kann dann auf eine Futterraufe umgestellt werden, wobei darauf zu achten ist, dass jedes Küken ausreichend Platz zur Nahrungsaufnahme hat, da die schwachen Tiere sonst abgedrängt werden.

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Nicht genug Platz! Die Kleinsten aus dem Spätschlupf unten rechts müssen warten und kommen, wenn die Glucke weitergeht, zu kurz!

 

Kükenstarter wird in den ersten sechs bis acht Wochen gefüttert, ab der vierten Woche kann mit der maßvollen Untermischung von Körnern oder geschrotetem Junghennenfutter begonnen werden. Anfang der achten Woche darf das Verhältnis bereits 1:1 betragen.

Wachsen die Küken mit Glucke auf, ist dasjenige Futter empfehlenswert, das die Glucke selbst kennt: frisst sie Pellets, sollten Küken-Pellets angeboten werden, bekommen die Hühner sonst Mehl oder Körner- und Weichfutter, bietet sich dies auch zur Kükenfütterung an. Der Grund hierfür ist, dass die Glucke den Küken zeigt, was sie für "essbar" hält. Erkennt eine Glucke die Pellets nicht als Nahrung an, kann es vorkommen, dass die Küken trotz vorhandener Nahrung verhungern.

Körner, Mehl oder Pellets?

Immer wieder stellt sich Züchtern und Haltern die Frage, ob sie zu einer (angereicherten) Körnermischung, zu Futtermehl oder zu Futterpellets greifen sollen. Abgesehen vom preislichen Unterschied kann hierbei die Haltungsbedingung eine Rolle spielen:

Pellets

Pellets enthalten, ohne, dass das Huhn oder das Küken wählen kann, alle notwendigen Bestandteile des Futters. Nach dem Mahlen auf optimale Schnabel-Größe zurecht gepresst, beinhalten sie alles, was das Mehl ebenfalls enthält, können aber gleichmäßig zum Beispiel mit Arzneimitteln oder Zusatz- und Nährstoffen versetzt werden. Gerade in der Kükenaufzucht ohne Kokzidienimpfung kann das hilfreich sein, wenn so garantiert ist, dass die Küken, sofern sie die Pellets fressen - Näheres dazu unter der Rubrik Kükenfutter - , alle gleichmäßig mit Kokzidiostatika versorgt werden.

Durch Pelletfütterung wird ebenfalls vermieden, dass sich einzelne Hühner die Leckerbissen herauspicken und verfetten, während rangniedrigere Tiere um die Nährstoffzufuhr kämpfen und sich mit den Resten abgeben müssen.

Ein Nachteil der Pellettfütterung liegt in der Triebbefriedigung: die Hühner erhalten über die Pellettfütterung alle Nährstoffe, die sie brauchen, im Idealzustand - ihnen wird, wenn sie keine andere Beschäftigung haben, dadurch rasch langweilig oder sie überfressen sich.

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Futtermehl

Das Futtermehl beinhaltet im Grunde genommen die gleiche Zusammensetzung wie die pelletiertes Futter, die Futteraufnahme dauert aber länger. Dadurch entsteht weniger Langeweile und die Hühner sind länger mit dem Fressen beschäftigt - was bei freilaufenden Tieren umgekehrt wieder nachteilig sein kann, da sie beispielsweise vor der Abenddämmerung im Winter nicht genug Nahrung aufnehmen, wenn sie zur Dunkelheit in den Stall kommen.

Körnerfutter

Körner, das Urnahrungsmittel der Vögel, ist in der Leistungszucht nicht unbedingt die erste Wahl. Denn Körner sind hochkalorisch und Hühner sind... wählerisch! Sie picken sich aus der Mischung das heraus, was sie gerade bevorzugen - in der Regel den Mais. Körner als Basisfutter und in der Mischung mit Muschelgrit, etwa 100 bis 120 Gramm je Tier, zu denen ergänzend Frischfutter und Eiweiße, zum Beispiel in Form gekeimter Getreide oder Leguminosen, gereicht werden, sind in dieser Kombination dennoch das naturbelassenste Futter. Wenn sie dann auch noch aus ökologischem Landbau stammen, sind sie für freilaufende Hühner ideal, sofern es sich um eine echte Mischung mit Weizen, Mais und Gerste handelt, die durch geringe Mengen an Roggen, Hafer und Dinkel ergänzt werden kann. Auch Buchweizen, Grassaaten und Bruchteile eiweißhaltiger Hülsenfrüchte können eine solche Mischung ergänzen.