Kammformen

Der Hahnenkamm: Potenzsignal auf dem Kopf

So vielfältig die Rassen, so vielfältig sind auch die Kammformen des Geflügels, insbesondere der Hühner, respektive die der Hähne. Das gesunde Huhn besitzt, es sei denn, es handelt sich um eine Glucke, eine vitale rote Gesichtsfarbe. Alle sichtbaren Hautpartien, allem voran Kamm und Kehllappen, strahlen dem Betrachter nachgerade entgegen. Prangt auf dem Kopf eines "typischen Bilderbuchhuhns" oder des Hahns üblicherweise ein Einfachkamm, so wie bei unten abgebildetem Vorwerkhahn, so hält die Natur weit mehr Varianten bereit. Die Kammformen sind zwar häufig rassespezifisch, gehören aber nicht immer unbedingt in ihrer jeweiligen Ausprägung zum Rassestandard. Das bedeutet, dass bei ein under derselben Rasse durchaus unterschiedliche Kammformen vorkommen können.

Grundsätzlich gilt: je früher und stärker die extreme Rotfärbung der Kopfbehänge beim Hahn, desto mehr Testosteron ist im Körper des Tieres.

Der Einfachkamm

 

Vorwerkhahn

Der Einfachkamm ist bei den Hähnen deutlich stärker ausgeprägt als bei ihren Hennen (siehe Henne im Hintergrund), er zieht alle Blicke auf sich und demonstriert Potenz, Stärke und Vitalität.

Eine Sonderform unter den einfachen Kammformen ist der dreireihige Kamm, wie er bei den Brahma vorkommt.

Der Hörnerkamm

Der Hörnerkamm, wie hier bei der Appenzeller Spitzhaube, ist eher selten anzutreffen und gehört  zu den ausgefallenen Kopfschmuckarten. Tiere mit diesem auffälligen Kamm werden gerne als "Wiesenteufelchen" bezeichnet. Die Hörnerkämme gehören als Rassemerkmal unter anderem zu den Rassen La Fleche, Eulenbart, den Appenzeller Spitzhauben, den Paduanern (sofern der Kamm sich überhaupt ausbildet) und den sogennannten Sultan-Hühnern.

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Appenzeller Spitzhaube

Eine Ausprägung der Hörnerkämme zeigt sich im Geweihkamm, im Antilopenkamm (V-Kamm)  und im Kronenkamm. Diese Kammtypen weisen mehrere "Hörnchen" oder fleischige Stege zwischen den Hörnern auf.

Der Erbsenkamm

Der Erbsenkamm besteht aus kleinen, kugelförmigen und harten Fleischerhebungen. Sie sind in der Regel in drei Reihen nebeneinander angeordnet.

 Der Rosenkamm

Der Rosenkamm ist durch einen mehr oder weniger stark ausgeprägte Kammform, die in einem spitzen Dorn nach hinten zuläuft, gekennzeichnet. Im vorderen Stirnbreich weist der Rosenkamm wulstartige Erhebungen auf, die je nach Alter des Tieres ausgeprägt sind. Der Rosenkamm ist eine fest auf der Schädelbasis aufsitzende, harte Fleischerhebung mit leicht beperlter Oberfläche.

Rosenkamm

Weitere Kammformen

Als genetische Mischvarianten aus den Grundkammformen ergeben sich außerdem der Walnusskamm, der Becherkamm, der Kronenkamm, der Geweihkamm, der Schlotterkamm, der Sägekamm und sogar Rassen ganz ohne Kamm. Diese Varianzen resultieren aus den genetischen Vererbungswegen, bei denen unterschiedlichste Merkmale der einzelnen "reinen" Kammformen miteinander verschmelzen, sich ergänzen oder sogar ganz verschwinden.