Erkrankungen

Ernsthafte Erkrankungen des Legetraktes

Entzündungen des Eierstocks, des Eileiters, Uterus und des Legedarms

Legedarmentzündungen sind altersunabhängig und können ihre Ursache in einer verschmutzten Nistumgebung haben, wenn Pilze, Viren und/oder Bakterien den Legedarm nach der Eiablage hinauf wandern und dann die Darmwände oder den Eileiter infizieren. Fremdkeime können auch durch den Tretakt in das Innere des Huhns gelangen.

Die Legedarmentzündung zeigt sich im Nachlassen der Legetätigkeit oder an verschmutzten, blutigen Eiern. Auch kann der Kloakenbereich auffällige Verkrustungen aus Kot und Blut aufweisen, die einen Hinweis auf Legeprobleme geben. Bei dem Verdacht auf eine Legedarmentzündung sollte, um dem Huhn größeres Leiden zu ersparen und eine unsachgemäße Handhabung zu vermeiden, ein Tierarzt eingeschaltet werden, der eine hygienische Pflegespülung des Legedarms mittels lauwarmem Salzwasser, eventuell mit Zusätzen wie Propolis, vornehmen kann.

Gegen Legedarmentzündungen und Entzündungen des Eileiter- und Eierstockbereiches hilft, den Nestbereich im Vorfeld möglichst sauber und hygienisch zu halten.

Legenot

Legt ein Huhn gar keine Eier mehr, kann es sein, dass sich ein "querliegendes Ei" oder ein erschlaffter oder erlahmter Eileiter dahinter verbirgt. Während des langen Prozesses der Eiproduktion kann es immer wieder zu Stockungen oder Querlagen eines Eis kommen. Dann bildet sich, vor allem gegen Ende im Uterus, wenn sich der Kalk um die Eihaut legt, unter Umständen eine Verdickung oder Unregelmäßigkeit in der Schale, die das Herausgleiten des Eies verhindert. Da die Follikel aber weiter abgestoßen und umhüllt werden, schieben Eier nach, die ebenfalls nicht gelegt werden können, was zu massiven Schmerzen bei der Henne führt.
Die Hennen mit Legenot sitzen zumeist aufgeplustert und breitbeinig aufrecht in der sogenannten Pinguinhaltung. Eine Henne mit Legenot wirkt unruhig und ist zugleich wenig aktiv, macht einen Buckel und wirkt deutlich angestrengt. Ein Huhn mit Legenot fällt entweder durch seine Einzelstellung in der Herde oder sein untypisches Nesthockverhalten auf.

Gegen Legenot hilft in manchen Fällen ein handwarmer, sehr vorsichtig gesetzter Einlauf aus Olivenöl, anschließende Wärme sehr sanfte austreibende Massage und ein Kamillendampfbad, bei dessen Verabreichung aber äußerste Vorsicht geboten ist. Selbst wenn landläufig dazu geraten wird, das Ei im Legetrakt behutsam zu zerstören, sollte eine solche Maßnahme keinesfalls von Unkundigen durchgeführt werden. Die Gefahr, dass das Huhn qualsvoll an Eiresten verendet oder anderweitig verletzt wird, ist zu groß.

Legedarmvorfall

Zu einem Legedarmvorfall kommt es zumeist bei auf Legetätigkeit hin gezüchteten Hybridhühnern, die besonders große Eier legen. Es scheint dann vor allem im zweiten Legejahr zu einer Häufung von Doppeldottern zu kommen, die den Legedarm stark strapazieren. Nach jeder Eiablage, die für die Tiere zunehmend schmerzhafter wird, stülpt sich der strapazierte Legedarm ein Stück weit nach außen.

 

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Lohmann Legehybride weiß - neigt zu Doppeldotterbildung im fortgeschrittenen Legealter

Es ist zwar möglich, nach Desinfektion der Hände und der Umgebung, den Legdarm wieder in das Huhn zu schieben, eine Genesung ist aber augeschlossen. Eine Henne mit Legedarmvorfall sollte möglichst rasch notgeschlachtet werden, um ein unnötiges Leiden durch bakterielle Infektionen oder das Einreißen kannibalistischer Pickattacken durch die Artgenossen zu verhindern.